Löws Systemumstellung: Auf*Barças Spuren

Joachim Löw gilt nicht als besonders experimentierfreudig. Sogar seine Mannschaft war überrascht, als der Bundestrainer beim Testspiel in der Ukraine eine Dreierkette in der Abwehr aufstellte. Trotz dreier Gegentreffer verteidigte Löw das System, das auch der FC Barcelona ausprobiert.*

http://www.spiegel.de/sport/fussball...797373,00.html
  1. #80

    Es war ein gelungener Test

    Zitat von NeZ Beitrag anzeigen
    Khedira und Kroos hatten wohl die Order, sich mehr nach vorne einzuschalten.

    Für alles andere empfehle ich:
    http://spielverlagerung.de/2011/11/1...xperimentieren

    Weil hier mal wirklich jemand Ahnung hat!
    So sehe ich das auch, wobei vielleicht noch ein weiterer Aspekt hinzukommt: Löw hatte ja offensichlich auch die Spieler überrascht. Dadurch gab es sichtbar Probleme, die jetzt in Ruhe analysiert werden können.

    Es geht ja offensichtlich genau darum, in problematischen Spielen ad hoc das System ändern zu können, um vorne mehr Druck auszuüben.

    Wenn man sich im oben zitierten Artikel die (mögliche) Idealaufstellung für solch einen Fall ansieht und diese Alternative auch einstudiert, dann kann das durchaus sehr gut klappen.

    War aber allemal interessant.
  2. #81

    Zitat von dikon Beitrag anzeigen
    Ich könnte mir vostellen, das Löw tatsächlich das worst case Szenario testen wollte. Rückstand bei gesperrten oder verletzten Hauptakteuren.
    In meinen Augen, war ein wirklicher Schwachpunkt das Spielverständnis beim zurückschalten von Offensive auf Defensive. Es scheint, dass die ordnende Hand im defensiven MF, tatsächlich entweder in Schweinsteiger oder perspektivisch vieleicht in Hummels liegen kann (das was er ja in den letzten Wochen bei Dortmund auch leisten muß und immer besser auch schafft),Khedira ist noch nicht wieder so weit, dass er hinten sicher ist und nach vorne Impulse setzen kann, zur Zeit ist es wohl entweder,... oder. Träsch und Aogo, nun ja, Ich würde es abschließned mal so formulieren wollen, es gibt Auftritte von Aspiranten auf ein EM Ticket die eine überzeugendere Bewerbung abgeliefert haben.
    Das mit Hummels war nicht ernst gemeint oder?
    Schweinsteiger richtig aber solange der verletzt ist können Khedira und Kroos das auch.

    Aber noch mal zu Aogo und Träsch. Es geht mir nicht um die Leistung der beiden sondern dieses 3-5-2 ist ja angedacht um offensiv zu agieren. Warum stellt man dann Spieler auf die entsprechenden Positionen die Ihre Stärken eher in der Defensive haben. Zumal dieser Spielverlauf ja so gar nicht geplant war, da man die Ukrainer eigentlich kommen lassen wollte um dann schnell zu kontern. Ich glaube da hat der Löw seinen eigenen Plan ad absurdum geführt.
  3. #82

    Zitat von Ajuhzee Beitrag anzeigen
    ..Sagen Sie doch einfach mal, was Sie mit "guten" Teams meinen... Wenn diese Teams nicht die "guten" darstellen..
    Es war gemeint, dass es sich bei England, Argentinien, Uruguay und Co. durchaus um gute Mannschaften handelt aber ein anderer Forumsteilnehmer hatte behauptet, dass Deutschland nur gegen schwache Gegner gewonnen hätte. Die Anspielung auf das Prinzip bei den Bayern passt allerdings. Nach den ersten sehr guten Leistungen hieß es "wartet erst mal ab bis die richtigen Gegner wie Schalke, Leverkusen und Co. kommen". Die wurden allerdings sehr souverän geschlagen.

    Deutschland ist in den letzten Jahren halt auch nur an den Mannschaft gescheitert, die auch sonst niemand aufhalten konnte, jeweils der spätere Titelträger. Widersprechen muss ich allerdings bei der Aussage, dass Deutschland zwei mal mit Spanien auf Augenhöhe war. Vor allem im Finale 2008 war die deutsche Mannschaft chancenlos.
  4. #83

    "falsch verstanden"

    Zitat von Greg84 Beitrag anzeigen
    Eine Systemumstellung in der Nationalmannschaft ist ohnehin immer deutlich schwieriger als im Verein, weil die Spieler einfach nicht so oft zusammen spielen. Dazu spielt nicht einer diese Taktik im Verein und wirklich gute Leute für die Rolle, die gestern Träsch und Aogo einnehmen sollten, haben wie in meinen Augen nicht. Vom 4-2-3-1 wird Löw ohnehin nicht abrücken. Denke das sehen wir schon gegen die Niederlande wieder.
    Es handelt sich hierbei um keine Systemumstellung von Löw, Sie haben da was falsch verstanden.

    Das gestern gespielte 3-4-2-1 ist nur als Ergänzung zum bekannten 4-1-4-1 zu sehen und wird höchstens in Partien kurzzeitig verwendet, wenn man früh in der 1. Halbzeit in Führung gehen möchte oder mit viel Risiko in den letzten 20 Minuten der 2. Halbzeit oder gar der Verlängerung einen Rückstand ausgleichen muss.

    Deswegen hat Löw das üben lassen. Und weil er gerne experimentiert (besonders mit neuen Spielern), eben in einem Freundschaftsspiel statt nur im freien Training.
  5. #84

    "Potential"

    Zitat von dikon Beitrag anzeigen
    Ok, dann kann man wohl festhalten, dass Aogo und Träsch in der gestern gezeigten Form keine Verstärkung für die NM darstellen. Da stimme ich zu. Wobei ich feststellen muß, dass mit der Hereinnahme von Schürrle doch deutlich wurde, welches Potential in dieser Ausrichtung stecken kann.
    Das größte Potential in 3-4-2-1 wäre wohl so:
    http://spielverlagerung.de/wp-conten...1_traumelf.png

    So, und wieviele von den hier aufgestellten Spielern haben gestern wirklich gespielt?
  6. #85

    "spontaner reagieren"

    Zitat von greentiger Beitrag anzeigen
    So sehe ich das auch, wobei vielleicht noch ein weiterer Aspekt hinzukommt: Löw hatte ja offensichlich auch die Spieler überrascht. Dadurch gab es sichtbar Probleme, die jetzt in Ruhe analysiert werden können.

    Es geht ja offensichtlich genau darum, in problematischen Spielen ad hoc das System ändern zu können, um vorne mehr Druck auszuüben.
    Das stimmt allerdings.

    Worst case: Plötzlicher Rückstand, ein wichtiger Leistungsträger wie Müller oder Schweinsteiger fällt verletzungsbedingt während dem Spiel aus. Es müssen schnell Tore her, also: Wechsel zu anderem Spielsystem, gepaart mit entsprechenden Auswechslungen (falls noch möglich).

    Wer nun einwirft, dass Müller gestern doch gespielt hat: Er wurde eingewechselt, weil eine Niederlage zu befürchten war und Löw die vorher unterrepräsentierten Flügel durch Schürrle und Müller in der zweiten Hälfte wieder stärken wollte.

    Da Deutschland gestern 6x gewechselt hat, lässt sich so ein massiver Umbau des Teams natürlich nicht in einer normalen Partie durchführen. Aber es hilft den Spielern, außerhalb ihres normalen Schemas zu denken und spontaner reagieren zu können.
  7. #86

    Zitat von ylonoc Beitrag anzeigen
    Das mit Hummels war nicht ernst gemeint oder?
    Schweinsteiger richtig aber solange der verletzt ist können Khedira und Kroos das auch.

    Aber noch mal zu Aogo und Träsch. Es geht mir nicht um die Leistung der beiden sondern dieses 3-5-2 ist ja angedacht um offensiv zu agieren. Warum stellt man dann Spieler auf die entsprechenden Positionen die Ihre Stärken eher in der Defensive haben. Zumal dieser Spielverlauf ja so gar nicht geplant war, da man die Ukrainer eigentlich kommen lassen wollte um dann schnell zu kontern. Ich glaube da hat der Löw seinen eigenen Plan ad absurdum geführt.
    Doch, doch, das mit Hummels war ernst gemeint. Ich schrieb perspektivisch, also nicht im Moment. Hummels hat extremes Potential in der Spieleröffnung. Er hat Übersicht und er spielt in der Regel souverän seinen eigentlichen Job als Verteidiger. Sehen Sie sich die Entwicklung seines Spiels beim BVB in den letzten 1 1/2 Jahren an, insbesondere seit der Verletzung und dem Weggang von Sahin. Dann wird deutlich, wohin er sich entwickelt. Das er im Moment nicht mit Schweinsteiger zu vergleichen ist, geschenkt, man muß schon spanisch sprechen um da einen Vergleich zu finden. Allerdings ist der Schweini von 06 auch nicht mit dem Schweinsteiger von 2010 zu vergleichen.
    Letzmalig zu Träsch und Aogo. Ad absurdum würde ich nicht sagen, sondern worst case.
    Was machen Sie, wenn sie im Halbfinale gegen Spanien 0:1 zurückliegen, Müller gesperrt, Schweinsteiger außer Form, und Schürrle und/oder Podolski verletzt.
    Das entspricht in etwa dem Szenario von 2010.
    Da bleiben möglicherweise nur Aogo und Träsch als letzte Option. Ist doch ganz interessant zu sehen, wie die sich dann schlagen.
  8. #87

    Zitat von NeZ Beitrag anzeigen
    Das größte Potential in 3-4-2-1 wäre wohl so:
    http://spielverlagerung.de/wp-conten...1_traumelf.png

    So, und wieviele von den hier aufgestellten Spielern haben gestern wirklich gespielt?
    Ja, danke für den Link, wirklich interessante und gute Analyse. Vieleicht will Löw die Grundidee lieber mit einer B-Elf präsentieren, weil dies den tätsächlichen Gegebenheiten `10 und ´8 sehr viel näher kommt. Ich lehne mich jetzt mal ein bischen aus dem Fenster, aber ich lege mich jetzt fest, sollten wir in Bestbesetzung gegen Spanien bei der nächsten EM antreten, dann wird Deutschland das 1:0 schießen. So gut die Spanier auch sind, so perfekt sie ihr System beherrschen. Nochmal wird sich die Deutsche Elf nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Und sie hat endlich auch das Potential und die Erfahrung dagegen zuhalten und z.T. sogar zu dominieren.
  9. #88

    Dann doch lieber...

    Zitat von dikon Beitrag anzeigen
    Doch, doch, das mit Hummels war ernst gemeint. Ich schrieb perspektivisch, also nicht im Moment. Hummels hat extremes Potential in der Spieleröffnung.
    ...gleich Badstuber oder Boateng, in der Spieleröffnung sind die nämlich zwei Klassen besser.

    Das von den Dortmundern häufig praktizierte kick'n'rush mit einem nach vorne gekloppten Ball von Hummels oder Subotic hat nichts mit Spielaufbau in Jogis Sinn zu tun.
  10. #89

    Zitat von blurps11 Beitrag anzeigen
    Das von den Dortmundern häufig praktizierte kick'n'rush mit einem nach vorne gekloppten Ball von Hummels oder Subotic hat nichts mit Spielaufbau in Jogis Sinn zu tun.
    Der Trainer heißt nicht umsonst so...