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Machtkampf: Media-Markt-Gründer spekuliert über Trennung von Metro

DPAKurz vor einem wichtigen Gerichtstermin legt Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals im Machtkampf mit Metro nach: "Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken", sagte er. Die Metro-Führung habe mitunter "wilde Ideen".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...845871,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kurz vor einem wichtigen Gerichtstermin legt Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals im Machtkampf mit Metro nach: "Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken", sagte er. Die Metro-Führung habe mitunter "wilde Ideen".

    Gründer von Media Markt lästert über Metro - SPIEGEL ONLINE
    Nun, da man als Außenstehender nicht die ganzen Interna kennt und hier sicher auch persönliche Animositäten mit rein spielen, ist eine genaus Beurteilung schlecht möglich.

    Dem einen Satz mit der Notwendigkeit, einen Handelsmann an der Spitze eines Handelsunternehmens zu haben, finde ich genau richtig. Was nutzen einem gut bezahlte BWLer, die keine Ahnung haben, was der Kunde will sondern sich nur an Zahlentabellen aufziehen?

    Die Folgen kann man IMHO aktuell bei Nokia ganz genau nachvollziehen
  2. #2

    Die METRO ist ein Dinosaurier der versucht aus dem Mustopf zu kommen!

    Ich habe selber fast 15 Jahre in einem Metro C&C Markt gearbeitet, und auch so einiges an "wilden Ideen" miterlebt. (Deutschland Positiv, Shape 2012, etc.)
    Die letzten drei Absätze dieses Artikels bringen es genau auf den Punkt, und ich kann dem Herrn Kellerhals nur zustimmen.
    Ein Handelsmann an der Spitze ist das was der Metro fehlt.
    Die Basis weiß das schon jahrelang, aber ein Mitarbeiter ist in diesem Unternehmen auch nur eine Nummer (FTE) auf dem Bildschirm.
    Zum Glück habe ich diesen "Irrenverein" hinter mir...
  3. #3

    Vom Störenfried zum Bilderbuch-Kaufmann in 5 Minuten

    Interessant! Aus der bisherhigen Berichterstattung zum Thema nahm ich stets unbewusst das Bild eines störrischen, eigenwilligen, die Entwicklung der MediaMärkte behindernden Alt-Eigentümers mit, der sich nicht so richtig von dem Laden trennen kann den er verkauft hat.

    Nun lese ich hier O-Töne und das Bild dreht sich: Ein langfristig denkender Kaufmann geisselt die Krankheit, an der auch Konzerne wie KarstadtQuelle/Arcandor schon (fast) zu Grunde gegangen sind: Sie glauben einen Handelskonzern mit Buchhaltern und Controllern führen und gestalten zu können.

    Ich finde es gut, dass der Mann lieber verantwortungsvoll und mit Augenmaß wachsen möchte, statt sich auf riskante, arbeitsplatzgefährende Abenteuer in China einzulassen.
  4. #4

    So weit müssen Sie gar nicht schauen.

    Zitat von sabaro4711 Beitrag anzeigen
    Dem einen Satz mit der Notwendigkeit, einen Handelsmann an der Spitze eines Handelsunternehmens zu haben, finde ich genau richtig. Was nutzen einem gut bezahlte BWLer, die keine Ahnung haben, was der Kunde will sondern sich nur an Zahlentabellen aufziehen?

    Die Folgen kann man IMHO aktuell bei Nokia ganz genau nachvollziehen
    Die Folgen können Sie auch sehr gut bei Media/Saturn begutachten.
    Zum Einen an dem zu Tage tretenden strategischen Dilemma, aufgrund der in der Vergangenheit ausschliesslich auf Preis und Größe des Sortiments ausgerichten Existenzberechtigung beider Vertriebskanäle. Diese Versprechen sind nun aufgrund des breiteren und preisgünstigeren Angebots im Netz, ganz offensichtlich nicht mehr einlösbar. Der Kunde bemerkt das und kauft entweder im Netz oder im Fachhandel. Eine Abkehr von dieser bisher erfolgreichen Marketingidee und eine mögliche Neupositionierung, ist mit einer Zentralbude wie Metro nicht zu machen.

    Weiterhin kollidiert die aufgrund des eigenen Internet-Shops, zentrale Vertriebs- Preisstrategie mit den Interessen der an ihrem Unternehmen beteiligten Geschäftsführer vor Ort, die in der alleinigen Ergebnisverantwortung stehen und in der Vergangenheit beinahe gottgleich und nebenbei bemerkt sehr erfolgreich, walten und schalten konnten.
    Daher kommt nur eine Trennung von Metro oder die Entmachtung der Altinhaber und der Geschäftsführer vor Ort in Frage.
    Ein dritter Weg ist bisher nicht erkennbar und daher wird der weitere Verlauf der Streitigkeiten, für steigende Marktanteilsverluste sorgen.

    Metro hat wie der gesamte stationäre Handel, große Probleme mit dem stattfindenden Strukturwandel und konnte sich bisher für kein zukunftsträchtiges Konzept entscheiden.
  5. #5

    Zusatz

    Inwieweit derartig groß dimensionierte stationäre Einheiten in dieser margenarmen Branche überhaupt noch in Zukunft profitabel bewirtschaftet werden können, ist weiterhin mehr als fraglich.
    Immerhin realisiert das Nertz in dieser Branche ca. 25% des gesamten Absatzes und wächst zwar langsamer, aber stetig weiter.
    Das derzeitige Konzept, Verkauf im Netz und Abholung der Ware im Laden, degradiert die ohnehin schon schlecht beleumundeteten "Berater" zu Umtausch- und Warenherausgabepersonal. Das funktioniert mit der Ladenfläche und den damit verbundenen Kostenstrukturen kalkulatorisch niemals.

    Zu groß, zu unbeweglich, zu teuer, zu unpersönlich, zu inkompetent.
    Media/Saturn ist damit ein Sanierungs- und bestenfalls ein Auslaufmodell, da für den Kunden kein Mehrwert zum Netz erkennbar ist.
  6. #6

    Zitat von roostercockburn Beitrag anzeigen
    Metro hat wie der gesamte stationäre Handel, große Probleme mit dem stattfindenden Strukturwandel und konnte sich bisher für kein zukunftsträchtiges Konzept entscheiden.
    und die aktuelle werbekampagne von media markt, die mit den keifenden puppen ist eher eine kundverschreckkampagne.
  7. #7

    Guter Artikel

    [QUOTE=DrWimmer;10609871]
    Nun lese ich hier O-Töne und das Bild dreht sich: Ein langfristig denkender Kaufmann geisselt die Krankheit, an der auch Konzerne wie KarstadtQuelle/Arcandor schon (fast) zu Grunde gegangen sind: Sie glauben einen Handelskonzern mit Buchhaltern und Controllern führen und gestalten zu können.
    Diese irre Expansion in China ist ja völlig verrückt. Warum sollten Chinesen den bei ihnen selbst zusammengebauten Elektronikkram teuer bei MediaM. kaufen ? Die sind doch nicht blöd die Chinesen.
    Falls die MetroBWLer wissen wollen, wie man in Asien reingelegt werden kann, sollen sie mal bei der FRAPORT nachfragen, wie es denen auf den Philippinen erging.

    Dass heute alles übers Internet geht stimmt so nicht. Wenn ich in so einen Media oder Promarkt gehe, ist da immer gut was los und die Leute kaufen auch. Und Beratung ist bei den komplizierten Geräten wichtiger denn jeh.
  8. #8

    Der Eine sagt so, der Andere sagt so.

    Zitat von inci2 Beitrag anzeigen
    und die aktuelle werbekampagne von media markt, die mit den keifenden puppen ist eher eine kundverschreckkampagne.
    Na ja, die Zielgruppe wird auf jeden Fall auf der richtigen Ebene angesprochen, fies grins. Wissen tun wir es beide nicht ;-))
  9. #9

    Dass heute alles übers Internet geht stimmt so nicht. Wenn ich in so einen Media oder Promarkt gehe, ist da immer gut was los und die Leute kaufen auch. Und Beratung ist bei den komplizierten Geräten wichtiger denn jeh.
    Richtig, zur Zeit sind es in dieser Branche ca. 25%, die über alle relevanten Warengruppen per Netz vermarktet werden.
    Das Beratung sehr wichtig ist und auch von König Kunde eingefordert wird, ist ebenso richtig. Die irrsinnigen Retourenquoten der Netzverkäufer sprechen hier eine eindeutige Sprache und verschaffen den Paketdiensten allerschönste Umsätze und den Vermarktern graue Haare.
    Desweiteren werden die zukünftig stark steigenden Energiepreise trotz ausbeuterischer Personalpolitik der Versender, zweifellos zu ungeahnten Preiserhöhungen und noch mehr "Wettbewerb" führen.








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