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Markenrechtsstreit: Bärenkampf in der Pfalz

Monika Schleich bastelt seit Jahren Teddys, nennt sie "Schleichbären" - und macht mit den Stofftieren auch Gewinn: rund 500 Euro im Jahr. Jetzt hat sie der Spielwarenhersteller Schleich wegen Verstoßes gegen das Markenrecht verklagt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...671570,00.html
  1. #110

    was die Plastik-Schleichs nicht einkalkuliert haben:

    den Schaden für das Marken-Image. Da können sie sich ja bei den Koryphäen von Jack Wolfskin mal erkundigen, obwohl die vermutlich keine Zahlen über ihren Umsatzverlust aufgrund des PR-Gaus vor Weihnachten rauslassen werden.
    Stichwort verbrannte Marke. Private-Equity gegen Bastelmuttis.
    Zu dumm aber auch, daß die Geschichte bei SPON öffentlich gemacht worden ist. Bei Google-News belegen sie mit dem Mist schon die oberen Plätze.

    Selbst wenn die China-Plastik-Firma im Recht ist - im juristischen Sinne, was keineswegs feststeht - sagt das Gefühl - das "gesunde Volksempfinden" sozusagen - den Leuten und damit den potentiellen Kunden was anderes.
    Eine Verwechslungsgefahr kann hier eh höchstens ein Juristengehirn entdecken, und die kommen ja auch sonst öfter zu etwas sonderbaren Einschätzungen jenseits der Lebenswirklichkeit.

    Ich für mein Teil werde jedenfalls unabhängig vom Ausgang dieser Geschichte für meine Tochter nichts mehr von dem Plastikzeug kaufen. Eher werde ich mich bemühen, einen von den handgefertigten Teddys der Frau Schleich zu ergattern.
  2. #111

    Ein ® für das Ego?

    .. "Ich mache zwischen 500 und 700 Euro Gewinn pro Jahr", sagt Monika Schleich...

    Was soll die ganze Markenanmelderei bei diesem Gewinn? Hat sich da jemand absichtlich sehr sehr klein gerechnet? Oder was wird da geplant? Der Umsatz wird auch nicht riesig sein ( wird jetzt wohl kurzfristig in die Höhe schnellen :-) ). Bei dem bischen was dann als Gewinn übrig bleibt und den dafür eingesetzten Arbeitsstunden ist das doch absoluter Hobbyumfang. Warum also auf die Idee kommen und eine Marke anmelden, dafür Kosten auf sich nehmen? Ob David oder nicht. Das Ganze ist fragwürdig oder unvernünftig von Frau Schleich.

    Ihre Bären kann Sie auch machen, ohne diese mit einem "®" zu "schützen". Vor wem überhaupt? Die Schleich GmbH ist offenbar mehr als zurückhaltend vorgegangen. Frau Schleich wollte darauf nicht eingehen. Als Unternehmen muss man in diesem Fall aufzeigen wo die Grenzen sind. Das gebietet die Verantwortung für das Unternehmen und damit auch für die Mitarbeiter. So ist unser Markenrecht nun mal leider.

    Möchte Frau Schleich hier stur auf den Abgrund zurennen? Sie sollte mal über Ihr Ego nachdenken und schauen dass Sie möglichst schnell aus der Sache raus kommt. Werbung hat Sie nun auf jeden Fall genug. Nur ist der Preis vielleicht zu hoch.
  3. #112

    Ich kannte die auch nicht

    Zitat von La Fripouille Beitrag anzeigen
    Die Behauptung, sie habevon Schleich vorher nie gehört ist wenig glaubwürdig.
    Ich kannte die auch nicht, bis ich den Artikel gelesen hatte, kenn einige Leute die Basteln, werd da mal anfragen, wer die da kennt.
    Oder kennt man solche Firmen nur noch, wenn man selber Kinder hat?
  4. #113

    Irgendwie stinkt die Sache zum Himmel

    Die Dame kommt zufälliger Weise auf die Idee, Stoffbären in Handarbeit zu fertigen, die denen einer großen deutschen Traditionsmarke verdammt ähnlich sehen.
    Sie führt den Familiennamen eines Unternehmens, das seit Jahrzehnten mit Qualitätsspielzeug in Form von Tierdarstellungen auf dem Markt eingeführt ist.
    Sie bastelt ein paar Bären zusammen und sofort fällt ihr ein, allerlei Markenformen (Wort / Bild, was weiß ich) zu sichern, eine ja nicht ganz billige Angelegenheit - sofern man den Anwalt bezahlen muss...

    Angeblich hat sie noch nie was von der Firma Schleich gehört. Ich habe drei Kinder. Ich behaupte, der Bekanntheitsgrad der Firma Schleich unter Müttern ab einem gewissen Bildungsniveau beträgt annähernd 99,999%

    Dann kommt noch irgendwie das Kürzel -AG in den Namen. Selbstverständlich hat man nie an eine Bedeutung einer Aktiengesellschaft gedacht. 'Arbeitsgemeinschaft' ist auch eine durchaus ein allgemein gebrauchter Begriff im Handwerk oder dem Manufakturwesen.

    Selbst wenn die gute Frau jemals in ihrer Bärenbastelei ein Geschäftsmodell gesehen haben sollte, dann war die Namensgleichheit Kalkül, das tragende Moment im Geschäftsmodell. Ihr lieben Leut', näht mal ein paar Teddys und versucht die unter dem Namen Müllerbären, Meyerbären, Schulzebären als handmade zum entsprechenden Preis zu verkaufen! JEDER, der den Namen Schleich hört und sich für hochpreisiges Spielzeug interessiert, denkt zuerst mal an die Gummitier GmgH, die jetzt mit diesen neuen Produkten auf den Markt geht. So an den Haaren herbeigeholt ist das ja nun wirklich nicht.

    Ich denke, das Geschäftsmodell geht in eine einfachere Richtung. Frau Schleich - und ihr Anwalt - spekulieren auf einen Vergleich. Die Firma Schleich hat viel zu verlieren. Sollten sie wider erwarten gewinnen, wird die Marke verkauft an einen Stofftierproduzenten aus Fernost. Sie ist Millionen wert.


    Was mich übrigens am meisten wundert, warum man hier die Schleich GmbH in der Ecke der multinationalen Konzerne stellt. Das ist ein typisch deutscher mittelständischer Laden. Die Stütze dieser Nation - hoffen wir es jedenfalls.

    Euch ist auch hoffentlich klar, was eure gefühlsduseligen Argumente für Auswirkungen hätten, würden sie denn in Recht gegossen.

    Anwalt Klever sucht sich einen Schwachkopf, der Benz heißt, läßt den ein Mofa bauen, das Benzbike heißt, sichert sich die Namensrecht und verkauft den ganzen Mist an Sun Li Dei*

    *Name fiktiv
  5. #114

    Namens- und Markenrecht

    ist eine etwas kniffligere Angelegenheit. Marken bilden sich schon durch die Nutzung. Das trifft natürlich auch auf Frau Monika Schleich zu. Nach fünf Jahren unbeanstandeter Nutzung Ihres Produktnamens "Schleichbären" besteht ein Markenschutz unabhängig von der Eintragung im Markenamt.
    Eine Verwechslung kann ich aber schon erkennen. Dazu sind die Produkte zu verwand.
    Aber alles in allem ist der Artikel und das Forum eine regelrechte
    S C H L E I C H - Werbung für alle Beteiligten.
  6. #115

    wo liegt tunesien?

    bei unseren Schlaeichpferden steht auf allen
    Made in China.....
  7. #116

    So ein Schleich.

    [QUOTE=sysop;4832488]Monika Schleich bastelt seit Jahren Teddys, nennt sie "Schleichbären" - und macht mit den Stofftieren auch Gewinn: rund 500 Euro im Jahr. Jetzt hat sie der Spielwarenhersteller Schleich wegen Verstoßes gegen das Markenrecht verklagt.

    Wenn Frau Schleich nur 5 euro Gewinn pro Baer im Jahr macht, sollte man ihr empfehlen, ihren Kleinstbetrieb sofort zu schliessen. Dann waere es besser, die Teddies gleich zu verschenken. Waere mal interessant, was die Marken -und Patentheinis dann sagen. Meiner Meinung nach waere das Ganze dann nur noch ein Hobby und kein Wettbewerb.

    PS: die 5 euro koennten Interessenten Fr. Schleich diskret ohne Quittung zustecken, wenn's denn darum geht.
  8. #117

    Titel

    Zitat von Kabe Beitrag anzeigen
    Die Firma Schleich stellt seit x Jahren Tiere her und benutzt ihren Namen als Marke (und hat ihn in X Wortbildnamen auch angemeldet, und im Übrigen auch - vor den Schleichbären - als Wortmarke). Damit hat sie alleine durch langjährige Verwendung ein durch das Markenrecht garantiertes Monopol auf die Verwendung des.......
    Aber der Bauer Müller kann sehr wohl seine Milch verkaufen und sagen, dass es die Milch vom Bauer Müller ist.

    Schleich besitzt ein Markenrecht auf den Namen "Schleich", Frau Schleich besitzt die Markenrechte an "Schleichbären". Diesen Fall wird das Gericht aller voraussicht nach mit gesundem Menschenverstand klären, die Klage abweisen und auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel verweisen. Allein dass angeblich 250.000 Euro an Schaden im Raum stünden, wird der Klage das Genick brechen. Frau Schleich betreibt ein Geschäft als Kleinunternehmerin, und müsste ca. 350 bis 500 Jahre ihr Geschäft betreiben, um auf diese Schadenssumme zu kommen. Wenn Schleich (wirklich) schlau (gewesen) wäre, würden sie ihre Plastikbären "Schleich Bären" nennen, da könnte dann Frau Schleich auch nicht gegen klagen, weil das Wort "Bär" im allgemeinen Sinne nicht Markenrechtlich zu schützen ist.

    Meiner Meinung nach beschäftigt sich die Rechtsabteilung eines Unternehmens hier mit etwas, um die Existenz derselben zu rechtfertigen. Wo käme man denn hin, wenn die Rechtsabteilung nichts zu rechten, äh zu richten hätte?!

    Warum leckt sich der Kater an den Eiern?

    Weil er's kann!

    So liegt der Fall wohl auch bei der Firma Schleich.

    Die Kosten des Verfahren werden dem Kläger zur Last gelegt. Amen. Blödsinnige Stilblüte aus der Juristerei, sonst nix. Für mich kein Grund, keine Schleich Sachen mehr zu kaufen.

    Grüße

    JT
  9. #118

    Titel

    Zitat von sudich Beitrag anzeigen
    Ich verstehe die Aufregung nicht ganz, da der Fall - wie im Artikel dargestellt - juristisch eindeutig zu sein scheint. Selbstverständlich kann sie die Frau Schleich mit ihren Produkten nicht an den .....
    Mensch, die Frau betreibt seit neun Jahren (!) ein Kleinstgewerbe. Die wird nicht übermorgen zum global Player... Die macht Kunsthandwerk...
  10. #119

    Artikel nicht verstanden

    Zitat von Bala Clava Beitrag anzeigen
    Genau das ist hier ja - im Unterschied zum üblichen Abmahnwahn - nicht der Fall. Die Firma Schleich hat versucht, der Frau Schleich goldene Brücken zu bauen - die diese aber nicht beschreiten wollte oder konnte. Man kann darüber urteilen, wie man mag. Aber für den Vorwurf des Plattmachens oder Kaputtklagens taugt dieses Exempel gerade nicht. Wäre geradezu samariterhaft, wenn eine Plattenfirma derart sanft einmal mit einem (jugendlichen) Down(-and-up-)loader umginge.
    die brauchen auch keine Abmahngebühren zu erheben.Man hatte wohl gehofft, dass die Damme bei einem Gegenstandswert von 250 000 € sofort die Segel streichen würde. Offenbar hatte man damit gehofft gleiche negative Folgen wie Jack Wolfskin und Jako zu vermeiden.
    Nun man hat sich verkalkuliert. Die Sache ist schon auf SPON und der Ruf der Schleich GmbH zumindest angekratzt.
    Und das ist auch gut so.
    250 000 € wegen Plastikmüll aus China. Ich hoffe jemand untersucht jetzt mal den Kram auf Schadstoffe.


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