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Löws Systemumstellung: Auf*Barças Spuren
Joachim Löw gilt nicht als besonders experimentierfreudig. Sogar seine Mannschaft war überrascht, als der Bundestrainer beim Testspiel in der Ukraine eine Dreierkette in der Abwehr aufstellte. Trotz dreier Gegentreffer verteidigte Löw das System, das auch der FC Barcelona ausprobiert.*
http://www.spiegel.de/sport/fussball...797373,00.html
- #80 12.11.2011 14:49 von
Es war ein gelungener Test
So sehe ich das auch, wobei vielleicht noch ein weiterer Aspekt hinzukommt: Löw hatte ja offensichlich auch die Spieler überrascht. Dadurch gab es sichtbar Probleme, die jetzt in Ruhe analysiert werden können.
Es geht ja offensichtlich genau darum, in problematischen Spielen ad hoc das System ändern zu können, um vorne mehr Druck auszuüben.
Wenn man sich im oben zitierten Artikel die (mögliche) Idealaufstellung für solch einen Fall ansieht und diese Alternative auch einstudiert, dann kann das durchaus sehr gut klappen.
War aber allemal interessant. - #81 12.11.2011 14:55 von ylonoc
Das mit Hummels war nicht ernst gemeint oder?
Schweinsteiger richtig aber solange der verletzt ist können Khedira und Kroos das auch.
Aber noch mal zu Aogo und Träsch. Es geht mir nicht um die Leistung der beiden sondern dieses 3-5-2 ist ja angedacht um offensiv zu agieren. Warum stellt man dann Spieler auf die entsprechenden Positionen die Ihre Stärken eher in der Defensive haben. Zumal dieser Spielverlauf ja so gar nicht geplant war, da man die Ukrainer eigentlich kommen lassen wollte um dann schnell zu kontern. Ich glaube da hat der Löw seinen eigenen Plan ad absurdum geführt. - #82 12.11.2011 15:05 von
Es war gemeint, dass es sich bei England, Argentinien, Uruguay und Co. durchaus um gute Mannschaften handelt aber ein anderer Forumsteilnehmer hatte behauptet, dass Deutschland nur gegen schwache Gegner gewonnen hätte. Die Anspielung auf das Prinzip bei den Bayern passt allerdings. Nach den ersten sehr guten Leistungen hieß es "wartet erst mal ab bis die richtigen Gegner wie Schalke, Leverkusen und Co. kommen". Die wurden allerdings sehr souverän geschlagen.
Deutschland ist in den letzten Jahren halt auch nur an den Mannschaft gescheitert, die auch sonst niemand aufhalten konnte, jeweils der spätere Titelträger. Widersprechen muss ich allerdings bei der Aussage, dass Deutschland zwei mal mit Spanien auf Augenhöhe war. Vor allem im Finale 2008 war die deutsche Mannschaft chancenlos. - #83 12.11.2011 15:05 von
"falsch verstanden"
Es handelt sich hierbei um keine Systemumstellung von Löw, Sie haben da was falsch verstanden.
Das gestern gespielte 3-4-2-1 ist nur als Ergänzung zum bekannten 4-1-4-1 zu sehen und wird höchstens in Partien kurzzeitig verwendet, wenn man früh in der 1. Halbzeit in Führung gehen möchte oder mit viel Risiko in den letzten 20 Minuten der 2. Halbzeit oder gar der Verlängerung einen Rückstand ausgleichen muss.
Deswegen hat Löw das üben lassen. Und weil er gerne experimentiert (besonders mit neuen Spielern), eben in einem Freundschaftsspiel statt nur im freien Training. - #84 12.11.2011 15:10 von
"Potential"
Das größte Potential in 3-4-2-1 wäre wohl so:
http://spielverlagerung.de/wp-conten...1_traumelf.png
So, und wieviele von den hier aufgestellten Spielern haben gestern wirklich gespielt? - #85 12.11.2011 15:24 von
"spontaner reagieren"
Das stimmt allerdings.
Worst case: Plötzlicher Rückstand, ein wichtiger Leistungsträger wie Müller oder Schweinsteiger fällt verletzungsbedingt während dem Spiel aus. Es müssen schnell Tore her, also: Wechsel zu anderem Spielsystem, gepaart mit entsprechenden Auswechslungen (falls noch möglich).
Wer nun einwirft, dass Müller gestern doch gespielt hat: Er wurde eingewechselt, weil eine Niederlage zu befürchten war und Löw die vorher unterrepräsentierten Flügel durch Schürrle und Müller in der zweiten Hälfte wieder stärken wollte.
Da Deutschland gestern 6x gewechselt hat, lässt sich so ein massiver Umbau des Teams natürlich nicht in einer normalen Partie durchführen. Aber es hilft den Spielern, außerhalb ihres normalen Schemas zu denken und spontaner reagieren zu können. - #86 12.11.2011 15:34 von
Doch, doch, das mit Hummels war ernst gemeint. Ich schrieb perspektivisch, also nicht im Moment. Hummels hat extremes Potential in der Spieleröffnung. Er hat Übersicht und er spielt in der Regel souverän seinen eigentlichen Job als Verteidiger. Sehen Sie sich die Entwicklung seines Spiels beim BVB in den letzten 1 1/2 Jahren an, insbesondere seit der Verletzung und dem Weggang von Sahin. Dann wird deutlich, wohin er sich entwickelt. Das er im Moment nicht mit Schweinsteiger zu vergleichen ist, geschenkt, man muß schon spanisch sprechen um da einen Vergleich zu finden. Allerdings ist der Schweini von 06 auch nicht mit dem Schweinsteiger von 2010 zu vergleichen.
Letzmalig zu Träsch und Aogo. Ad absurdum würde ich nicht sagen, sondern worst case.
Was machen Sie, wenn sie im Halbfinale gegen Spanien 0:1 zurückliegen, Müller gesperrt, Schweinsteiger außer Form, und Schürrle und/oder Podolski verletzt.
Das entspricht in etwa dem Szenario von 2010.
Da bleiben möglicherweise nur Aogo und Träsch als letzte Option. Ist doch ganz interessant zu sehen, wie die sich dann schlagen. - #87 12.11.2011 15:42 von
Ja, danke für den Link, wirklich interessante und gute Analyse. Vieleicht will Löw die Grundidee lieber mit einer B-Elf präsentieren, weil dies den tätsächlichen Gegebenheiten `10 und ´8 sehr viel näher kommt. Ich lehne mich jetzt mal ein bischen aus dem Fenster, aber ich lege mich jetzt fest, sollten wir in Bestbesetzung gegen Spanien bei der nächsten EM antreten, dann wird Deutschland das 1:0 schießen. So gut die Spanier auch sind, so perfekt sie ihr System beherrschen. Nochmal wird sich die Deutsche Elf nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Und sie hat endlich auch das Potential und die Erfahrung dagegen zuhalten und z.T. sogar zu dominieren.
- #88 12.11.2011 15:42 von
- #89 12.11.2011 15:55 von
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