Zitat von
randomhumanbeing
Ich schließe mich "heidi1-preiss" in dem Punkt an, dass die Großmächte unserer Welt leider nur an einem stabilen, kooperativen Ägypten interessiert sind - ob Demokratie oder Diktatur. Umso mehr ist doch aber unsere Aufgabe im Netz und allgemein in Deutschland darauf aufmerksam zu machen, was in Ägypten gerade passiert. Die Machtübernahme der Muslimbruderschaft ist für mich relativ einfach zu begründen: 56% aller Ägypter (vor allem im Süden) sind Analphabeten - für sie zählt nur, dass die Existenz ihrer Familie gesichert ist. Der Mangel an Bildung bildet ein Fundament für jegliche Ideologien, sofern jene, die diesen Bevölkerungsschichten ihre Ideologie (/Religion) aufzwängen wollen, dafür Sorgen, dass niemand hungerleiden muss und alle Arbeit haben. Das ist kein Problem für die sehr gut organisierte, international agierende Muslimbruderschaft. Es ist traurig, wie eine Revolution wieder einmal "ihre Kinder frisst", aber um einem Analphabeten, der das Wort Demokratie noch nie gehört hat diese näherzubringen braucht es mehr gebildete, demokratisch Orientierte Menschen, welche die Probleme der Menschen in Ägypten lösen: die Wirtschaft liegt am Boden, der Tourismus ist eingebrochen, ein gerade arbeitslos gewordener Städter mag sich sagen: "Von Menschenrechten werden meine Kinder nicht satt!" Ich habe mich kürzlich mit mehreren Personen aus Ägypten über ihr Land unterhalten (ein Student, eine Professorin,...) - sie sind besorgt und beunruhigt, glauben jedoch, dass die liberalen, jungen ägyptischen Bürger, welche die Revolution erst angefacht haben, sich mit einer Diktatur des Islam nicht zufrieden geben werden. Lasst uns alle hoffen, dass das Blutvergießen ein baldiges Ende nimmt...