Medikamenten-Rückruf: Behörde warnt vor wirkungsloser Notfallspritze

APDie Notfallspritze "Anapen" rettet Allergikern im Notfall das Leben. Doch nun hat der Hersteller Probleme bei der Spritze entdeckt - und eine Rückrufaktion gestartet. Die Behörden raten, das Medikament dringend gegen andere Mittel auszutauschen. Betroffen könnten mehr als 33.000 Menschen sein.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...836950,00.html
  1. #1

    Anapen 300

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Notfallspritze "Anapen" rettet Allergikern im Notfall das Leben. Doch nun hat der Hersteller Probleme bei der Spritze entdeckt - und eine Rückrufaktion gestartet. Die Behörden raten, das Medikament dringend gegen andere Mittel auszutauschen. Betroffen könnten mehr als 33.000 Menschen sein.

    Anapen: Rückruf der Notfallspritze gegen allergischen Schock - SPIEGEL ONLINE
    Danke, SPIEGELonline.

    Ich bin einer der 33.000 Menschen, die zur Sicherheit dieses Produkt ständig bei sich tragen.
    Bereits am 29.05.2012 hat die Pharmazeutische Zeitung den Rückruf gemeldet.
    Aber wer informiert die Patienten? Ich vermute niemand, und das ist ein Skandal.
    Den evtl. Schaden hat der Patient, und der Schaden wäre maximal.
  2. #2

    [QUOTE=melex;10304924
    Aber wer informiert die Patienten? Ich vermute niemand, und das ist ein Skandal.
    [/QUOTE]

    Normalerweise sollte das der Arzt machen, der das Medikament verschrieben hat. Wer soll sonst wissen, welcher Patient zu informieren ist?
  3. #3

    Die Rechnung zahlen wir alle...

    Einen interessanten "Nebenaspekt" dieser ohnehin nicht ganz rühmlichen Geschichte beleuchtet die taz in einem Online-Beitrag vom 04.06. (wollte ich nicht gleich hier crossposten...): Aufgrund einer Regelungslücke zahlt der Pharmakonzern für den Ersatz der Pens, die bereits beim Endverbraucher liegen, gar nichts. Demnach müssen Versicherte und die Krankenkassen die Kosten für erneute Verschreibung und den Austausch selbst bezahlen. Da hat ein Lobbyist wohl an der Richtigen Stelle ein nettes Abendessen springen lassen. Glückwunsch.
  4. #4

    Auch von mir ein Dankeschön an SPIEGEL Online.
    Es ist eigentlich eine Schande, dass so etwas nicht einer breiten Öffentlichkeit publik gemacht wird.
  5. #5

    Ärzte- und Pharmapfusch bezahlt immer die Allgemeinheit

    Zitat von ubiquist Beitrag anzeigen
    Aufgrund einer Regelungslücke zahlt der Pharmakonzern für den Ersatz der Pens, die bereits beim Endverbraucher liegen, gar nichts.
    Das ist doch bei Ärzten und Medikamenten immer so: Der Doktor hat eine falsche Diagnose gestellt? Das tolle (und teure!) neue Rheumamittel ist wirkungslos? Hat alles keine Auswirkungen auf die Rechnung, die muss trotzdem bezahlt werden.

    Chancen, das zu ändern, gibt es keine. Würden Arztrechungen künftig nur noch "bei Erfolg" bezahlt werden, dann würden die Ärzte schwerkranke Menschen, wo der Behandlungsausgang immer ungewiss ist, einfach nicht mehr behandeln. Zwei Wochen später ist dann wieder alles beim alten.


    Jag
  6. #6

    Die Rechnung zahlen wir alle

    Wir sind auch Betroffene und der Aspekt, dass Dr. Beckmann Pharma sich weigert - wie ich gerade von meiner Apotheke erfahren habe - die fehlerhaften Medikamente zurück zu nehmen und den Kaufpreis dieser Medikament zu erstatten, ist wirklich ärgerlich und ein Skandal. Ich bin stinksauer.
    Das Unternehmen dazu gibt gar keine Auskünfte und lasst die Verbraucher im Regen stehen.
    Ein großes Dankeschön an den Spiegel für die Veröffentlichung dieser Meldung.
  7. #7

    Zitat von muc1972 Beitrag anzeigen
    Wir sind auch Betroffene und der Aspekt, dass Dr. Beckmann Pharma sich weigert - wie ich gerade von meiner Apotheke erfahren habe - die fehlerhaften Medikamente zurück zu nehmen und den Kaufpreis dieser Medikament zu erstatten, ist wirklich ärgerlich und ein Skandal. Ich bin stinksauer.
    Das Unternehmen dazu gibt gar keine Auskünfte und lasst die Verbraucher im Regen stehen.
    Ein großes Dankeschön an den Spiegel für die Veröffentlichung dieser Meldung.
    Bin noch etwas hin und hergerissen, was ich davon halten soll.
    Während die ortsansässige Apotheke (Anapen dort oft gekauft) gar nichts macht, habe ich von DocMorris zumindest einen entsprechenden Brief bekommen.
    Allerdings wollen die auch nicht tauschen, ich solle mir halt ein neues Medikament verschreiben lassen.
    Das ist ja eine geniale Gelddruckmaschine für Medikamente, die in der Regel nicht verbraucht werden (neben der, den Anapen stets mit einer Haltbarkeit von sechs Monaten über den Großhandel anzubieten statt der möglichen 1,5 Jahre) - einfach vom Markt nehmen und einmal neu reinverkaufen.
  8. #8

    Anapen

    Und wieder ist der Verbraucher der Dumme.
  9. #9

    Anapen-Rückruf

    @1 und @2: in meinen beiden Apotheken (Versandapotheken) wurden noch am gleichen Tag die betroffenen Patienten informiert. Und ich gehe davon aus, dass in der überwiegenden Anzahl der deutschen Apotheken das ebenso geschehen ist. Bei den (ausländischen) Versandapotheken entzieht sich das meiner Kenntnis - ich kann mir aber vorstellen, dass das nicht geschehen ist. Besonders krass ist für mich die Reaktion des Herstellers Beckmann. Dort war man nicht bereit, die Kosten für den Rückruf zu übernehmen. Auf den Kosten bin ich sitzengeblieben.