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Medizin: Zum Sterben geboren
Wann müssen Ärzte extrem früh geborene Babys retten? Kölner Richter entscheiden jetzt im Fall einer Klinik, die ein Frühchen gar nicht erst behandelt hat.
http://www.spiegel.de/0,1518,801509,00.html
- #70 09.12.2011 13:24 von
recht
Die unangenehme frage ist doch, ab wann ist ein Mensch ein Mensch im rechtlichen sinne.
Über einen langen zeitraum ist ein embryo rechtlich gesehen ein organ der mutter. Zu einem relativ unscharf definierten zeitraum wird es, noch im mutterleib, zu einem wesen mit rechtsansbruch.
So sehr sich alle gerne davor drücken über derlei regelungen zu reden oder nachzudenken, es braucht sie. Man kann die grenze zwischen "zellhaufen" und "mensch" nicht nach bedarf definieren, weil dies zu noch mehr konflikten führt. Es braucht eine rechtlich bindende regelung.
Ein arzt kann dann immernoch entscheiden ob er die regelung in den positiven bereich streckt (also einen zellhaufen zu behandeln bis ein mensch draus wird), aber er braucht die rechtssicherheit das wenn er einen zellhaufen entfernt, er nicht des mordes/todschlags/unterlassener hilfeleistung angeklagt werden kann. - #71 09.12.2011 13:25 von
Nein...
Wie ich meine eigenen pekuniären Ressourcen einsetzt, geht die Gesellschaft nichts an. Wenn ich mich bereit erkläre die Behandlung zu bezahlen, ist das als Vater meine persönliche Entscheidung.
Und wie geschrieben: Hätten die Eltern erklärt privat zu zahlen, die meisten Ärzte hätten das Frühchen behandelt.
Das ist das Perverse! Ich bin selber in der PKV. - #72 09.12.2011 13:26 von
jein
Die Natur hat natürlich keinen Willen.
Aber das Leben hat sich so entwickelt, dass es die besten Chancen gibt, seine Art zu erhalten. Geht das nicht mehr, so stirbt die Art aus.
Eine Tiger?mutter frisst ihre Kleinen auf, wenn die Versorgungslage mit Nahrung sich ungemein verschelchtert. Es ist einfacher alleine durchzukommen, um dann beim nächsten mal wieder junge zu bekommen.
Ist hart, funktioniert aber. Embryos/Kinder sind in diesem Fall unwichtiger als gebährfähige Mütter, da sie schneller reproduzierbar sind. Würde die Tiger?mutter in diesem Fall anders verfahren, würden mit großer Wahrscheinlichkeit alle sterben.
Das Abstoßen allein nicht lebensfähiger Embryos hat sich eben bewährt. Es würde uns sonst nicht geben. - #73 09.12.2011 13:26 von
Da platzt mir als Frühchenmutter aber gleich die Hutschnur!
Ich habe inzwischen eine ganze Reihe von Frühchen gesehen und die allermeisten haben gut aufgeholt. Meinem Sohn sieht man die Frühgeburt nicht mehr an, er entwickelt sich altersentsprechend und bei vielen anderen ist es auch so.
Wenn man keine Ahnung von der Materie hat: Einfach den Mund halten! - #74 09.12.2011 13:26 von
Tut mir leid...
Sorry, aber so etwas muss ich einfach kommentieren.
Ich bin selbst Vater von zwei Söhnen. Meine Frau war in der 26. SSW Schwanger mit Zwillingen, als ein Blasensprung einsetzte. Nach Ihrer Logik müssten ja beide extrem Schwerbehindert sein und es wäre daher besser gewesen, die Schwangerschaft zu beenden, um blos keine Kosten im Sozialsystem zu produzieren.
Zum Glück kam es bei uns anders als im Artikel. Die beiden Jungs sind mittlerweile 14 Monate alt und wir feiern unser zweites gemeinsames Weihnachtsfest zusammen. Beide sind quietschlebendig und nicht behindert (zum Glück!). Natürlich sind wir in den ersten Monaten sehr an unsere eigenen Grenzen und an die Grenzen des medizinisch machbaren gegangen, aber ich bin froh, dass wir hier in D überhaupt die Möglichkeit dazu hatten.
Also bitte - urteilen Sie nicht mit monetären Argumenten über Dinge wie das Leben anderer... Das ist nun wirklich kein gutes Argument.
Eine unsachliche Antwort zu Ihrer Person an sich spare ich mir an dieser Stelle und überlasse das anderen. - #75 09.12.2011 13:27 von
x
- #76 09.12.2011 13:28 von
Gut, Gegenvorschlag...
Seltsam nur, dass die Behandlung besser wird, wenn man seine GKV versicherte Frau als PKV Mitglied in Schutz nimmt und den Klinikchef zu sprechen wünscht...
Ich werde aber darüber nachdenken, wenn Sie nach einem Unfall im Auto eingeklemmt sind, ob es sich noch lohnt Sie zu retten, oder ob ich meine Ressourcen nicht lieber für das kleine Kind nebenan allokiere, auch wenn es geringere Überlebenschancen hat als Sie. - #77 09.12.2011 13:31 von
Widerspruch
Man könnte es auch anders sehen: Durch die Möglichkeit seinen Nachwuchs optimal medizinisch zu versorgen hat die Natur einen neuen Pfad der Evolution beschritten, der der Art hilft besser zu überleben.
Während man früher bereits an einem heftigen Durchfall durch Austrockung gestorben ist, kann heute einfach eine Infusion gelegt werden mit Salzwasser.
Wollen Sie, dass wir Ihnen diese Möglichkeit verwehren und sagen: Sie waren halt einfach genetisch gesehen zum Sterben verurteilt? - #78 09.12.2011 13:31 von
Danke, mir gehts und ging es gut. :)
Ich muss nur das aufsteigende Erbrochene immer wieder runter würgen, wenn ich hier so einige sinnfreie, vor Praxiserfahrung nur so strotzende Kommentare über den Preis eines Menschenlebens lese von Personen die keine Kinder haben und anstelle einer menschlichen Denkens ein Dollarzeichen dort haben, wo bei anderen die Eigenschaften "Sozialkompetenz", "Solidarisches Denken" und "menschlisches Verhalten" stehen. - #79 09.12.2011 13:31 von
Es ist ein bisschen sehr einfach, mit dem Finger auf die Ärzte zu zeigen, wenn man nicht weß, warum die Versorgung unterblieben ist.
Andererseits ist es sehr fragwürdig, zu behaupten, die Natur wisse schon warum. Wir werden heute mit Nahrungsmitteln und Lebensumständen konfrontiert, die so weit von Natur entfernt sind, dass es wohl kaum angemessen ist, sie ausgerechnet hier (dafür aber zB in der Geriatrie nicht) wieder zu bemühen.Das würde unsere ganze völlig widernatürlich sonstige Lebensweise arg in Frage stellen - oder meinen Sie, die Natur hat vorgesehen, dass wir jeden Tag acht Stunden auf unserem Allerwertesten hocken, Smog statt Luft atmen und uns mit Chemie vollstopfen? Wie wir uns also ohnehin schon gegen die Natur stellen, können wir auch konsequent sein und wenigstens versuchen, einem Frühgeborenen Leben zu ermöglichen. Stellt sich im weiteren Verlauf der Behandlung heraus, dass das Kind nicht oder nur sehr begrenzt lebensfähig ist, dann kann man gemeinsam mit den Eltern eine Entscheidung treffen, so wie man das auch am Ende eines Lebens tut, wenn die Entscheidung gegeben ist, die Maschinen abzustellen oder den Patienten weiter am Leben zu erhalten. Aber wenigstens versuchen sollte man es, denn wer weiß, vielleicht bekommt das Kind einfach mal keine Hirnblutung und keine Seh- oder sonstige Behinderung...soll ja vorkommen. Und mit Verlaub, wir geben soviel Geld für Blödsinn aus (gell, liebe Bundeswehrmunition, die jetzt auf Steuerzahlerkosten verschrottet werden muss), da brauchen wir ausgerechnet da, wo's um Leben geht, nicht mit dem Sparen anfangen.
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