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Matusseks Papst-Reise: Inquisition und Wissenschaft

Der Papst on tour in Spanien. Der überzeugte Katholik Matthias Matussek begleitet Benedikt XVI. an den einst düsteren Ort der spanischen Inquisition - wo dem Kirchenoberhaupt jubelnde Nonnen und bunte Wissenschaftler huldigen.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,781318,00.html
  1. #1

    Wie schön und geschichtsstolz der Katholizismus hier auftrumpft. Einst die Zentrale der berüchtigten Inquisition, heute Wissensort und Austausch freier Diskurse.
    Fragt sich nur, ob die Visite des Heiligen Vaters und ehemaligen Leiters der Glaubenskongregation (da war doch was? Kongregation? Inquisition? Ja, ich bin mir sicher: die letzten vier Buchstaben sind die gleichen) eher der Tradition des Ortes oder seiner neuzeitlichen Nutzung verpflichtet ist. Aber diese Frage stellt sich das Papst-Groupie hier nicht. Warum auch? Immerhin hat es als einziger Deutscher schon kapiert, dass am Ende nicht deutsche Steuerzahler für den spanischen Papstbesuch aufkommen müssen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Papst on tour in Spanien. Der überzeugte Katholik Matthias Matussek begleitet Benedikt XVI. an den einst düsteren Ort der spanischen Inquisition - wo dem Kirchenoberhaupt jubelnde Nonnen und bunte Wissenschaftler huldigen.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,781318,00.html
    Schon wieder ein neues Matussek-Thema. Hat der Spiegel eigentlich was gegen einen seiner bekanntesten Mitarbeiter, denn mehr als Häme wird der Matthias hier nicht ernten. Auch von mir, geschieden und zum 2. Mal verheiratet, da bezahlt er seine Kirchensteuer aber freiwillig! Denn exkommuniziert ist er schon automatisch.
  3. #3

    Ich hätte es nicht besser formulieren können

    als Papst Benedikt.

    1. "Heutzutage, führt er aus, herrsche eine 'utilitaristische Auffassung von Bildung, auch der Hochschulbildung' vor. Wenn allerdings Nützlichkeit das alleinige Kriterium sei, 'können die Verluste dramatisch sein'. Zum Missbrauch, dem wissenschaftlichen oder politischen, ist es mit dieser Vernunft dann nicht weit."

    Ich glaube sogar, dass es weniger Behinderte gibt, wenn es weniger Behinderer gibt. - Allen voran geistig-seelische.

    2. "Er zitiert Platon. Er spricht von einer Wahrheit, die 'über unsere Reichweite hinausgeht' Wir können sie suchen, aber nicht besitzen. 'Vielmehr ist sie es, die uns besitzt.'"

    Volle Zustimmung.
    Erst kommt der Sonnenkäferpapa,
    dann kommt die Sonnenkäfermama!
    Und hinterdrein, ganz klitzeklein
    die Sonnenkäferkinderlein.
  4. #4

    das vertuschungsoberhaupt der missbrauchskirche

    sollte nicht das recht haben, noch belehrend und machtbesessen durch die welt zu eilen, um die verblendung der menschen weiter zu betreiben. das hat alles mit dem ehrlichen und individuellen glauben nichts mehr zu tun. das ist schlimmster fundamentlismus, der immer schon mit den mächtigen gepackelt hat - von hitler bis franco.

    was viele von den muslimInnen fordern, dass sie sich vom islamismus distanzieren sollten, um glaubhaft zu sein, gilt auch für christInnen. sie sollten sich vom katholizismus distanzieren.

    was das gekostet hat? die inquisition, die "bekehrung" der völker in der welt, das verbrennen von ungläubigen, der goldschmuck in den kirchen, der systematische missbrauch - geschutzt durch machtstrukturen. es hat menschenleben gekostet. viele.
  5. #5

    Distanzieren?

    Zitat von bernhardjenny Beitrag anzeigen
    sollte nicht das recht haben, noch belehrend und machtbesessen durch die welt zu eilen, um die verblendung der menschen weiter zu betreiben. das hat alles mit dem ehrlichen und individuellen glauben nichts mehr zu tun. das ist schlimmster fundamentlismus, der immer schon mit den mächtigen gepackelt hat - von hitler bis franco.

    was viele von den muslimInnen fordern, dass sie sich vom islamismus distanzieren sollten, um glaubhaft zu sein, gilt auch für christInnen. sie sollten sich vom katholizismus distanzieren.

    was das gekostet hat? die inquisition, die "bekehrung" der völker in der welt, das verbrennen von ungläubigen, der goldschmuck in den kirchen, der systematische missbrauch - geschutzt durch machtstrukturen. es hat menschenleben gekostet. viele.
    Wer den Papst mit Hitler vergleicht, sollte sich erstmal selbst distanzieren - nämlich von seinen eigenen Aussagen.
  6. #6

    Erst lesen, dann antworten

    Zitat von Boris Feinbrandt Beitrag anzeigen
    Wer den Papst mit Hitler vergleicht, sollte sich erstmal selbst distanzieren - nämlich von seinen eigenen Aussagen.
    Ich bin zwar auch nicht mit dem Ton von bernhardjenny einverstanden, aber wenn ich das lese, frage ich mich, was sie gelesen haben. Der Papst wird doch hier nicht mit Franco und Hitler verglichen, sondern die Beziehungen zwischen Rom und den Diktatoren in der Vergangenheit kritisiert.
  7. #7

    Scheinheiligkeit

    Das Wort "verblendet" kommt öfters vor.
    Und ich bin einer davon, aber im umgekehrten Sinne.
    Obwohl weder gläubig noch fromm, hat die kindliche katholische Erziehung im Unterbewußstein die Angst vor der Hölle hinterlassen. Das kann man nicht auslöschen.
    Da gibt es den Gebot "Nicht töten", was er (Papst) sonntags scheinheilig von der Kanzel predigt. Aber als er seinen 81 Jahrestag beim Bush gefeiert hat, bei dem Mann der mindestens Irak Krieg mit Lüge begonnen hat, wo es Hunderttausend(e) Getötete gibt, gilt offensichtlich dieses Gebot nicht und beide sagen die glauben an denselben Gott.
    Was sagt Herr Matussek dazu, zu dieser Scheiheiligkeit?
  8. #8

    'Er zitiert Platon. Er spricht von einer Wahrheit, die "über unsere Reichweite hinausgeht" Wir können sie suchen, aber nicht besitzen. "Vielmehr ist sie es, die uns besitzt."'
    Alles schönes Gerede, wo ist die Substanz? Ein Semester Sprachphilosophie und man fegt sowas weg, hat Mattusek vom 20. Jahrhundert nichts mitbekommen?
  9. #9

    Sehr schön...

    ..."Er zitiert Platon. Er spricht von einer Wahrheit, die "über unsere Reichweite hinausgeht" Wir können sie suchen, aber nicht besitzen. "Vielmehr ist sie es, die uns besitzt."

    hätte auch ein Buddhist sagen können. Übrigens waren Buddha und Platon keine Katholiken.








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