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Medikamenten-Debatte: Apotheker fallen über FDP-Minister Bahr her

dapdMutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829207,00.html
  1. #350

    Zitat von Horatio Caine Beitrag anzeigen
    Ich finde das herrlich. Wenn die FDP jetzt schon ihre eigene Klientel verprellt, bestehen beste Chancen, dass das "gelbe Spurenelement" (Zitat Priol bei Neues aus der Anstalt...man was hab ich gelacht), völlig aus der politischen Landschaft verschwindet.
    Irrtum, der Bahr kann einfach rechnen..

    NRW hat rund 2.700 Apotheken, S-H rund 700.
    Wenn vorher jeweils 50% die FDP gewählt haben, verliert die FDP also ggf. 1.350, bzw. 350 Stimmen..

    Aber nun überlegen Sie mal, wieviele Deppen in NRW und S-H stimmberechtigt sind, die dem Bahr seine gequirlte ... abnehmen und daher die FDP wählen werden.

    Na, dämmerts? :-))
  2. #351

    Lustig

    Zitat von maizwilling Beitrag anzeigen
    wollen Sie ja die Wahrheit nicht wissen. Es tut mir ja auch leid, dass zwei Mitglieder Ihrer Familie "etwas geworden" sind, aber so ist das Leben nun einmal :-)
    Dafür kann ich morgens beim Rasieren in den Spiegel schauen und erkenne mich noch wieder, was nicht der Fall wäre, wenn ich genauso agieren würde wie meine Verwandten.

    Übrigens, falls Ihre Geschichte mit der Jura Kaffemaschine wahr sein sollte; auch für solche Geschenke müssen Ihre Verwandten Steuern zahlen.
    Theoretisch, ja. Aber Sie glauben doch nicht im Ernst dass das irgendwo verbucht ist, oder?

    Und bei Leuten, die es sehr genau nehmen, wird gleich eine Gegenbuchung vorgenommen. Da wird schnell eine Pseudostudie zusammenkopiert, deren "Erstellungskosten" rein zufällig exakt so hoch sind wie die Maschine wert ist. Immer diese Zufälle...
  3. #352

    Preise

    Zitat von uli.bo Beitrag anzeigen
    Ich hab mal die Überlegung angestellt, welchen Nachteil es für mich als Kunden bzw. auch die Gemeinde/Solidargemeinschaft etc. hat, wenn in meinem unmittelbaren Wohnumfeld 10 Apotheken existieren?
    Mir fällt ehrlich gesagt wenig ein.
    Sie bezahlen diese Überversorgung, denn das kostet Milliarden.

    Im Gegenteil: stimmt die Beratung bzw. Preis/Leistung in der einen nicht, kann ich zur zur nächsten Apo wechseln.
    Natürlich können Sie wechseln - aber die Preise sind ja überall die gleichen (wir reden hier ja von Medikamentenversorgung, und die Solidargemeinschaft zahlt praktisch nur die verschreibungspflichtigen).
  4. #353

    .

    Zitat von mcfly222 Beitrag anzeigen
    alle schimpfen immer auf die Apotheker hat einer von euch überhaupt ein Ahnung wie viele Apotheker in den letzten Jahren um Ihre Existens kämpfen müssen.
    Nein, keine Ahnung. Ist glaube auch nicht wirklich wichtig.

    Zitat von mcfly222 Beitrag anzeigen
    Freilich früher war das anders aber dieses Bild hat sich so sehr eingeprägt das man es sich nicht vorstellen kann wie rapide der Gewinn durch falsche Entscheidungen der Politik abgeschmolzen wurde.
    Oder/und auch durch zuviel Konkurrenz?

    Zitat von mcfly222 Beitrag anzeigen
    Und wer hier so weiter wettert gegen die Apotheker sollten sich mal mit einem Apotheker darüber unterhalten. Also bitte fair bleiben. Sonst sägen wir auf dem Ast auf dem wir sitzen.
    Von welchem Baum sollte ich denn fallen wenn es ein paar weniger Apotheken geben würde? Wenn ich mich da an das Handwerkersterben in den 90er erinnere... da ging es um Hunderttausende Betroffene (mich damals eingeschlossen)...DAS war mal ne Hausnummer
  5. #354

    .

    Zitat von hier_entlang Beitrag anzeigen
    würde ich auch gerne können: was ist denn die lateinische entsprechung von `internet`?
    Ihnen kann geholfen werden:

    interrete

    und Homepage: interrialis pagina domestica

    und Computer: instrumentum computatorium

    :-)
  6. #355

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Natürlich können Sie wechseln - aber die Preise sind ja überall die gleichen (wir reden hier ja von Medikamentenversorgung, und die Solidargemeinschaft zahlt praktisch nur die verschreibungspflichtigen).
    Ist es nicht so, dass hohe Arzneimittelkosten für die Solidargemeinschaft ein Produkt aus Verschriebungsverhalten der Ärzte und Phantasiepreisen der Pharmaindustrie sind (wobei letztere zunehmend beide Faktoren beinflusst)? Apotheken verursachen derzeit weniger als 2,5% der gesamten GKV-Kosten, wollen Sie ernsthaft behaupten, Apotheker seien die Kostentreiber in unserem Gesundheitssystem?

    Warum sollte man die flächendeckende Versorgung ohne jed Not eindämmen? Seien Sie mal ehrlich: 10 Apotheken innerhalb 10min finden Sie vielleicht in Berlin oder München, aber waren Sie schon mal im Erzgebirge? Sollte man nicht besser das Fachwissen der Apotheker einsetzen um Fehlgebrauch, kritische Wechselwirkungen, Compliance etc. einsetzen, um diese ewig andauernde Kostenexplosion einzudämmen? Wie man die Apotheken in der Wahrnehmung dieser Funktion stärken kann, darüber kann man sicher viel diskutieren. Sollten sich die Apotheker - was ich nicht glaube - an einer solchen Debatte dann nicht konstruktiv beteiligen, gebe ich gern meine Approbation zurück und werde Professor - oder Kneiper :-)...
  7. #356

    Apo

    Zitat von uli.bo Beitrag anzeigen
    Apotheken verursachen derzeit weniger als 2,5% der gesamten GKV-Kosten, wollen Sie ernsthaft behaupten, Apotheker seien die Kostentreiber in unserem Gesundheitssystem?
    Nicht die Kostentreiber. Aber Kostentreiber sind sie durchaus.

    Warum sollte man die flächendeckende Versorgung ohne jed Not eindämmen? Seien Sie mal ehrlich: 10 Apotheken innerhalb 10min finden Sie vielleicht in Berlin oder München,
    aber waren Sie schon mal im Erzgebirge?
    Es sind eher 10 Apotheken in 3 Minuten zu Fuß. Und ja, das finde ich hier in Bayern auch auf dem Land überall. Natürlich nicht auf den Dörfern, aber auch die 2000-Einwohner-Gemeinde in der ich heute lebe hat 4 Apotheken, von denen zwei auch gerade super extra teuer modernisiert haben (Komplettentkernung).

    Sollte man nicht besser das Fachwissen der Apotheker einsetzen um Fehlgebrauch, kritische Wechselwirkungen, Compliance etc. einsetzen,
    Das habe ich in Jahrzehnten noch nie Aktion gesehen.

    um diese ewig andauernde Kostenexplosion einzudämmen?
    Nochmal: Die Apotheken sind Teil der andauernden Kostenexplosion.
  8. #357

    ..................

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Dafür kann ich morgens beim Rasieren in den Spiegel schauen und erkenne mich noch wieder, was nicht der Fall wäre, wenn ich genauso agieren würde wie meine Verwandten.



    Theoretisch, ja. Aber Sie glauben doch nicht im Ernst dass das irgendwo verbucht ist, oder?

    Und bei Leuten, die es sehr genau nehmen, wird gleich eine Gegenbuchung vorgenommen. Da wird schnell eine Pseudostudie zusammenkopiert, deren "Erstellungskosten" rein zufällig exakt so hoch sind wie die Maschine wert ist. Immer diese Zufälle...
    Nennen Sie mir doch einmal konkret eine solche 'Pseudostudie'.
    Welche Studien sollen einzelne Apotheken denn durchführen ?
    Offensichtlich haben Sie nicht die geringste Ahnung von einer Apotheke.
    Und Ihre zwei Verwandten, die angeblich Apotheker sind, halte ich für virtuelle Hirngespinste.
  9. #358

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Nicht die Kostentreiber. Aber Kostentreiber sind sie durchaus.

    Es sind eher 10 Apotheken in 3 Minuten zu Fuß. Und ja, das finde ich hier in Bayern auch auf dem Land überall. Natürlich nicht auf den Dörfern, aber auch die 2000-Einwohner-Gemeinde in der ich heute lebe hat 4 Apotheken, von denen zwei auch gerade super extra teuer modernisiert haben (Komplettentkernung).

    Das habe ich in Jahrzehnten noch nie Aktion gesehen.

    Nochmal: Die Apotheken sind Teil der andauernden Kostenexplosion.
    Ich kapiere Ihr Apothekenbashing nicht.
    Liegt das nur an Ihren "reichen" Verwandten, die Sie nicht mögen?

    Nach den Zahlen des Bundes verschwinden pro Jahr um die 450 Apotheken von der Bildfläche.
    2010 sollen noch 19.387 öffentliche Apotheken existiert haben.
    Gleichzeitig sind die Gebühren gesetzlich reguliert, wobei sich die Marge beständig verringert hat.

    Wenn ich den Zahlen vertraue, dass der durchschnittliche Gewinn eines Apothekers bei 65.000,-€/a liegt, habe ich dagegen erst einmal absolut nichts einzuwenden.
    Es ist auch absolut nicht mit einem entsprechenden Jahresbruttoverdienst eines Angestellten zu vergleichen, der einen Teil seiner Sozialkosten vom AG bezahlt bekommt.
    Blödsinnig ist lediglich, wenn so ein Selbstständiger auf unbezahlten urlaub verweist.

    Die offiziellen Zahlen zeigen, dass der Apothekenumsatz lediglich zu ca. 60% aus den Umsätzen mit der GKV resultieren.
    Aus der Praxis kann ich behaupten, dass der Gewinn aus diesem Zweig noch geringer sein dürfte, als aus dem freiverkäuflichen Sektor und aus der PKV.
    Wären für Sie 50% ok?

    Wieviele Apotheken würden Sie gerne schliessen oder zusammenlegen?
    Glauben Sie, dass eine Zahl von 20% (kommt mir zu hoch vor) angemessen wäre?
    Platz und Personal dürfte man da allerdings kaum einsparen können, wenn zu den Stosszeiten die Patienten nicht auf der Strasse Schlange stehen sollen..

    Man könnte also lediglich 20% der Apotheker auf die Strasse setzen und durch geringer qualifiziertes Fachpersonal ersetzen.
    Halten Sie da 3000,-€ brutto/m für ok?
    Das wären dann knapp 50.000,-€/a.
    Immerhin 15.000,-€ Ersparnis..
    Auf die GKV (50%) umgerechnet 7.500,-€.
    Das ganze mal 3.800 (20% der Apotheker) entspricht 28,5mio.

    Natürlich können Sie mit den Zahlen spielen und mit eigenen Schätzungen ersetzen..
    Aber wie Sie darauf kommen, dass dort Milliarden eingespart werden können, ist mir ein Rätsel.
    Milliarden müssen ja schon mindestens zwei sein..
    Das wäre aber schon das 70fache meiner Rechnung..

    Ich bemitleide die Apotheker nicht.
    Aber ich sehe auch keinen Grund, auf sie einzuhacken.
  10. #359

    Man sollte bei diesen ganzen versimpelten Vergleichen nicht vergessen, dass Apotheker keine Einzelhändler sind und das viele Leute, die in eine Apotheke gehen, das auch erwarten, dass sie nicht im Supermarkt stehen, weil sie nicht mal eben ne Aspirin von Schleckers Versandhandelsapotheke brauchen, sondern ihr Leben davon abhängt. Achja, 90% von diesen Menschen haben kein Internet bzw. keine Zeit dafür und folglich auch keinen Zugang zu diesen Diskussionsforen, ergo ist das Bild, was hier wiedergespiegelt wird, schlechthin nichtmal zu 10% repräsentativ und ich wage zu bezweifeln, dass von den Leuten, die sich hier gegen den Apotheker"Stand" ereifern und jetzt schon nur mit Ach und Krach mit dem Netz zurechtkommen in 10 oder 20 Jahren in der Lage sein werden, ihre lebenswichtige Medizin im Netz zu bestellen. Aber von mir hängts nicht ab, lasst die Internetgemeinde regieren und sie wird sehen, wie sie in 10/20 Jahren dasteht. ;)

    Zudem gebe ich noch zu Bedenken, das viele Apotheken einen hohen Preisdruck haben und wenn sie 10-20 cent Gewinn machen, rechnet sich das nun mal nicht wie im Einzelhandel, wenn da im besten Fall 90 Kunden in den Laden latschen. Bei meiner Apotheke ist es sogar so, dass einiges unter EK verkauft wird, weil die Apotheken extremen Preiskampf haben. Nur wen bitte interessiert eine Ersparnis von 20-30 cent, wenn er nur einmal im Quartal in die Apotheke geht?


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