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Matusseks Papst-Reise: Von Helden und Heiligen
Benedikt XVI. versetzt Madrid in eine fromm-fröhliche Glückseligkeit. Am dritten Tag seiner Pilgerreise*geht Matthias Matussek der Frage nach, warum ausgerechnet ein prinzipienstrenger 84-Jähriger der Held der Jugend ist. Und stellt gleich ein paar Dinge richtig.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...781419,00.html
- #1 20.08.2011 17:55 von
- #2 20.08.2011 18:10 von
Wann wird Matussek selig gesprochen?
Es wäre doch ganz schön, wenn sich der Spiegel seiner Aufgabe einer Bercihterstattung wieder nähern würde. Wenn er schon Matussek zur Seligsprechung verhelfen will, bitte... - aber könnte dann nicht zusätzlich ein anderer Korrespondent ebenfalls über die Reise des Bayern nach Spanien berichten und das bitte dann objektiver und umfassender?
- #3 20.08.2011 18:14 von
Te absolvo, Matussek
Matussek kann das gar nicht: etwas "richtig stellen", obwohl auch er der Meinung sein dürfte, dass seine Weltanschauung wahr und richtig - und die meine das Gegenteil davon sei!?
Matussek zelebriert stattdessen seine Geschäftsidee, die da lautet: wenn alle gegen den Papst sind, dann bin ich dafür.
Matussek darf für den katholischen Gott und dessen "Stellvertreter auf Erden" sein, selbstverständlich, gibt es doch auch andere Glaubensrichtungen, denen Gott gehört, ja sogar ein Volk, das er sich als das seine "auserwählt" habe: sollen sie die Sache unter sich "richtig stellen" oder einfach die Tatsache tolerieren, dass jede Religion Menschenwerk ist, und dass keine Religion "erfolgreich" ist, die nicht zugleich auch als Geschäftsidee professionell betrieben wird.
Also macht der Matussek nichts anderes als der Papst: PR für die eigene Kasse - hier als der kleine Oskar Mattusrath, der noch nicht einmal dafür bezahlt wird, wenn er Rühr-Geschichten von zwei geschäftstüchtigen Mädchen kolportiert, die auch nichts anderes im Sinn haben, als Papis Geschäftsidee zu propagieren: "Kathy sieht das ähnlich wie Isabell. Die beiden befragen Jugendlichen für ihre Website zum Youcat, dem Jugendkatechismus mit Glaubenszeugnissen, Fotowettbewerben, Chatroom und vielem mehr. Isabells Vater Bernhard Meuser verlegt den die gelbe Fibel im Auftrag der Bischofskonferenz.
Ein gewaltiges Neumissionswerk ist da entstanden, rund 700.000 in 15 Sprachen gehören allein hier zur Standardausrüstung der offiziellen gelbroten Pilgerrucksäcke."
Nein: Matussek arbeitet für Gotteslohn und die beiden Mädchen hat er auch nur ganz zufällig getroffen und "befragt", bewegt er sich doch wie Stockfisch im Aspik inmitten einer Menge von mehr als 500.000 Jugendlichen, die sich tagelang vor den "Legebatterien der Sündenvergebung" drängeln dürfte, denn: "Der Andrang ist gewaltig. Der Papst hört französischen, deutschen und italienischen Sünden zu."
Doch Matussek braucht nicht beichten zu gehen, ist doch das Geschäftemachen in keiner Religion eine Sünde - sondern ihr Zweck! Te absolvo, Matussek! - #4 20.08.2011 18:25 von
Finde so einen Zwischenruf wichtig
Zitat des Artikels: Und hier filtert sich nebenbei eine andere Erzählung vom gewalttätigen Beginn des Papst-Besuchs heraus: Da war ein radikaler Trupp von Papstgegnern, der sich aus der genehmigten Demonstration entfernt hatte, um die Teenager-Pilger in der Puerta del Sol zu attackieren. Sie spuckten und pöbelten und brüllten: "Haut ab, haut ab!"
Ein ecuadorianischer Junge weinte und fragte: "Wo sollen wir denn hin?" Auch andere bekamen Angst. Irgendwann griff die Polizei ein. In den Nachrichten lief die Sache dann unter der Schlagzeile: "Polizei prügelt auf Papstgegner ein." Womit der Papst mal wieder sein wahres Gesicht gezeigt hätte: Lässt auf Demonstranten eindreschen, die mit seiner Prunksucht nicht einverstanden sind. Typisch Kirche.
(Zitatende)
Genau so ist leider oft Berichterstattung. Aber Danke, dass sie das schreiben, wie es wirklich war. Man muss sich das mal vorstellen: da kommen junge Leute aus fremden Ländern und werden angespuckt und beschimpft. Sie verstehen sehr wahrscheinlich nicht warum. Und wenn die Polizei dann eingreift, dann sind sie wieder die Bösen.
Intolerante Religionsgegner sollten auch nicht mehr Rechte haben als eben religiöse Menschen.
Zu meiner Person: ich bin nicht katholisch und kann auch mit der Verehrung des Papstes nicht so viel anfangen. Aber das ist doch meine Sache. Allerdings gebe ich ihm auch nicht die Schuld an allem, was in der kath. Kirche so falsch läuft. Ich finde es auf der anderen Seite gut, wenn junge Menschen nicht nur irgendwelchen Popstars usw. zujubeln, sondern sich für ihren Glauben interessieren.
Leider finde ich hier im Forum auch oft ziemlich Hass gegen die religiösen Gefühle anderer Menschen. Und was die Kosten betrifft: die werden wieder reingeholt durch Ankurbelung des Verkaufs und aller möglichen Dinge. Und was bezahlt wohl ein Steuerzahler für Autorennen usw.
Also: endlich mal eche Toleranz. - #5 20.08.2011 18:47 von
Titellos glücklich!
Ich finde es immer etwas befremdlich, wie ausgewiesene Katholiken und Papstfans wie Matussek versuchen, im Rahmen des Jugendtreffens, möglichst cool und hipp zu schreiben, da wird von einem katholischen Woodstock mit "Open Air-Frömmigkeit", von "Main Acts eines Musik-Festivals" usw. geschrieben, von "katholischen VIPs" ist die Rede. Ach, lieber Herr Matussek, krampfhaft zu versuchen die Sprache auf pseudomodern zu trimmen, das geht meist nach hinten los. So auch diesmal, weil man sich so eher der Lächerlichkeit preisgibt. Berichten Sie doch einfach normal ihr Gesehenes, huldigen Ihrem Papst und dann hat sich das. Aber versuchen Sie nicht, so zu schreiben, wie Sie einfach nicht sind. Das merkt man dem Schreibstil an - gekünstelt und wenig authentisch.
- #6 20.08.2011 18:53 von
Man muss nicht Nietzsche sein, um das zu kritisieren.
Sehr geehrter Herr Matussek,
ich werde nicht wirklich schlau aus Ihnen. Meinen Sie diese ganzen Dinge, die Sie da schreiben wirklich ernst? Oder glauben Sie einfach nur übertreiben zu müssen, um von vornherein den Kritikern etwas entgegen zu setzen. Ihr Artikel liest sich wie der eines in die Jahre gekommenen Priesters, der sich einfach nur freut so viele fröhliche, junge Menschen auf einem Haufen zu erleben, die auch noch jene Überzeugung teilen, die ihm am Wichtigsten ist. Wenn ich mich aber richtig erinnere sind sie erst vor einigen Monaten auf das Schiff der Missionierung aufgesprungen. Vorher segelten Sie durch die Gewässer der deutschen Kultur und versuchten sich in satirischen Blogs...Vielleicht gibt Ihnen diese ganze Sache Halt und begleitet Sie schon seit Jahren in Ihrer persönlichen Welt, geschenkt.
Ich habe nur eine Bitte. Wenn Sie über etwas berichten, dann bitteschön wie ein Journalist und nicht wie ein zwölfjähriges Mädchen, das gerade seine Schultüte bekommen hat. Außerdem rate ich Ihnen anzuerkennen, dass die Welt sich verändert hat. Ihr Kommentar zur Priesterinnenweihe zeugt von einem Wunschdenken, das der Katholizismus nicht überleben wird. Sollte sich der Katholizismus der sich verändernden Welt nicht verständlich machen können, bzw. Formen der Übersetzung finden, helfen auch keine letzten Anfeuerungs-Rufe mehr. - #7 20.08.2011 18:56 von
Missionar
Matussek gibt den Missionar des deutschen Papstes. Eine schöne Aufgabe, fern der von ihm ansonsten durchaus angewandten Schreibtisch-Ironie. Was Missionar Matussek aber unter der Schreibhand zur Ironie über das, was katholische Weltjugend denn sei, verkommt: Sein Stil. Der Fromme kann nicht fromm sein, wenn er SPIEGEL-stilistisch schreibt. Das passt einfach nicht zueinander. Des Papstes Dauer-Botschaft ist bekanntlicherweise seine Warnung vor dem Relativismus der Jetztzeit. Matusseks Stil aber relativiert in seinen Berichten aus Madrid alles, was nicht katholisch ist, zu lächerlicher Attitüde. Zwar beschreibt er das popartige Stimmungsgewühl als popkatholisch. Ein katholisches "Woodstock", das fällt ihm ein. Wunderbar. Und mitten drin der deutsche Papst, der den Kreuzweg zelebriert. Auch wunderbar. Und der Zölibat: Nein, natürlich nicht, natürlich kein Thema.
Oder doch?
"Priestermangel" beispielsweise ist ein Wort, welches man vor allem in katholischen Kreisen ausspricht. Uns andere, die wir sowieso alles und jedes relativieren, interessiert solch ein Begriff nämlich nicht. Aber der Mangel exsitiert doch wohl, wenn ich mich etwa an ein Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Münchener Kardinal Marx erinnere, kürzlich verbreitet.
Aber nein, das ist doch schon wieder dieser fürchterliche Relativismus. Der Vater, der Sohn, der Heilige Geist und der deutsche Papst werden es schon richten. Denn im Glauben liegt die Stärke. Und in der Massse der Gläubigen natürlich:
Der Missionar Matussek möchte das Grosse der katholischen Kirche, speziell das Grosse der katholischen Jugendmasse in Madrid, hervorheben. Aus vielen seiner zahlreichen Bekenntnisse über sich selber wissen wir, dass Matussek auch mal, zwischendurch, an die "Masse" der "Werktätigen" geglaubt hatte. Nun ist er zurück bei der Masse der Katholiken, quasi im Bereich der relativitätsfernen Glaubenskundgebung, der seiner Berichterstattung nach kein Relativist etwas anhaben kann.
Ironie?
Bekannt ist, dass Satire eine Nachbarstilrichtung der Ironie sein kann. Bekannt ist auch, dass die Realität, nicht die Relativität, die besten Satiren verfasst. In diesem Sinn ist Matussek unter der Hand, aber eher bewusstlos, ist anzunehmen, zum gegenwärtig bedeutendsten Satiriker deutscher Nachrichtenmagazine geworden. Und das als bekennender Katholik! - #8 20.08.2011 19:05 von
- #9 20.08.2011 19:06 von
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