REUTERSFranzösische und malische Soldaten haben die Islamisten aus Timbuktu vertrieben. Vor ihrer Flucht haben die Extremisten jedoch wertvolle Kulturgüter zerstört: Sie zündeten eine Bibliothek mit jahrhundertealten Schriften an. Zudem mehren sich Gerüchte über grausame Racheakte im Land.
Timbuktu in Mali: Zerstörung und Racheakte - SPIEGEL ONLINE
Racheakte sind weiß Gott nicht richtig, sondern grundfalsch. Man sollte die Vergeltung - nicht Rache dem Staat überlassen. In dem Maße aber, in dem die Bevölkerung den Eindruck erhält, der Staat funktioniere ohnehin nicht richtig, werden auch Racheakte - Selbstjustiz - zunehmen.
Festhalten muss man, dass Racheakte eine Folge begangenen Unrechts sind. Wenn der Mann, der an anderen grausame Verstümmelungen verübt hat, selbst verstümmelt und getötet wird, ist das falsch; er wäre aber gleichwohl nicht getötet worden, wenn er nicht selbst fürchterliche Dinge getan hätte.
Wären die Islamisten nicht jetzt vertrieben worden, sondern erst in fünf Monaten oder in zehn oder in 2 Jahren, hätte es ebenfalls Akte der Rache und Vergeltung gegeben, ja vermutlich sogar weit mehr.
...das diese Terroristen IRGENDWAS mit dem Muslimischen Glauben zutun haben. NIEMAND der wirklich streng religiös ist würde SOETWAS tun...
Der pakistanische Wissenschaftler Pervez Hoodbhoy hat es in einem Interview mit dem Spiegel treffend gesagt: Der Islam hat kaum wissenschaftliche oder kulturelle Werte geschaffen. Und jetzt zeigt sich, dass das Wenige auch noch mutwillig zerstört wird. Hier sind Barbaren am Werk.
Schlimm, aber wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten. Ich würde mir nicht anmaßen das moralisch zu bewerten.
Hier kann ich nur zustimmen, natürlich kann man Selbstjustiz nur ablehnen, im vorliegenden Fall ist sie aber nicht verwunderlich. Ich kann sie auch nicht guten Gewissens verurteilen. Den Menschen fehlt das Vertrauen in die Zentralgewalt, hier für Justiz zu sorgen. Auge um Auge, im Endeffekt in diesen rückständigen Ländern letztlich auch die effektivste Rechtsform. Es ist auch nicht den Franzosen anzulasten, dass es hierzu kommt, die durch die Intervention im Laufe der Jahre verhinderten Verbrechen wiegen dies mehr als auf.
Und ja, man darf froh sein, in Europa zu leben.