Sie haben recht, und es ist schon interessant zu lesen, wo einigen Foristen "die Grenzen zwischen Menschenrechten und Diktaturen" verorten.
Die Aufregung über die Handlungsweisen von Gaddafi und Assad auf Seiten der Regime Changer weltweit gegenüber den Aufständischen im eigenen Lande forciert bei mir immer wieder den Impuls, den "Menschenrechtsaktivisten" doch mal den Blick ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu empfehlen, sozusagen vor der eigenen Tür zu kehren. Dort steht wortwörtlich eine Gebrauchsanweisung für die Bundesregierung, die sich in nichts von der Praxis der ehemaligen libyschen und der noch amtierenden syrischen Regierung unterscheidet, "in nichts", habe ich behauptet (und bitte damit um Widerlegung):
Art. 87 a Streitkräfte
(...)
(4) Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die f(...) des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung (...) Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen."
Nichts anderes macht die Assad-Regierung.
Jetzt höre ich schon unsere Salonrevolutionäre schwadronieren, ich höre ihr "ja, aber...“, doch ich muss ihnen leider über ihren Mund fahren mit der völkerrechtlich eindeutigen und (immer noch) unstreitigen Feststellung, dass die militärische Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten verboten ist, und dass eben auch die heute eingebrachte Resolution - wie schon die Fake-Resolution 1973 - von den Kräften, die der Hegemonialmacht Pentagon auch weiterhin die Vorherrschaft sichern wollen, wiederum missbraucht worden wäre.
Es geht also nicht darum, wie man das Assad-Regime und die Aufständischen bewertet, sondern darum, dass diese beiden Parteien (oder sind es sieben?!) ihre Sache selbst ausfechten sollen / müssen, weiß doch jeder, wenn er auch sonst nichts weiß, dass weder in Libyen noch in Syrien „Böse“ gegen „Gut“ kämpft, sondern dass es den treibenden Kräften in ausnahmslos allen (!) Gruppierungen nur um eines geht: ihre Leute, ihren Clan an die Fleischtöpfe zu bringen - und mit den gleichen Methoden, wie momentan der Assad, die Neider vom Fressnapf fernzuhalten.
Kurz gesagt: auch im Nahen Osten geht es bei Machtkämpfen nicht um Demokratie im Sinne von Volksherrschaft, weil es auch im Nahen Osten - und das trifft insbesondere auch auf das "jüdische Volk" zu - ein "Volk" als geschlossene Einheit nicht gibt, sondern eine Unzahl von konkurrierenden und sich selbst massakrierenden Interessengruppen!
Das weiß natürlich nicht nur der Gerd Weghorn, sondern das wissen auch der Herr Panetta und sein Knecht Netti. Es sollte sich deshalb wenigstens in diesem Forum langsam mal rumgesprochen haben, dass die Deutschen kein Jota anders handeln würden als momentan genau der Syrer!

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