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Massive Vorwürfe: Spitzenforscherin unter Betrugsverdacht

Der deutschen Wissenschaft droht*einer der größten*Betrugsfälle der vergangenen Jahre:*Eine renommierte*Immunologin musste gleich ein Dutzend Fachpublikationen wegen Manipulationsverdachts zurückziehen. Es geht um bedeutende Forschungsergebnisse - und die Karriere der Institutsdirektorin.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...739146,00.html
  1. #1

    So wie es nach Lesen des Artikels aussieht, richtet sich der Betrugsvorwurf im Moment weniger gegen Frau Bulfone-Paus selbst, sondern vor allem gegen zwei ihrer Mitarbeiter. Was soll dann diese Ruf vernichtende Hetzüberschrift? Manchmal hat man den Eindruck erfolgreiche Frauen sollen systematisch vernichtet werden.
  2. #2

    Das

    wundert mich ueberhaupt nicht. Aehnlich wie in den USA sind auch in Deutschland Grants von der Anzahl der Publikationen abhaengig: wenig Publikationen -> kein Grant -> Demotion. Es gibt leider auch die Wissenschaftler, die enormen Druck auf ihre Post-docs und Studenten ausueben, da man wie in USA ein Visum braucht oder einen Recommendation letter. Es ist auch kein Geheimnis, dass in Publikationen Daten ausgelassen werden, die die Hypothese nicht bestaetigen. Es wird Zeit, dass sich in dieser Hinsicht in der Wissenschaft einiges aendert.
  3. #3

    Sie

    Zitat von Gabri Beitrag anzeigen
    So wie es nach Lesen des Artikels aussieht, richtet sich der Betrugsvorwurf im Moment weniger gegen Frau Bulfone-Paus selbst, sondern vor allem gegen zwei ihrer Mitarbeiter. Was soll dann diese Ruf vernichtende Hetzüberschrift? Manchmal hat man den Eindruck erfolgreiche Frauen sollen systematisch vernichtet werden.
    ist aber vermutlich der Senior Author auf den Publikationen (*to whom reprint requests should be addressed) und damit direkt fuer den Inhalt verantwortlich.
  4. #4

    ....

    Es ist inzwischen fast gang und gebe das man an wissenschaftlichen Abbildungen manipuliert. Nur sehr selten taucht in Publikationen ein Original auf das nicht bearbeitet wurde. Da werden Westenblots oder auch Protein oder DNA Gele einfach mal zerschnipselt und passend wieder zusammengesetzt an den Kontrasten wird eh immer herumgespielt bis es gut aussieht.
    Immerhin werden beim einreichen eines Papers von den meisten Zeitschriften Formate verlangt bei denen solche Veränderungen nachprüfbar sind aber tatsächlich prüfen tuts dann doch keiner.
    Das wohl grösste Problem in der aktuellen Wissenschaft ist aber die Selektion der veröffentlichten Daten. Es werden sehr oft Versuche die Ergebnisse gegen die eigene These liefern unter den Teppich gekehrt oder einfach als falsch definiert.
    Forschung findet fast nur noch Ergebnissorientiert statt selbst die Grundlagenforschung denn Geld bekommt man nur wenn man tolle Publikationen vorweisen kann wie man dazu kommt ist relativ egal.
    Da versucht man eben Ergebnisse zu produzieren die man mit einem möglichst hohen Impaktfaktor verkaufen kann. Es geht nicht mehr darum unvoreingeniommen etwas zu Untersuchen sondern Versuche zu generieren die einen bestätigen.

    Theortisch liefern alle Versuche Ergebnisse manche sind positiv (man erfährt etwas Neues) und manche negativ (man kann etwas ausschliessen oder endeckt Fehler). Negative Ergebnisse werden sehr oft einfach gar nicht beachtet weil sie nicht veröffentlichbar sind.

    Zu einem ordentlichen Versuch gehört eigentlich auch das er jederzeit und jedenorts reproduzierbar ist. In vielen Papers sind zum einen zu wenig Informationen selbst im Anhang um sämtliche Versuche reproduzieren zu können und zum anderen ist es teilweise praxis Versuche zu publizieren die selbst vom Autor nur mit einer 10-70% Wahrscheinlichkeit reproduziert werden können. Oder anders gesagt der Versuch wird so oft wiederholt und modifiziert bis er das gewünschte Ergebnis liefer das er die 10 mal davor andere oder weniger eindeutige Ergebnisse geliefert hat wird nirgends erwähnt.
  5. #5

    ...

    Zitat von Gabri Beitrag anzeigen
    So wie es nach Lesen des Artikels aussieht, richtet sich der Betrugsvorwurf im Moment weniger gegen Frau Bulfone-Paus selbst, sondern vor allem gegen zwei ihrer Mitarbeiter. Was soll dann diese Ruf vernichtende Hetzüberschrift? Manchmal hat man den Eindruck erfolgreiche Frauen sollen systematisch vernichtet werden.

    Letztautoren sind immer für den Inhalt mitverantwortlich. Ausserdem scheint auch ein Erstautorpaper von ihr betroffen zu sein.

    Im Grunde muss sie ihr Labor im Griff haben wenn Mitarbeiter betrügen und sie den Betrug in ihrem Namen veröffentlicht dann ist das auch ihr Problem. Ihre Position hat sie primär auf Grundlage ihrer Veröffentlichungen.
    Und wenn Fremde merken das ihre Ergebnisse manipuliert sind dann sollte sie das schon längst gemerkt haben.
  6. #6

    Titel

    Zitat von Vex Beitrag anzeigen
    Letztautoren sind immer für den Inhalt mitverantwortlich. Ausserdem scheint auch ein Erstautorpaper von ihr betroffen zu sein.

    Im Grunde muss sie ihr Labor im Griff haben wenn Mitarbeiter betrügen und sie den Betrug in ihrem Namen veröffentlicht dann ist das auch ihr Problem. Ihre Position hat sie primär auf Grundlage ihrer Veröffentlichungen.
    Und wenn Fremde merken das ihre Ergebnisse manipuliert sind dann sollte sie das schon längst gemerkt haben.
    Das ist schon richtig. Nur besteht ein Unterschied darin, ob die Ursache der jetzt aufgeflogenen Manipulationen eine vielleicht unbeabsichtigte Fehlleistung oder eine eindeutig kriminell zu wertende Handlung ist, zumal bei solch sensiblen medizinischen Forschungen.
  7. #7

    Schwerpunktförderung in der Forschung

    In der deutschen, aber auch in der europäischen Forschung gibt es derzeit vorwiegend Schwerpunktförderung. Dies bedeuted, dass "gute" (besser gesagt: renommierte) Wissenschaftler mit entsprechendem Lebenslauf und "Papers" mehr und mehr Forschungsmittel erhalten, während die "breite Masse" so dahinkrebst. Natürlich steckt ein Sinn dahinter, Spitzenleute zu fördern (das Gegenteil wäre die "Gieskannenförderung" - jedem ein Tropfen).

    Nur, es führt dazu, dass einzelne Wissenschaftler 10, 12, 15, ja 20 Mitarbeiter haben, und 10, 12, ja 20 Projekte.

    Das kann keiner mehr alles kontrollieren!

    Auch mag es dazu führen, dass besonders ambitionierte Forscher schon mal manipulieren, um ein "Spitzenpaper" zusammenzukriegen.

    Beides negative Auswirkungen, die aber bei dieser Förderungspraxis eher zunehmen als abnehmen werden.

    Es wäre noch viel zu schreiben, aber das ist wohl nicht der Sinn eines email-Leserbriefs.

    aj
  8. #8

    Es ist nicht verwunderlich...

    ...dass es mal wieder einen Betrugsverdacht im wissenschaftlichen Bereich gibt.

    Als Laie kann man nicht beurteilen, ob an den Fälschung-Vorwürfen gegen die renommierte Wissenschaftlerin, was dran ist, ihre im Artikel genannten kompetenten Kollegen sehen das offensichlich so.

    Wenn es stimmt, bräuchte man sich nicht zu wundern, geht es doch um akademische Würden/Titel, erhebliche Forschungsgelder, gute persönliche Dotierung und vor allem um wissenschaftliche Anerkennung/Ruhm.

    Solche Fälle hat es immer gegeben u. das wird auch so bleiben. Menschen sind halt so und zwar in allen Bereichen und überall, leider.
  9. #9

    ...grinsend

    Zitat von Jay's Beitrag anzeigen
    wundert mich ueberhaupt nicht. Aehnlich wie in den USA sind auch in Deutschland Grants von der Anzahl der Publikationen abhaengig: wenig Publikationen -> kein Grant -> Demotion. Es gibt leider auch die Wissenschaftler, die enormen Druck auf ihre Post-docs und Studenten ausueben, da man wie in USA ein Visum braucht oder einen Recommendation letter. Es ist auch kein Geheimnis, dass in Publikationen Daten ausgelassen werden, die die Hypothese nicht bestaetigen. Es wird Zeit, dass sich in dieser Hinsicht in der Wissenschaft einiges aendert.
    ...Wissenschaftsresulatate, deren Grunderkenntnisse stimmen sollen, also für die Menschheit eine echte Forschungsbereicherung darstellen, wie im SPON-Arikel als Aussage eines Herrn Mayer aus Leipzig zu erfahren ist, sind für mich schlachtentscheidend, alles andere nur lächerlicher Jahrmarkt der Eitelkeiten, der meine Spottlust reizt, jeder poliert an seinem Namenschild herum und, wenn jemand diese überholten Dr.med-Titel-Polierregeln nicht einhält, die nur der Eitelkeit dienen, nie der wissenschaftlichen Sache, wird er fertig gemacht, auch, wenn´s der wissenschaftlichen Sache überhaupt keinen Dienst erweist, sondern nur dem Formalismus, finde ich grinsend...


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