Lockout in der NHL: Eishockey-Stars wechseln nach Deutschland

dapdDie Besitzer der NHL-Clubs und die Spielergewerkschaft NHLPA haben sich nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen können. Es ist der dritte Lockout in der Liga-Geschichte. Davon profitieren vor allem die Clubs in Deutschland: Zahlreiche NHL-Stars wollen vorübergehend in die DEL wechseln.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,856076,00.html
  1. #1

    Profitieren?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Besitzer der NHL-Clubs und die Spielergewerkschaft NHLPA haben sich nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen können. Es ist der dritte Lockout in der Liga-Geschichte. Davon profitieren vor allem die Clubs in Deutschland: Zahlreiche NHL-Stars wollen vorübergehend in die DEL wechseln.

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    Das dürfte die bekanntermaßen kurzsichtigen DEL-Vereinen dazu verleiten, dem deutschen Nachwuchs noch weniger Einsatzzeiten zu geben, als ohnehin schon.

    Danke NHLPA!
  2. #2

    Elitäre Arbeitnehmerschicht

    Mit wem soll man nun mehr Mitleid haben, den "am Hungertuch nagenden" Vereinsbossen oder den Spielern, die nicht wissen, wohin mit ihren Millionen? Nun denn, der wahre Verlierer in dieser Geschichte des Arbeitskampfes auf höchstem Level ist natürlich der geneigte Fan, egal ob diesseits oder jenseits des großen Teiches. Ich selbst zählte früher zu den glühensten Fans dieser seit beinhahe hundert Jahren besten und härtesten Eishockeyliga der Welt. Ich habe dutzende Spiele live vor Ort verfolgen dürfen und muss sagen, dass sich diese Aussperrung, wie die vor 7 Jahren, wiedereinmal angekündigt hatte. Betrachtet man die Fakten, stehen die Teambesitzer als böse Buben da, da sie ja die entgegenkommende Offerte der NHLPA von weniger Beteiligung an den ligaweiten Einnahmen nicht akzeptiert und den Profis statt 53%, "nur" 48% zahlen möchte, wohlgemerkt bei in den letzten Jahren gestiegenden Einnahmen der Liga. Dieser Punkt ist allerdings nur ein Topic des Streits. Ein anderer ist die Gehaltsobergrenze der Franchises, die ebenso gesenkt werden soll.Der Knackpunkt scheint nun allerdings die Sache mit den Einnahmen zu sein und hier sind die Fronten dann wirklich verhärtet und es bleibt abzuwarten, ob die Saison überhaupt noch in diesem Kalenderjahr gestartet werden kann, ich denke nicht und halte die Variante von 1995 für wahrscheinlich. Hierbei wird die Zahl der Vorrundenspiele halbiert, es gibt lediglich Spiele innerhalb der Conferences und einen späteren Start der Playoffs. Dass nun NHL-Cracks die DEL förmlich überfluten werden, halte ich für ausgeschlossen, erstens dümpeln viele Vereine hierzulande an der Insolvenz und zweitens haben die großen Franchises (Mannheim und Berlin) über die Jahre gelernt, professionell zu arbeiten und können es sich bei ohnehin vollen Arenen leisten, Anfragen von Spielern aus Übersee auch eine Absage zu erteilen. Zudem waren Spieler wie Hecht in der letzten Saison verletzt und ihnen fehlt jegliche Spielpraxis. Ob sie in dieser Verfassung eine Verstärkung wären, bleibt abzuwarten, zumal im Falle Hecht, wie auch bei Marco Sturm, bereits vor dem Lockout Gerüchte um einen Wechsel in die DEL zu hören waren.
  3. #3

    Nachwuchssorgen

    Klar, aktuelle Nachwuchsspieler werden weniger Spielzeit erhalten. Allerdings verbessert sich in einer durchschnittlich besseren Gruppe auch der Einzelspieler überdurchschnittlich. Zudem kann eine attraktive Liga auf dauer Nachwuchs anziehen. Allerdings ist hier die attraktivität nicht auf Dauer erhöht.
  4. #4

    Nachwuchs hin oder her

    Es existiert in der DEL seit einiger Zeit eine akzeptable Nachwuchsarbeit, zumindest in Berlin und Mannheim oder in den bayerischen Traditionsvereinen. Mittlerweile ist die Hälfte einer jeden DEL-Mannschaft in Deutschland geboren oder hat wenigstens hierzulande sämtliche Nachwuchsabteilungen durchlaufen. Leider wird aber auch die andere und längst vergessen geglaubte Seite des deutschen Eishockeys immer noch gepflegt, nämlich das Einbürgern drittklassiger Nordamerikaner oder Osteuropäer, die es dann auch noch in den DEB-Kader schaffen. Auch hier liegen die von mir eben noch gelobten Teams aus Mannheim und Berlin leider Gottes auch im Trend. Es ist nunmal Fakt, dass Eishockey in Deutschland nicht zu den populärsten Sportarten zählt, das wird sich auch durch mögliche NHL-Verstärkungen während des Lockouts nicht ändern. Der Sport ist für den Laien im Vergleich zum Fußball zu kompliziert und die Ausrüstung (allein ein guter Schläger kostet mittlerweile mindestens 100€ und man benötigt pro Jahr einige davon) können sich nur noch gutbetuchte Elternhäuser für ihren Nachwuchs leisten. So ist die Auswahl von guten Nachwuchsspielern doch eher gering. Einen Boom hat ja noch nicht einmal die WM anno 2010 hierzulande nachhaltig ausgelöst. Auch in Zukunft wird sich das deutsche Eishockey aus der regionalen Begeisterung nähren und keine Konkurrenz zum Handball, Basketball oder gar Fußball werden. Aber ob Nachwuchs hin oder her, im Vergleich zu anderen Mannschaftssportarten steht das Eishockey hierzulande in Sachen Nachwuchsförderung vergleichbar gut da. Wenn man die Ressourcen als Grundlage nimmt, spiegelt unser jährliches Abschneiden bei einer WM die Realität wieder.
  5. #5

    Zitat von spon72 Beitrag anzeigen
    Es existiert in der DEL seit einiger Zeit eine akzeptable Nachwuchsarbeit, zumindest in Berlin und Mannheim oder in den bayerischen Traditionsvereinen. Mittlerweile ist die Hälfte einer jeden DEL-Mannschaft in Deutschland geboren oder hat wenigstens hierzulande sämtliche Nachwuchsabteilungen durchlaufen. Leider wird aber auch die andere und längst vergessen geglaubte Seite des deutschen Eishockeys immer noch gepflegt, nämlich das Einbürgern drittklassiger Nordamerikaner oder Osteuropäer, die es dann auch noch in den DEB-Kader schaffen. Auch hier liegen die von mir eben noch gelobten Teams aus Mannheim und Berlin leider Gottes auch im Trend. Es ist nunmal Fakt, dass Eishockey in Deutschland nicht zu den populärsten Sportarten zählt, das wird sich auch durch mögliche NHL-Verstärkungen während des Lockouts nicht ändern. Der Sport ist für den Laien im Vergleich zum Fußball zu kompliziert und die Ausrüstung (allein ein guter Schläger kostet mittlerweile mindestens 100€ und man benötigt pro Jahr einige davon) können sich nur noch gutbetuchte Elternhäuser für ihren Nachwuchs leisten. So ist die Auswahl von guten Nachwuchsspielern doch eher gering. Einen Boom hat ja noch nicht einmal die WM anno 2010 hierzulande nachhaltig ausgelöst. Auch in Zukunft wird sich das deutsche Eishockey aus der regionalen Begeisterung nähren und keine Konkurrenz zum Handball, Basketball oder gar Fußball werden. Aber ob Nachwuchs hin oder her, im Vergleich zu anderen Mannschaftssportarten steht das Eishockey hierzulande in Sachen Nachwuchsförderung vergleichbar gut da. Wenn man die Ressourcen als Grundlage nimmt, spiegelt unser jährliches Abschneiden bei einer WM die Realität wieder.
    Ich kann vieles unterschreiben, allerdings ist es mit der beschriebenen fehlenden Popularität des Eishockey in Deutschland nicht ganz so wild. Meines Wissens immer noch der zweithöchste Zuschauerschnitt einer Mannschaftssportart mit regulärem Ligabetrieb. Vor Handball und deutlich vor Basketball.

    Die Free-TV-Präsenz fehlte bislang natürlich. Ab dieser Saison allerdings wieder frei sichtbar, Servus TV überträgt, beispielsweise Freitag aus Köln und heute vom Spitzenspiel Mannheim gegen Berlin (17:25h). Ist frei über Satellit zu empfangen, auch in HD.
  6. #6

    Undurchdachtes Gemecker

    @Taske, Hauptsache, man kann gegen die USA stänkern, nicht wahr? Dass das Problem wohl eher bei den butterweichen Transferrichtlinien der DEL liegt, ist da natürlich zu vernachlässigen.
  7. #7

    Popularität hat zwei Seiten....

    ....die eine ist natürlich der Fakt, dass die DEL-Stadien einen guten Zuschauerschnitt fahren und Eishockey mehr oder weniger frei empfangbar war oder ist. Die zweite Seite betrifft die öffentliche, landesweite Wahrnehmung des Sports in den visuellen und schreibenden Medien und auch beim allgemeinen Sportfan. Hier rangiert Eishockey mit seinen nationalen, wie internationalen Stars weit hinter dem Basketball, natürlich dem Fußball und neuerdings auch dem Handball. Wer kennt z.B. deutsche Eishockeycracks wie Marco Sturm (fast 1.000 NHL-Spiele und bester deutscher NHL-Skorer aller Zeiten) oder Dennis Seidenberg (Stanley Cup-Sieger 2011? Im Gegensatz dazu kennt jedermann Dirk Nowitzki oder Silvio Heinevetter (letzterer vor allem aus der Klatschpresse). ARD/ZDF schieben ihre DEL-Zweitverwertungsrechte alljährlich an ihre dritten Programme ab und zeigen dadurch zusätzlich den Stellenwert dieser Sportart hierzulande. Und natürlich ist der DEL-Zuschauerschnitt der höchste aller deutschen Ligen hinter dem Fußball, weil dort in den letzten Jahren hochmoderne Arenen entstanden und diese zumindest in Berlin und Mannheim gut gefüllt sind. Fragt man aber in Köln oder Düsseldorf mit ihren großen Hallen nach, fällt die Antwort der Fans eher mau aus. Denn auch in der Deutschen Eishockey Liga steht und fällt der Zuschauerschnitt mit dem Erfolg des Teams. Wäre z.B. Berlin in den letzten Jahren nicht zum Abonnement-Meister avanciert, wäre die O² World ebenso leer wie die Lanxess Arena und die Eisbären würden auf einem ähnlich hohen Schuldenberg wie die Haie sitzen. Na ja, wir alle wissen ohnehin, dass kein Verein in einer Mannschaftssportart hierzulande schwarze Zahlen schreibt, vom FC Bayern und neuerdings vielleicht dem BVB mal abgesehen. Ach ja, es ist natürlich positiv, dass Eishockey wieder in das deutsche Free-TV zurückgefunden hat, auch wenn Servus-TV doch eher ein TV-Außenseiter hierzulande ist, aber will man einen Sport medienträchtig vermarkten, gilt es entweder die öffentlich-rechtlichen Sender (Fußball, Biathlon, Reistsport etc.) oder wenigstens die großen Privaten (Sport1 mit Handball und Basketball oder RTL mit Formel 1) für sich zu gewinnen. Denn Sky hat die DEL bestimmt nicht deshalb vom Sender genommen, weil es nicht mehr um die Rechte mitbieten konnte, aber vielleicht brauchte es das Geld ja auch für die DFL-Übertragungsrechte, wer weiß das schon.