Matthias Sammer im Interview: "Die Verletzung hat mich demütiger gemacht"
dpaMatthias Sammer war auf dem Platz ein Hitzkopf, der sich gerne mit Trainern anlegte. Heute trägt er Anzug, ist Funktionär und verantwortlich für die Jugendnationalteams. Im Interview erklärt er, weshalb er den Jungprofis Demut empfiehlt und wieso sie für den Erfolg von Bedeutung ist.
Charakterstärke besteht also aus Bescheidenheit, Unterordnung, Demut, Respekt, Anstand, Ehrlichkeit. Gehorsam hat der gute Mann vergessen, den hat er offensichtlich gemeint. Tatsächlich handelt es sich um Tugenden, die überall in der Arbeitswelt für untergeordnete Positionen zwingend vorausgesetzt werden, die Leute müssen funktionieren. Das ist keineswegs sensationell, sondern kalter Kaffee.
Wir haben also einen Hitzkopf, der früher die Sau rausgelassen hat, und mittlerweile an Testosteronmangel leidet, und zudem einsehen mußte, daß er sich einzufügen hat, wenn er seinen Job behalten will, und lernen muß, möglichst viele sinnfreie Worte hintereinander zu benutzen.
Wie der Spiegel es hinbekommt, die paar wirklich Demütigen in Deutschland herauszufinden, ist wirklich bewundernswert. Das macht ihm so schnell keiner nach. Mich wundert nur, daß die wenig demütigen Piraten nicht erwähnt werden. Und auch nicht die gedemütigte FDP. Das System hinkt noch.
Sie nimmt es hin, dass wir an sie denken und wann immer wir es wollen; Schon ist sie da.
Wollen wir demütig sein? Ja, das wollen wir.
Vertrackt ist es mit ihrer Beschreibung, denn
so bald wir sie nennen,
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schwuppdiwupp ist sie weg.
Aus diesem Grund auch die so 'schroffe' Einleitung zum Thema.
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Demut ist rein, denn sie kommt vom Guten und
strebt auch wieder dort hin. Sie muss vom Guten kommen,
denn nennt man sie beim Namen, ist sie unsichtbar.
Das rührt von der Verwandtschaft - mit dem Guten.
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Der gute Hirte will sie uns beibringen. Die Demut,
denn er weiss wie.
Wie kann er sie uns näher bringen, wenn sie doch beim Namen genannt unsichtbar wird?
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Sage da einer: "Erst kommt das Brot, ....."
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Ist der Mangel ganz gross, nährt die Demut die Seele.
(UZ fehlt Demut [s.o.])
Man kann es nicht genug loben, daß der Spiegel längst vergessene Worte ins Bewußtsein zurückruft. Vor allem die Sportreporter werden es danken: „Demütig zirkelt Gomez den Ball ins obere linke Eck, nachdem er gewohnt bescheiden zwei Verteidiger hat aussteigen lassen.“ Oder: „Voller Demut setzt Hitzelsberger zur Blutgrätsche an.“
Ein durchdachtes Mentaltraining nutzt die Kombination von blindwütiger Aggression und intellektueller Demut zur optimalen Ausnutzung aller spielerischen Möglichkeiten bei der EM.
Demnächst wünsche ich allerdings die sieben Todsünden ins Gedächtnis zurückgerufen. Mit ausführlichen Interviews der bekanntesten und profiliertesten Sünder. Es wird sicher ein paar Pastoren, Chansonniers oder Fußballspieler geben, die sich auf dem Gebiet auskennen, und sauber und durchdacht was wegformulieren können. Zum Abschluß dann ein paar gelernte Theologen, was wäre das schön.