Vorteil ist klar, - man kann in der Medizin dann bald Ersatz-Organe zuechten.
Nachteil ? - ist irgendwann jeder in der Gesellschaft biologisch austauschbar ?
DPAIst das Herz geschädigt, das Rückenmark durchtrennt, entstehen aus Stammzellen perfekte Ersatzteile - so könnte die Medizin der Zukunft aussehen. John Gurdon und Shinya Yamanaka haben nun den Nobelpreis dafür bekommen, dass sie die entscheidenden Grundlagen geschaffen haben.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-860075.html
Vorteil ist klar, - man kann in der Medizin dann bald Ersatz-Organe zuechten.
Nachteil ? - ist irgendwann jeder in der Gesellschaft biologisch austauschbar ?
Möglicherweise gab es für "Dolly" keinen Nobelpreis, weil der damit öffentlich bekannt gewordene Forscher Ian Wilmut doch nicht die Hauptrolle gespielt hat.
http://scienceblogs.de/weitergen/2012/10/warum-ian-wilmut-fur-das-klonschaf-dolly-keinen-nobelpreis-bekommt/
Man stelle sich vor, mit ethisch einwandfrei gewonnenen Zelllinien könnte man z.B Querschnittslähmungen heilen. Was für ein wunderbarer Ansatz. Ich hoffe, die Forscher bekommen alles Geld was nötig ist.
Meiner Meinung nach (gerade durch Einbeziehung von John Gurdon) eine tolle Entscheidung. Die hier geehrten Forscher sind im Gebiet hochangesehen und wahre Pioniere.
John Gurdon für die Entdeckung/Erfindung des SCNT (Somatic Cell Nuclear Transfer; d.h. die Umprogrammierung von differenzierten Zellen in Stammzellen durch ein undefiniertes Zellextrakt), Yamanaka durch die Entdeckung der spezifischen Faktoren, die die Umprogrammierung möglich machen, und damit der Erfindung des iPS-Verfahrens.
Erst dieses iPS-Verfahren ermöglicht Stammzellforschung und Stammzellanwendungen mit Zellen, die auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sind, ohne dafür auf ethisch bedenkliche Zellen (z.B. Zellen aus Föten oder Oozyten) zurückgreifen zu müssen. Ich schätze, dass diese Grundlagenforschung sehr schnell in der Klinik ankommen wird - so wie in der Vergangenheit z.B. auch die Entdeckung von Blutstammzellen im Mausversuch. Das war 1961 (durch Till and Culloch). Schon 7 Jahre später gab es dann die erste erfolgreiche Stammzelltransplantation bei menschlichen SCID-Pateinten, kurz darauf wurde die Behandlung Routine bei Leukämie-Patienten. Übrigens ein schönes Beispiel für die Sinnhaftigkeit von Tierversuchen.
@weitergen
Dolly war eher eine "Anwendung" der Erkenntnisse von John Gurdon, keine ganz neue grundlagenwissenschaftliche Erkenntnis. Insofern wäre die Einbeziehung von Ian Wilmut nicht folgerichtig gewesen.
[Gurdon konnte in den sechziger Jahren nachweisen, dass sich das Erbgut spezialisierter Körperzellen nicht von dem embryonaler Stammzellen unterscheidet.]
widerspricht der Tatsache, dass [...Die Wissenschaftler schleusten vier Gene in Körperzellen ein, wonach sich diese so veränderten, dass sie embryonalen Stammzellen ähnelten.].
Also entweder ist das Erbgut aller Zellen sowohl adulte als auch pränatale in ihrem Informationsinhalt gleich und man schaltet die Gene aktiv oder sie fehlen und man muß sie nachrüsten. Es sei denn hier hat jmd nicht ordentlich recherchiert (ein ehrgeiziger Praktikant vllt.?).
Wo sind die Grenzen der Medizin? 90-Jährigen ein Überleben an der Beatmungsmaschine zu gewährleisten, 5-jährigen leukämiekranken Kindern ein längeres Leben zu ermöglichen? Die Menschen kämpfen für das Leben und gegen den Tod. Ob das immer so gut ist, weiß eben nur Gott (oder der Mensch).