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Machtwechsel in China: Abschied der Unerbittlichen

DPASie machten China zur Weltwirtschaftsmacht Nummer zwei, erstickten aber jeden politischen Widerstand im Keim: Auf dem KP-Parteitag in Peking werden Präsident Hu und Premier Wen von zwei Karrierefunktionären abgelöst. Die haben beim Thema Gerechtigkeit und Korruption jede Menge Arbeit vor sich.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-865832.html
  1. #1

    Ein enormes Missverhältnis

    Ein einziges Artikel in einer Woche über die Änderung an der Staatsspitze in China, dem nominell wirtschaftlich zweitstärksten Land der Welt, aber mit der 4,5-fachen Einwohnerschaft der USA, dem angeblichen Wirtschaftsführer, in denen Millionen von Menschen auf der Strasse leben.

    Das Wahlspektakel in den USA verdrängte in den letzten Wochen jede andere Nachricht. Als ob die Welt für Lobhudeleien für den amerikanischen Kaiser stoppt. Alleine heute erschienen hier im SPON ca. 20 Artikel, von denen allerdings nun jeder Artikel ein realistischeres Bild der USA zeichnete, als die hunderte Artikel der jüngeren Vergangenheit.

    Dieser Artikel hier wird nur dazu benutzt, die Schwachstellen des Systems in China aufzudecken. Da werden sich besonders die über 20 Mio. Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten darüber freuen nun zu wissen, welche Defizite China hat. Das Defizit der USA kennen sie: 1. aus eigener Anschauung und 2. aus dem Fernsehen. ein auch menschenverachtendes System, nur eben anders. Mit den höchsten Schulden, die jemals ein Land in der gesamten Weltgeschichte angehäuft hat. Und von denen ca. 2 Bio. Kredite von China kommen. Das in den letzten Jahren mit den USA respektvoll Fangball spielt.
  2. #2

    Im Kern richtig, aber Nuancen uebersehen

    Gesellschaftlich rutscht China weiter in Richtung Spaltung. Das ist richtig. Allerdings gab es in juengster Zeit einige interessante Zwischenfaelle, die aufhorchen lassen. Der Beschluss, 2 Bauprojekte zu stoppen, nachdem zu oeffentlichen Unruhen kam war interessant, wenngleich abzuwarten bleibt, wie lange dieser 'Stop' auch wirklich eingehalten wird. Interessanter war Anfang des Jahres die Stuerzung der Lokalregierung im suedchinesischen Wukang und die darauf folgende Belagerung der Stadt, bei der nicht klar, ob die Zentralregierung mit Militaer reagieren wuerde. Sie tat es nicht. Stattdessen hat sich in Wukang Grassroot Demokratie durchgesetzt und die Dorfbevoelkerung einen neuen Buergermeister aus den eigenen Reihen gewaehlt.
    Aber das Kredo bleibt: Hu und Wen's Nachfolger muessen gesellschaftlich einiges leisten.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auf dem KP-Parteitag in Peking werden Präsident Hu und Premier Wen von zwei Karrierefunktionären abgelöst. Die haben beim Thema Gerechtigkeit und Korruption jede Menge Arbeit vor sich.
    Schade Herr Lorenz, daß Sie nicht auf die (un-)rühmliche Vergangenheit der beiden neuen Xi Jinping und Li Keqiang eingegangen sind.

    Da scheint soviel Dreck versteckt zu sein den die KP eifrig unter den Tisch kehrt.


    Xi Jinping in seiner über 10-jährigen Zeit in Xiamen, als einer der oberen in der Führungsriege und nichts mit bekommen von Lai Changxing der von 1991 bis 1999 sein Schmugglersystem dort aufgebaut hat.

    Chinas Schmuggelkönig Lai Changxing muss lebenslang in Haft - SPIEGEL ONLINE

    Da kann man nur sagen "3 Affen", nichts sehen, nichts hören, nicht sprechen. Xi Jinping der "Saubermann" über 10 Jahre unter lauter Korrupten.


    Li Keqiang war ab 1999 Gouverneur in Henan und hat versucht einen Aidsskandal von mehreren 100.000 Aids-Opfern mit Hilfe der KP-Behörden zu vertuschen. Schikanieren von Opfer und Bürgerrechtler waren an der Tagesordnung.

    Li Keqiang

    Welch ein Systemwechsel :-( ! ?

    Welch hohe Qualifikation die Neuen mitbringen :-( !?

    Na SPON wird das wieder zensiert?
  4. #4

    Services wären die Lösung!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie machten China zur Weltwirtschaftsmacht Nummer zwei, erstickten aber jeden politischen Widerstand im Keim: Auf dem KP-Parteitag in Peking werden Präsident Hu und Premier Wen von zwei Karrierefunktionären abgelöst. Die haben beim Thema Gerechtigkeit und Korruption jede Menge Arbeit vor sich.

    Parteitag der KP China: Bilanz der Amtszeit von Hu Jintao und Wen Jiabao - SPIEGEL ONLINE
    Am schönsten wäre es doch, wenn China jetzt verstärkt auf Services setzen würde, so wie die EU und die USA. Die Produktion könnte an Billiglohnländer wie Europas Süden und den amerikanischen Mittelwesten gehen. Die Chinesen könnten dann via EDI ihre tollen Designpläne wonders günstig produzieren lassen. Die innere Transformation entwickelt sich dann durch den Ausbau hochwertiger Services in China selbst. Die dafür erforderlichen Berater könnten gewiss bei McKinsey und der Bundesagentur für Arbeit eingeholt werden.
    Politisch darf dann endlich mal gezeigt werden: Totale Systemgastronomie a la Peking: MacPekingente und Macreiswein in den Frühlingswochen. Künstlerisch dürfen Riesenbilder an zahlungskräftige Millionäre und erstklasige Museen verschenkt werden - nur zum Spaß und aus chinesischer Freundschaft. Die Herren Hu und Wenn bekommen später Aufträge aus der Filmindustrie, wo sie die "verknöcherte Generation" spielen dürfen die mit verwöhnten chinesischen Teenagern aus Funktionärshaushalten um die Höhe des Taschengeldes ringt. China ist ganz groß im Kommen!
  5. #5

    Machtwechsel aber ohne Zerfall mit Blutvergießen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie machten China zur Weltwirtschaftsmacht Nummer zwei, erstickten aber jeden politischen Widerstand im Keim: Auf dem KP-Parteitag in Peking werden Präsident Hu und Premier Wen von zwei Karrierefunktionären abgelöst. Die haben beim Thema Gerechtigkeit und Korruption jede Menge Arbeit vor sich.

    Parteitag der KP China: Bilanz der Amtszeit von Hu Jintao und Wen Jiabao - SPIEGEL ONLINE
    Seltsam, dass ich die jetzige chinesische Führung fast immer automatisch im Hinterkopf verteidige und bewundere, obwohl ich unsere Menschenrechte für die größte Errungenschaft der Menschheit halte.
    Ich habe immer wieder die fanatischen aufgehetzten roten Garden, mit ihrem Mao-look und mit den Händen schwingenden roten Bibeln in Erinnerung, die jede Reform im Keime ersticken wollten.
    Die 100%ig Uberzeugten, die keinerlei Kritik zugänglich sind gehen mir gegen den Keks.
    Ja, Jugoslawien wollte zur Demokratie zurückkehren, aber Chaos Bürgerkrieg fanatischer Nationalismus machte sich breit, jeder gegen jeden und das in einem aufgeklärten Europa.
    Und nun sollte China mit über 1,5 Milliarden Menschen automatisch ohne Blutvergießen und nationalen Zerfall zur Demokratie übergehen?
    Unmöglich!
    Unsere Politiker würden lieber Ananas in Alaska züchten als in China ein politisches Amt wahrzunehmen.
    Ja, vielleicht kann jetzt eine neue Führung ohne die "Unerbittlichen" Reformen ohne Blutvergießen und Zerfall des ganzen Reiches es schaffen.
    Viel Glück!!!
  6. #6

    Überlebenswichtige Themen diskutieren

    Regierungseinlaudung nach China zum
    WISE - World Emerging Industries Summit in Changchun September 2010
    Thema meiner Key Note: Totaler Umbau des Steuersystems, nicht mehr Menschen sondern Resourcen besteuern.

    Regierungseinlaudung nach China zum
    GELS - Global Economic Leaders Summit in Changchun September 2011
    Thema meiner Key Note: Wir brauchen eine internationale Organisation für den Ölausstieg
    Wo werden eigentlich in Deutschland solche Themen in Politik und Massenmedien diskutiert?
  7. #7

    stuemper report

    es ist bekannt dass immer mehr journalisten - leider auch beim spiegel - keine realistischen reportagen mehr bringen, es fehlt ihnen die kompetenz zum thema ueber welches sie schreiben, hr andreas lorenz gehoert nun auch zu dieser kategorie . mich wuerde interessieren wie oft dieser herr schon in china in den provinzen war, den hier wuerde er feststellen welchen schwachsinn er schreibt, kein chinese wird mehr gegen die regierung und das system protestieren, jeder von den 'armen chinesen' wird ihm sagen 'warum soll ich den protestieren ? uns gehts doch jedes jahr ein kleines stueck besser " die wissen genau welchen wohlstand z.b. ein bauer oder arbeiter in europa bereits hat, natuerlich will er den auch mal erreichen , aber er ist klueger als so mancher daemlicher sensation journalist, er weiss dass dies in diesem riesigen land dauert welches sowieso schon mit riesen schritten den anschluss an die sog 'zivilisierte west welt' geschaffen hat, dass ein solches riesiges land nur mit strenger hand zu regieren ist und mit nur mit einem einpartei system kann doch jeder in europa sehen, hier wird doch nicht mehr eine gemeinsame loesung - z. b. euro-schulden-finanzkrise - sondern nur um die macht der parteien, ich lebe hier seit 10 jahren und kenne dieses land besser als die meisten journalisten, sehr selten dass ich einen guten serioesen report in der west presse ueber china lesen kann - leider !
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch in der Partei mehren sich die Stimmen, die politische Reformen fordern, wenn das Land erfolgreich bleiben will. Bislang spricht wenig dafür, dass Xi Jinping und Li Keqiang die eingetretenen Pfade verlassen werden. Das ist kein Zufall: Die strikte Geheimhaltungspolitik der Partei und die Beschwörung der "Einheitslinie" hat dazu geführt, dass die Öffentlichkeit keinerlei Vorstellungen darüber hat, warum einzelne Funktionäre an die Spitze Chinas geraten und was sie eigentlich dort wollen - oder was sie nicht wollen.

    Parteitag der KP China: Bilanz der Amtszeit von Hu Jintao und Wen Jiabao - SPIEGEL ONLINE
    Man kann die meisten Politiker nach gewissen Schemata einordnen. Beispielsweise gibt es die Prinzline (Bo Xilai oder Xi Jinping), welche nur durch das Vermögen und das Netzwerk ihrer Eltern an hohe Positionen gekommen sind. Dann gibt es die Shanghai-Clique, die sich um Jiang Zemin angesiedelt hat und dieses Mal ihren Einfluss weiter verlieren wird. Als letztes gibt es die Zhuanpai, bzw. Populisten, die aus einfachen Verhältnissen kommen und die chinesische Führung durch Bildung und Leistung überzeugt haben. (So gibt es beispielsweise die Untergruppe der Tsinghua-Gruppe, die alle von DER Elite-Universität überhaupt in China kommen) (Als Leistung zählen z.B. eine starke Unterdrückung der Tibeter (Hu Jintao) oder ein striktes Vorgehen gegen Falun Gong (Li Keqiang)).
  9. #9

    Zitat von realoptim Beitrag anzeigen
    es ist bekannt dass immer mehr journalisten - leider auch beim spiegel - keine realistischen reportagen mehr bringen, es fehlt ihnen die kompetenz zum thema ueber welches sie schreiben, hr andreas lorenz gehoert nun auch zu dieser kategorie . mich wuerde interessieren wie oft dieser herr schon in china in den provinzen war, den hier wuerde er feststellen welchen schwachsinn er schreibt, kein chinese wird mehr gegen die regierung und das system protestieren, jeder von den 'armen chinesen' wird ihm sagen 'warum soll ich den protestieren ? uns gehts doch jedes jahr ein kleines stueck besser " die wissen genau welchen wohlstand z.b. ein bauer oder arbeiter in europa bereits hat, natuerlich will er den auch mal erreichen , aber er ist klueger als so mancher daemlicher sensation journalist, er weiss dass dies in diesem riesigen land dauert welches sowieso schon mit riesen schritten den anschluss an die sog 'zivilisierte west welt' geschaffen hat, dass ein solches riesiges land nur mit strenger hand zu regieren ist und mit nur mit einem einpartei system kann doch jeder in europa sehen, hier wird doch nicht mehr eine gemeinsame loesung - z. b. euro-schulden-finanzkrise - sondern nur um die macht der parteien, ich lebe hier seit 10 jahren und kenne dieses land besser als die meisten journalisten, sehr selten dass ich einen guten serioesen report in der west presse ueber china lesen kann - leider !

    In China gibt es einen Wechsel von der Autokratie zur Demokratie. Das diese unten ansetzt (Mao Zedong: "Den Krieg von den Dörfern in die Stadt bringen") ist doch klar. Auch, dass es den Menschen eher interessiert, was in seiner direkten Umgebung passiert (deswegen die Proteste gegen Raffinerien oder Chemie-Werke).
    Bislang ist es so, dass die Chinesen sehr zufrieden mit der Zentralregierung sind, die lokalen und regionalen Parteikader aber am liebsten direkt lynchen würden.

    Warten Sie einfach bis Wang Yang sich im Ständigen Ausschuss sitzt, dann wird es relativ schnell gehen mit der Entwicklung.


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