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Mathiopoulos unter Plagiatsverdacht: Ehrenprofessorin im Titel-Kampf

Trotz großzügiger Textübernahmen konnte sie ihren Doktortitel 1989 behalten: Margarita Mathiopoulos,*zweifache*Ehrenprofessorin und Dozentin in Potsdam. Nun zeigt die Internetplattform Vroniplag neue mögliche Plagiatstellen - und die Uni Bonn prüft ein zweites Mal. Für die schillernde FDP-Frau wird es eng.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...773602,00.html
  1. #180

    Erbärmlich

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Naja, so einfach ist es dann doch nicht. Für den naturwissenschaftlichen und technischen Bereich kann ich zumindest sagen, dass Doktorarbeiten dort sehr anspruchsvoll sind, denn im Gegensatz zu Juristen, Betriebswirtschaftlern und Politologen muss man in den Naturwissenschaften tatsächlich Neuland betreten, wenn man eine Doktorarbeit schreiben will.
    Und in den Naturwissenschften schreibt man eine Doktorarbeit vollzeit, d.h. 3 oder 4 Jahre in Vollzeitarbeit an der Uni (auch wenn diese meist nur halb oder bestenfalls zu 2/3 bezahlt wird), nicht in 6 oder 7 Jahren mal so nebenbei in der Freizeit, wie es anscheinend bei vielen Politikern in den Laber-Fächern der Fall ist.
    Ich habe, als Geisteswissenschaftler, einen hohen Respekt vor der Leistung der Naturwissenschaften. Aus Ihren Bemerkungen spricht jedoch ein ausgemergelter, auf Zahlen und Formeln reduzierter Wissenschaftsbegriff, der den Großen des Fachs - Planck oder Heisenberg etwa und ihren Schülern - stets fremd war. Diese Denkweise begünstigt heute jegliche Technokratie - und sie hat auch die Regierung infiziert, an der Spitze die Kanzlerin, die von "deutscher Wissenschaft" spricht und Krauss-Maffei, Rheinmetall und letztlich die Panzerverkäufe meint. Wenn Sie alles, was jenseits Ihres Tellerrands liegt und sich Ihrem Begriffsvermögen entzieht, als "Laberfächer" denunzieren, zeigt sich die Naturwissenschaft (oder vielmehr der Intelligenzgrad jener, die sich anmaßen, für sie zu sprechen) in einem erbärmlichen Zustand.
    Ducasse
  2. #181

    nee

    Zitat von franklinber Beitrag anzeigen
    Aber nur bei jenen, wo man sucht. und im linken Spektrum wird einfach nicht gesucht!
    Na ja Nachrichten, die Ver.di nicht gefallen werden im deutschen öffentlichen Rundfunk auch nicht gebracht.
    Von wegen Pressefreiheit. Ich nenne so etwas intellektuelle Armut!
    Täter zu Opfern umzudeklarieren, so etwas nenne ich intellektuelle Armut!

    Es steht Ihnen frei zu suchen. Vielleicht aber ist die Titelgeilheit und die Unverfrorenheit bei der Verfassung solcher Arbeiten eher ein Problem dieser Couleur.

    Wobei sich bei dem im Artikel zitierten Urteil, so es zutrifft, die Frage ergibt wie kommt Magna Cum Laude zustande?
    Vielleicht weil die politische und gesellschaftliche Nähe zwischen Dorktorand und Doktorvater etwas zu eng ist?
    Wär doch ein schönes Thema für eine Dissertation
  3. #182

    Nicht sooo gefährlich ...

    ... wie zu Gutti, Koch-Mehrin, Helmut Kohl etc.

    Bei den zuletzt Genannten bestand (teilweise besteht) nämlich die Gefahr, dass für gewöhnlich 'gut unterrichtete Kreise', das Wissen um den Betrug und Pfusch gezielt ausnutzten.

    Jeder der obigen Drei konnte von einem Dahergelaufenen mit dem Sonderwissen um den Pfusch unter Druck gesetzt werden. Natürlich zum Schaden Deutschlands, des Amtes ... aber die Betroffenen halten an ihren Lebenslügen sogar noch fest.
  4. #183

    Titel wieder weg genommen :(

    Zitat von franklinber Beitrag anzeigen
    Aber nur bei jenen, wo man sucht. und im linken Spektrum wird einfach nicht gesucht!
    Na ja Nachrichten, die Ver.di nicht gefallen werden im deutschen öffentlichen Rundfunk auch nicht gebracht.
    Von wegen Pressefreiheit. Ich nenne so etwas intellektuelle Armut!
    Mir entgeht die Logik warum die Linken schuld dran sind, dass Politiker aus dem rechten Spektrum ihre Dr.und sogar Prof. Titel zusammenkopieren.
    Die wurden ja nicht von Linken dazu genötigt oder gar gezwungen.
    Im Übrigen sind diese Menschen ebenfalls "Raubkopierer".
    Wieso da keine die Konsenquenzen zu spüren bekommt bleibt mir ein Rätsel.
  5. #184

    Mathiopoulos unter Plagiatsverdacht

    Zitat von Rainer Daeschler Beitrag anzeigen
    Lauterbach ist Professor, aber nicht Danckert. Da ist was durcheinander geraten.
    Machen Sie doch mal den Rundumschlag. Alle Doktor und Diplomarbeiten prüfen. Viele ehrliche freuen sich einen ordentliche Arbeitsplatz zu bekommen.

    Den kölsche Klüngel hat wohl jeder vergessen. Reihenweise geschummelt und kopiert und anerkannt !
  6. #185

    Welch Real-Satiré

    Griechenland ist abgebrannt, wegen der eigenen politischen Kaste, die das eigene Volk jahrzehntelang betrogen und ausgeraubt hat.

    Dann kommen die griechischen Gauner und bescheissen und betrügen in Deutschland weiter ... Naja, man kann´s ihnen nur schwer übel nehmen. Die eigenen schwarz-gelben Verbrecher haben es vorgemacht und machen es immernoch vor; aber irgendwie bezeichnend - die Dame ist bei der FDP, was ja schonmal "epic fail" ist. Und dann auch noch eine "Vertraute" von HotAirWelle; "epic fail²"!

    Lügner und Heuchler, ihr seid entarnt! Ob ihr nun Westerwelle, Merkel oder ´nen Zungenbrecher-Namen habt - es ist aber immerwieder faszinierend mit was für einer Chuzpe dieses Pack agiert und sich nicht mal schämt!
  7. #186

    risiko

    Zitat von servadbogdanov Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich noch als Willy Brandt Frau M. aus dem Hut zauberte. Schon damals hatte die Dame wenig Substanzvolles zu verkünden.
    Doch, doch!
    Auf die Frage, warum sie denn Sprecherin werden wolle (der Job galt damals als Schleudersitz), erwiderte sie: "Ich liebe das Risiko." :))
  8. #187

    ...

    Zitat von ducasse Beitrag anzeigen
    Ich habe, als Geisteswissenschaftler, einen hohen Respekt vor der Leistung der Naturwissenschaften. Aus Ihren Bemerkungen spricht jedoch ein ausgemergelter, auf Zahlen und Formeln reduzierter Wissenschaftsbegriff, der den Großen des Fachs - Planck oder Heisenberg etwa und ihren Schülern - stets fremd war. Diese Denkweise begünstigt heute jegliche Technokratie - und sie hat auch die Regierung infiziert, an der Spitze die Kanzlerin, die von "deutscher Wissenschaft" spricht und Krauss-Maffei, Rheinmetall und letztlich die Panzerverkäufe meint. Wenn Sie alles, was jenseits Ihres Tellerrands liegt und sich Ihrem Begriffsvermögen entzieht, als "Laberfächer" denunzieren, zeigt sich die Naturwissenschaft (oder vielmehr der Intelligenzgrad jener, die sich anmaßen, für sie zu sprechen) in einem erbärmlichen Zustand.
    Ducasse
    Ich denke, es gibt schon einen gewissen Trend zur Dünnbrettbohrerei in den Geisteswissenschaften. Dies liegt noch nicht mal an den Personen, sondern weil viele Bereiche einfach nicht nach der wissenschaftlichen Methode arbeiten, d.h. die Leute dort, bekommen dieselbe gar nicht gelehrt und können dementsprechend auch selbst wenig zu ihrer Lage. Aber schaut man sich bestimmte Fächer an, Theologie z.B. oder auch Philosophie, dann bekommt man schon den Eindruck, daß dort ein ewiges Wiederkäuen derselben Gedanken stattfindet, daß fast alle Auffassungen als gleichwertig aufgefasst werden, daß es überall an Substanz fehlt. Deswegen auch die Diskussion um "Gänsefüßchen". Diesen Zitierstil wird man in den Naturwissenschaften gar nicht finden, und warum? Weil es um objektivierbare Ergebnisse geht, die jeder ohne größeres Zitat umformulieren und in seinem persönlichen Kontext anwenden kann. Es geht dagegen selten (außer in explizit wissenschaftshistorischen Arbeiten oder als Zitat am Rande) um die berühmten Aussprüche berühmter Forscher. Man muß diese Ideen nicht wörtlich zitieren, weil es Ideen mit eigener Substanz sind. In den Geisteswissenschaften findet man dagegen oft nur Behauptungen und Meinungen, sicher rhetorisch brilliant vertreten, aber deswegen trotzdem Behauptung und Meinung. Das ist dann aber schnell von Esoterik o.ä. nicht zu unterscheiden.

    Davon abgesehen, promovieren sollte nur noch als Weg der wissenschaftlichen Qualifikation erlaubt sein, aber nicht jedem Juristen, der ohnehin nicht vorhat, in der Wissenschaft zu arbeiten. Ehrenpromotionen und noch mehr -professuren gehören abgeschafft, übrigens andererseits auch die Habilitation. Professor sollte nur werden dürfen, wer ein volles Lehr- und Forschungsdeputat ableisten muß. Wenn man jemand ehren will, finden sich andere Möglichkeiten, als akademische Grade oder Titel zu verleihen. Jura und Theologie, die ihren Status an den Universitäten nur der Historie verdanken, sollten vielleicht besser ganz von diesen abgekoppelt werden. Was leisten Juristen für die Wissenschaft? Und Theologie ist schon gleich gar keine Wissenschaft. Dies wäre durchaus auch im Interesse anderer Geisteswissenschaften, die durchaus auf hohem Niveau wissenschaftlich arbeiten, die aber dann doch immer mit in denselben Topf geworfen werden und sich besser von ihren schlechten Kollegen distanzieren sollten. Die zwei Kulturen sind nicht vereinbar. Sie sind auch nicht gleichwertig. Die eine ist vielmehr die revidierte Form der anderen.
  9. #188

    Maßstäbe

    Zitat von ergenekon25 Beitrag anzeigen
    Mir entgeht die Logik warum die Linken schuld dran sind, dass Politiker aus dem rechten Spektrum ihre Dr.und sogar Prof. Titel zusammenkopieren.
    Die wurden ja nicht von Linken dazu genötigt oder gar gezwungen.
    Im Übrigen sind diese Menschen ebenfalls "Raubkopierer".
    Wieso da keine die Konsenquenzen zu spüren bekommt bleibt mir ein Rätsel.
    Es sind nicht die Linken schuld, nur wäre die Sache m.E. etwas anderes, wenn die Dissertationen gleichmäßig überprüft würden und vor allem ein paar positive Beispiele angeführt werden könnten.
    Für mich sieht es aber eher so aus, dass ein großer Anteil von Dissertationen den Maßstäben, die hier angesetzt werden nicht standhalten.
    Dann sollte man sich fragen welche Auswirkungen das haben wird. Wenn das qualifizierte Menschen von einer politischen Karriere abhält, haben wir uns einen Bärendienst erwiesen.

    Bei aller Liebe zur Prinzipienreiterei fällt es mir schwer in den Plagiaten ein so verwerfliches Verhalten zu sehen, dass wir diese Gefahr eingehen müssen.
  10. #189

    !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Trotz großzügiger Textübernahmen konnte sie ihren Doktortitel 1989 behalten: Margarita Mathiopoulos,*zweifache*Ehrenprofessorin und Dozentin in Potsdam. Nun zeigt die Internetplattform Vroniplag neue mögliche Plagiatstellen - und die Uni Bonn prüft ein zweites Mal. Für die schillernde FDP-Frau wird es eng.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job...773602,00.html
    da kommt ein weibchen schreibt irgendwie eine dissertation zusammen und bekommt dafür ein magna cum laude. wer ist jetzt der bösewicht, das weibchen oder der zensor?
    es ist erschreckend wie hier in deutschland mit der bewertung von wissenschaftlichen arbeiten umgegangen wird. ich glaube in keinem der zuletzt bekannt gewordenen fälle sind die dissertationen ernsthaft geprüft worden, ich vermute sogar das nur ein bruchteil der zigtausend dissertationen einer ernsthaften prüfung unterzogen werden.
    erschreckend ist auch wie entscheidungsträger auf diese betrüger hereinfallen, da genügt schon ein nächtchen mit dem sohn eines nahostpotentaten und schon ist man expertin für dieses land. ist wirklich jeder der schon mal einen 500€schein
    gewechselt hat ein finanzexperte?
    vielleicht ist der wahre grund unserer krisen der glaube an die allwissenheit der sogenannten experten.


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