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Medizin: Organspende wird neu geregelt

DER SPIEGELTausende Deutsche warten auf Spenderorgane und viele sterben, bevor sie eines bekommen. Jetzt wird die Organspende neu geregelt: Jeder Erwachsene soll künftig regelmäßig zu seiner Bereitschaft befragt werden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...818717,00.html
  1. #90

    endlose Diskussionen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Deutsche warten auf Spenderorgane und viele sterben, bevor sie eines bekommen. Jetzt wird die Organspende neu geregelt: Jeder Erwachsene soll künftig regelmäßig zu seiner Bereitschaft befragt werden.

    Medizin: Jeder Bürger soll über Organspende entscheiden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Wer bereit ist, zu geben, soll auch bevorzugt profitieren können.
    Warum wird kein Automatismus mit dem Spendeausweis verbunden? Die gemeldeten Organspender sollten im Bedarfsfalle auch zuerst mit verfügbaren Organen behandelt werden. Die heutigen vielen Endlos-Diskutierer können später ja mit den sinnesgleichen Krankenhaus - Bettnachbarn weiter lamentieren, warum sie leider nicht mehr rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten haben. Spätestens dann werden sie von ihren ehemaligen Entscheidungen eingeholt sein.
  2. #91

    Zitat von friedel_3 Beitrag anzeigen
    , oder sein mag: Ich denke dass es nicht sinnvoll ist, dass zukünftig jede/r die/der eine neues Herz, Niere, xDrüse oder sonstiges bekommen müsste, es auch erhalten sollte. .
    wer bist du, dass du solche fragen kannst, darfst.
    wer entscheidet, ueber sollte?
    wer entscheidet, ueber sinnvoll?

    und jetzt etwas zu meinen vorurteilen:
    selbst der schlimmste verbrecher, der mit meinem organ auch nur eine minute weiterlebt, der hat mein organ verdient. (meine auffassung)

    die entscheidung darueber, wer es wert ist weiter zuleben oder nicht, ueberlasse ich den moralaposteln.
    mein gott, ich koennt abkotzen, bei der moral der moralaposteln.
  3. #92

    Zitat von gmffd Beitrag anzeigen
    kann ich Ihnen sagen, Sie haben (leider) so recht!
    Ich habe explizit zwei mal um das Leben deren kämpfen müssen, gegen die jeweiligen eingesezten Notärzte, welche die jeweiligen Notfall-Einsätze mehr als eine "Vorbereitung zu einer möglich Organspende" verfolgten, als sie voll auf Erhalt des Leben des betroffenen Menschen vor sich zu konzentrieren
    Dann erklären sie mir mal welchen Unterschied das in der Behandlung ausgemacht haben soll?!

    Ihre Schilderung ist doch ein riesenquark. Wenn ich jemanden retten möchte, um ihn stabil zu halten für eine mögliche Organspende, muss ich für genügend Blutdruck und genügend Sauerstoff im Blut sorgen, so dass die ganzen empfindlichen Organe keinen Schaden nehmen.
    Wenn das Hirn noch eine Chance hat, dann wird die exakt gleiche Maßnahme ihm auch helfen.

    Welche Maßnahme ist für eine mögliche stabiliserung eines Organspenders nützlich, aber für den Erhalt der Hirnfunktion schädlich?! Jetzt mal Butter bei die Fische!

    Sie verbreiten hier Schauermärchen. Gruß von der Intensivstation

    (Erfahrung auf Traumatologie, Neurochirurgie und Neurologie, also alles Fachbereiche die viele Organspender melden).
  4. #93

    Vorsicht, Zynismus!

    Der einfachste Weg, die Spenderzahlen zu erhöhen, wäre es, die Helmpflicht wieder abzuschaffen.
    Denn für Transplantationsmediziner sind das die idealen Spender:
    meist jung, die inneren Organe noch intakt, an Schädel-Hirn-Trauma gestorben.

    (und der ist nicht von mir, das hat vor Jahren ein Transplantationsmediziner gesagt)
  5. #94

    Bereitschaft

    Zitat von irobot Beitrag anzeigen
    Ob man Organe entnehmen kann oder nicht, spielt keine Rolle. Es zählt nur die Bereitschaft(!) zur Spende. Einfach und unkompliziert.
    Also bekomme ich dann einen speziellen Organspenderausweis:
    "Ich möchte meine Organe spenden, aber einpflanzen könnt ihr sie nicht."
    Blut gespendet habe ich übrigens jahrelang, bis das rote Kreuz es dann nicht mehr wollte.
  6. #95

    Zitat von friedel_3 Beitrag anzeigen
    Ich persönlich bin mit der aktuellen Regelung zufrieden. Ich gebe zu: sicherlich auch deshalb weil ich, bzw. in meinem persönlichen Umfeld aktuell niemand ein Organ braucht.
    Anscheinend setzen sich aber diejenigen jetzt durch, die hier eine art Transplantationsindustrie aufbauen wollen. So hart wie das klingt, oder sein mag: Ich denke dass es nicht sinnvoll ist, dass zukünftig jede/r die/der eine neues Herz, Niere, xDrüse oder sonstiges bekommen müsste, es auch erhalten sollte. Das gesundheitliche Problem, z.B genetischer Natur wird, sofern noch Familienplanung ansteht, an die nächste Generation weiter gegeben. Neben unseren schon jetzt zunehmenden Wohlstandskrankheiten werden wir vermutlich noch schneller ein Volk von Degenerierten.
    Der "Gesundheitsminister" sollte sich lieber um Gesetzesvorlagen kümmern die der Gesundheit der Menschen vorbeugend dienen, wie etwa Ernährungsunterricht in Schulen, Kennzeichnungen von Lebensmitteln, Lebensmittelerzeugung, Sport/Bewegung, Rauchen, Alkohol, Stress und Existenzängste, usw.
    Hier wir m.E den Medizinern und Pharmazeuten ein Tor zum Geld scheffeln eröffnet, welches die Normalversicherten mit aufbringen müssen: Sehr teure Apparatemedizin und Dauermedikation, die zu Lasten der Standardversorung der Versicherten gehen wird.
    An friedel_3,
    Solche Aussagen wie diese zu lesen ist sehr enttäuschend. Sie haben es geschafft, in einem einzigen Beitrag nicht nur angezweifelt, dass Menschen mit schweren Erkrankungen, die ein Spenderorgan benötigen, durch medizinische Behandlung geschützt werden sollten, sondern ihnen gleichzeitig auch das Recht abgesprochen, mit einem genetischen "Defekt" vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu sein.
    Ich denke, Sie sollten derartige populistische Angriffe im öffentlichen Raum wirklich überdenken, nicht nur weil es jemanden verletzen könnte sondern weil es auch äußerst unmoralisch ist. Machen Sie sich keine Sorgen darum, dass Deutschland "degenerieren" könnte. Das wird es bestimmt nicht tut, das versichere ich Ihnen. Kümmern Sie sich lieber darum, einen weniger egoistischen Blick auf die Welt zu bekommen, anstatt die paar Euro zusätzlicher Versicherungsgebühr zu zählen. Jeder von uns beansprucht das Gesundheitssystem, und es ist ein Stützpfeiler für ein halbwegs gutes Leben. Seien Sie froh drum.
  7. #96

    Zitat von manfred-pawlowski Beitrag anzeigen
    Wer bereit ist, zu geben, soll auch bevorzugt profitieren können.
    Warum wird kein Automatismus mit dem Spendeausweis verbunden? Die gemeldeten Organspender sollten im Bedarfsfalle auch zuerst mit verfügbaren Organen behandelt werden. Die heutigen vielen Endlos-Diskutierer können später ja mit den sinnesgleichen Krankenhaus - Bettnachbarn weiter lamentieren, warum sie leider nicht mehr rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten haben. Spätestens dann werden sie von ihren ehemaligen Entscheidungen eingeholt sein.
    Genauso sollte es gehandhabt werden.

    Wenn es einem persönlich an den Kragen geht, nehmen 98-99% der Menschen das Organ an. Dafür haben die meisten einfach zuviel Angst vor dem Tod.

    Aber im Vorneweg große Töne spucken, wie mutig man dann das Organ ablehnen würde, darauf würde ich nichts geben.
    Und als "Ausschlachten" wird man das dann auch nicht mehr bezeichnen, wenn man keine Luft mehr bekommt, oder man 24/7 nur Schmerzen hat, gelb ist, aufgebläht wie ein Ballon, aus allen Öffnungen Flüssigkeiten laufen.
    Ja, das ausschlachten wird einem dann eher human vorkommen, wenn man sich erstmal in die Fänge der Intensivmedizin begeben hat, und aus Angst vor dem Tod bereit ist, unsere Möglichkeiten auszuschöpfen.
    Die meisten wählen den Weg der Intensivmedizin und nicht des natürlichen Todes, und die meisten wählen das neue Organ.

    Man muss aber wohl erst erlebt haben, wie dreckig es einem gehen kann, wenn Leber, Lunge oder Herz nicht mehr funktionieren, um eine Vorstellung zu haben, wie einfach einem später die Entscheidung fallen wird, das Ersatzteil anzunehmen.
  8. #97

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Glauben sie einem Krankenpfleger auf Intensivstation, wenn es ihnen persönlich ans Leder geht, ist ihnen das egal woher ihre Rettung kommt, dann nehmen auch sie es gerne in Kauf, dass dafür ein Leichnam "ausgeschlachtet" wird.
    So einige nehmen es für ihre Rettung sogar in Kauf, dass Lebende in der 3. Welt getötet werden, um deren Organe zu entnehmen, sonst gäbe es keinen Schwarzmarkt für Organe.
    Sie sehen also, wie wenig die Perspektive des individuell Betroffenen hier als Maßstab für allgemein gültige Regelungen genommen werden darf.
  9. #98

    Lieber Verfaulen als Organe verschenken

    Zitat von hashemliveloirah Beitrag anzeigen
    ....so einfach wäre.
    Nach über 20 Jahren in der Klifo bin ich bewusst Nichtspender und überzeugt, dass viele Spender Nichtspender wären, wenn sie wüssten....:

    Fragen Sie mal einen Transplanteur, warum jeder gehirntote (!) Spender nach Feststellung des Hirntodes vor Enthahme anaesthesiert wird?

    Der "Gehirntod" per se ist als Lebensende medizinethisch sowieso höchst umstritten.

    Aber gut: Hauptgrund für mich ist die unbestrittene Tatsache, dass bei einem sterbenden Nichtspender die intensivmedizinischen Leistungen so zurückgefahren werden, dass der Mensch in Würde sterben kann - auch begleitet.

    Bei einem Spender wird jedoch niemand mehr an den Sterbenden herangelassen, da "geht nämlich die Post richtig ab" in hormoneller und kardiovaskulärer Hinsicht, denn die Spenderorgane sollen ja im "Bestzustand" sein. Das ist für mich höchst unethisch, vor allem werde ich mir das nicht selbst antun - Respekt aber vor allen, die das in Kenntnis der Tatsachen tun - aber wie viele sind das?

    Die derzeitige Kampagne hat leider mit den betroffenen Menschen sehr wenig und mit Aufklärung gar nichts zu tun: die heute so laut schreien gehören eher zu denen, für die es ums Geschäft geht und zu denen, die ihre "Passion" verteidigen und ihre aberwitzige Medizintechnik rechtfertigen müssen.

    Der Bürger aber wird schlicht auf unverantwortliche Weise genötigt.

    "Unverantwortlich" ist Ihre Panikmache durch Verbereitung von Unwahrheiten und Ammenmärchen, die möglicherweise dazu führt, dass ein bedauernswerter Mensch auf der Warteliste stirbt, weil SIE einem potenziellen Spender Angst gemacht haben.

    Der Gehirntod ist naturwissenschaftlich und ethisch unbestritten. Wie würden Sie den Tod definieren? Oder erkennen?

    Die Anästhesie während der Organentnahme dient nicht einer Schmerzausschaltung, sondern der Aufrechterhaltung von Blutdruck und Puls. Das Gehirn (wo das Schmerzempfinden stattfindet) und die betroffenen zentralen Rezeptoren sind zum Entnahmezeitpunkt nachgewiesenermaßen irreversibel ausgefallen.
    Periphere Rezeptoren in Haut und im Rückenmark sind durch die künstliche Aufrechterhaltung des Kreislaufs in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt und könnten zu Spontanbewegungen und zum Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz führen. Diese Reflexe müssen ausgeschaltet werden.

    Ich finde es abstoßend, was ich hier lesen muss: Es geht um Geld und darum, dass man doch seinen "wertvollen Körper" (unbeachtet der Tatsache, dass der ach so wertvolle tote Körper nur noch ein Haufen organischen Materials ist, der in kürzester Zeit auf das unappetitlichste vermodert und teuer entsorgt werden muss) nicht kostenlos hergeben will.

    Ich muss sagen, sollte ich - oder eine mir nahestehende Person - früh und quasi "sinnlos" aus dem Leben gerissen werden, wäre es mir ein Trost zu wissen, zumindest das Leben eines anderen Menschen gerettet zu haben.

    Wer den Tod eines anderen Menschen - der an dem System der Organvergabe keine Schuld hat - aus Neid und Missgunst in Kauf nimmt, handelt gewissenlos.
  10. #99

    wenn

    Zitat von wolfe12 Beitrag anzeigen
    welchen nachteil? hoher wert? was kostet das kilo fleisch? man, deine sog. argumente sind doch der witz.
    aber das thema organhandel ist ernst zu nehmen.
    Organe frei gehandelt werden, dann wären die Preise sicher zwischen 250T€-1M€, vermutlich mehr als die meisten Menschen je an ihre Nachkommen vererben und sicherlich ein hoher Wert. Nachteile, nunja, die Angehörigen können mit Sicherheit den sterbenden nicht in den Tod begleiten, die Beerdigung wird verzögert, man muss sich damit abfinden das die Ärzte noch am lebenden Körper rumschnippeln und ein gewisses Restrisiko einer Fehleinschätzung der Ärzte gibt es auch. Also wenn ich Hirntod bin möchte ich auch ein neues Organ, ein neues Gehirn.








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