"Laut der Kassenärztlichen Vereinigung ergreifen vier von zehn Medizinstudenten keinen klassischen Arztberuf, sondern gehen in die Wirtschaft."
Dass nicht alle Medizin-Absolventen als Arzt arbeiten, war mir bewusst – da wäre ja noch die Forschung. Warum die Wirtschaft aber 40% der Studienabgänger "abgreift", kann ich nicht recht nachvollziehen. Warum sollte jemand ein jahrelanges, zeitintensives Medizinstudium auf sich nehmen, um sich hinterher einem BWLer gleichzusetzen? Was ist das für eine Motivation?
Stellen Sie sich einen sozial kompetenten, jungen Menschen vor, dessen Traumberuf Arzt ist. In der Schule bringt er sehr gute Noten in Biologie, Chemie und Physik mit nach Hause. Leider ist er in Deutsch, Mathe, Englisch, Geschichte, Musik, Sport, Kunst... (weitere Fächer bitte hier einfügen) nicht herausragend und erreicht deswegen ein gutes Abitur. Aus diesem Grund wird er nicht zu Studium zugelassen, da der NC fast überall exorbitant hoch ist. Für eine Zulassung zum Medizinstudium braucht man heute kein gutes, sondern ein überragendes Abitur. Denken Sie nun wirklich, dass die Person in diesem zugegebenermaßen überspitzten Beispiel kein guter Arzt würde? Wir leisten es uns, dass unsere angehenden Mediziner auch in völlig fachfremden Bereichen exzellent sind. Das halte ich für bedenklich. Gut nur, dass mittlerweile ein Umdenken stattfindet (Stichwort: Medizinertest).

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