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Machtkampf in Ägypten: Präsident Mursi setzt alles auf eine Karte

REUTERSErst gab er sich störrisch, dann drohte er mit dem Militär - jetzt macht Ägyptens Präsident Mursi ein Zugeständnis. Auf seine umstrittenen Machtbefugnisse verzichtet er, die Verfassung will er trotzdem durchboxen. In den nächsten Tage könnte sich das Schicksal des Landes entscheiden.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-871838.html
  1. #1

    Abschreiben

    Ägypten, wie auch die anderen arabischen Staaten könnt ihr abschreiben. Die brauchen ihre Sharia einfach zum Nichglücklichsein. Punkt, Ende, Aus. Wir sollten allein darauf achten, dass sich das nicht auch noch bei uns verstärkt ausbreitet. Die Bevölkerung, die diesem Glauben bei uns anhängt, wächst ja stetig und man sagt ja bereits dass der Islam ein Teil von Deutschland sei. So wot next?
  2. #2

    Liberale Elite

    Die liberale Elite allein schafft es nicht. Es kommt auf die Armee an, ob die einen irgendwie gearteten Kemalismus durchsetzen kann. Der Mursi dürfte in 14 Tagen Geschichte sein.
  3. #3

    optional

    Ich bin sicherlich keine Befürworterin der Sharia oder jeglicher Einmischung der Religion in der Politik. Aber, man soll sich hier fragen: Was soll denn ein Satz wie dieser heissen?
    "Ägypten, wie auch die anderen arabischen Staaten könnt ihr abschreiben. Die brauchen ihre Sharia einfach zum Nichglücklichsein. "
    Gibt es Menschen auf der Welt, die nicht glücklich sein wollen? Und sind wir so aufgeklärt, dass wir wirklich entscheiden können, was einem Menschen glücklich macht? Ich ann entscheiden, was ich gut finde, und nicht was die Ägypter aus ihrem Land machen wollen.
    Das Referendum finde ich fair. Wollen die Ägypter doch diese Verfassung haben, warum sollen sie's nicht haben? Und auch das mit der "Stellung der Frau": die Muslimbrüder und die Salafiten haben eine enorme Anhängerschaft unter Frauen, das steht fest. Lass den (arabischen) Frauen selbst, über ihre Stellung entscheiden.
    Zuletzt möchte ich daran erinnern, dass im Jahr 1971 die Männer des schweizerischen Kanton Appenzell Innerrhoden per Volsabstimmung entscheiden sollten, ob die Frauen das Wahlrecht haben sollten. Die Mehrheit der Männer sagte "nein". Trotzdem gab am 27. November 1990 das Bundesgericht einer Klage von Frauen aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden Recht und bestätigte damit die Verfassungswidrigkeit der Innerrhoder Kantonsverfassung in diesem Punkt. So führte Appenzell Innerrhoden als letzter Kanton das Stimmrecht für Frauen auf kantonaler Ebene ein, entgegen einem Mehrheitsentscheid der Männer an der Landsgemeinde am 29. April 1990.
    Also was wir als "aufgeklärt" sehen geschiet nicht immer demokratisch.
  4. #4

    The difference between Egypt and a banana republic is — the bananas.

  5. #5

    Morsis's Ende

    Alles was irgendwo mit "demokratisch" zu tun hat, kann man getrost abschreiben wie in allen arab. Länder. (ausser manchmal in Marokko) Morsi nimmt sein Dekret zurück? Wenn abgestimmt oder besser gesagt "bestätigt wird" am 15.12. oder 20.12. oder irgendwann, setzt Morsi einfach ein neues Dekret ein und er hat, was wollte. Dann kann er nach bester Islamistenmanier das Volk drangsalieren mit den rückständigen Islamideen. Falls die Opposition durchhält, könnte eine Machtergreifung der Armee erfolgen und das Absetzen von Morsi rechtfertigen um das Land vor dem Absturz in eine Katastophe zu bewahren. Dann müsste allerdings ein neuer nichtislamistischer "Starker Mann" her. So hätte man eine neue Militärdikdatur die aber mit Sicherheit weniger schlecht ist als eine Salafistendikdatur, die alles " Nichtislamische" verabscheut und bekämpft!
  6. #6

    Und wir werden wieder einmal alle überrascht sein...

    ... wenn sich ein Land, das zu fast zweidrittel moslemischen Extremismus wählt für die Scharia entscheidet. Wir waren ja auch alle überrascht als plötzlich Islamisten und Salafisten die Mehrheit bekamen. Wir werden die eine Zeit finanziell unterstützen. Der Wirtschaft wird es jedoch nicht dienen und in einigen Jahren werden das auch unsere Politiker merken. Und wenn dann die Islamisten merken, dass keine Zahlungen mehr kommen, werden die Pläne sichtbar die jetzt schon vorhanden sind. Ich würde jedenfalls keinen Ägypten-Urlaub für 2015 buchen.

    Und jetzt betrachten wir einmal die Gegner Mursis: Die sind ja auch nicht zu 100% freiheitliche Demokraten nach westlichem Vorbild. Man müsste nur einmal fragen, ob sie denn Juden und Christen gleiche Rechte wie Moslems zugestehen würden. Auf die Antwort wäre ich aber gespannt. Diese Frage wird jedoch nicht gestellt, weil auch Journalisten die Antwort schon kennen.

    Natürlich sind unter diesen Anti-Mursi Demonstranten einige die mehr Freiheit und auch mehr westliches Leben wollen. Die meisten kommen aber wohl aus der Tourismus-Branche und da geht es ums Geld. Ein islamischer Gottesstaat wird keinen Tourismus dulden der sich rentiert. Die Strände fallen dann weg, weil wohl keine westliche Frau in einem Land Urlaub macht wo sie keinen Bikini tragen kann. Dann bleiben noch die Pyramiden und andere Sehenswürdigkeiten. Das reicht aber mit Sicherheit nicht aus um die Kassen der Tourismus-Industrie voll zu halten, zumal ja auch viel Geld vom Staat bei der Einreise abgezockt werden wird. Dann wird nämlich ein sehr teures Visum genauso nötig werden wie Zwangsumtausch von Devisen.

    Und was Mursi jetzt betreibt, ist lediglich eine Frontbegradigung. Er hätte von Erdogan lernen sollen und etwas langsamer vorpreschen. Erst muss er das Militär unter seine Kontrolle bringen. In der Türkei war das einfacher, da sich das dortige Militär mehr den Bankgeschäften denn Atatürks Erbe verpflichtet fühlten als Erdogan deren Entmachtung begann.

    Vielleicht kommt Mursi bald auf die Idee, den Militärs die Einnahmen aus dem Tourismus zu überlassen, und schon hat er freie Hand für seine Scharia-Ideen.

    Aber wie eingangs beschrieben, lassen wir uns mal wieder überraschen.
  7. #7

    +

    Diese Scheiß westliche Arroganz kotzt mich an - bei uns gibt es genug Mist mit dem man sich beschäftigen könnte. Nein anderen Ländern vorschreiben wollen wie sie zu leben haben - ihr habt sie doch nicht mehr alle. Wenn die Mehrheit dort in Ägypten den Mursi und die Muslimbrüder haben will , dann hat der Westen das zu akzeptieren. Schluss - aus - Sense.
  8. #8

    Problem ist die Verfassung

    Ein paar Schmankerl daraus:
    * Keine Religionsfreiheit, erst recht keine Freiheit, nicht-religiös zu leben oder sich aus der Zugehörigkeit vom Islam zu verabschieden.
    (Nur) Für Christen und Juden soll es gewisse Erleichterungen geben.
    Das heißt: Wer sich als deutscher Atheist oder Moslem in den Ägypten-Urlaub begibt, muss sich dort in Zukunft der Strenge der Scharia unterwerfen.
    * Eine besondere Scharia-Kammer des Parlaments, wählbar lediglich aus einer Vorauswahl von autorisierten Kandidaten mit Vorrechten gegenüber dem gewählten Parlament.
    Das heißt: Keine Demokratie.
    * Staatliche Wirtschaftsplanung.
    Das heißt: Verarmung und Korruption.
    * Ziel der arabischen Einheit, besondere Verbindung hinsichtlich der Nachbarstaaten und im Nil-Becken.
    Das heißt: Kriegsgefahr für Libyen und Nord-Sudan, deren Ölquellen sich Ägypten wohl gern einverleiben würde.
  9. #9

    Tunesien, Ägypten, Libyien .....

    Aufregende Zeiten! Bisher haben sich schon in kuerzester Zeit drei große Länder von der Landkarte verabschiedet. Wirtschaftlich verlief der Niedergang noch schneller als politisch. Ich frage mich ob Katars Petrodollars 86 Millionen Aegypter finanzieren koennen. Fassungslos macht mich, dass immer noch von den sog. syrischen Aufstaendischen, die zu 100% von Al Qaida unterwandert sind, eine demokratische Reform erwartet wird. Speziell die USA sind voellig vernarrt in die Al Qaida-Knaben. Entsetzlich ist, das die Terroristen von Hamas salonfaehig sind und die Welt beifaellig zur Ankuendigung einer zweiten Shaoa nicken.








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