Massendemo in Kairo: Zehntausende protestieren gegen Ägyptens*Militär

Die Muslimbrüder wollen die Wahlen in Ägypten Ende November gewinnen, nun machen sie mobil. Bei einer der größten Demonstrationen der vergangenen Monate brachten die Islamisten mehrere zehntausend Menschen auf die Straße. Ihre Forderung: weniger Macht dem Militär.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...798720,00.html
  1. #1

    Im Ernst mal ...

    In Ägypten finden in jeder Stadt jede Woche jede Menge Demonstrationen statt. Fast alle richten sich gegen die regierende Militär-Junta und insbesondere gegen das ökonomische System der Generäle. Der Einfluss des Militärs und die Besitzverhältnisse liegen immer noch wie eine Krake über der Gesellschaft und Wirtschaft und lähmen das Land. Und die alten Seilschaften sind ja alle noch intakt.

    In dieser Situation muss man wahrlich kein Muslimbruder sein, um auf die Straße zu gehen, eher im Gegenteil, denn die Muslimbruderschaft ist ja Teil des Herrsschaftssystems und das schon seit über einem Jahrzehnt. Diese national-religiöse Bewegung, die ja die erste ägyptische Revolution quasi "verschlafen" hat, versucht nun ihre Position im Volk wieder zu festigen. Und fast sarkastisch möchte man fragen: Und was macht eine national-religiöse Bewegung in einer solchen Situation? Logisch, sie nimmt sich nationale und religiöse Minderheiten vor - und hetzt gegen Christen, Juden und natürlich immer gegen Israel. Das übrigens alles mit vollstem Wohlwollen der Militär-Junta. Wer glaubt, dass Militär und Moslembruderschaft in Gegenerschaft zu einander stehen, der hat etwas ganz Wesentliches am politischen Systems Ägyptens nicht begriffen.
  2. #2

    andere Stimmen

    so wird übrigens in Österreich darüber berichtet:

    http://derstandard.at/1319183196780/...litaerfuehrung

    man könnte meinen, es ginge um unterschiedliche Länder ;-)
  3. #3

    Halbe Revolution

    Jeder weiß inzwischen dass die ägyptische Revolution auf halbem Wege steckengeblieben ist. Dennoch wünsche ich dem Land eher einen Weg, wie ihn die Türkei genommen hat. Erdogan verstand es meisterhaft, im Laufe der Jahre das Militär schrittweise zu entmachten. Und das ging ohne Putsch und Blutvergießen über die Bühne.

    Leider ist die Ausgangslage in Ägypten aber eine andere als in der Türkei. Eine charismatische Führungspersönlichkeit ist in der Opposition bis jetzt noch nicht zu erkennen, es gibt eine große verarmte Masse, und die Menschen sind zu Recht sehr ungeduldig, denn ein nahender Wirtschaftsboom ist nicht zu erkennen.

    Das Militär hat wichtige Teile der ägyptischen Wirtschaft in Händen, und es korrumpiert damit die gesamte Gesellschaft. Es geht da um eine Menge Geld und Einfluss, den die Militärs freiwillig bestimmt nicht abgeben. Die Bezeichnung Krake ist mehr als angebracht.

    Wie das weiter geht, kann kein Experte prognostizieren.
  4. #4

    wichtig ist dieser satz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Muslimbrüder wollen die Wahlen in Ägypten Ende November gewinnen, nun machen sie mobil. Bei einer der größten Demonstrationen der vergangenen Monate brachten die Islamisten mehrere zehntausend Menschen auf die Straße. Ihre Forderung: weniger Macht dem Militär.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...798720,00.html
    Die Regeln für eine neue Verfassung sollen unter anderem die Macht des Militärs absichern, eine Diskriminierung von Frauen und Christen verhindern und die Begrenzung von Amtszeiten garantieren.

    Wenn man dafür das Militär braucht, dann ist eine Militärregierung wohl zuerst einmal der richtige Schritt-ansonsten nämlich verfällt Ägypten zurück ins Mittelalter...