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Mediennutzung: "Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespie

Digitale Medien sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Überwiegen dabei Gefahren oder Chancen? Für die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" sprach Christian Stöcker mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Medienpädagogen Stefan Aufenanger.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...739509,00.html
  1. #10

    Fragen über Fragen...

    Zitat von vantast64 Beitrag anzeigen
    Welche Chancen? Ich sehe keine. Dagegen sehe ich eine zunehmende Verrohung und Abstumpfung unter Jugendlichen, die AUCH durch diese Spiele gefördert werden, weil die Hemmschwelle sinkt, da wir ständig automatisch dazulernen, es nicht zu verhindern ist, auch das Abknallen zu lernen, gerade bei jungen Menschen, die noch im Prozeß des stetigen Lernens stecken. Wir lernen als Kinder aus unserer Umwelt, was üblich und "normal" ist. Und wenn Abknallen normal wird, ist die Akzeptanz und das Einverständnis mit CIA- und Mossadkillern bald auch nicht mehr weit und die Erkenntnis, daß man zur Verteidigung der eigenen Interessen seine Stärke beweisen muß, auch mit der berühmten "Coolness", die nichts anderes ist als Gefühlsarmut, gepaart mit dem Fehlen jeglicher Emphatie.
    Was Sie schreiben ist schlichtweg Blödsinn. Nicht nur die Untersucheungen, des äußerst überkritischen Herrn Pfeiffer haben Ihre Thesen wiederlegt. Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung, die dieses Ergebnis nahe legt.

    Es ist schon interessant, dass Sie ohne einen Beleg für das was Sie hier als Wahrheit verkaufen wollen, ganze Gesellschaftsschichten unter Generalverdacht stellen.

    Frage 1: Was möchten Sie tun? Sie sind der Meinung, dass sämtliche Spiele mit Gewaltinhalt zu verbieten sind?

    Frage 2: Wissen Sie denn überhaupt, welche Spiel es gibt? Haben Sie mal eines gespielt?

    Frage 3: was geschieht mit dem Tatort, oder Action-Filmen, Thrillern oder Horrorfilmen, in denen der Held übercool Gegnerscharen abballert?

    Frage 4: Was meinen Sie sollten man in einer freien Gesellschaft denn noch so mit verbieten?

    Frage 5: Wie wenige Auffällige sind Ihrer Meinung nach nötig, um ganze Massen an Gesellschaftschichten zu bevormunden, die keinerlei Auffälligkeiten zeigen?

    Frage 5: Was wäre, wenn es Bereiche Ihrer eigenen Lebensführung betreffen würde? Wären Sie dann immer noch so überzegt davon, wegen einiger weniger, einen Teil Ihrer Freizeitgestaltung aufzugeben?

    Frage 6: Was ist Ihre Definition von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie?
  2. #11

    Es endet nicht.

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Jedeer wird halt mal vernünftig...
    ... bis auf das bayrische Sozialministerium:
    dieses hat kürlich noch versucht, die Veröffentlichung eines eh nur für Erwachsene erlaubten Computerspiels auch für eben diese Erwachsenen zu verhindern.
    (siehe auch http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2488).
    Eine Lektüre des Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt") sei Frau Haderthauer angeraten - und all jenen die immer noch nach Verboten und Zensur auch für Erwachsene schreien.
    Die CSU gibt nicht auf. Demokratisch ist anders.
    http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/Allgemein/20418/2047813/Dead_Space_2|CSU_kritisiert_USK_&_Pruefverfahren_. html
  3. #12

    Nach wie vor auf Titelsuche...

    Gutes Interview. Leider an einer Stelle schlampig recherchiert. Dass World of Warcraft nicht in die Hände von 12-jährigen gehört, sehe ich als aktiver Spieler (32 Jahre alt) genauso, zu tief kann man sich in der Welt verlieren, als dass man das einem Kind in die Han geben sollte.

    Aber: Dass man in WOW mit 40 Mann in einer Gruppe sein muss, um einen Job zu erledigen der eine Instanz zu raiden, ist schlicht falsch und seit Jahren ad acta gelegt. Um in einer Instanz zu raiden genügen 25 Leute. Mehr geht nicht, Raids mit 40 Leuten sind technisch unmöglich. Und da seit dem letzten Addon in den 10er Gruppen die gleichen Gegenstände zu ergattern sind wie in den 20er Gruppen, sind die meisten Leute auch nur noch in 10er Gruppen unterwegs.

    Das sollte man aber wissen, wenn man sich mit der Materie so eingehend beschäftigt, nicht wahr?
  4. #13

    <->

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Eine Lektüre des Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt") sei Frau Haderthauer angeraten - und all jenen die immer noch nach Verboten und Zensur auch für Erwachsene schreien.
    Hören Sie doch mal auf, auf Artikel 5.1 GG rumzureiten, denn Art. 5.1 GG wird durch Art. 5.2 GG komplett außer Kraft gesetzt. Somit ist 5.1 mit dem berühmten 'Eine Zensur findet nicht statt.' wertlos.

    Was das Thema USK/FSK angeht, soweit ich mich erinnere, nennt sich das Jugendschutz, und nicht Erwachsenenbevormundung. Da sollte man so manchen mal wirklich mit dem Rohrstock auf die Finger klopfen.
  5. #14

    zum Thema Kinder

    Zitat von vantast64 Beitrag anzeigen
    Welche Chancen? Ich sehe keine. Dagegen sehe ich eine zunehmende Verrohung und Abstumpfung unter Jugendlichen, die AUCH durch diese Spiele gefördert werden, weil die Hemmschwelle sinkt, da wir ständig automatisch dazulernen, es nicht zu verhindern ist, auch das Abknallen zu lernen, gerade bei jungen Menschen, die noch im Prozeß des stetigen Lernens stecken. Wir lernen als Kinder aus unserer Umwelt, was üblich und "normal" ist. Und wenn Abknallen normal wird, ist die Akzeptanz und das Einverständnis mit CIA- und Mossadkillern bald auch nicht mehr weit und die Erkenntnis, daß man zur Verteidigung der eigenen Interessen seine Stärke beweisen muß, auch mit der berühmten "Coolness", die nichts anderes ist als Gefühlsarmut, gepaart mit dem Fehlen jeglicher Emphatie.
    kann ich mich erinnern wie wir früher Cowboy und Indianer oder Commando gespielt haben. Wir haben mit Waffen auf unsre Freunde geziehlt, abgedrückt und gesagt "du bist Tot". Mit Büchsenöffnern haben wir unsre Spielzeugsoldaten verstümmelt und mit Streichhölzern geschmolzen. Das Kriegspielen liegt in der Natur der Buben und das war schon immer so. Realistische Darstellung in Computerspielen? Was ist realistischer als auf eigene Freunde zu zielen (z.B. auch mit Steinschleudern). Natürlich hat Innovation immer Kritiker, das war bei den ersten Spielzeugpanzern bestimmt auch nicht anders. Wer zu etwas keinen Bezug findet kritisiert sehr schnell. Politik wird meist von konservativen Menschen betrieben daher auch die negative Politik gegen diese einfach nur modernere Art des Kriegspiels. Und es erfüllt sogar einen Zweck. Zur Ablenkung bei Ammokläufen weg von der eigentlichen Ursache. Unser System
  6. #15

    Kein Titel

    Zitat von silenced Beitrag anzeigen
    Hören Sie doch mal auf, auf Artikel 5.1 GG rumzureiten, denn Art. 5.1 GG wird durch Art. 5.2 GG komplett außer Kraft gesetzt. Somit ist 5.1 mit dem berühmten 'Eine Zensur findet nicht statt.' wertlos.
    Da er sich auf Dead-Space bezog ist hier 5.2 irrelavant. Ab 18 Jahre ist für Erwachsene und dürfte nicht mehr dem Jugenschutz unterstehen. Da in dem Titel gewalt gegen "Monster" angewandt wird, dürften auch die anderen Gesetze ausfallen. Deswegen hat das Spiel auch ein Siegel erhalten.
    Zitat von silenced Beitrag anzeigen
    Was das Thema USK/FSK angeht, soweit ich mich erinnere, nennt sich das Jugendschutz, und nicht Erwachsenenbevormundung. Da sollte man so manchen mal wirklich mit dem Rohrstock auf die Finger klopfen.
    Und das ist der springende Punkt. Es geht in weiten Bereichen der Beurteilung nicht mehr um Jugenschutz. Einigen Politikern ist es ein Dorn im Auge, dass es überhaupt Menschen gibt, die diese Unterhaltung konsumieren. Da sie darauf keinen Einfluss haben, wird versucht, diese Unterhaltung zu indizieren. Obwohl die CSU hier weiter geht und sich fürn ein abslutes Verbot ausspricht.
  7. #16

    Schulabbrecher

    Der im Artikel erwähnte Abfall der männlichen Kinder, die dann ein Studium beenden hat sicherlich ganz andere Ursachen.

    Wenn man pauschal die gesamte Bevölkerung mit einbezieht, sieht das in der Tat besorgniserregend aus.
    Allerdings steigt der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund (wegen des hohen Bevölkerungsanteils meist Türken) seit Jahren. Dort wiederum ist die Abbrecherquote gerade unter den männlichen Schülern besonders hoch.
    Das wirkt sich natürlich auch auf die Gesamtstatistik aus.
    Nimmt man nur die Deutschen ohne Migrationshintergrund, sieht die Sache ganz anders aus.
    Das will aber natürlich wieder keiner hören, weswegen sich das Problem weiter verschärfen wird.
  8. #17

    Endlich wird das Thema sachlich behandelt.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Digitale Medien sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Überwiegen dabei Gefahren oder Chancen? Für die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" sprach Christian Stöcker mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Medienpädagogen Stefan Aufenanger.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/games...739509,00.html
    10-12 Jahre, das scheint mir auch ein gutes Alter zu sein, um die Kinder mit dem Computer vertraut zu machen. Man kann ja bei Interesse vorher schon immer wieder mal etwas zusammen am Rechner tun, in etwa so wie bei Haushaltstätigkeiten oder Brett- und Kartenspielen.

    Von einem Fernsehgerät im Kinderzimmer würde ich absehen.

    Schade, daß Winnenden hier erwähnt wurde. Es ist ja in Ordnung, auf Zusammenhänge zwischen gewalttätigen Computerspielen, Ego-Shootern und jugendlichen Amokläufern einzugehen, aber im Fall Winnenden spielten sicher auch Psychopharmaka eine Rolle, vorausgesetzt der Fall hat sich überhaupt so ereignet, wie es dann berichtet wurde.
    Es gibt ja da auch so einige Widersprüchlichkeiten und die Staatsanwaltschaft mauert ähnlich wie im Fall Kirsten Heisig.
  9. #18

    Man wird Amokläufer, weil ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Digitale Medien sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Überwiegen dabei Gefahren oder Chancen? Für die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" sprach Christian Stöcker mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Medienpädagogen Stefan Aufenanger.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/games...739509,00.html
    ... man z.B. an der Schule gehänselt wird oder in eine Situation im Leben kommt, in der einem alles egal ist - und man mit einem "Knall" untergehen will.

    Gruppen- und Markenzwang machen aus Schülern schnell Außenseiter, wenn sie nicht mitmachen wollen oder können - und Außenseiter finden sich schnell in der Opferrolle wieder, wenn sie keinerlei Unterstützung durch Freunde (mangels selbiger) erfahren und sich selbst nicht aus der Rolle befreien können. Irgendwann "zerbricht" der oder die Betroffene daran. Einige fliehen in virtuelle Welten, andere versuchen sich bei den falschen Freunden durch "Taten" einzuschleimen ... usw usf. Und manche werden halt zu extremen Taten befähigt. Da werden "Hasslisten" geführt mit "Schülern, an denen sich der/diejenige rächen will" und Träume gesponnen, in denen der/diejenige diese Rache auch auslebt.

    An der Stelle würde ich ja mal dafür plädieren, Schuluniformen einzuführen und jede Form des materiellen Wohlstands an Schulen zu verbieten: MP3-Player, Handys, iPads usw.

    Und warum wird nun wer zum Amokläufer? Mal abgesehen davon, dass der Begriff "Amokläufer" falsch verwendet wird, wenn ein Schüler sich ein Munnitionsdepot aufbaut und eine Pistole entwendet, um planvoll gegen seine (ehem.) Mitschüler und Lehrer mit Waffengewalt vorzugehen, ist ja noch längst nicht jeder unfreiwillige Klassenclown oder Außenseiter zum "Amokläufer" geworden. Warum nur diese winzig kleine Anzahl?

    Eine Theorie:

    1. Außenseitertum ist kein Auslösergrund, sondern nur ein möglicher Hintergrund.
    2. Hohe Erwartungshaltung der Eltern/Ehepartners/Chefs und damit der Druck könnte dagegen schon ein gewisses Potential für derartige "Amokläufe" aufbauen: ist der Druck zu hoch, setzt er sich auf die eine oder andere Weise frei.
    3. Kritische Auslöser, z.B. Scheidung der Eltern / des Ehepartners, Verlust des Jobs, mieserable Noten können dabei das Fass zum Überlaufen bringen, insbesondere wenn der Druck ausreichend hoch ist (siehe Punkt 2)
    4. Leichter Zugriff auf eine Schusswaffe begünstigt zudem die Durchführung der Tat. Ist keine Schusswaffe griffbereit, muss diese erst beschafft werden und daran scheitern dann eventuelle "Amokpläne".
    5. Ohne genrelle Gewaltbereitschaft ist kein "Amoklauf" möglich. Wer Gewalt ablehnt wird, sofern er Zugriff auf eine Waffe hat, diese nur gegen sich selbst, nicht aber auf Dritte richten.

    Der Begriff "Amoklauf" ist, wie schon erwähnt jedoch falsch. Es handelt sich einfach um "Mord", wenn ein "Amoklauf" geplant wird. "Amok" läuft eine Person dann, wenn sie Zugriff auf eine Waffe hat und vollständig ohne nachzudenken aus dem Affekt handelt, ohne je vorher daran gedacht zu haben, so zu handeln.

    Ergo: ein Schulamokläufer ist erst dann ein Schulamokläufer, wenn er nie geplant hat, auf seine Mitschüler zu schießen sondern es einfach getan hat, weil er aufgrund des Drucks von Außen im Affekt gehandelt hat.
  10. #19

    ---

    "Anders als Herr Aufenanger sehe ich gravierende Defizite in der Anleitung der Eltern, was richtig und falsch ist für ihre Kinder."
    "Der dritte wichtige Bereich ist Eltern-Information."
    Dem stimme ich zu. Auch wenn ich einen Ausbau von Medien und Vermittlung von Medienkompetenz von Schulen befürworte und für dringend erforderlich halte, halte ich es für noch notwendiger Eltern in die Verantwortung zu nehmen und Eltern diese nicht "wegzunehmen". Dafür brauchen manche - oder viele- Eltern allerdings die richtigen Werkzeuge - Medienkompetenz eben.

    Die Forderung von Herr Pfeiffer MMO(RPG)s erst ab 18 zugänglich zu machen, halte ich für kompletten Unsinn. Selbst wenn es umsetzbar wäre, wären ja auch die positiven Entwicklungsaspekte von MMO(RPG)s futsch. Teamwork, Auseinandersetzung mit "kniffligen" und "komplexeren" Themen und Situationen, Kreativität...
    Und auch hier: Wieso hier wieder eine Verantwortung der Eltern - den Konsum von MMOs- zu regulieren, den Eltern aus der Hand nehmen? Eltern sollten nicht weniger Verantwortung zu tragen haben, sondern mehr.


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