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Machtwechsel in Libyen: Milizen gefährden den*Frieden von Tripolis

Zwei Monate ist Muammar al-Gaddafis tot, aber Libyen kommt nicht zur Ruhe: Das Ende des Diktators könnte der Anfang*des totalen Zerfalls des Landes gewesen sein. Vor allem die schwer bewaffneten Milizen sind nicht unter Kontrolle zu bringen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...804254,00.html
  1. #50

    "Glotzt nicht so romantisch", B. Brecht

    Zitat von otla.pinnow Beitrag anzeigen
    funktioniert freilich nur dann, wenn diese Despoten nicht zuvor von technologisch erheblich weiter entwickelten Staaten mit Kriegsgerät ausgerüstet wurden, dem die Bürger nichts entgegen zu setzen haben.

    Zudem: lesen Sie doch mal wieder im Grundgesetz. Art. 87 a Abs. 2: "(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt."

    Was das Grundgesetz ausdrücklich zulässt, steht in Art. 35 Abs. 3: "Zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder bei einem besonders schweren Unglücksfall kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen sowie des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte anfordern."

    Glauben Sie, die Mütter und Väter des Grundgesetzes hätten sich nichts dabei gedacht, als sie dies nieder schrieben? Glauben Sie, diverse Bemühungen besonders seitens CDU/CSU, dies aufzuweichen, seien ohne Sinn und Verstand nieder geschlagen worden?

    Denken Sie mal an den ollen Kant: so zu handeln, dass dieses Handeln ein allgemeines Gesetz sein könnte. Wie sieht's denn damit aus, wenn wir in unserem Grundgesetz den Einsatz der Streitkräfte im Inneren wohlweislich untersagen, es uns aber nicht weiter rührt, wenn Diktatoren ihre Streitkräfte dazu benutzen, jeden Bürgerprotest nieder zu kartätschen?

    Setzen wir uns als Demokraten (wer immer meint, dazu zu gehören) lieber dafür ein, dass der Einsatz von Streitkräften gegen das eigene Volk international grundsätzlich geächtet gehört. Das entspricht doch wohl eher unserer Rechtsauffassung, oder nicht?
    "die Mütter und Väter des Grundgesetzes" - was für ein romantisierender Unsinn. Das Grundgesetz der BRD wurde von den Alliierten vorgegeben und von den damaligen Bundestagsmarionetten abgenickt.
    "Deutschland ist seit 1945 kein souveräner Staat", W. Schäuble, 2011.

    Und ein kleiner Blick in die gar nicht romatische Zukunft: Die Lissabon-Verträge lassen den Einsatz von Streitkräften bein Unruhen innerhalb der EU-Staaten zu.
  2. #51

    Du Nazi!

    Zitat von anoubi Beitrag anzeigen
    Gegenüber Gaddafis Nationalsozialismus ist sogar der ja nur angebliche, weil nur von Ihnen behauptete, "Rückfall ins Mittelalter" ein Fortschritt.
    Durch inflationären Gebrauch der Nazi-Keule bezeichnen sich inzwischen schon Kindergartenkinder gegenseitig als Nazi, nur um Recht zu behalten.
    Einen Erwachsenen können Sie damit nicht mehr beeindrucken.
  3. #52

    --

    Zitat von fuchs008 Beitrag anzeigen
    "die Mütter und Väter des Grundgesetzes" - was für ein romantisierender Unsinn. Das Grundgesetz der BRD wurde von den Alliierten vorgegeben und von den damaligen Bundestagsmarionetten abgenickt.
    "Deutschland ist seit 1945 kein souveräner Staat", W. Schäuble, 2011.

    Und ein kleiner Blick in die gar nicht romatische Zukunft: Die Lissabon-Verträge lassen den Einsatz von Streitkräften bein Unruhen innerhalb der EU-Staaten zu.
    leider werden,während immer andere als undemokratische Staaten markiert werden,klammheimlich Gesetze etabliert,die Menschenrechte tatsächlich aushöhlen.
    Der Lissabonvertrag,wie Sie ja schon sagten,mit der Möglichkeit der Tötung Andersdenkender.
    In den USA jetzt das neu durchgebrachte Gesetz der Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren.
    USA: Willkürliche Gefangenschaft im Militärlager

    Ja,so langsam werden Orwells Visionen Realität.
  4. #53

    Zitat von otla.pinnow Beitrag anzeigen
    funktioniert freilich nur dann, wenn diese Despoten nicht zuvor von technologisch erheblich weiter entwickelten Staaten mit Kriegsgerät ausgerüstet wurden, dem die Bürger nichts entgegen zu setzen haben.
    Zudem: lesen Sie doch mal wieder im Grundgesetz. Art. 87 a Abs. 2: "(2) Außer zur Verteidigung dürfen....
    Jetzt haben sie mich aber verwirrt. was in Libyen hat denn irgendwas mit unserer Rechtsauffassung zu tun?

    Wenn ioch mich recht erinnere, handelte es sich bei der Aktion von USA und NATO ausschliesslich um ein Projekt zur Beseitigung Gadhafis, weil der sich weigerte den westlichen Öl-Konzernen eine reibungslise Abzocke enormen zu garantieren. Und da ihm mit dem Iran ein diesbezüglicher Kollege herangewachsen ist, musste man einschreiten.
    Ich weiss noch ziemlich genau, dass sogar die New York Times berichtete, dass Wochen vor dem ersten Aufstand in Bengazi 40 CIA Leute nach dort geschickt worden sind.

    Ich hoffe, sie werden auch dazu sagen: "Das entspricht doch wohl eher unserer Rechtsauffassung, oder nicht?"
    Dann hätten sie nämlich Recht!
  5. #54

    Wie bitte?

    Zitat von savanne Beitrag anzeigen
    ist ihr Beitrag sehr zutreffend. Warum sich hier in der Bewertung des vergangenen/zukünftigen Libyen soviele Foristen so echauffieren kann ich nicht ganz nachvollziehen. Und einige, die hier meinen das Libyen unter Gaddafi ein rückständiges afrikanisches Land war, diese sollten sich mal erst mal gründlich informieren.
    "...diese sollten sich mal erst mal gründlich informieren."

    Informieren? Gar mit Tatsachen?

    Ich bin ein braver Leser deutscher Medien, die mich stets informieren, welche Meinung ich zu Themen haben soll! Wozu benötige ich denn Wissen zu Themen, wenn doch eine Meinung zu ihnen habe?
  6. #55

    die unterdrückten rebellen...

    Zitat von otla.pinnow Beitrag anzeigen
    Es gibt mehrere Probleme in Libyen, die aber wohl hauptsächlich daraus resultieren, dass manch einer meint, für das Volk Pläne machen zu müssen; das Volk jedoch hat seine eigenen Pläne.

    Das Hauptproblem sind sicherlich die Brigaden. Hier wurden in den Medien immer schön die Kämpfer präsentiert, die eigentlich Lehrer, Studenten oder Ingenieure waren. Tatsächlich aber ist Libyens Gesellschaft gespalten. Gaddafi folgte dem nationalsozialistischen Ideal des wilden, natürlichen Mannes. Der braucht nicht viel Erziehung und Bildung, entsprechend war das Bildungssystem. Als Fremdsprache höchstens bisschen Englisch, ansonsten bestand die Hälfte des Unterrichts aus dem Grünen Buch - und nicht wenig Unterrichtszeit ging für Demonstrationen drauf, zu denen die Schüler gekarrt wurden. Und Manieren braucht der wilde Stammesbruder natürlich auch nicht; der handelt nach seinen Gefühlsimpulsen.

    Gerade diese jungen Leute, geistig praktisch noch Kinder, die nie das Land, manchmal noch nicht mal ihr Dorf verlassen hatten und als Verwundete im Ausland nicht immer unproblematisch sind, haben aber die größten Opfer im Kampf gegen das Gaddafi-Regime gebracht. Sie in eine zivilisierte Gesellschaft zu integrieren ist eine Riesenaufgabe. Da wird einiges an Anstrengungen unternommen. Nicht nur Aufnahme in Militär und Polizei, sondern auch Jobtrainingsprogramme oder Aktionen, wie jüngst in Tripolis, das Gewehr gegen einen Besen zu tauschen zwecks gemeinsamer Stadtreinigung.

    Auf der anderen Seite der Nachwuchs der berühmten 'guten Familien', für die in traditioneller Frömmigkeit Bildung immer noch Gottesdienst ist und die privat alle möglichen Anstrengungen unternommen haben, sie ihren Kindern zu ermöglichen. Das sind junge Leute bis Leute mittleren Alters, Männer wie Frauen, meist Akademiker, oft mit Auslandserfahrung, nicht selten polyglott, die international problemlos konkurrenzfähig sind.

    Wie gesagt: Integration der sozialen Schichten ist in Libyen eine gewaltige Aufgabe.
    Das was Sie beschreiben entspricht nicht den Tatsachen. Unter Gaddafi wurde nicht nur "etwas" Englisch gelernt,sondern das studieren vom Staat gefördert wurde.Medizinische Versorgung war kostenlos und Verheirate Paare wurden mit 50000 Dollar als Startgeld unterstützt. Jetzt herrschen die Sandalen Kämpfer ,wie Sie richtig sagen noch nie weiter,als ihr Dorf waren in Tripolis und haben nicht vor da wegzugehen. Aber jetzt wundern was da abläuft ist zynisch...gerade mal wieder Meldung aus dem Menschenrechtsbüro aus England..Assad tötet trotz Reformen und trotzdem befinden dort Wahlen statt.Aus Homs berichten aber die unterdrückten per Skype was anderes...wie immer Wie gerne möchte jemand aus Syrien ein zweites Lybien machen....aus dem Büro in London.
  7. #56

    Diktator?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zwei Monate ist Muammar al-Gaddafis tot, aber Libyen kommt nicht zur Ruhe: Das Ende des Diktators könnte der Anfang*des totalen Zerfalls des Landes gewesen sein. Vor allem die schwer bewaffneten Milizen sind nicht unter Kontrolle zu bringen.

    Machtwechsel in Libyen: Milizen gefährden den*Frieden von Tripolis - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Was Muammar al Gaddafi war, steht geschrieben in seinem Grünen Buch: dies ist ein Konzept für Sozialismus, Souveränität und Demokratie der Masse.
    Wer hat den Weitblick, die Vision für Libyen wie Gaddafi? Keiner.
    Man wollte die Macht. Hat man sie jetzt?

    Man feiert den Unabhängigkeitstag.
    Aber: wie haben die neuen Herrscher die Macht erreicht?
    Durch eine mörderische Intrige gemeinsam mit dem Westen gegen Muammar al Gaddafi. Und jetzt stellt sich heraus, daß sie die Rebellen benutzten, aber jetzt irgendwie nicht mehr brauchen...
    Sie haben Kriegsverbrechen begangen, sie haben Muammar al Gaddafi ermordet: ein Kriegsverbrechen: ein Gefangener ist ermordet worden.
    Feiern sie einen Unabhängigkeitstag, der besagt, daß sie frei von Schuld in die Zukunft blicken können?
    Unabhängig?
    Sie haben einen Pakt mit dem Westen geschmiedet (passen da die Rebellen hinein?), genauso dekadent wie der Westen, warfen sie die Ideale Gaddafis über Bord.
    Wie steht es um die soziale Gerechtigkeit?
    Wie steht es um die Minderheiten?
    Wie steht es um die Gleichberechtigung der Frau?
    Zunächst verlangen wir die Aufklärung des Kriegsverbrechens an Muammar al Gaddafi, und seinem Sohn am 20.10.11
    Und es ist wohl im Sinne all derer, die Muammar al Gaddafi einen Diktator nennen, daß er ermordet worden ist. Das muß aufgeklärt werden. Hier ist Recht, Würde und Ehre gemordet worden.


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