Medizin: Zum Sterben geboren

Wann müssen Ärzte extrem früh geborene Babys retten? Kölner Richter entscheiden jetzt im Fall einer Klinik, die ein Frühchen gar nicht erst behandelt hat.

http://www.spiegel.de/0,1518,801509,00.html
  1. #110

    Einfach weggeworfen!

    Genau diese Diskussion muss aber leider irgendwann geführt werden. Die Medizin entwickelt sich momentan schneller als wir es mittelfristig bezahlen können. Wenn man das einfach weiterlaufen lässt, wie der Beitrag zur Krankenkasse immer weiter steigen, bis es irgendwann nicht mehr bezahlbar ist.
    Nein, das muss sie eben NICHT!
    Wie viel ist ein Menschenleben wert, dass man es mit Geld aufwiegen könnte?
    100.000 €, 1 Million €?

    Wie kann es sein, dass irgendwelche „Kennzahlen“ darüber entscheiden, wer (weiter) Leben darf und wer nicht?
    Sicher muss man immer eine Abwägung treffen, ob und wann medizinische Maßnahmen „sinnvoll“ sind um das Leiden bei todkranken, sterbenden die keine Aussicht auf Heilung haben nicht unnötig zu verlängern.

    Wäre Charlotte (ich nenne sie beim Namen damit nicht vergessen wird um wen es geht), einige Tage später auf die Welt gekommen, hätte sie diese Lebenserhaltende Maßnahmen bekommen. Nur ein paar Tage haben über Charlotte entschieden, nicht ob sie eine Behinderung trägt oder nicht.
    Charlotte ist gestorben weil es in diesem Krankenhaus einen "Leitfaden" gab ab wann man ein Frühchen behandeln sollte, nicht weil es eine Behinderung hätte haben können.
    Aber gerade der Fall Charlotte ist ein Skandal, denn offenbar hat man hier nicht einmal versucht, ihr Leben zu erhalten, sondern hat sie einfach mit dem Argument zu jung, zu klein, zu früh „weggeworfen“.
    In was für einer Gesellschaft leben wir nur, dass wir so etwas zulassen?
    Es ist eine Schande, so dass ich mich dafür schäme in so einer Welt zu leben!
  2. #111

    lieber tot als lebendig

    Zitat von jdh83 Beitrag anzeigen
    fragen Sie doch mal einen Blinden oder Tauben ob er lieber Tot wäre als zu leben.
    Welche Relevanz hat dessen Antwort für die Situation eines Lebewesens, dem die Konzepte "Leben" und "Tot" völlig fremd sind, das nur Wärme, Nahrung und die Vermeidung von Schmerz "möchte"?

    Würden nicht auch all die Kinder leben wollen, die nicht gezeugt werden? Was schließen wir daraus? Mehr Kinder zeugen? Wenn nein, wo ist der Unterschied?
  3. #112

    Szenario 3:

    Zitat von nic Beitrag anzeigen
    zwei Szenarien:

    die Klinik wird verklagt da sie nichts unternommen hat
    oder die Klinik wird verklagt weil sie dem Frühchen zum Leben verholfen hat aber es jetzt Folgeschäden zeigt.
    Szenario 3:
    Die Eltern werden über die Risiken ausführlich Informiert und Aufgeklärt.
    Danach entscheiden SIE ob weitere lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt werden.
    Dann wird kein Leben achtlos weggeworfen, weil es nicht ins Budget passt.