Zitat von
g.raymond
Man muss davon ausgehen, dass für das multireligiöse, multiethnische Syrien auch in Zukunft ein quasi autoritärer Rahmen notwendig ist. Eine pluralistische und liberale Ordnung nach westlichen Wunschvorstellungen wäre an diesem Zeitpunkt gleichbedeutend mit der Explosion fanatischer Gruppenkämpfe. Siehe Libyen. Nach dem Rücktritt Assads zu rufen ist insofern falsch, als Assad nur der nominelle Kopf eines massiven, auch militärischem Establishments ist. Sein Rücktritt allein würde überhaupt nichts bringen. Im Gegenteil,Assadt, Augenarzt und westlich ausgebildet, wäre der beste Ansprechpartner, um den von ihm versprochenen Reformkurs tatsächlich in die Tat umzusetzen. Aber die destruktive Sanktions- und Verteufelungspolitik des Westens wird das wohl, zum Schaden Syriens und vielleicht auch des Westens, verhindern. Wo gibt es kluge politische Köpfe, um den Übergang zu einem anderen und besseren Syrien eine Chance zu geben? Mit wirtschaftlichen Lockangeboten, politischen Hilfen etc. Ich sehe sie nicht.