Forum


 

Mammografie-Screening: Behörde prüft Nutzen der Brustkrebs-Vorsorge

CorbisMammografie-Screenings sind umstritten: Verhindert das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs, dass Frauen daran sterben - oder führt sie zu unnötigen Therapien? Eine Frage der Statistik, die nur schwer zu beantworten ist. Jetzt will das Bundesamt für Strahlenschutz die Methode prüfen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842307,00.html
  1. #10

    Interessant ist auch, was das Nordic Cochrane Centre zum Thema Mammographie zu sagen hat.
    Webseite (http://www.cochrane.dk/)
    Informationsbroschüre, PDF Datei (http://www.cochrane.dk/screening/mammografi-de.pdf)
  2. #11

    Die Bezeichnung

    wenn eine Methode erstens nur ein Symptom einer Erkrankung feststellen soll - ein Tumor ist nicht gleichbedeutend mit der Krebserkrankung - und zweitens die Methode selbst krebsverursachend ist.

    Wer profitiert von diesen risikoreichen Untersuchungen, wenn es nicht die untersuchten Frauen sein können, weil die nachfolgenden „Behandlungen“ ebenfalls belastend und schädigend sind? Nach dem Feststellen eines Tumors stehen nicht etwa schonende Therapien an, um eine Heilung der Krebserkrankung zu erreichen. Nein, es geht mit Verstümmelungen und ebenfalls krebsverursachenden Medikamenten weiter. Das Symptom Tumor wird mit allen zum Waffenarsenal der "modernen" (?) Medizin gehörenden Mitteln "bekämpft". Nutzen für die Erkrankten sieht anders aus.

    Dass es diese Art von "Untersuchung" in den Leistungskatalog geschafft hat, zeigt einen bemerkenswerten Unterschied in der Gesundheitsfürsorge für Frauen und Männer. Hätte ein Anbieter vorgeschlagen Hoden unter hohem Druck zwischen Glasplatten zu pressen und mit radioaktiven Strahlen zu durchleuchten, um Tumore zu finden, wäre er für verrückt erklärt und garnicht in den Kreis der Leistungserbringer zugelassen worden.

    Darf man Frauen einer krebsverursachenden Untersuchungsmethode unterziehen? Besonders wenn der ( falsch- ) positive Fund eines Tumors zu weiteren Gesundheitsschäden, aber nicht zu einer Heilung der eigentlichen Krankheit führen kann, weil heilende Krebstherapien nicht zum Leistungskatalog gehören? Diese Frage ist zu diskutieren.

    Echte ( Brust- ) Krebsvorsorge sieht anders aus. Einige Beispiele:
    Vermeiden von Tabakrauch, Vermeiden von Hormonersatztherapie und der Pille, Vermeiden von radioaktiver Strahlung, Vermeiden von Haarfärbemitteln und anderen krebsverursachenden Chemikalien, Vermeidung von potentiell krebsfördernden Inhaltstoffen in industriell hergestellten Esswaren (Zucker, Aspartam, Farbstoffe ), ausreichend gesunde ( zeitlich begrenzte ) Aufenthalte in der Sonne im Sommer und Einnahme von ausreichend dosiertem hochwertigem Vitamin-D im Winter. Ein guter Vitamin D Spiegel verringert nicht nur das ( Brust- ) Krebsrisiko.
  3. #12

    Nicht alles durcheinander!

    Zitat von quark@mailinator.com Beitrag anzeigen
    Ist doch längst bekannt, daß man das eingentlich mittels Kernspintomo machen müßte, aber das würde ja zuviel kosten ;-) ...

    Sowohl in Zusammenhang mit Brust- als auch mit Darmkrebs wurde doch schon umfangreich über statistische Auswertungen geschrieben, die zeigen, daß es mit Therapie zwar länger dauert, daß aber letztlich von sehr vielen untersuchten Menschen nur einige wenige sterben, z.B. 3 statt 4 auf 10000 Personen, so daß man zwar sagen könnte, 25% weniger, aber es macht eben kaum was aus und letztlich kommt's ja auch drauf an, was für ein Leben (und Sterben) es dann ist. Vielleicht ist ein steiler Absturz etwas früher ja erträglicher als eine ewige Quälerei ...
    Das "Kernspin"(MRT) strahelnfrei ist, wurde schon angemerkt. Das MRT ist zwar strahelnfrei, aber sehr teuer. Und nun kommt der entscheidende Nachteil: die Rate falsch positiver Befunde würde extrem ansteigen, würden wir mit MRT screenen!. D.h. viel mehr Frauen würden unnötige Gewebeentnahmen aus der (gesunden) Brust zugemutet als jetzt schon im Mammographiescreening. Also: ein MRT kann sinnvoll sein in der Abklärung auffälliger Befunde der Mammo oder des Sono-Befundes (in der Hand des Erfahrenen ist die Sonographie ein sehr wertvolles Werkzeug zur Abklärung eines fragl. Befundes). Das ein MRT deshalb nur gezielt und in 2. oder 3. Linie eingesetzt wird, hat gute medizinische Gründe. Wer etwas anderes fordert, erweist den Frauen einen Bärendienst!
  4. #13

    Zitat von brainbox Beitrag anzeigen
    wenn eine Methode erstens nur ein Symptom einer Erkrankung feststellen soll - ein Tumor ist nicht gleichbedeutend mit der Krebserkrankung - und zweitens die Methode selbst krebsverursachend ist.

    Wer profitiert von diesen risikoreichen Untersuchungen, wenn es nicht die untersuchten Frauen sein können, weil die nachfolgenden „Behandlungen“ ebenfalls belastend und schädigend sind? Nach dem Feststellen eines Tumors stehen nicht etwa schonende Therapien an, um eine Heilung der Krebserkrankung zu erreichen. Nein, es geht mit Verstümmelungen und ebenfalls krebsverursachenden Medikamenten weiter. Das Symptom Tumor wird mit allen zum Waffenarsenal der "modernen" (?) Medizin gehörenden Mitteln "bekämpft". Nutzen für die Erkrankten sieht anders aus.

    Dass es diese Art von "Untersuchung" in den Leistungskatalog geschafft hat, zeigt einen bemerkenswerten Unterschied in der Gesundheitsfürsorge für Frauen und Männer. Hätte ein Anbieter vorgeschlagen Hoden unter hohem Druck zwischen Glasplatten zu pressen und mit radioaktiven Strahlen zu durchleuchten, um Tumore zu finden, wäre er für verrückt erklärt und garnicht in den Kreis der Leistungserbringer zugelassen worden.

    ...

    Echte ( Brust- ) Krebsvorsorge sieht anders aus. Einige Beispiele:
    Vermeiden von Tabakrauch, Vermeiden von Hormonersatztherapie und der Pille, Vermeiden von radioaktiver Strahlung, Vermeiden von Haarfärbemitteln und anderen krebsverursachenden Chemikalien, Vermeidung von potentiell krebsfördernden Inhaltstoffen in industriell hergestellten Esswaren (Zucker, Aspartam, Farbstoffe ), ausreichend gesunde ( zeitlich begrenzte ) Aufenthalte in der Sonne im Sommer und Einnahme von ausreichend dosiertem hochwertigem Vitamin-D im Winter. Ein guter Vitamin D Spiegel verringert nicht nur das ( Brust- ) Krebsrisiko.
    Der Beitrag steht stellvertretend für vieles, was man hier an Voodoo lesen kann.

    Ich greife nur eines heraus. Falsch-positive Diagnosen sind höchst selten, denn nach jedem verdächtigen Screening-Befund wird zunächst einmal eine Biopsie entnommen, die dann den tatsächlichen Befund ergibt. Was Sie meinen, ist der Fall, dass die Patientin einen Tumor diagnostiziert bekommt, dessen Folgen sie unbehandelt nicht erlbt hätte, weil sie vorher an etwas anderem gestorben wäre. Dies ist allerdings bei allen Vorsorgeprogrammen eine große Gefahr. Wenn Sie zur Kariesprophylaxe gehen und auf dem Heimweg werden sie von einem Laster überfahren, dann waren Sie ganz umsonst beim Zahnarzt. Das ist genau der gleiche Fall. Wer profitiert anlso von der Kariesprophylaxe?

    Worüber niemand spricht, ist der Zusammenhang zwischen Diagnose-Zeitpunkt und Behandlungsintensität. Wenn Sie einen Tumor erst spät entdecken, kann man Ihnen zwar in der Mehrzahl der Fälle noch das nackte Leben retten, aber Sie brauchen dann eben die volle Packung. Wenn im Screening ein Tumor schon in sehr kleinem Stadium entdeckt wird, dann sind natürlich auch die Behandlungsmethoden entsprechend schonender.

    Dass man die Situation bei Hoden- und bei Brustkrebs nicht vergleichen kann, liegt wohl auf der Hand. Wenn überhaupt, dann müssten Sie Hoden- und Eiersotckskrebs vergleichen. (oder sollte Ihre Bemerkung ein Scherz sein?)

    Aber wahrscheinlich sind Sie in Wirklichkeit einfach nur ein Verkäufer von Vitamin D-Präparaten.
  5. #14

    Professor Michael Baum (http://www.michaelbaum.co.uk)
    http://www.youtube.com/watch?v=JxDnRMU-l7w
  6. #15

    Tasten?

    Sind Sie wirklich Mediziner und Pathologe? Dann sollte Ihnen bekannt sein, dass nach Studienlage Befunde in der Brust im Schnitt mit ca. 2 cm !!! Durchmesser getastet werden. Früherkennung ist das nicht mehr. Gerade im Mammographie-Screening werden 98% der fraglichen Befunde VOR einer Operation gesichert (auch das sollte Ihnen als Pathologe bekannt sein) , eben gerade damit unnötige Operationen vermieden werden. Das MR der Brust eignet sich bei der normalen Frau ohne besondere familäre BElastung nicht für eine Reihenfrüherkennung.



    Zitat von sheggysen Beitrag anzeigen
    Es war schon immer meine Meinung, dass die Mammografie keine gute Untersuchungsmethode ist, schon gar nicht für Reihenuntersuchungen taugt.
    Als Pathologe sage ich, MRT-Untersuchungen sind sehr gut, werden aber bei
    gesetzlich Versicherten als Reihenuntersuchung nicht bezahlt. Die sicherste
    Methode ist immer noch das Tasten und eine Biopsie mit histologischer
    Diagnose des Befundes.
  7. #16

    Früherkennung!

    Zitat von quark@mailinator.com Beitrag anzeigen
    Ist doch längst bekannt, daß man das eingentlich mittels Kernspintomo machen müßte, aber das würde ja zuviel kosten ;-) ...

    Sowohl in Zusammenhang mit Brust- als auch mit Darmkrebs wurde doch schon umfangreich über statistische Auswertungen geschrieben, die zeigen, daß es mit Therapie zwar länger dauert, daß aber letztlich von sehr vielen untersuchten Menschen nur einige wenige sterben, z.B. 3 statt 4 auf 10000 Personen, so daß man zwar sagen könnte, 25% weniger, aber es macht eben kaum was aus und letztlich kommt's ja auch drauf an, was für ein Leben (und Sterben) es dann ist. Vielleicht ist ein steiler Absturz etwas früher ja erträglicher als eine ewige Quälerei ...

    Wenn man Ihre erwähnten Zahlen andersherum betrachtet , so werden immerhin 25-30 % GERETTET! Frühereknnung bedeutet im Mammographie-Screening, dass kleine Karzinome so früh gefunden werden, dass sie zu diesem Zeitpunkt eine lokale Erkrankung der Brsut sind und eben noch keine Ausdehnung in den Körper stattgefunden hat. 80 % der Brustkrebse, die im Screening gefunden werden, haben noch keine Ausbreitung in die Lymphknoten. Damit gibt es gute Möglichkeiten auf Heilung und ein weiteres gutes Leben mit Familie und Kindern. Immerhin sind ein großer Teil der Frauen zw. 50 und 60 Jahre und damit mitten im familiären und sozialen Leben.
  8. #17

    optional

    Das mit der Statistik ist so eine Sache... 15% Reduktion entspricht einer absoluten Risikoreduktion von 0.05%. Screening führt zu 30% Überdiagnose und Übertherapie, einem absoluten Risikoanstieg von 0.5%. Das bedeutet, dass wenn sich 2000 Frauen im Verlaufe von 10 Jahren regelmässig einem Screening unterziehen, wird eine Frau einen Nutzen daraus ziehen, da sie vermeidet an Brustkrebs zu sterben. 10 gesunde Frauen, die ohne Screening niemals mit Brustkrebs diagnostiziert werden würden, werden zu Brustkrebs-Patientinnen gemacht (Überdiagnose) und sie werden unnötigerweise behandelt (Übertherapie). Die Behandlungen dieser Frauen erhöht ihr Risiko z.B. an einer Herzkrankheit oder einem (anderen) Krebsleiden zu sterben. Ferner kommt es bei 200 Frauen zu erheblichen psychischen Belastungen für einige Monate, da bei ihnen falscher Alarm ausgelöst wird. Diese Zahlen wurden den randomisierten Studien zum Mammographie-Screening entnommen (Cochrane Review). Seit deren Veröffentlichung hat sich die Therapie für Brustkrebs jedoch wesentlich verbessert. Neuere Studien weisen darauf hin, dass das Mammographie-Screening möglicherweise nicht mehr effektiv ist, um das Risiko an Brustkrebs zu sterben zu senken. Es scheint daher nicht mehr sinnvoll zu sein, sich an einem Screening-Programm zu beteiligen. Wenn eine Frau nicht am Screening teilnimmt, reduziert sie ihr Risiko eine Brustkrebsdiagnose zu erhalten. Ungeachtet dessen, werden manche Frauen weiterhin am Screening teilnehmen wollen. Frauen, die zum Screening eingeladen werden, müssen über Nutzen und Schaden vollständig informiert werden. Eine auch für den Laien leicht verständliche Informationsbroschüre ist als PDF-Datei zum Download auf der Webseite vom Nordic Cochrane Centre (ein unabhängiges Forschungszentrum) verfügbar. Offizielle Informationsbroschüren gleichen eher Werbebroschüren, die den Nutzen einer Mammographie (über)betonen, aber nicht erwähnen, dass dabei gesunde Frauen geschädigt werden.
  9. #18

    Die Überschrift zu Nr. ist abgeschnitten

    und damit sinnentstellt. Sie hätte heissen sollen

    'Die Bezeichnung "Vorsorge" ist falsch

    wenn eine Methode erstens nur ein Symptom einer Erkrankung feststellen soll - ein Tumor ist nicht gleichbedeutend mit der Krebserkrankung - und zweitens die Methode selbst krebsverursachend ist.'


TOP



TOP