Ich stelle mir gerade vor, ich frage den typischen raffgierigen BWLer nach seinem Wunschgehalt ...
SchindlerhofGehalt frei Schnauze: Das Tagungshotel Schindlerhof in Nürnberg zahlt allen Mitarbeitern, was sie wollen - und die Kollegen für richtig halten. Die Selbstbedienung lohnt sich für den Hof und andere Gehaltsdemokraten. Doch das Modell funktioniert längst nicht überall.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-879626.html
Ich stelle mir gerade vor, ich frage den typischen raffgierigen BWLer nach seinem Wunschgehalt ...
Also das Beispiel von diesem Hotel mag vielleicht interessant klingen. Aus dem wirtschaftlichen Erfolg allerdings abzuleiten, dass dieser eben durch das Selbstbestimmungsmodell beim Gehalt zustande kommt, ist etwas dünn. Hier wurden gerade einmal zwei Unternehmen vorgestellt, die allerdings nicht gerade zu den "normalen" Beschäftigungsfeldern zählen. Ich weiß nicht, ob solche Modelle zum Beispiel für Handwerksbetriebe geeignet sind.
natürlich wenn man vorher das zig Hundertfache des Gehaltes anderer bekommt, ist das natürlich nicht motivationsfordernd, wenn man anschließend auf einen großen Teil verzichten müßte, nur das solche Verdiener eigentlich als parasitär zu bezeichnen sind.
Klingt verlockend …
Aber was ist mit dem sozialen Druck der Mitarbeiter untereinander? Wird derjenige, der sich selbst mehr genehmigt, als die anderen ihm zubilligen dann geächtet und herausgemobbt?
Spielt Leistung und Einsatz dabei eine Rolle oder zählt, ob man Everybody´s Darling oder eher unbeliebt ist?
Warum sollte jemand eigentlich sein Gehalt reduzieren?
Also, ich weiß nicht so recht.
...in anderen Ländern wird ddas Gehalt offen kummuniziert. Alleine die Kommentare zu diesem Artikel zeigen wieder typisch deutsche Angst und Dauerreflektion. Ich mache immer ein Spaß daraus, in lustiger Runde mein Gehalt zu nennen. Der Hammer! Vor einer Woche habe ich ein paar Ökospießer nervös über 50tsd lachen sehen... Aber ich will nicht jammern Als eingeborener Deutscher profitiere ich auch von den deutschen Eigenschaften - alles ordentlich organisiert und abgesichert. Auf der Grundlage lässt sich rocken!
...ist das ja eine gute Idee. Denn die Forderungen werden sehr schnell an die Realität angeglichen werden, wenn klar ist, dass überzogene Gehälter der Wirtschaftlichkeit schaden. Einen Einblick in die Bücher / Situation des Unternehmens zu bekommen, ist nicht so verkehrt, funktioniert aber nur im Kleinen. Es kann schon motivierend wirken, mehr Leistung zu bringen, um darüber auch wieder höhere Forderungen knüpfen zu können. Transparenz und Diskussionsbereitschaft verhindert dann den Eindruck von Ungerechtigkeit. Es geht ja nicht darum, nur einseitig Wünsche zu erfüllen, sondern gemeinsam ein Projekt voranzubringen und davon zu profitieren.
Bleibt die Schwachstellen "Mensch" - jeder ist sich selbst am nächsten. Wer uneinsichtig ist, hat in einem solchen System verloren. Allein der Idealist wird verstehen und entsprechend handeln...
... der alte Bosch sagte: "Ich zahle nicht gut, weil ich viel Geld verdiene, sondern ich verdiene viel Geld, weil ich meine Mitarbeiter gut bezahle" - eine Weisheit, die in Zeiten des Neoliberalismus leider nicht mehr viel zählt!