Ich bin aufgewachsen, als die PCs richtig im Kommen waren, sich also auch schon mittelständische Familien sich die ersten Rechner leisten konnten. Der erste PC meiner Eltern war mit Windows 3.11 ausgestattet, welches seinerseits damals noch relativ neu war.
Ich war damals vielleicht sechs oder sieben. Nein, ich war nicht mehr im Kindergarten. Und was habe ich damals am PC gemacht? Paint benutzt, ein paar Spiele gespielt (nicht grade Pong, aber auch nicht viel komplizierter) und mich damit beschäftigt, wie man z.B. den Desktophintergrund einstellt oder die Töne, die der PC von sich gibt, verändert.
Hat es mir geschadet? Nein.
Es war nicht mein eigener PC und ich durfte nur unter Aufsicht - bzw. genauer gesagt mit Erlaubnis - an das Gerät. Bis heute hat das den Vorteil, dass ich mehr über Computer weiß, als viele meiner Studienkollegen, weil ich eben als Kind damit schon konfrontiert wurde und durch das eigene Erarbeiten der Technik selbst Erfolgserlebnisse generieren konnte.
Ich halte auch nichts davon, dass kleine Kinder ein eigenes Smartphone haben, sehe aber kein Problem darin, dass sie mal an das ihrer Eltern dürfen. Gleiches gilt für Laptops und Tablets (wenn man denn so eins als Erwachsener benötigt). Auch wenn manche Menschen es heute abstreiten: Medienkompetenz ist extrem wichtig in der heutigen Zeit. Wenn wir wollen, dass das Bildungssystem besser wird, dann müssen wir als allererstes dafür sorgen, dass alle mit Medien vertraut sind und wissen, wie man sie nutzt. Und das kann man am besten lernen, wenn man sie auch nutzen darf.
Wenn man jedoch von vornherein sagt, dass Kinder bis 10 nicht an den PC dürfen und bis 15 kein eigenes Handy oder einen PC besitzen dürfen, dann muss ich sagen, verfehlt man die heutige Zeit um einige Jahre.
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