dpaDeutschland und der MBA, das ist keine Liebesgeschichte. Viele Studiengänge sind Mogelpackungen, das erkennt man schon an den kuriosen Namen der Programme. Und viele Managerschulen scheitern wegen grober Fehler - im Management.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...820464,00.html
Jaja, wer fleißig zahlt, kauft sich einfach das Talent.
Diese ganzen privaten Hochschulen sind doch ein Skandal. Phantasiestudiengänge ohne sinnvollen Inhalt. Horrende Studiengebühren mit wenig oder sogar keinem Themenbezogenen Inhalt. Das ist auch kein alleiniges Problem des Master-Abschlusses, sondern das betrifft den Bachelor genauso. Das geht soweit, dass die betreffenden Hochschulen gar die Auskunft darüber verweigern, ob die hauseigenen Abschlüsse staatlich, oder überhaupt erst international Anerkannt seien.
Nicht wenige fallen auf die bunte Werbung herein und stehen am Ende mit einem wertlosen Papier in der Hand da.
Dabei brauchen sich die staatlichen Hochschulen auch nicht besonders dolle zu fühlen. Deren Studiengänge sind, soweit sie nicht einfach adaptiert wurden, nicht selten Schrott. Vieles wurde umgebaut, zum Teil auf eine absurde zwei-Teil-Lösung. Sprich, ein Teil im BA, den Rest im MA. Dazu diese groteske Idee, in 3 Jahren zu schaffen, was zuvor in 4 Jahren zu machen war.
Daher nochmal: Wen wundert diese Bildungsmisere (um dieses Wort wieder aus der Kiste zu holen)?
Nach 6 Jahren hat sich da nur wenig getan und noch immer sind ein großteil der Schulabgänger desinformiert oder gar komplett Orientierungslos, da diese befremdlichen irreführenden Phantasiestudiengänge mit Versprechungen locken, die sie oft nicht im Entferntesten einhalten können.
Solange dieser Wildwuchs von Möchtegernhochschulen und Auchmalhochschuleseinwollen ausartet, wird dieses Land weiter ins Bildungschaos steuern. Da hilft eine nette Schulreform wenig, wenn zugleich die Hochschulen sich selbst abschaffen.
Seriöse Master-Programme nehmen zwei Jahre Vollzeit oder drei Jahre berufsbegleitend in Anspruch, mit der Konsequenz, dass die Studenten sich in dieser Zeit andere Freizeitaktivitäten abschreiben können.
Unseriöse Angebote bieten denselben Grad in 12 bis 18 Monaten berufsbegleitend an, häufig genug von Arbeitgebern co-finanziert, die massiv auf die Inhalte Einfluss nehmen. Wer diese Programme durchläuft, ist mit Sicherheit kein Generalist, sondern firmenspezifisch zurecht dressiert.
Es gibt nur wenige Personen, für die ein MBA klare berufliche Vorteile bringt. Oberes Mittelmanagement steht hier klar im Fokus. Die meisten anderen machen sich selber etwas vor und vergeuden - mindestens - Zeit und Geld. Und damit spielt die MBA-Industrie. So einfach geht das. Da brauchts nicht noch mehr Artikel.
Da lob ich mir doch die RWTH. Dort wird ein WiWi-Master für Maschinenbauer (bzw. alle anderen MINT-Studiengänge) angeboten, der parallel zu dem normalen Master gemacht werden kann.
Ob es dann M.A. oder MBA heisst ist doch eh egal.
Schon peinlich wenn Unis den Unterschied zw einem MBA und M.Sc. nicht kennen..
Buchempfehlung: "Managers Not MBAs: A Hard Look at the Soft Practice of Managing and Management Development" Henry Mintzberg
Im Prinzip wird die Verwissenschaftlichung des Managements kritisiert - und mehr Praxis gefordert.
Und da fragt man sich doch auch:
Wie konnte unsere Wirtschaft soviele Jahre ohne die hochqualifizierten MBAs existieren und auf dem Weltmarkt überleben? Wie nur?