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Männliche Erzieher dringend gesucht: Allein unter Frauen

SPIEGEL ONLINEZehntausende Erzieher werden Deutschland in den kommenden Jahren fehlen. Die Lücke sollen auch Männer schließen, das Familienministerium gibt Millionen Euro für eine entsprechende Initiative aus. Doch die grundsätzlichen Probleme bleiben: geringes Gehalt und Vorurteile.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822877,00.html
  1. #100

    Deutschland und die Brutalität von Statusfragen

    Zitat von timte Beitrag anzeigen
    Ich geniesse immer Auslandsaufenthalte. Wenn ich zum Beispiel in Australien erzähle was ich beruflich mache, sagen die Leute "Echt? ist ja super interessant erzähl mal. Toller Job den du da hast, wäre mir viel zu anstrengend. Respekt"
    Die Reaktionen in Deutschland sind bestenfalls ein peinlich berührtes verstummen der Gespräche oder aber die üblichen Vorurteile.
    In den USA habe ich dies ähnlich erlebt, und zwar nicht speziell in Bezug auf den Erzieherberuf, sondern allgemein: es gibt da eine allgemeine Wertschätzung, egal, was man macht. In Deutschland hingegegen ist es allgemein üblich, die Menschen nach Statusvorstellungen einzuteilen und zu behandeln; es ist so üblich, dass es gar nicht mehr auffällt. Dies macht den Wettkampf um Positionen mit hohem Status um so brutaler, und es ist m.E. auch für eine miese gesellschaftliche Atmosphäre verantwortlich.

    Als männlicher Erzieher kommt man in Deutschland statusmäßig unter die Räder. Auch aus diesem Grunde würde ich es meinem Sohn nicht raten, den Erzieherberuf zu wählen.
  2. #101

    Beruf: Erzieher

    "Der Beruf des Erziehers ist, wenn man gerne mit Kindern arbeitet, ein schöner und erfüllender Beruf. Unter den heute gegebenen Umständen kann man aber einem Mann nicht empfehlen, diesen Beruf zu ergreifen. Finanziell ist er nicht attraktiv und als Mann steht ein Erzieher immer mit einem Bein im Gefängnis."

    Das ist das Fazit einer Beschreibung des Berufs Erzieher.

    Die ganze Beschreibung ist zu lesen unter:

    Erzieher
  3. #102

    hmmm

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zehntausende Erzieher werden Deutschland in den kommenden Jahren fehlen. Die Lücke sollen auch Männer schließen, das Familienministerium gibt Millionen Euro für eine entsprechende Initiative aus. Doch die grundsätzlichen Probleme bleiben: geringes Gehalt und Vorurteile.

    Männliche Erzieher dringend gesucht: Allein unter Frauen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich kann dazu nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass ich versucht habe in den Erzieherberuf zu wechseln und kontinuierlich auf Hürden gestoßen bin. Zum einen ist die Ausbildungszeit von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und kann zwischen 2,5 und 6 Jahren dauern, da man in einigen Bundesländer zuvor erst eine Ausbildung zum Sozialassistenten abschließen muss um sich in weiteren Pflege- und Erziehungsberufen qualifizieren zu können. Bei mir wären es in Sachsen-Anhalt auch 6 Jahre Ausbildung. Da ich schon eine Berufsausbildung abgeschlossen habe und dementsprechend etwas älter bin, kam das für mich nicht in Frage und wäre auch nicht finanzierbar, da lediglich der erste Ausbildungsweg vom Staat finanziert wird und über Nebenjob Vollzeitausbildung und Leben zu finanzieren ist einfach nicht möglich. Zweite Möglichkeit wäre eine externe Prüfung nach einjährigem Vollzeitpraktikum im Tätigkeitsbereich. Sofern man aber keine der sehr seltenen bezahlten Praktika ergattern kann, bleibt wieder nur Selbstfinanzierung. Einzige mir angebotene finanzielle Alternative wäre ein Darlehen gewesen, mit welchem ich zwei Jahre hätte finanzieren müssen (Anerkennungsjahr wird ebenfalls kaum bezahlt). Da verliert man sehr schnell die Motivation sich weiter für den Berufsumstieg zu begeistern und aus Erfahrungsaustausch mit Anderen, weiß ich dass es mehreren jungen Männern so geht. Interessanterweise werden gleichzeitig über die Jobcenter der Bundesagentur für Arbeit bezahlte Maßnahmen im Bereich Soziales an die Zielgruppe Ü40 vergeben, ungelernt im Fachbereich. Als Begründung bekommt man dann zu hören, dass diese Zielgruppe eben besonders vom Bund gefördert wird und deswegen, hier Gelder zur Verfügung stehen, während in den Kommunen die Sozialausgaben weiter gesenkt werden, was ebenfalls eher weniger für den Bereich Soziales wirbt. Am schlimmsten fand ich aber das Desinteresse des zuständigen Ministeriums, auf Fragen - keine Reaktion. Ich habe dabei jedenfalls das Gefühl bekommen, dass zwar immer von "dringend benötigten männlichen Erziehern" gesprochen wird, Initiative gibt es aber keine, zumindest keine die beim damit Angesprochenen ankommt. Bei mir hinterlässt es jedenfalls einen sehr bitteren Beigeschmack wenn ich weiter arbeitslos "sein darf" obwohl angeblich so dringend Interessenten an dem Beruf gesucht werden. Alternativen schaffen scheint aber kein Thema mehr zu sein, solange man das Problem auf ein Desinteresse der männlichen Bevölkerung abwälzen kann. Auch eine Form von offenem Sexismus.

    Musste ich mal loswerden...

    ps: Falls zufällig jemand eine Möglichkeit hat, bin ich jederzeit interessiert.
  4. #103

    Wahnsinn, was hier teilweise geschrieben wird!

    Ich bin Erzieher und arbeite als Integrationshelfer und in der Hortbetreuung an einer Grundschule. Mein Beruf bereitet mir sehr viel Freude.

    Der pauschale Vorwurf des Kindesmissbrauchs hier gegenüber Männern in solchen Berufen widert mich an. Solche Vorwürfe durfte ich vorher in der Behindertenbetreuung mir von einigen "Damen" bzgl. Bewohnern schon anhören. Was diese "Damen" für versaute Vorstellungen hatten, warum Männer einen sozialen Beruf ergreifen, war einfach unglaublich.

    Einen solchen Beruf ergreift man, um anderen Menschen zu helfen. Und nicht um andere Menschen zu schädigen!

    Sicherlich mag es auch die ein oder anderen Pädophilen in diesem Bereich geben. Zum Glück habe ich sowas aber noch nie erlebt. Ich wüßte auch nicht, wie das in einer Kita oder Grundschule überhaupt möglich sein sollte, da ständig andere Leute(Kollegen, Eltern, etc...) in der Nähe sind.

    Ich finde es frech, wie Männer hier teilweise pauschal verurteilt werden und hier sogar Psychotest gefordert werden.
  5. #104

    was sonst?

    Zitat von postbote101 Beitrag anzeigen

    Für mich persönlich gehören Männer nicht mehr in die Erzieherrolle, da leider viel zu viel in den vergangenen Jahren von Männern ausging. Und wenn doch, dann müssen hier konkrete Skills als auch eigene Kinder vorhanden sein. Dazu müssen alle Erzieher durch neuausgerichtete Psycho-Tests und Zufälligen Überprüfungen um zu zeigen, dass kein Pädophiler unter den ganzen Erziehern/Lehrern/Pfadfindern/usw. dabei ist.
    Skills: eine 4-5jährige Ausbildung

    Überprüfung: für jeden, der in einer KiTa arbeitet, muss ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden.

    zufällige Überprüfungen: in einer KiTa arbeitet man immer im Team, so eng wie in keinem anderen Beruf sonst, in einer Krippe ist das noch viel enger. Da ist quasi nie jemand "alleine".
  6. #105

    Ausbildung und Verdienst

    Zitat von Luke1973 Beitrag anzeigen

    Zumindest bei uns ist Erzieher ein ganz normaler Lehrberuf. Die Ausbildung dauert auch nicht 5 Jahre.
    Stimmt definitiv nicht.
    Die komplette Ausbildung zum Erzieher dauert, je nach Bundesland, 4-5 Jahre.
    Voraussetzung ist mind. die Mittlere Reife.
    Es ist eine schulische Ausbildung, die landesrechtlich geregelt ist.

    Normalerweise besteht sie aus 1-2 Jahren Vorpraktikum, meist von einer Schule mitbetreut, dann 2 Jahren Vollzeitschule (kein Verdienst) und einem anschliessendem Anerkennungsjahr (ca. 75% des späteren Verdiensts).
    In anderen Bundesländern braucht man dafür erst einen Abschluss als Kinderpfleger oder Sozialassistent (dauert 2 Jahre) und dann nochmal 2 Jahre Vollzeitschule. Macht ebenfalls mindestens 4 Jahre.

    Eine Duale Ausbildung (= "normaler" Lehrberuf) gibt es nur sehr vereinzelt und in derzeitigen Modellversuchen.

    Zitat von Luke1973 Beitrag anzeigen
    Und wenn ich mir angucke, was andere von der Ausbildung her vergleichbare Berufe so verdienen, dann stehen die Erzieher mit Gehätern zwischn 2000 und 2900 (in unserer Kita paßt das sehr gut) noch gut da.
    Um mal die Karten auf den Tisch zu legen:
    Im ÖD sind Erzieher im TvÖD. Da sind sie meist in S6 eingruppiert.
    Was das in Zahlen bedeutet, kann jeder nachlesen:
    Öffentlicher-Dienst.Info - TVöD-SuE - Sozial- und Erziehungsdienst

    Als Berufsanfänger (Steuerklasse 1) macht das etwa 2000 brutto/1400 Euro netto.
    Was ein "Autoschrauber" bekommt, weiß ich nicht - vermutlich aber mehr.

    Zitat von Luke1973 Beitrag anzeigen
    Die Dachdecker oder Heizungsbauer oder Autoschrauber oder auch Sachbearbeiter aufm Bauamt verdienen sicherlich nicht mehr - eher weniger. Und dort finden sich haufenweise Männer.

    Als Bauing. weiß ich, dass die Stellen im öffentlichen Dienst für meine Berufgruppe meist TVÖD 10er Stellen sind. Da sind wir dann bei ca. 3000 bis 3400€. Auch dort: Sehr viele Männer.
  7. #106

    Infos

    Zitat von o.o Beitrag anzeigen
    ps: Falls zufällig jemand eine Möglichkeit hat, bin ich jederzeit interessiert.
    Es gibt derzeit Modellversuche an Schulen, die derzeit eine Duale Ausbildung anbieten.
    Das wurde initiiert, um den (tw. eklatanten) Erziehermangel etwas abzufangen und gerade auch Quereinsteigern eine finanzielle Grundlage zu geben.
    Da die Ausbildung aber immer noch landesrechtlich geregelt ist, kocht da jedes BL sein eigenes Süppchen und es ist sehr schwer, sich durch den Wust an unterschiedlichen Ausbildungsgängen zu kämpfen.
    Hier täte Vereinheitlichung auch sehr gut - der Bildungsföderalismus läßt grüßen :-/

    Nur ein paar Beispiele:
    Duale Ausbildung, Baden-Württemberg:
    Koordinationsstelle Männer in Kitas :: Neue Wege in der Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher

    Quereinsteiger-Kurs/Fernkurs mit Präsenzphasen, Bayern:
    Verein der Freunde und Frderer der Fachakademie fr Sozialpdagogik Seligenthal e.V.
  8. #107

    Wuff

    Zitat von Meshada Beitrag anzeigen
    Ziemlich weinerlicher und auch unlogischer Kommentar (und das sag ich als Mann).
    Der Unterschied ist eben, das Frauen durchaus Karriere machen wollen - es aber oft nicht können, weil Männer bevorzugt befördert werden, was statistisch hinreichend bewiesen ist.
    Die Anzahl an Frauen, die wirklich Karriere, mit Allem was dazu gehört, machen wollen, ist bei weitem nicht so hoch, wie uns immer versucht wird vorzugaukeln.

    Zitat von Meshada Beitrag anzeigen
    Aber hey, über den Feminismus (der übrigens auch Männern hilft - ohne Feminismus wären zum Beispiel männliche Vergewaltigungsopfer massiv schlechter dran, dank dem Feminismus bewegt sich da endlich etwas) jammern ist einfacher.
    Wer meint, gerade der Feminismus helfe Männern in irgendeiner Art und Weise, muss meines Erachtens schon ziemlich einen an der Waffel haben.

    Zitat von Meshada Beitrag anzeigen
    Wir können ganz einfach mehr Männer in Kitas haben, die Männchen müssen nur weniger vorm Fernseher saufen und mehr arbeiten gehen.
    Manchmal schäm ich mich dafür, männlich zu sein, bei all dem Geweine über völlig sinnvolle Dinge.
    Ohne Worte...
  9. #108

    Wo sind denn die Männer, die Erzieher werden wollen?

    Ich bin Mutter eines dreijährigen Kindergarten-Jungen. Mit unserem Kindergarten bin ich wie auch alle anderen Eltern mehr als zufrieden. Leider gibt es keine männlichen Erzieher, und auch die Leitung ist weiblich. Das liegt aber nicht daran, dass man dort keine Erzieher einstellen würde. Es wurden erst kürzlich 3 junge Frauen als Erzieherinnen eingestellt. Ich bin im Elternbeirat u. habe entsprechend einen guten Draht zu Erzieherinnen und Leitung. Nach den neuen Erzieherinnen wurde lange gesucht, aber es hat sich KEIN EINZIGER MANN beworben. Der einzige Mann, der in den letzten Jahren bei uns im KiGa gearbeitet hat, war ein Praktikant vor ein paar Jahren. Ansonsten: KEINE männlichen Mitarbeiter. In den anderen Einrichtungen in meiner Stadt sieht es ähnlich aus. Also: wo sind denn die ganzen Männer, die Erzieher werden wollen? Natürlich ist es auch so, dass den angehenden Erziehern schon in der Ausbildung einiges abverlangt wird: es wird mittlerweile oft Fachabitur o. vergleichbares verlangt, in der Ausbildung kriegt man kein Geld (höchstens mit viel Glück BAfÖG!) usw.

    Und dass hier teilweise Eltern ihre Söhne davon abraten, Erzieher zu werden, kann ich irgendwo nachvollziehen, denn so, wie auch hier teilweise gegen Männer gehetzt und jeder Mann, der Kinder mag, gleich verdächtigt wird, pädophil zu sein, ist das echt nicht mehr feierlich!

    Man sollte in dieser Pädophilen-Diskussion den Ball ein wenig flach halten. Pädophilie ist eine (angeborene o. früh erworbene) Neigung (teilweise im ICD/DSM-Code als Krankheit anerkannt, siehe wiki), für die erstmal niemand etwas kann, genauso, wie jemand sich nicht aussuchen kann, ob er hetero oder schwul wird. Ein Pädophiler ist nicht per se ein Kinderschänder! Nur wenn ein Pädophiler beschließt, seine Neigung auszuleben u. auf die "Pirsch" zu gehen, ist ein Pädophiler eine tickende Zeitbombe!. Solche Pädophile suchen sich tatsächlich nicht selten Berufe aus, in denen sie ständig mit Kindern zu tun haben oder aber gehen in ihrer Freizeit "Betreuer"-Tätigkeiten nach. Noch ein Wort zu Pädophilie: diese gibt es auch bei Frauen, ebenso, wie auch Frauen Kinder sexuell missbrauchen können. In Studien wird meist davon ausgegangen, dass ca. +/- 10% der Missbrauchstäter Frauen sind!
    Dennoch halte ich das Risiko, dass ein Kleinkind in einer ordentlichen Einrichtung Missbrauchsopfer wird, für sehr begrenzt. Denn zum einen arbeitet kein/e Erzieher/in für sich allein, so dass die Kolleginnen u. evtl. noch ältere Kinder u. die Leitung für eine gewisse Aufsicht sorgen. Dann gibt es auch Führungszeugnisse, in manchen Bundesländern müssen für "Kinderberufe" erweiterte Führungszeugnisse vorgelegt werden. Wobei auch für mich solche Führungszeugnisse nicht streng genug sein können, sprich, wenn jemand schon mal auch "nur" für "Spannerei" verurteilt wurde, dann für immer Schluss mit der Arbeit mit Kindern. Natürlich will ich solche strengen erweiterten Führungszeugnisse u.a. Kontrollinstanzen für Männlein und Weiblein, völlig klar.

    Übrigens: interessant ist, dass ich als Frau männlichen Erziehern durchaus positiv gegenüberstehe, während mein Freund (und Papa meines Sohnes) da skeptisch ist...
  10. #109

    Mütter sind heute zum Teil hysterisch

    Zitat von lh807 Beitrag anzeigen
    Noch ein Vorurteil:
    wenn Männer sich um andere Kinder kümmern, dann sind diese Männer doch garantiert pädophil.

    Wenn ich bei uns am Kindergarten vorbeiging, um nach meinen Enkelkindern zu sehen, wie sie im Freien mit anderen spielen, wurde ich aber sowas von kritisch beobachtet. Ich mußte immer befürchten, daß gleich die Polizei gerufen wird.

    Einer der Erzieher hatte mal die Kinder beim Spielen fotografiert.
    Die Mütter waren überzeugt, das der ein Pädophiler ist.
    Wenn Kinder nur immer von Frauen umgeben werden, leiden insbesondere die Jungen. Wenn ich dieses Affentheater heute mit Kindern beobachte, denke ich, wir hatten es früher besser!
    Nach dem Krieg waren unsere Abenteuerspielplätze Trümmergrundstücke! Heute bauen Väter den Kindern perfekte Baumhäuser, in denen die Kinder nicht spielen! Es wird eine Generation weicheier groß gezogen!
    Kauri


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