Die Arbeit ist ungleich verteilt, wenn bei über 3 Millionen offiziellen Arbeitslosen andere Millionen Arbeiter Überstunden ansammeln und kaum die Gelegenheit haben, diese auch wieder abzubauen.
Im Artikel geht es um eine Ärztin. Arzt werden kann nun nicht jeder, dazu sind nunmal ein gutes Abitur, der Wille zum Durchhalten im Studium, gewisse Nächstenliebe und sicher auch ein robuster Magen Voraussetzung. Trotzdem kann es ja so wenige Medizin-Absolventen nicht geben, wenn diese scharenweise das Land verlassen können!
Warum ist das so? Wegen dem Stress oder wegen der Überstunden? Wohl kaum. Stress gehört zu fast jeder Art Arbeit. Überstunden wie schon erwähnt leider auch. Nein, da muss noch was anderes dahinterstecken ... und damit auch der Grund, wieso Überstunden überhaupt geschoben werden müssen!
Weil's zu wenige Ärzte gibt, die sich in Deutschland eine Zukunft vorstellen können.
Wer nämlich aus dem Studium sich jahrelang als "Assi" (Assistenzarzt) über Wasser halten darf, wer nicht grad ins nächstbeste Ärztehaus will sondern eine eigene Praxis betreiben will, wer dann auch noch getreu dem Hypokratischen Eid auch Kassenpatienten behandeln möchte, der braucht mehr als ein paar zehntausend Euro auf der hohen Kante. Er braucht vor allen Dingen eins: Nerven. Viel Nerven. In keinem Land der Welt ist es so schwer, den Absprung vom Studium zu einem finanziell sicher praktizierenden Arzt zu schaffen. Das liegt zum einen am unsozialen Krankenkassensystem, zum anderen am ebenso unsozialen Ausnutzen der Jungärzte durch Praktika und ähnliches. Da will man als Arzt halt weg, irgendwohin, wo man noch erwünscht ist und nicht schlechter gestellt ist, als ein halbinsolventes Handwerkerle ...
Tja. Ist aber nur so eine Theorie. Hätten wir genug Ärzte, müssten die auch weniger Überstunden schieben ;) Und die Patienten, insbesondere die leidgeplagten Kassenpatienten, müssen kein halbes Jahr mehr auf einen Termin warten.

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