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Lörrach nach dem Amoklauf: Was trieb Sabine R. zu ihrer Tat?

Sie galt als offen, freundlich, adrett. Doch am Sonntagabend tötete die Rechtsanwältin Sabine R. mehrere Menschen, bevor sie selbst von der Polizei erschossen wurde. Die Lörracher suchen nach Erklärungen, wie es zu der Bluttat kam. Doch Hinweise auf die Motive der Frau sind rar.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...718548,00.html
  1. #370

    x

    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Ich empfinde es genau anders herum: Das Blut der erschossenen und angeschossenen Opfer ist noch nicht trocken, da tönt es schon von allen Seiten: Bloß das Waffenrecht nicht verschärfen! Bloß nicht den Waffennarren landauf landab das Leben noch "schwerer" machen! Nein, es ist ja ganz o.k., dass die Leute scharfe Waffen in ihren Wohn- und Schlafzimmern deponieren. Es könnte ja mal ein Einbrecher kommen...
    Es stimmt: Der Druck der Waffenlobby und waffenliebenden Öffentlichkeit ist offensichtlich enorm. Da hat die Vernunft keine Chance.
    Das Waffenrecht zu verschärfen wäre Unsinn, denn wir haben bereits das schärfste Waffenrecht der Welt. Das Problem ist nicht das Gesetz, sondern die Kontrolle dessen.
    Ganz davon abgesehen gibt es in Deutschland nun wirklich keine nenneswerte Waffenlobby. Gäbe es eine, hätte es keine verschärfung der Gesetze nach dem Amoklauf vor einigen jahren gegeben.
  2. #371

    Anfangen zu kontrollieren

    Eben deswegen wäre es doch an der Zeit, nicht die Gesetze zu verschärfen sondern vielmehr die Kontrolle der bestehenden zu intensivieren (oder überhaupt erstmal zu beginnen)[/QUOTE]
    Dem kann ich nur zustimmen. Noch größere Bedenken habe ich bei Waffensammlern. Sehe ich bei Besuchen in Wohnungen Waffen an den Wänden hängen beende ich die Bekanntschaft.
  3. #372

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

    Man kann keine Amokläufe kontrollieren oder verhindern. Liegt in der Natur Sache. Es ist schon fast fatal, dass manche Menschen meinen, man würden das Problem durch die totale Schußwaffen-Entwaffung der Bevölkerung in den Griff kriegen.
    Nimmt man halt Macheten, Autos, Benzin, Messer ... die Welt ist voller Hilfsmittel, um zu töten. Kein Amokfreak ist auf Schußwaffen angewiesen und das wird auch immer so bleiben.[/QUOTE]


    Verhindern vielleicht nicht aber man sollte es den Tätern so schwer wie möglich machen. Wenn ein Amoklauf ein erweiterter Selbstmord ist, ist eine Schusswaffe am effektivsten. Bei allen anderen von Ihnen beschriebenen Arten ist das Risiko zu überleben für den Amokläufer zu groß. Bei den meisten Amokläufen mit Schusswaffen überlebt der Amokläufer nicht. Eine Entwaffnung der Bevölkerung halte
    ich leider für utopisch, jedoch eine strengere Kontrolle legaler Waffen würde ich befürworten.
  4. #373

    Stimmt nicht

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Es wurde nur der Ehemann erschossen. Das Kind hingegen wurde erstickt, der Krankenpfleger niedergestochen.
    Der Pfleger wurde niedergestochen unde erschossen. In welcher Reihenfolge weiß ich leiser nicht.
  5. #374

    ?

    Zitat von 445 Beitrag anzeigen
    Sie sehen zuviel fern. Gegen ein Messer können Sie sich genauso gut wehren, wie gegen eine Kugel im Bauch.
    Und woher wissen sie daß?
    Mit einem Messer müssen Sie erst an mich rankonmmen.
    Erschießen können Sie mich aus 20 Metern.
  6. #375

    I don't like Mondays

    Zitat von gsm900 Beitrag anzeigen
    ist die klassische Antwort
    zwar nicht 1:1 auf diesen Fall übertragbar, aber wenn Sie damit ausdrücken möchten, dass man mit Analogien seines eigenen normalen Denkens einen solchen Fall weder verstehen noch beurteilen kann, dann kann ich Ihnen nur Recht geben.

    Da die meisten hier das Lied zwar kennen, nicht aber dessen Hintergrund, hier zum Nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Brenda_Ann_Spencer - Brenda Ann Spencer, auch eine weibliche Amok-Läuferin.

    Das Gehirn von Brenda tickt einfach anders als übliche Gehirne. Vordergründig vielleicht am Auffälligsten in jenem Wiki-Eintrag die völlige Verzerrung in ihrer Erinnerung. Gerade das ist aber auch für uns normal, nur merken wir nicht, wie sich mit der Zeit Erinnerungen von den damaligen Tatsachen wegbewegen - ja selbst Verschiebungen in Richtunmg "Verfolgungswahn" sind gar nicht so selten. Letztlich sind es verzweifelte Bemühungen das Geschehene für sich selbst zu Rationalisieren.

    Mehr Aufschluss über ihren Zustand während ihrer Tat geben eben genau ihre Sprüche gegenüber dem Journalisten während ihrer Tat ab: "I don't like mondays. This livens up the day." . Oder bei ihrer Festnahme zu den Polizisten: „Nothing's happening today. I don't like Mondays. There was no reason for it, and it was just a lot of fun.“ Brenda befand sich offenbar in einem Zustand von extremer Langeweile und Leere, aus dem sich da herausschießen wollte. Und dass sie in diesen Zustand geriet ist Teil ihrer Krankheit, genauso wie ihre Sicht auf die Kinder als Zielscheiben: "the children looked like a herd of cows standing around, it was really easy pickings“. Ihre Tat war aber eher spontan.

    Sabine Radmacher hingegen hat ihre Tat ganz offensichtlich lange vorbereitet. Wäre sie nicht am Ende schießend in diese Klinik gelaufen und hätte dort andere getötet oder verletzt, dann hätte man diesen Fall als ganz "normalen" Erweiterten Suizid abgehakt, wie er mittlerweile fast wöchentlich bei einem Familiendrama in unserem Lande vorkommt. Die Frage ist höchstens: Warum wollte sie durch Polizeikugeln sterben und nicht durch ihre eigenen? Ihre Fehlgeburt wäre vielleicht eine Erklärung dafür.

    Wer sich wirklich für Motiv (Songtext: "And he can see no reasons, 'cause there are no reasons" - "Und er kann keine Gründe erkennen, weil es keine Gründe gibt.") und Innenleben solcher Täter interessiert, sollte sich dieses Buch herunterladen "The scarred heart" http://www.violentkids.com/scarred_heart.html - das ist legal - und lesen. Stammtischparolen a'la "Waffenrecht verschärfen" oder Argumente für diese findet man darin allerdings nicht. Dafür interessantes über die Psyche jener Täter.

    Erstaunlich ist, wie Bob Geldof mit dem ganzen umgeht. Im Gegensatz zu fast allen Foristen hier, kann es das Mädchen mit ihrer Tat an sich heranlassen, weil er offensichtlich von Grund auf akzeptiert, das es Menschen gibt, die einfach anders sind als man selbst. Was noch lange nicht heißt, dass er damit ihre Tat akzeptieren würde.
  7. #376

    Zitat von hinnerk54 Beitrag anzeigen
    Ohne Knarre hätten die Opfer eine größere Chance gehabt sich zu wehren (Distanzwaffe). Gegen Messerattacken kann man sich eventuell wehren (Nahkampfwaffe). Die Frau war Sportschützin und konnte mit der Waffe wohl gut umgehen.
    Googeln Sie einfach nach Messer, "Gaisburger Brücke", Stuttgart, Polizei. Sie werden Ihre Meinung ändern, dass man sich gegen eine aggressiv vorgetragene Messeratacke wehren kann.
  8. #377

    Zitat von unterländer Beitrag anzeigen
    Googeln Sie einfach nach Messer, "Gaisburger Brücke", Stuttgart, Polizei. Sie werden Ihre Meinung ändern, dass man sich gegen eine aggressiv vorgetragene Messeratacke wehren kann.
    Gleiches gilt für den Amoklauf hier in Berlin zur Eröffnung des Hauptbahnhofs. Es gab keine Toten aber über 30 Verletzte. Jetzt kommt bestimmt wieder ein Schlaumeier daher und blökt, dass es am Messer liegt und es mit einer Schußwaffe Tote gegeben hätte, vergisst dann aber gleichzeitig einen der letzten Amokläufe in der der Täter niemanden erledigen konnte trotz Pistole. Es ist eben keine Sache der Waffe, sondern desjenigen der sie bedient und dementsprechend ist es nicht Vernünftig auf die Waffen zugehen, sondern auf die Täter.
  9. #378

    Für ein titelfreies SpOn-Forum.

    Zitat von MonaM Beitrag anzeigen
    Ich empfinde es genau anders herum: Das Blut der erschossenen und angeschossenen Opfer ist noch nicht trocken, da tönt es schon von allen Seiten: Bloß das Waffenrecht nicht verschärfen! Bloß nicht den Waffennarren landauf landab das Leben noch "schwerer" machen! Nein, es ist ja ganz o.k., dass die Leute scharfe Waffen in ihren Wohn- und Schlafzimmern deponieren. Es könnte ja mal ein Einbrecher kommen...
    Es stimmt: Der Druck der Waffenlobby und waffenliebenden Öffentlichkeit ist offensichtlich enorm. Da hat die Vernunft keine Chance.
    Hallo Mona,

    ich möchte nicht polemisieren, aber wie denken Sie über Hobby-Rennfahrer angesichts von ca 5000 Toten. Wovon die meisten unangepasster, zu hoher Geschwindigkeit geschuldet sind, von denen abgesehen, die eigentlich durch strenge Gesetze bei Alkoholfahrten bedroht sind.

    Man könnte da durch automatische Geschwindigkeitsbeeinflussung viel verhindern, von der viel beschworenen CO2 Belastung mal abgesehen.

    Allein die Kontrolle der Lenkzeiten würde viele Unfälle verhindern, alles größere Risiken als Amokschützen.

    MfG. Rainer
  10. #379

    Immer noch falscher Ansatz

    Ich wünschte auch statt wieder ewig über Waffengesetze zu lamentieren, würde mehr nach den Gründen geforscht und versucht, diese zu verhindern!
    Wie kann ein Mensch so traurig, so verzweifelt, so in einem tiefen schwarzen Loch versunken sein, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht, als nicht nur sich selbst, sondern auch andere umzubringen?
    Wie kann es sein, dass die Nachbarn mal wieder wissen "war nett, adrett" aber nicht mehr?
    Wie kann es sein, dass unsere Gesellschaft manche Menschen einfach an sich vorbeigehen lässt wie Schatten?
    Wie kann es sein, dass diese Menschen "plötzlich" durchdrehen und keiner hats kommen sehen?
    Darüber sollte diskutiert werden! Wir leben langsam in einer Gesellschaft, in der nur ein Teil der Menschen das Recht bekommt, wichtig zu sein! Der Rest wird übersehen und wenn er sich dann was antut, wirkt es fast wie "Kolloteralschaden"!
    Aber es ist so viel einfacher einen Sündenbock zu finden...dieses Mal kann sich die Poltik nicht auf Killerspiele und Gewaltdarstellungen stürzen, das wird dann auch einfach ignoriert, dass es ansonsten immer als der "Hauptgrund" genannt wird!
    Stürzen wir uns also aufs Waffenrecht! Wir sind gespannt, ob das wirklich die Lösung ist...


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