3kEUR, das kann ich noch einiges über. Trotzdem lohnt es sich nach BWL-Kriterien.
>4kEUR bei meinem vollgefederten Reiseliegerad. Ich kann es immer noch für >3kEUR verkaufen, auch nach 3Jahren. In der Zeit bin ich fast 10Mm damit gefahren. Natürlich gibts auch noch Verschleiss, aber meine Kosten sind also jetzt schon im Bereich von 10-15ct/km. Das bekommt kein KFZ hin.
Ich fahre Alu, aber Stahl vs. Alu muss man immer pro Stahl beantworten: Alu braucht 16mal mehr Energie in der Herstellung. Alu ist ein Verschleissprodukt, es wird nach vielen Lastwechseln immer spröde und man bekommt einen Dauerschwingbruch an den am höchsten belasteten Stellen. Dabei gibt es keine Untergrenze der Belastung. Biegt man es oft genug hin und her, wird es auch bei geringer Kraft irgendwann brechen. Stahl hingegen kann, bei korrekter Rechnung, "ewig" leben.
Ein guter 25CrMo4-Stahl rostet etwas an, aber fürs Durchrosten muss man schon an der Küste wohnen, ansonsten dauert selbst durchrosten Jahrzehnte, länger als ein Alurahmen leben wird. Bei billigen ST52-Baustahlrahmen mag das anders sein.
Bin anfänglich mit meinen gebrauchten Rennrädern gereist, 200EUR bis 600EUR Radpreis+Miete für den Einspur-Anhänger, bzw. Tubus-Fly-Gepäckträger. Oder für 20EUR gebraucht gekaufter Kinderanhänger für den Hund und damit übern Rennsteig, teils auch den Wanderpfad, wo sonst nur vollgefederte Mauntenbaiks unterwegs waren. Insgesamt <<500EUR Materialkosten. Geht alles. Aber fürs Zelt, Schlafsack und Kocher hab ich schon als Azubi ein halbes Vermögen hingelegt, und bei meinem Fahrrad ists mittlerweile ähnlich. Wer arm ist/wenig verdient, sollte teuer kaufen, sonst kauft er zweimal. Es ist extrem werthaltig, und vor allem die perfekte Lösung für meine Bedürfnisse.
Mit einem sehr leichten Liegerad ist man aber wesentlich komfortabler und schneller unterwegs. Man bleibt selbst nach Tagesetappen von 200km bei Pausen noch auf dem Fahrrad einfach liegen und flüchtet nicht vom Rad, wie man es bei Aufrechträdern macht. Im Flachen hab ich praktisch vorne immer eine 3 auf dem Tacho, was mir selbst mit unbepackten Rennrad schwerfiel. Und dann lock-out-hebel und kleiner Übersetzung (1,13m Entfaltung im kleinsten Gang) komm ich den Berg fast so schnell hoch wie mit den Randonneusen.
Ich würde mir mein Reiserad immer wieder kaufen.
Eine Rohloff hat im übrigen nur den gleichen Übersetzungsumfang wie eine 3x7f-Kettenschaltung. Und auch da nur die Standardvarianten der verkauften Schaltungen. Eine individuell zusammengestellte Halfstep+Granny-Kettenschaltung kam auch bei 3x7 schon auf deutlich mehr Gänge als nur 14.
Eine Rohloff ist auch eine MTB-Nabe und fürs Strassenradfahren nicht geeignet. Sie hat gleichbleibende Gangsprünge, was am Berg sinn ergibt, weil die doppelte Geschwindigkeit auch die doppelte Leistung bedeutet. In der Ebene bei höheren Geschwindigkeiten bedeutet aber doppelte Geschwindigkeit oft die 8fache Leistung, wegen des Luftwiderstands. Deswegen fühlt sich der Gangsprung von 14% bei 15-20km/h noch ok an, ist aber bei 25-30km/h schon viel zu groß, da müssten die Gangsprünge kleiner werden.
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