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Medizin: "Meine zweite Geburt"

Nach einem Autounfall dämmerte der Belgier Rom Houben vermeintlich im Wachkoma dahin. Mehr als zwei Jahrzehnte später kam heraus: Er war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Fast jeder zweite Wachkoma-Patient wird von Ärzten und Pflegern irrtümlich als hoffnungsloser Fall abgetan.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,662625,00.html
  1. #10

    Wired

    Hier ein interessanter Artikel von Wired.com über den Fall, indem auch Der Spiegel als der erste Verbreiter der Ente erwähnt wird:

    http://www.wired.com/wiredscience/20...communication/
  2. #11

    Hirn an!

    Es wäre so einfach gewesen, einen ordentlichen Test des FC zu machen. Einfach mal einen Assistenten ranlassen, der kein Flämisch spricht, und dann sehen wie gut die flämischen Antworten kommen.
    Oder Kopfhörer, so dass nur der Patient die Fragen hört.

    Die Assistentin wird sicher erfreut die zu erwartende Antwort "neiiiinnn, das mit dem Test ist ja gemein, meiner armen Assistentin so etwas zu unterstellen, das machen wir nicht mit" hilfreich eintippen. Und dann in ein paar Wochen oder so noch erfreuter die Tantiemen fürs Ghostwriting des Buches einstreichen.

    Alles schon dagewesen. Irgendwie scheint Journalisten regelmäßig zwischen zwei Betrügern das kritische Denken abhanden zu kommen.
  3. #12

    Wachkoma, "facilitated communication"

    Zitat von Hoaxbuster Beitrag anzeigen
    Tja,

    nun ist also auch der Spiegel auf diesen Nepp reingefallen. Der belgische Patient ist nachwievor im Wachkoma und war während der ganzen Zeit seines Komas nie bei Bewußtsein und ist auch jetzt nicht bei Bewußtsein. Seine angebliche Kommunikation ist durch sogennante "Asissted Communication" zustande gekommen. Dies ist eine schon längst widerlegte Pseudowissenschaft, die von keinem Wissenschaftler oder Mediziner mehr ernstgenommen wird. Gewisse Journalisten versäumen es aber eigene Recherchen zu unternehmen und plappern einfach die Behauptungen der Anhänger der Pseudowissenschaft nach. In den Videos, die den Patienten bei seiner angeblichen Kommunikation zeigen, kann man sehen, wie der sogenannte Assisstent die Hand des Patienten über die Tastatatur führt. Es sind keine eigenen Anstrengungen des Patienten zu erkennen, seine Hand zu bewegen. Der Assisstent selbst tippt den Text und benutzt dazu einfach den Finger des Patienten. Das die Eltern des Patienten diesem Nepp glauben schenken, ist vielleicht noch verständlich. Das er aber so naiv vom Spiegel weiterverbreitet wird, ist schon beschämend. Hier ein Artikel, der den aktuellen Fall und "Assissted Communication" sehr eindrucksvoll widerlegt:

    http://www.randi.org/site/index.php/...s-to-stop.html

    Das folgende Video zeigt die "Assissted Communication" des belgischen Patienten. Das Video sagt wirklich alles:

    http://www.msnbc.msn.com/id/31388323...11007#34111007

    Es stimmt sehr wahrscheinlich, dass nicht der Patient die Texte schreibt, sondern die Betreuerin. Ich habe selbst die Hirnaktivität von Hunderten von Wachkoma-Patienten mit EEG-Methoden untersucht und Kommunikationssysteme für Locked-In-Patienten entwickelt. Nachdem ich die Videos gesehen habe, bin ich nahezu sicher, dass der Patient (leider) kaum etwas mit den geschriebenen Texten zu tun hat. In welchem Zustand sich der Patient befindet, kann man durch reines Anschauen nicht feststellen. In meinem EEG-Labor konnte ich solche Fälle aber ziemlich sicher beurteilen (ähnlich wie Herr Kotchoubey in Tübingen), und es ist tatsächlich so, dass zahlreiche Patienten mehr mitbekommen, als die Ärzte mit ihren oft oberflächlichen Methoden gedacht hätten. Leider wurde mein Labor wegen zu wenig Rendite geschlossen. In Zeiten der allgemeinen Geldgier interessiert sich leider kaum mehr jemand für das Schicksal dieser Patienten.


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