AFPEr ist Unteroffizier, 38 Jahre alt und war im US-Bundesstaat Washington stationiert: Robert Bales heißt der Mann, der 16 afghanische Zivilisten erschossen haben soll. Der Soldat wartet in einem Hochsicherheitstrakt der Armee auf seine Anklage.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...821899,00.html
...werden dieser Vorfall und dieses Verfahren nicht zu einem Abschluss kommen, ohne dass sich die Regierung hier mit einer unmissverständlichen Weisung für die Urteilsfindung zu Wort meldet. Hier wird so einiges zusammenkommen und es wird sich die die Haltung der Regierung zur aussenpolitischen Stimmungslage der US-Bevölkerung in verdichteter Form abbilden:
Ein harsches Urteil und seine konsequente Vollstreckung stehen für die Sprachregelung: Der Krieg ist berechtigt und als solcher nicht zu hinterfragen, weil in seiner lehrbuchmässigen Form ja "human" zu führen. Eine Begnadigung hingegen kann zweierlei bedeuten:
In ausdrücklicher Entsprechung der durch die Verteidigung vorgebrachten Argumentation käme sie einer Verurteilung des Kriegführens als nationaler Abwegigkeit gleich. Dies wäre schon fast eine Vorentscheidung zu den in näherer Zukunft anstehenden ähnlich gelagerten Kriegen.
Oder aber ein betont mildes Urteil in offener oder verdeckter Form perpetuiert die zynisch-martialische Botschaft, die den USA schon so oft unterstellt wurde: Platz da, wir führen Krieg! Wenn irgendwo Späne fliegen, dann deshalb, weil wir man uns zum Hobeln zwingt. Was beim Gegener Angst und Schrecken erzeugt, kann gar nicht so falsch sein, weil es sich ja immerhin um einen Gegner handelt.
Dass diese Episode zum ersten Fanfarenstoss wird, mit dem man zum allgemeinen Rückzug bläst, dagegen stehen die Chancen 2:1.
In US-Foren las ich bereits, dass er freigesprochen werden sollte, da die getöteten eh alles potentielle Terroristen gewesen seien, vor allem die Kinder.
Er ist Familienmensch, war betrunken, hatte Eheprobleme, der Nachbarshund hatte vielleicht auf seinen Rasen gekackt. Wer da nicht Amok läuft, der hat doch im der zivilisierten Welt nichts verloren.
Ihn wird die volle Härte der US-Justiz treffen. Also muss er mindestens mit 6 Monaten auf Bewährung rechnen. Das wird dann andere Soldaten so richtig abschrecken und die USA-Fanclubs in der arabischen Welt werden einen Zulauf haben wie die FDP in Deutschland.
was für eine lächerliche argumentation des schlächter-anwalts. "der krieg selbst sei schuld" - ach was? und weil "der krieg" schuld sein soll, dass ein soldat ein massaker an unschuldigen kindern und frauen anrichtet, ist natürlich der soldat unschuldig? wer hat denn den krieg vom zaun gebrochen? die ermordeten frauen und kinder doch bestimmt nicht.
Familienmensch, postraumatischer Stress, Alkohol, Eheprobleme, nicht ausgeheilte Verletzung ... was kommt als nächstes?
*kopfschüttel* - wer spricht eigentlich noch von seinen Opfern? Hat man auch nur einmal! hier in den Medien IHRE Gesichter und IHRE Namen gesehen... Nein. Sie sind namenlos geblieben... dafür erfahren wir dass ihr Mörder ein Familienmensch war ...
ekelhaft und absurd - dieses Theater und diese Entschuldigungen.