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Medikamenten-Debatte: Apotheker fallen über FDP-Minister Bahr her

dapdMutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829207,00.html
  1. #140

    Apo

    Zitat von Berliner42 Beitrag anzeigen
    Sind Apotheker wirklich so peinlich? Stehen finanziell besser da als die meisten anderen, aber halten sich trotzdem für arm. Und dann pöbeln sie rum, wenn jemand das immer drückender werdende Kostenproblem in Angriff nimmt.
    Es gibt ja eine schöne Studie, nach der 5 niedergelassene Ärzte ausreichen um eine Apotheke wirtschaftlich betreiben zu können. In München-Pasing finden sich innerhalb von fünf Geh-Minuten vom Bahnhof entfernt acht Apotheken... Jahrelang waren sogar zwei davon Wand-an-Wand...

    Wenn sich das trotz der bekannt astronomischen Münchner Immobilienpreise (zurzeit jenseits der 5000 Euro pro Quadratmeter) rechnet...
  2. #141

    Die Idee des Bundesgesundheitsministers ist im Grunde genommen gut. Warum allerdings die Restbestände der Medikamente über die Apotheken laufen sollen, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Oder soll ein armer oder nichtversicherte Patient zur Apotheke um dort seine vom Arzt verschriebenen Arzneimittel abzuholen? Woher weiß der Arzt, ob und welche Apotheke solche zurückgegebenen Medikamente überhaupt hat. Nein, die Idee halte ich nicht für durchdacht. Besser wäre es, wenn ein Arzt eine Liste von Medikamenten, die seine Patienten benötigen, ins Internet stellt oder in seiner Praxis per Handzetttel verteilt. Dann könnte jeder Patient ggf. die nicht verbrauchten aber noch einnahmefähigen Medikamente dem Arzt vorbeibringen. Ich habe heute mit Schrecken festgestellt, was sich so alles an Arzneimitteln bei mir angesammelt hat und von mir entsorgt werden muss.
  3. #142

    Strom aus der Steckdose...Geld von der Krankenkasse...Deutschland, ich fürchte um Deine geistige Gesundheit...Hilfe zur Selbsthilfe beginnt nicht immer mit dem Verteilen von frischem Kapital...sehr guter Ansatz Herr Gesundheitsminister Daniel Bahr
  4. #143

    Problem sind nicht Medikamente...

    ... sondern die Millionen von Apotheken im Land. In einer Straße sind manchmal 3-5 Apotheken, da ist der Wettbewerb groß. Da ist es einfacher den Mann zu beschimpfen, der für die Bürger lebenswertere Entscheidungen trifft als Werbung für die eigene Apotheke zu machen.
  5. #144

    Nebenbei würde mich mal interessieren, wieso scheinbar regelmäßig größere Mengen an Medikamenten in Pflegeheimen unbenutzt liegen bleiben ? Möglicherweise wäre da ein Ansatzpunkt für's sparen im Gesundheitssystem ?
  6. #145

    Ich bin darüber empört was hier manche Leute von sich geben. Lobbyarbeit, geldgeile Apotheker die in Villen leben? Genauso siehts aus, deshalb haben in den letzten Jahren gerade die kleinen Apotheken so zu kämpfen gehabt und viele von denen mussten schließen. Leute bleibt doch bei dem Wesentlichen!
    Hier geht es darum das Apotheker gezwungen werden sollen Medikamente mit voller Verantwortung abgeben zu müssen, ohne über die Qualität dieser Bescheid zu wissen. Das ist nicht so wie wenn man im Supermarkt runtergesetzten Brokkoli kauft und zu Hause hat er dann ein paar braune Stellen die man wegschneiden kann. Woher soll der Apotheker denn wissen, dass der Blister von der Omi aus dem Heim nicht 2 Wochen im Sonnenlicht auf der Fensterbank lag. Herzlichen Glückwunsch, möchten sie dann diese Pille nehmen? Upps ja dann hat die Sonne wohl den Wirkstoff zerstört und es sind ungesunde Nebenprodukte entstanden, ja tut mir leid das ihre Niere das jetzt nicht so gut fand. Aber ist ja egal. Der Apotheker muss ja nur dafür haften. Sie regen sich jetzt darüber auf, aber wenn sie in die Apotheke gehen, möchten sie auch Tabletten bekommen die den höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen. Übrigens eine der drei Grundsätze des Apothekerberufs Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, steht im Arzneimittelgesetz. Aber für die Armen ohne Krankenversicherung, ja da darf’s ein bisschen billiger sein, das geht schön, damit ist den bestimmt geholfen. Qualität hin oder her. Herr Bahr kann ja die Verantwortung übernehmen wenn einer der Patienten umfällt.
    Wie wärs mal wenn sich jemand fragt warum es in Deutschland überhaupt Menschen ohne Krankenversicherung gibt?
  7. #146

    ...die Apotheker (im allgemeinen) beruflich als Pharmavertreter kennt, weiß, dass diese Leute zum größten Teil unglaublich raffgierig sind. Was auch in der Apotheken-Umschau so alles angepriesen wird, ist unglaublich. Alles unter dem Mäntelchen "Was bin ich so gut zu den Menschen", ich bin ja eine Vertrauensperson. Einst selbst gehört, wie ein Apotheker zu einer ratsuchenden, alten Dame sagte: Sie können alles nehmen, was ihnen nicht schadet, Hauptsache Sie kaufen es hier bei mir!
  8. #147

    Arzt-Apotheker

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    So einfach sehe ich das nicht. Es gibt Abertausende Medikamente mit Abertausenden Wirkstoffen und Nebenstoffen und daraus folgend Abertausende Kombinationen all dieser Stoffe, die zu Komplikationen führen können, gerade wenn man mehrere verschiedene Medikamente für verschiedene Zwecke einnehmen muss.
    Ein Arzt .....

    Wer sich als Arzt so verhält handelt grob fahrlässig! Ein Rezept und eine Indikation für ein Medikament muss immer in Zusammenschau mit dem Patienten und seiner Krankengeschichte passieren. Dazu gehören auch andere Medikamente/ Wirkstoffe! Diese Arzneimittelinteraktionen/Nebenwirkungen sind Bestandteil des erforderlichen Wissens zum Erlangen der Approbation (Bitte fragen sie ihren Arzt! oder! Apotheker). Der Apotheker sollte sicherlich als zweite Instanz sicherstellen, dass dem Patienten aufgrund der Kombination kein Schaden zugefügt wird und ggf. auf mögliche Komplikationen hinweisen, aber Apotheker sind insbesondere dafür verantwortlich, wenn sie frei verkäufliche Arzneimittel an den Kunden bringen! Es ist eben nicht alles ohne, was man frei kaufen kann...
  9. #148

    .

    Zitat von Frau_von_heute Beitrag anzeigen
    Neiddebatte: Die Apotheker jammerten lange auf hohem Niveau, bis die Wirklichkeit sie eingeholt hat. Ein Drittel der Apotheker verdienen in ihrer eigenen Apotheke weniger, als sie als Angestellter verdienen würden. Jeden Tag schließt im Schnitt eine Apotheke, und nicht nur die in den guten Innenstadtlagen. In den guten Innenstadtlagen schließen Apotheker, denen die Räume gehören, ihre Apotheke und vermieten lieber, weil sie damit mehr verdienen, als mit dem Betrieb einer Apotheke. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Apotheke nurmehr einen Aufschlag, der nicht einmal mehr die Kosten deckt, kann sich aber vom Gesetz her nicht weigern, zu beliefern, schließlich hat sie ja ein Arzneimittelmonopol, das sie sich "nur" mit Internetversendern, Auslandsapotheken teilen muß, und in dem sie einem zunehmenden Preiswettbewerb ausgesetzt ist - also keine Chance der Querfinanzierung der Krankenkassenbelieferung durch den "Aspirinverkauf" mehr.
    Zitat von smilesuomi Beitrag anzeigen
    mal wieder Zeit fürs Apotheker-Bashing....
    DerSpiegel zieht mal wieder über die Apotheker her und der gebildete Leser stimmt mit ein.

    1. Die finanzielle Lage der Apotheken ist weit weniger rosig wie hier dargestellt. Über Einsparungen bei Apotheken berichtet der Spiegel nämlich so gut wie nicht.
    Mal ganz davon abgesehen, dass die Umsetzung von Bahr's Idee vermutlich schwierig würde, muss man feststellen, dass es den deutschen Apotheken nicht schlecht gehen kann. Zu sehen sind zwei Apotheken an einer Kreuzung, Entfernung ca. 30 Meter:

    rudolf-breitscheid-strasse potsdam - Google Maps
  10. #149

    Medikamenten

    Klar, dass Apotheker sauer werden, wenn sie Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Was Herr Bahr vorschlägt, ist doch eine gute Idee, die ökonomisch sinnvoll ist.
    Wenn ich vom Arzt Medikamente verschrieben bekomme, besorge ich sie mir über das Internet und gönne somit wenigstens dem schlecht bezahlten Kurierfahrer einen winzigen Verdienst und spare an der Rezeptgebühr.
    Apotheker begründen ihre hohen Preise auch mit dem Service Nachtdienst, für den sie ja auch zur Verfügung stehen. Aber ich denke, dass man das sparen könnte. Sollten nachts wirklich Medikamente benötigt werden, könnte man auch zum örtlichen Krankenhaus fahren.
    Jedenfalls ist es Aufgabe der Politiker darauf hinzuwirken, dass Medikamente preiswerter werden. Aber daran ist bisher jeder Gesundheitsminister gescheitert.








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