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Manipulierte Tierfilme: Naschen am Kadaver

Der Dokumentarfilmer Chris Palmer ist seit 25 Jahren im Geschäft, ihm gelangen spektakuläre Aufnahmen von Tigern, Bären, Delfinen. In einem neuen Buch bekennt der Amerikaner nun, dass viele der Szenen gestellt waren - und verrät, wie in der Branche getrickst wird.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...720575,00.html
  1. #1

    Infotain...urgs

    Was die Amerikaner heute unter Naturdokumentation verstehen fällt sowieso eher unter Infotainment. Furchtbares Wort. Da werden am laufenden Band billige Machwerke über den Äther geschickt, statt in richtig gute Aufnahmen zu investieren. Die Tierfilmerei in Deutschland sehe ich auch als tot an. Früher gab es fantastische Dokumentationen im Fernsehen zu sehen. Oder läuft nur aus den USA eingekaufter Mist. Allein die BBC kann die Standards noch etwas höher halten. Lässt aber ebenfalls langsam nach.
  2. #2

    Gestellt

    Da werden also herzzerreißende Geschichten um die gezeigten Tiere gestrickt mit dem Argument "Der Zuschauer will das so".

    Nein, ICH will das nicht so. ICH ärgere mich immer über Tierdokus, wo versucht wird, irgendeine zusammenhängende "Geschichte" reinzuspinnen, vor allem dann, wenn teilweise so offensichtlich ist, dass da getrickst wird (bei vielen Beutejäger-Beute-Szenen, oder auch bei Balz-Szenen, wird ein Zusammenhang nur durch suggestive Schnitte hergestellt - wenn man genau drauf achtet, sind die angeblich beteiligten Tiere nie im selben Bild zu sehen).

    Wenn ich sowas sehe, verliert für mich immer die ganze Doku an Wert. Man kann dan gar nichts mehr glauben, auch den echten Aufnahmen nicht.
  3. #3

    _

    Das sollte doch jeden klar sein das ein großteil der Szenen in solchen Dokumentationen gestellt sind. Wer glaub ernsthaft das es das Team zufällig geschaft hat den einen "super seltenen Moment" sondern x davon einzufangen
  4. #4

    Lassy will uns was sagen, Flipper uns was zeigen

    Zwar kann man sich das denken, wenn man sich vorstellt, warum man jahrelang nach einem frischen Kadaver suchen sollte, wenn man den an einem Tag, der einem passt, da hinschmeißen kann, wo man ihn braucht. Ist ja auch egal, wenn die "Ethik" stimmt wie dargestellt. Ob man sich das als gemeiner Fernsehkonsument jedoch denken will, bezweifle ich. Die meisten Tierhalter zum Beispíel haben ja (manchmal folgenschwer) auch völlig falsche Vorstellungen vom Wesen ihrer Tiere. "Ihrer" Tiere. Walt Disney und Konsorten haben dafür gesorgt, dass selbst manche Wissenschaftler noch nach menschlichem Bewusstsein bei Tieren suchen. Nach tierischem Verhalten bei Menschen muss man nicht lange suchen.
  5. #5

    nachgeholfen

    Ich habe Rohfilmmaterial eines renommierten Tierfilmers gesehen, also Aufnahmen vor und nach den letztendlich geschnittenen und veröffentlichten Szenen. Da gibt es einen Gummistiefel im Bild, der ein Wildschwein mit Schwung ins Wasser schubst - im Film sieht es so aus dass das Schwein von selbst in den Bach hüpft..
  6. #6

    Der Bär

    Aber man muss zugeben, "Der Bär" von Jean-Jacques Annaud ist ein Meisterwerk.
  7. #7

    Naschen am Kadaver

    Zitat von Zyklotron Beitrag anzeigen
    Die Tierfilmerei in Deutschland sehe ich auch als tot an.
    Das liegt auch daran, dass sich die "Tierfilmer" überwiegend nur noch selbst inszenieren. Die Tiere nur noch Vehikel für die eigene Show dienen.
    Als Beispiel sei nur der unsägliche Andreas Kieling (http://www.andreas-kieling.de/) erwähnt, der immer wieder gerne zeigt, wie toll dicht er sich an große Bären rantraut, dazu noch ein wenig Gutmenschengehabe, der Sohn wird auch noch eingebunden, schon steht die Show.
    Aber ansonsten, außer einigen schönen Bildern, geht der Informationsgehalt gegen Null.
  8. #8

    ich bin ja auch immer angenervt...

    wenn ich diese ganzen Animationen sehe, v.a. bei "Aufnahmen aus der Tiefsee" im Zusammenhang mit Biolumineszenz... Da scheinen "Cinema 4D" und ähnliche Programme wichtiger zu sein als die Realität...
  9. #9

    unangenehme Enthüllung

    Es war nur eine Frage der Zeit, bis dazu mal ein Insider schreibt. Gut so, dass endlich mal jemand die Courage hat auszupacken!
    Legenden wie Horst Stern sind leider rar geworden unter den Tierfilmern. In der Branche wird manipuliert und gelogen wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft. Das Geschäft blüht und allzugern lassen wir uns gerade von gefühlsduseligen Tier-Schiksalsgeschichten einlullen.
    Was brauchen die Verantwortlichen auch zu fürchten? Welcher Schaden entsteht?
    Pausenlos prasseln falsche Informationen über die Natur und über die Tierwelt auf uns ein. Irgendwann sind diese Informationen nicht mehr korregierbar. So entfremden wir uns in dem Maße von einem Verständnis der Tierwelt, indem wir uns der Materie über solche Filme annähern.
    Die beschriebene Aufklärung des Tierfilmers ist wichtig, weil sie ein wenig Licht in unser Bewusstsein zurückbringt. Ob wir jemals wieder objektiv urteilsfähig werden ist zu bezweifeln.








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