Er ist bereits der geistliche Führer Irans, doch das reicht Ajatollah Chamenei offenbar nicht. Statt eines Präsidenten könne auch ein Premier die Islamische Republik regieren, schlug er vor. Damit wäre Widersacher Ahmadinedschad entmachtet - und der Weg frei für die Alleinherrschaft.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...792674,00.html
wer wird Kalif anstelle des Kalifen.
Es war klar das der geistige Führer nach der Macht greifen wird.
Mit einer Nebenrolle wird sich Chamenei nicht länger zufrieden geben.
Und wozu dann noch einen Premier?
Wenn man die Alleinherrschaft haben kann.
Diese geistigen Führer sind in ihren Machtansprüchen so durchsichtig.
Och kommt, Achmadinedschad ist sowieso vor allem ein Lautsprecher. Man verkauft ihn gerne als den großen, bösen Diktator, aber das ist lächerlich.
Vor ein paar jahren bei der Fußball-WM wollte er Frauen Zugang zu Stadien gewähren, wenn die iranische Mannschaft spielte. Hat's geklappt? Nope. Der Ayatollah hat sein Veto eingelegt. So viel Macht hat der Präsident Irans tatsächlich: er schafft es nichtmal, dass ein paar Frauen Fußball gucken dürfen.
Die Mehrheit der jungen Iraner, die künftigen demokratischen Revolutionäre, wird den Abriss der politischen Fassade vor dem klerikal-diktatorischen Oligarchie zu schätzen wissen.
Das schärft den Blick der Minderheit der älteren Iraner.
Präsidentenwahlen, Wahlkampf, TV-Rededuelle der Präsidentschaftskandidaten, alles ist show und Fassade, für
die Einheimischen und auch für den Westen ! Denn faktisch ist der Iran eine Diktatur des Obersten Führeres , und nun lässt er auch de jure die Maske fallen, und beansprucht offen die absolute Alleinherschaft der Geistlichkeit !
Angekommen im 7. Jahrhundert !
Lästige Anhängsel wie Präsident, Parlament und Wahlen stören den Islamisten doch nur. Das langfristige Ziel wird wohl sein, alles abzuschaffen oder zur Fassade degradieren.
Könnte dann aber auch der endgültige Anfang vom Ende des Terror-Regimes sein, denn die Iraner sind nicht dumm. Es fehlte nach den letzten gezinkten Wahlen nur der Durchhaltewille um das herrschende Gesindel endgültig zur Hölle zu jagen.
Zum Vergleich, nach der islamischen Revolution bis 1982 wurden über 5000 Oppositionelle hingerichtet. Wo ist bitte der vielzitierte Frieden im Islam?Zitat von Wikipedia
Es tut mir Leid es etwas schroff ausdrücken zu müssen, aber dieser Artikel geht wirklich an der Realität vorbei. Ich habe selten einen Artikel in einem Qualitätsmedium gelesen, der so sehr von sachlichen Fehlern durchsetzt war. Ich zähle mal einige auf und möchte die SpOn-Redaktion bitten das nicht zu zensieren, da die Leser doch ein Recht auf eine freie Kritik an den Artikeln haben sollten:
1. Mal rein logisch, spieltheoretisch gedacht: Wenn der Präsident durch einen Ministerpräsidenten ersetzt wird, warum bedeutet das dann Alleinherrschaft des Revolutionsführers? Das bedeutet lediglich eine Stärkung des Parlaments, weil der Regierungschef danach vom Parlament (wie in Deutschland) und nicht vom Volk (wie in Frankreich) gewählt wird.
2. Ahmadinejad hat auch bei der zweiten Amtseinführung versucht Khameneis Hand zu küssen. Da er sich jedoch in den Augen Khameneis als guter Präsident erwiesen hatte zog Khamenei seine Hand weg um ihn zu zeigen, dass er das nicht mehr tun brauche. Ähnlich verfuhr Khamenei z.B. beim Hisbollah-Führer Hassan Narsallah, so dass Nasrallah - genau wie Ahmadinejad - stattdessen Khameneis Schulter küsste. Damals wurde es von exil-Iranischen Journalisten (ähnlich dem Autoren dieses Artikels), die zwar Iraner waren, aber nicht besonders bewandert in islamischen Fragen, als Zeichen gedeutet, dass er den Präsidenten nicht mehr respektiert. Reza Kazemi, der Autor dieses Artikel scheint es noch besser zu wissen: Ahmadinejad wollte angeblich seine Schulter küssen. Liebe SpOn-Redaktion, nur weil jemand Iraner ist, heißt es nicht, dass er die islamischen Sitten und Bräuche kennt und sie deuten kann.
3. Ahmadinejad befindet sich in seiner zweiten Amtszeit. In Iran darf er kein drittes mal kandidieren. Bei ausreichender Kenntnis der iranischen Verfassung hätte man das doch zum Verständnis der Ereignisse wenigstens erwähnen können.
4. Wieso sollten die Vorschläge Khameneis über die Einführung einer parlamentarischen Regierung ein "Warnsignal" sein. Ali Khamenei sprach diesen Punkt nicht im Sinne einer Agenda an, sondern als Aufzählung und Beispiel, dass die Islamische Republik dynamisch und flexibel sei und daher - je nach Bedarf - die Verfassung und Gesetze entsprechend islamischen Prinzipien verändern könnte und daher nie unter Stagnation leiden müsse.
Wortwörtlich sagte er mehr als im Artikel zitiert wurde. Nämlich folgendes: Das Volk wählt mit ihrer direkten Stimme den Präsidenten und bis heute ist das noch eine sehr gute und bewährte Methode. Falls in irgendeiner fernen oder nahen Zukunft – in naher Zukunft wird es wahrscheinlich nicht der Fall sein – eingeschätzt werden sollte, dass anstatt einer präsidialen Regierungssystem beispielsweise ein parlamentarisches System - wie es in vielen Staaten üblich ist - angemessen ist, stellt das keinerlei Schwierigkeit dar. Die Islamische Republik ist in der Lage, das zu modifizieren." (vgl. http://irananders.de/home/news/artic...-auf-sich.html)
Ich will die Leselust der anderen Forumteilnehmer nicht überstrapazieren, aber der Artikel hat noch einiges mehr an Schwächen. Wenn ich später Zeit haben sollte schreibe ich noch mehr darüber.