Forum


 

Marode Bauwerke: Schlechte Noten für deutsche Brücken

DPAHohe Verkehrsbelastung und Witterungseinflüsse lassen Brücken vorzeitig altern: Tausende Bauwerke an deutschen Fernstraßen sind marode. Das hat auch die Bundesregierung erkannt, doch mehr Geld als geplant gibt es für den Brückenerhalt nicht.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...830578,00.html
  1. #10

    Die Autobahnen wurden für den Personenverkehr konzipiert.

    Güterverkehr gehört auf die Schiene. Es ist mir ein Rätsel, dass Schiene so teuer ist.

    Die Zilsetzung sollte sein, den Transport schneller+billiger zu bewerkstelligen, als per LKW. Eine Firma schickt ihre Ware zum Güterverkehrszentrum vor die Stadt und die schicken das im Stundentakt in alle Ballungszentren des Landes.
  2. #11

    "Vielleicht sollten Sie eine Gemeinschaft mal eher als das ansehen, was sie ist, statt einfach gegen die Industrie zu stänkern."

    Gerne. In einer Gemeinschaft ist m.E. jeder Verursacher auch für die Umstände und damit für die Kosten verantwortlich, gerade auch wenn er daraus einen Gewinn erzielt.
    Das funktioniert z.B. bei Abwassergebühren fast reibungslos.

    "Für 2012 sind knapp 5 Mrd für das Fernstrassennetz eingeplant.
    Knapp 3,5 Mrd davon kommen aus der LKW-Maut, wobei weitere Mauterträge in andere Töpfe wandern."

    Ihnen ist aber beim Durchlesen des Artikels nicht entgangen, dass das zur Verfügung stehende Geld nicht ausreicht.
    Es wird also auf Verschleiß gefahren.

    "Von der Just-in-time versorgung Profitiert jeder!
    Über den Preis und auch durch die schnelle Verfügbarkeit.

    Und selbstverständlich legt der Unternehmer auch die Maut auf den Endpreis um.
    Oder die (bedeutend teueren) Lagerkosten.
    Was ist Ihnen lieber?"

    Eine reelle Preisbildung, bei der nicht ein Teil der Kosten von der Allgemeinheit getragen werden muss.
    So wie es jetzt ist, zahlen z.B. die Verbraucher über die Steuern zwangsweise.
    Bei höheren Preisen kann ich mich entscheiden wann, wie viel und was ich von meinem Geld kaufe.
  3. #12

    Zitat von jagelsonn Beitrag anzeigen
    "Vielleicht sollten Sie eine Gemeinschaft mal eher als das ansehen, was sie ist, statt einfach gegen die Industrie zu stänkern."

    Gerne. In einer Gemeinschaft ist m.E. jeder Verursacher auch für die Umstände und damit für die Kosten verantwortlich, gerade auch wenn er daraus einen Gewinn erzielt.
    Das funktioniert z.B. bei Abwassergebühren fast reibungslos.
    Ist das so?
    Derjenige, der direkt neben dem Klärwerk wohnt, muss i.d.R. für das ganze Kanalnetz mitbezahlen und zahlt das gleiche, wie jemand der 30km Kanal benötigt..
    halte ich sozial und allgemeinwirtschaftlich für richtig.

    Zitat von jagelsonn Beitrag anzeigen
    "Für 2012 sind knapp 5 Mrd für das Fernstrassennetz eingeplant.
    Knapp 3,5 Mrd davon kommen aus der LKW-Maut, wobei weitere Mauterträge in andere Töpfe wandern."

    Ihnen ist aber beim Durchlesen des Artikels nicht entgangen, dass das zur Verfügung stehende Geld nicht ausreicht.
    Es wird also auf Verschleiß gefahren.
    Natürlich ist mir das nicht entgangen..
    Auch nicht, dass es sich dabei um zwischen 10 und 13% des Gesamtetats für die Bundesfernstrassen handelt.
    Ausserdem ist mir nicht entgangen, dass das Steueraufkommen aus Sprit und Kfz bei über 50 Mrd liegt und überwiegend in andere Töpfe wandert, was allerdings nicht im Artikel steht.

    Zitat von jagelsonn Beitrag anzeigen
    "Von der Just-in-time versorgung Profitiert jeder!
    Über den Preis und auch durch die schnelle Verfügbarkeit.

    Und selbstverständlich legt der Unternehmer auch die Maut auf den Endpreis um.
    Oder die (bedeutend teueren) Lagerkosten.
    Was ist Ihnen lieber?"

    Eine reelle Preisbildung, bei der nicht ein Teil der Kosten von der Allgemeinheit getragen werden muss.
    So wie es jetzt ist, zahlen z.B. die Verbraucher über die Steuern zwangsweise.
    Bei höheren Preisen kann ich mich entscheiden wann, wie viel und was ich von meinem Geld kaufe.
    Wenn Sie nur das bezahlen wollen, was Sie auch tatsächlich erwerben oder benutzen, müssen Sie sich aus der Solidargemeinschaft verabschieden.
    Da würde sich eine Auswanderung anbieten.
  4. #13

    das Phänomen ist seit Jahren allbekannt

    Sensationsmache auf hohem Ignoranzniveau. Der Schwerverkehr hat so gut wie nichts mit dem Zustand der Brücken zu tun, bestenfalls mit Fahrbahnschäden. Im Regelfall handelt es sich um fehlende Betondeckungen, die einen Angriff der in der Luft enthaltenden Säuren auf den Betonstahl ermöglichen, zum Teil auch um unzureichende Betonqualitäten. Mittlerweile haben alle Länder gesonderte Fachabteilungen, die sich ausschließlich um die Reparatur und Ertüchtigung der Brückenbauwerke an Bundesfernstraßen kümmern. Auch hat sich seit Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Dauerhaftigkeit ein wesentlicher Aspekt bei Neuplanungen ist. So werden wieder verstärkt Stahlbrücken mit und ohne Verbund gebaut, auch bei Sanierungen ist diese Konstruktionsart überaus effektiv. Bei geeignetem Rostschutz ist die Stahlbrücke der Betonbrücke weit überlegen, was die dauerhafte Standsicherheit angeht, allerdings spielen hier die Lastwechsel eine Rolle, aber nur bei schweren Güterzügen der Bahn und auf sehr lange Sicht. Kurz gesagt währt die Diskussion in den fachlichen Gremien der Ingenieurszunft weit über zwanzig Jahre und kann auf jede Menge Erfahrung zurückgreifen. Auch was die Kosten anlangt.

    Weit witziger und hochkriminell ist der Zustand der Brücken in den Kommunen. Eine Stadt wie Wuppertal verfügt über mehr als zweihundert Brücken, ein paar dutzend hat sie von der zahlungsunfähigen Bahn dazu geschenkt bekommen. Und die sind allesamt in einem Zustand, den die Autobahnverwaltungen mit ihren hohen Qualitätsansprüchen als irreparablen Totalschaden bezeichnen würden. Zum Glück sind viele noch aus Stahl, die Viadukte aus Mauerwerk und ganz nebenbei über hundert Jahre alt, aber die Tragdecken und Abdichtungen sind so beschädigt, daß manche Brücken schlicht geschlossen oder abgerissen werden. Eine qualifizierte Reparatur aller Brücken ist aus finanziellen Gründen definitiv nicht möglich. Hier fahren die Städte eine Strategie der Risikooptimierung: Solange es hält, hält es, es wird eben die Tonnage begrenzt. Das ist so ähnlich wie bei den Bahnstrecken, die längst hätten erneuert werden müssen und nur noch langsam befahren werden können. Kein Dauerzustand.

    Das grundsätzliche Problem ist das gleiche wie bei Hochbauten. Jeder Bürgermeister und Stadtrat jubelt, wenn man etwas Neues bauen darf, egal wie sinnvoll. Da gibt es Geld ohne Ende von Bund und Land. Da passiert was, viel Geld kommt in „Umlauf“ und zwar schnell und problemlos, wie bei den tollen Neubaustrecken der Bahn. Für Reparaturen und Instandsetzungen gibt es normalerweise nichts oder wenig. Die muß man alleine schultern. Das Umdenken hat begonnen, aber es verläuft zögerlich. Bei Reparaturen muß man denken und sich mühen. Ekelhaft und unwürdig. Und es betrifft zuvördeerst die alten Städte, die heute arm geworden sind.
  5. #14

    Nicht nur die Brücken sind marode, daher ist eine Diskussion über Schienen- oder Straßenverkehr auch nicht das Kernproblem. Es fehlt ein riesiges Investitionsprogramm, um die marode Infrastruktur in D zu erneuern. Brücken sind nur ein Mosaiksteinchen.
  6. #15

    Zitat von smart&clever Beitrag anzeigen
    Leider sind die Instandhaltungskonzepte der öffentlichen Hand immer noch auf einem Stand wie vor 100 Jahren. Erst wenn etwas richtig kaputt ist, wird es bemerkt. Dann kostet die Reparatur aber so viel, dass das Geld nicht reicht und es wird nur das Allernotwendigste gemacht. Der Rest verfällt dann über Jahre weiter still und leise vor sich hin und kommt bei der Instandsetzung erst dann an die Reihe, wenn auch hier nichts mehr geht. Diese Abwärtsspirale der öffentlichen Infrastruktur ist überall zu beobachten. Ein Ausstieg ist nur möglich, wenn endlich "smarte" Instandhaltung betrieben würde. Diese benötigt einen Trigger, der Schäden mit geringem Aufwand so früh erkennen läßt, dass eine Reparatur noch mit wenig Aufwand zu bewältigen ist. Solche Trigger gibt es heute in Form moderner Bauwerksinformationssysteme, die z.B. automatisch erkennen, wenn eine Bauwerksabdichtung beginnt undicht zu werden. Leider macht diese Technik die Bauwerke am Anfang ein wenig teurer, deshalb wird immer noch darauf verzichtet, sie einzusetzen. Langfristig spart ein solches intelligentes Instandhaltungsmanagement jedoch immense Summen ein.
    Aber das wuerde doch weniger Investitionen edeuten, spaeter im Leben, dieser Bauwerke. Somit das wachstum gefaehrden, und die Schuldenaufnahme fuer dasselbe!
    Sie sehen, die oeffentliche Hand darf gar nicht vorausplanend investieren!
  7. #16

    Bröckelbrücken

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hohe Verkehrsbelastung und Witterungseinflüsse lassen Brücken vorzeitig altern: Tausende Bauwerke an deutschen Fernstraßen sind marode. Das hat auch die Bundesregierung erkannt, doch mehr Geld als geplant gibt es für den Brückenerhalt nicht.

    Marode Bauwerke: Schlechte Noten für deutsche Brücken - SPIEGEL ONLINE
    In Polen werden ganze Autobahnabschnitte von den Chinesen gebaut, weil polnische Firmen zu teuer waren. Herr Ramsauer kann doch die Restauration deutscher Brücken in China ausschreiben. Vielleicht kommt er dann mit nur 200 Millionen Euro hin.
    Dürfen die bis zu 60 Tonnen schweren Gigaliner auch über die maroden Brücken fahren?
  8. #17

    Die Deutschen nehmen sich doch so gern die VSA als Vorbild.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hohe Verkehrsbelastung und Witterungseinflüsse lassen Brücken vorzeitig altern: Tausende Bauwerke an deutschen Fernstraßen sind marode. Das hat auch die Bundesregierung erkannt, doch mehr Geld als geplant gibt es für den Brückenerhalt nicht.

    Marode Bauwerke: Schlechte Noten für deutsche Brücken - SPIEGEL ONLINE
    Na, dann mal los!
    Dort sind zehntausende von Brücken sanierungsbedürftig.
    Und mancherorts werden total kaputte Asphaltstraßen absichtlich zu Schotterpisten zertrümmert, weil dadurch die Unterhaltungskosten gesenkt werden können.
    Es gibt noch viel zu tun.
    Nur weiter so!
  9. #18

    Re: Bröckelbrücken

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    Herr Ramsauer kann doch die Restauration deutscher Brücken in China ausschreiben.
    Damit würde er seinen Amtseid verletzen. Der lautet nämlich nicht:
    "Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Übel des deutschen Volkes widmen, seinen Schaden mehren, Nutzen von ihm wenden .... werde."
  10. #19

    Das hat ja auch so gut funktioniert...

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    In Polen werden ganze Autobahnabschnitte von den Chinesen gebaut, weil polnische Firmen zu teuer waren. Herr Ramsauer kann doch die Restauration deutscher Brücken in China ausschreiben. Vielleicht kommt er dann mit nur 200 Millionen Euro hin.
    Dürfen die bis zu 60 Tonnen schweren Gigaliner auch über die maroden Brücken fahren?
    Ihnen ist aber nicht entgangen, dass die polnische Regierung mit der Ausführung unzufrieden ist?

    An die Wand gefahren - Chinesen scheitern beim Straßenbau in Polen | Europa heute | Deutschlandfunk
    Autobahnbau : Polen kündigt Vertrag mit chinesischer Baufirma « SOLID - Wirtschaft und Technik am Bau. Österreichs Magazin für Baugewerbe, Bauindustrie und Immobilien.

    Polens Autobahnstreit spitzt sich zu: Chinesen fordern neue Verträge | Archiv*- Berliner Zeitung

    Also lieber nicht auslagern und auch wenn es teurer sein sollte, den Auftrag lieber an Unternehmen vergeben, die davon Ahnung haben.








TOP



TOP