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Lohn zu gering: Polnische Leiharbeiter ignorieren deutsche Grenzöffnung

Die Billiglöhnerschwemme bleibt aus:*Laut einer Erhebung*hat die Öffnung der deutschen Grenzen für osteuropäische Leiharbeiter bislang kaum Wirkung gezeigt. Die Bezahlung in der Bundesrepublik sei für Geringverdiener aus Polen einfach zu schlecht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...772389,00.html
  1. #1

    Ach was?

    Na, das ist ja eine Überraschung. Wollen die faulen Polen etwa nicht für miese deutsche Löhne arbeiten? Unglaublich! Da fahren die einfach weiter in Länder, wo es einen Mindestlohn gibt!!!

    Dieses Problem wird uns solange begleiten, wie es deutschen Arbeitgebern gestattet ist, Menschen zu Hungerlöhnen schuften zu lassen. Und anscheinend ist die Versuchung dafür besonders groß, wenn es sich um Menschen handelt, denen man eine gewisse Bedürftigkeit unterstellt.

    Leider, leider kann man keine Volkswirtschaft nur mit Juristen, Ingenieuren und Betriebswirten betreiben. Es muss auch noch Menschen geben, die wirklich arbeiten. Und irgendwann lassen sich diese Menschen nicht mehr mit Almosen abspeisen.
  2. #2

    Billoglohnland

    Genau das ist auch Deutschland geworden. Ein einziges Billiglohnland! Es dauert nicht mehr lange, dann gehören wir zur dritten Welt. Danke!
  3. #3

    Ich arbeite viel mit Polen (NICHT Erntehelfern)

    sondern im Bereich der internationalen Projekte. Dass polnische Arbeiter keine Lust auf Deutschland haben, hat weniger mit Löhnen zu tun, sondern mit der Art und Weise, auf die allzu viele Deutsche die östlichen Nachbarn nach wie vor sehen und behandeln: als Menschen zweiten Kategorie, etwas blöde, jedenfalls minderwertige Schlitzohre, die zwar vordergründig fleißig und zuverlässig arbeiten, aber nur, um hinterher die heiligen doitschen Autos zu klauen und abzuhauen. Außerdem fahren die alle rostigen Polski Fiat, haben keine Autobahn™ und ein Doitscher im Hotel Centralny kann für 50 Mark einen auf den King machen. Ahnee, das war vor 30 Jahren…*ja denn…

    Oder so ähnlich. (Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.)
    Ausnahmen sind löblich und bestätigen die traurige Regel.
    Deswegen gehen die meisten Polen, die im Ausland aktiv werden wollen, nach England oder nach Frankreich, wo sie auf Augenhöhe auftreten, als Menschen gesehen werden und ihre Ausbildung anerkannt bekommen.
  4. #4

    Wer hätte das gedacht?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Billiglöhnerschwemme bleibt aus:*Laut einer Erhebung*hat die Öffnung der deutschen Grenzen für osteuropäische Leiharbeiter bislang kaum Wirkung gezeigt. Die Bezahlung in der Bundesrepublik sei für Geringverdiener aus Polen einfach zu schlecht.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...772389,00.html
    Wer hat sich denn da verrechnet? Nun, nicht alle sind so dumm, auf die Lohnsenkungen der Schröders und Clements mit einem bescheidenen Jawohl zu antworten. Irgendwo hat die Arbeitswut auch Grenzen. Bleibt dann nur noch die griechische Lösung, eine Staatskrise auszulösen, um Lohn- und Gehaltssenkungen schmackhaft zu machen.
    Zusammen mit den Grenzkontrollen Dänemarks, die die Reisefreiheit in Europa beschränken, warten noch weitere Demontagen des vereinten Europa. Besser hätten es Europas Feinde auch nicht gekonnt!
  5. #5

    Selber schuld ihr Polen!

    Es waren genau solche Billiglöhner aus dem Ausland, die die Lohnspirale nach unten in Deutschland losgetreten haben. Viele der Deutschen, denen sie dadurch die Arbeit weggenommen haben sind durch Hartz-IV inzwischen dafür bereit für ähnlich niedrige Löhne wie polnische Gast- oder Zeitarbeiter zu arbeiten. So ändern sich die Zeiten.
    Außerdem führte die Abschaffung der Grenzen und der Euro-Einheitsbrei zu einer Anpassung der Lohnniveaus der einzelnen Länder. Ursprünglich wollte man Deutschland durch die EU noch mehr ausbeuten. Das ist gelungen. Jetzt ist nichts mehr da, was man noch holen könnte!

    Deutschland hat bisher für die gesamte EU den Zahlmeister gespielt und sich dadurch eine Rekordverschuldung aufgehalst. Polen sollte sich nicht nur an ein geringes Lohnniveau in Deutschland gewöhnen, sondern auch daran, einmal an Deutschland Rettungsmilliarden zu zahlen, so wie Deutschland das jetzt für Griechenland tut.
  6. #6

    ...

    Das war doch zu erwarten, in einem Land, in dem man 400-Euro-Jobs und 1-Euro-Jobber zu einem Jobwunder hochstilisiert.

    Nur 3 Mio. Arbeitslose! [sic!]
    (Und weitere 3 in "Weiterbildungs"maßnahmen, 2 Mio. Aufstocker, ein paar Frührentner - und eine Armada von Niedriglohnarbeitern)
  7. #7

    Warum auch, die Politik hat den 1 Euro Job eingeführt

    und dieser wird von den deutschen Unternehmen doch nur fortgesetzt. Viele Arbeiten in Deutschland für 1 Euro, aber in der Statistik sind es 5,50 Euro/h!. Ganz einfach die Knechten 70 Stunden.....dann kommt man auf einen Euro!!! Denke in Polen wird es mehr geben?
  8. #8

    ..

    Zitat von anderton Beitrag anzeigen
    Genau das ist auch Deutschland geworden. Ein einziges Billiglohnland! Es dauert nicht mehr lange, dann gehören wir zur dritten Welt. Danke!
    Umso besser - der "Standort Deutschland" (entlarvend) - niedrige Löhne, fallende Sozialleistungen, fallende Unternehmenssteuern und ein großer Pool an "Menschenmaterial"; was will der moderne Unternehmer mehr: Und die "Freunde" in der Politik geben derweil Hilfestellung das große Ziel zu erreichen.
    Schröders "größter Billiglohnsektor Europas" wird ein voller Erfolg. Wir alle wissen für wen - und wählen schön weiter unsere Folterknechte. Immer wieder.
    Die Polen sind da schon weiter.
  9. #9

    Ahja

    Zitat von Igga Beitrag anzeigen
    Es waren genau solche Billiglöhner aus dem Ausland, die die Lohnspirale nach unten in Deutschland losgetreten haben. Viele der Deutschen, denen sie dadurch die Arbeit weggenommen haben sind durch .....
    Ahja, Arbeiter die nichts zu sagen haben und meist noch nicht mal unsere Sprache sprechen sind also Schuld an der Entwicklung?
    Und ich dachte die Lohnspirale haben die Hartz4-Gesetze, der nichtvorhandene Mindestlohn, die extreme Ausweitung der Zeitarbeit losgetreten.

    Najut, dann weiß ich ja jetzt wer Schuld ist.


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