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Londons Olympia-Stadtteil Stratford: Aufgemotztes Schmuddelkind

DPADer Londoner Stadtteil Stratford rückt plötzlich ins Rampenlicht. Mit Macht versuchte man, das heruntergekommene Viertel am Olympischen Park aufzuhübschen. Jetzt steht im zweitärmsten Bezirk Englands das größte Einkaufszentrums Europas. Ist das Projekt ein Erfolg?

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...845552,00.html
  1. #1

    Klar...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Londoner Stadtteil Stratford rückt plötzlich ins Rampenlicht. Mit Macht versuchte man, das heruntergekommene Viertel am Olympischen Park aufzuhübschen. Jetzt steht im zweitärmsten Bezirk Englands das größte Einkaufszentrums Europas. Ist das Projekt ein Erfolg?

    Stratford in London: Gentrifizierung im Olympia-Viertel - SPIEGEL ONLINE
    ...ist es ein Erfolg. Die Armut wurde verdrängt...der Stadtteil aufgewertet...nun werden die Yuppies nachziehen, die Mieten steigen, die Alt-Bewohner müssen wegziehen....und schon ist der Stadtteil sanniert....so macht man das nicht nur in London.
  2. #2

    Wow! Die britische Art tiefgreifende Struktuprobleme zu lösen erstaunt mich immer wieder: Man nimmt einfach Millionen Dinge die kein Mensch braucht, stopft sie in eine Mall und tut so als ob sie unverzichtbar wären. In armen Gebieten funktioniert das natürlich am besten, man gibt den Menschen das Gefühl etwas wert zu sein und hat seine Ruhe während man genüsslich abkassiert.
    Genial!
  3. #3

    Ist doch überall das Gleiche....

    Kaum macht eine dieser "malls" auf, wird es daneben sehr, sehr öde: alte Läden machen dicht und die Ladenlokale steht leer.
    Oder Nachmieter sind "Enthaarungsstudios", Telefonläden, Callshops, Spielcasinos, "Backshops" (was für ein bescheuertes Wort: hat mal schon jemand "Back" gekauft?), Fingernagelrenovierer. Und vielleicht einem Dönerladen dazwischen.
    Die Gegend wird anonym, monoton und uninteressant. Mir kommt es vor wie die Vorstufe zum Slum. Die "Stadtplaner" lernen scheint's nie.
    Ich weiss von zwei solcher Malls, die die Läden in der Umgegend platt gemacht haben, und erschrecke jedes mal, wenn ich die Nachbarschaft ansehe.
  4. #4

    optional

    "Hier trinkt man seinen Kaffee nicht bei Starbucks, sondern im Café Rae Anne oder beim Polen. Das ist das alte Stratford. "
    nun ja - als ich das letzte mal im Stratford Centre war, gabs gleich am Eingang ein Starbucks, und das Café Rae Anne ist auch nicht in der High Street sondern am Broadway
  5. #5

    Warum?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Londoner Stadtteil Stratford rückt plötzlich ins Rampenlicht. Mit Macht versuchte man, das heruntergekommene Viertel am Olympischen Park aufzuhübschen. Jetzt steht im zweitärmsten Bezirk Englands das größte Einkaufszentrums Europas. Ist das Projekt ein Erfolg?

    Stratford in London: Gentrifizierung im Olympia-Viertel - SPIEGEL ONLINE
    Solche Stadteile ziehen Leute an, die ihre Schulausbildung lieber vor dem Fernseher verbracht haben. Sie konzentrieren sich hier.

    Warum sollten sie automatisch das gleiche verdienen wie in den anderen Stadtteilen?
    Warum das Unverständnis?

    Sollen alle das Gleiche verdienen? Nen bischen Leistungsorientierung sollte nicht schlecht sein.

    Infrastrukturmillionen bringen nicht automatisch einen Sinneswandel bei diesen Menschen.
  6. #6

    westfield am shepherds bush...

    funktioniert seid jahren bestens und hat die gegend um shepherds bush deutlich aufgewertet, ohne die umliegenden seitenstrassen und geschäfte wesentlich zu verändern. der mix funktioniert dort bestens. mag aber auch an der nähe zu notting hill, kensington usw. liegen

    man wollte wohl auf biegen und brechen den erfolg im osten wiederholen, was auch gelingen kann, wenn einige jahre vergehen.
  7. #7

    Zusammenhang ist fraglich

    ..was hat die Gegen um Stratford mit dem Westfield zu tun, den Artikel würde ich als Themaverfehlung beurteilen. Das Westfield wurde nicht gebaut um Stratford aufzuwerten, das ist Unsinn. Und was auch an das Westfield anschließt ist die Gegend um die Holland Park Avenue, St. James Gardens, Ladbroke Grove, eine eher extrem elitäre Gegen, ein Stadthaus an der Holland Park Avenue bekommt man nicht unter 20 Mio. Pfund. auch das könnte man jetzt mit Westfield assoziieren. Auch deshalb wurde Westfield nicht gebaut. Westfield ist ein Superlativ, alles ist groß ungefähr drei- bis viermal so groß wie sonstige Center, vor allem in London wo wirklich alles winzig und klein ist und nirgends Platz ist. In jedem Fall eine Institution für die ganze Stadt und das Center läuft sehr gut. Ob es das verdient was es soll und ob es ein Geschäft für die Investoren war steht wieder auf einem anderen Blatt.

    Das die Gegend dahinter im Osten eher das schlechte Viertel ist, das ist richtig, ideal aber für die Immobilie, siehe PEP oder OEZ in München, mit die erfolgreichsten Shoppingcenter in Deutschland, die Frage ob das alles geht ist also eigentlich keine Frage. Ob ein Cafebetreiber oder eine High Street, die nie eine "richtige" war stirbt, ist eine natürliche Entwicklung und per se nicht zu verteufeln, was wäre wenn Westfield nicht gebaut worden wäre.
    Insofern gefällt mir der Artikel nicht da der Zusammenhang falsch (eher negativ) dargestellt ist.
  8. #8

    Zitat von Christiane Schneider Beitrag anzeigen
    Solche Stadteile ziehen Leute an, die ihre Schulausbildung lieber vor dem Fernseher verbracht haben. Sie konzentrieren sich hier.

    Warum sollten sie automatisch das gleiche verdienen wie in den anderen Stadtteilen?
    Warum das Unverständnis?

    Sollen alle das Gleiche verdienen? Nen bischen Leistungsorientierung sollte nicht schlecht sein.

    Infrastrukturmillionen bringen nicht automatisch einen Sinneswandel bei diesen Menschen.
    In der Printausgabe gab es einen deutlich ausgewogeneren Bericht, als dieses Loblied auf "wegweisende" Architektur, die bereits jetzt schon so grauenhaft ausschaut, als müsse man sie spätestens in 10 Jahren abreissen.
    Für den Olympiawahnsinn wurden Firmen enteignet, mit Taschengeldern abgefunden, für die sie woanders nie wieder neue Lagerhallen usw. bauen können und ihr Geschäft einstellten. Es gab dadurch massiven Arbeitsplatzverlust und was sollte ein Durchschnittsbewohner in dieser füchterlichen "Mall" ?
    Freilich, die Reichen brauchen Abschreibungsprojekte und Möglichkeiten, ihr Geld in Immobilienfonds zu stecken, die Politker und Kommiteemitglieder kassieren Bestechungsgelder, der Steuerzahler zahlt. Bereits jetzt ist absehbar, dass das Olympiagedöns mit minus 14 Milliarden abschliesst, konservativ geschätzt.
  9. #9

    optional

    Auch wenn es manchem nicht in den Sinn kommen mag, dass auch Menschen ohne Banksterjob oder BWL-Abschluss einen Platz zum Leben brauchen: Hier werden teure Wohnungen für Leute gebaut, die es in einen "hippen" Stadtteil zieht. Die alteingesessene Bevölkerung darf sehen, wo sie bleibt, wird verdrängt oder in andere Stadtviertel entsorgt. So entstehen Vorstädte mit Wohnsilos wie den Sozialbauten in Paris und anderen europäischen Großstädten, in denen dann die sozialen Konflikte langsam aufgeköchelt werden, bis es vielleicht irgendwann einmal eine Explosion gibt, die man dann mithilfe der Polizei niederknüppeln darf. In einer Gesellschaft, die human ist, gibt es Platz für jeden, selbst wenn er zu blöd ist, um in einem Gymnasium bis zum Ende durchzuhalten, oder sich später irgendwie durch Steuerhinterziehung oder anderweitige Kungeleien erfolgreich durchs Leben zu manövrieren.


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