Lob von "Pisa-Papst" Schleicher: "Das sind Riesenfortschritte"

Nächsten Dienstag wird die neue Pisa-Studie vorgestellt. Für Deutschlands Kultusminister ist Andreas Schleicher eine Reizfigur. Diesmal spendiert der internationale Pisa-Koordinator schon vorab Lob - an deutschen Schulen sei "enorm viel in Bewegung".*

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...732319,00.html
  1. #20

    Bitte geben Sie einen Titel ein!

    Zitat von macfan Beitrag anzeigen
    ...
    So viel zum Vorteil der homogenen Gruppen.
    Aus den PISA-"Studien" kann kein Plädoyer für die Gesamtschule abgeleitet werden, auch wenn dies OECD-Schleicher, der sogenannte "PISA-Papst", gerne so hätte. Dieser Herr arbeitet diesbezüglich seine Kindheitstraumata auf
  2. #21

    Keine Ahnung, was ich eintragen soll!

    [QUOTE=Tatsache;6724042]
    ...
    Fragen wie " 30% von 100, wie rechnet man das? ", können mich inzwischen nicht mehr schocken. Ergebnisse wie "3000" oder "130" oder "das ist mir zu schwer" auch nicht.
    ...
    QUOTE]

    Sie sind auf dem richtigem Weg zu innovativer methodisch-didaktischer Unterrichtsgestaltung. Die konstruktivistische Heransgehensweise lässt viele schülerzentriert-eigenverantwortlich erarbeitete Ergebnisse zu.

    Die Prozentrechnung sollte ohnedies aus den Lehrplänen verschwinden. Wozu gibt es Internet und Taschenrechner?
  3. #22

    Bildungsideologe Schleicher

    Nach der ersten PISA-Studie wurde die Leiterin der Bielefelder Laborschule(v. Hentig-Produkt)im TV nach den Gründen für das überaus gute Abschneiden ihrer Schule und den bescheidenen Erfolg der übrigen Schulformen gefragt. Ihre Antwort lautete:"Unsere Schüler wissen weniger, aber sie können mehr." Ich habe immer mal wieder ehemalige Laborschüler in meinem Unterricht (GY) und kann den ersten Teil ihrer Aussage bestätigen, den zweiten nicht. Ungesagt blieb auch, daß die (auch heute z.T. noch fragwürdigen) Aufgabenformen der Tests den Schülern des dreigliedrigen Schulsystems damals unbekannt waren - im Gegensatz zu den Schülern der Laborschule, von der später bekannt wurde, daß schwache Schüler am Test nicht teilgenommen hatten.
    Monate später war ich in Finnland und fragte eine Kennerin der dortigen Schulszene nach den Gründen für das erfolgreiche Abschneiden der finnischen Schüler bei PISA. Ihre Antwort: 1.Unsere Lehrer kümmern sich intensiv um die Schüler, 2. Als kleines Land lieben und pflegen wir unsere Sprache, 3. In Finnland gibt es (von Schweden abgesehen) kaum Ausländer.
    Mir sind -zig Wechsler von/zur Gesamtschule aus eigenem Unterricht bekannt. In fast allen Fällen war eine sofortige dramatische Verbesserung der Noten in der Gesamtschule und eine entsprechende Verschlechterung derselben bei uns die Folge.
    Von den Erfahrungen mit Klausuren von Gesamtschülern im Zentralabitur möchte ich lieber nicht berichten.
  4. #23

    2 + 2 = 5

    Zitat von Schräuble Beitrag anzeigen
    Nach der ersten PISA-Studie wurde die Leiterin der Bielefelder Laborschule(v. Hentig-Produkt)im TV nach den Gründen für das überaus gute Abschneiden ihrer Schule und den bescheidenen Erfolg der übrigen Schulformen gefragt. Ihre Antwort lautete:"Unsere Schüler wissen weniger, aber sie können mehr."
    ...
    Weniger Wissen = mehr Können => Kompetenzen

    http://www.fr-online.de/wissenschaft...8/-/index.html
  5. #24

    Sachliche Diskussion bei diesem Thema? Fehlanzeige!

    Bei der Diskussion zu den 16 verschiedenen Bildungspolitiken in Deutschland fallen folgende Punkte auf:
    - viele (mehr oder weniger Prominente, Mächtige und Experten) reden von ihren ganz persönlichen Erfahrungen (zum Fussball haben ja auch alle eine eigene Meinung ;-)),
    - es gibt sehr sehr viele Themen, die angesprochen werden und die auch relevant sein könnten,
    - bei 16 verschiedenen Ansätzen bei jedem einzelnen Thema gibt es Gute und es gibt Schlechte Ergebnisse, aber es wird aufgrund der geringen Möglichkeiten für jedes Bundesland (insbesondere der Kleineren) und aufgrund der Sicherung eigener Einflusssphären und Machtverhältnisse INSGESAMT eben nie Spitze werden können, und
    - eine wissenschaftlich begleitete und entsprechend geplante Bildungspolitik (wie z.B. in Finnland) findet nicht statt.

    Der letzte Anstrich ist meiner Meinung nach der Hauptgrund, weshalb unter den ersten beiden Anstrichen ziemlich viel (Blödsinn) behauptet und geglaubt wird. Deshalb sollte man doch wirklich diesen immer wiederkehrenden Schildbürgerstreich unter Anstrich 3 beenden und das viele Geld, welches durch die 16 Ministerien auf dem Weg zu einem "ganz großen Wurf" "verpulvert" wird, in einer abgestimmten, evtl. ja auch zentralen, wissenschaftlichen Bearbeitung der vielen vielen Themen anlegen...

    Für Einige hier im Forum: Übrigens gibt es ja schon viele Studien (zu bestimmten Fragen z.T. auch Pisa), die einige Vorurteile widerlegt haben, aber es ist eben wie beim Fussball... ;-)
  6. #25

    Zweisäulenmodell, so ein Quatsch.

    "In der Schulstruktur setze sich ein Zweisäulenmodell durch"
    Wo soll der Vorteil liegen wenn die Realschule auf Hauptschulniveau runter gezogen wird. Entweder die Schüler werden in allen Fächern nach dem Gesamtschulprinzip individuell gefördert oder es sollte bei dem Dreisäulenmodell bleiben. Sorry, aber das Zweisäulenmodell ist noch nur ein weiteres Kostensparprogramm das dann auch noch als Fortschritt verkauft wird. Für wie blöd werden wir Eltern eigentlich gehalten?
  7. #26

    auch das leben ist kein ponyhof ;)

    "Sicher sollte es Spaß machen, allerdings ist die Schule kein Ponyhof und das Lernen oft sehr mühselig und anstrengend. Es muss altersgemäß erfolgen."

    Lernen muss nicht immer anstrengend sein! Und ich finde altersgemäß muss ab der 7. Klasse auch nicht mehr so strickt sein. Man könnte 7. Klässler und 10 Klässler
    zusammen in einen Kurs stecken, wenn die Grundlagen da sind, ist es nicht gesagt, dass die älteren Schüler schneller lernen. Außerdem könnten jüngere Schüler so das Lernen lernen. Damit den Schülern die Schule wieder Spaß macht, braucht man mehr Freiheiten in der Schule. Zum Beispiel interessante Nebenfächer (wie Psychologie,Fotographie,..was die schüler eben wollen), die
    an-und abgewählt werden können.

    Noch was anderes: Was haltet ihr von einer "Qualitätssicherung des Unterrichts"? - Unangekünidgte Hospitation im Unterricht von Schuleaufsichten? (denn einmal verbeamtet, lässt bei manchen doch öfter die Motivation nach, was sich auf die Schüler überträgt...)
  8. #27

    Frühe Trennung ist sinnvoll

    Zitat von DerZauberer Beitrag anzeigen
    Was ist daran bitte unsinnig?
    ...

    Mann kann bei Kindern in der 4. Klasse keine seriösen Prognosen über die weitere Entwicklung und schulische Leistungsfähigkeit treffen - das haben andere Staaten erkannt, nur wenige (vor allem deutschsprachige...) Länder glauben das nach wie vor nicht.
    Spricht man mit Grundschullehrern, so sagen viele, dass man schon längst vor dem 10. Lebensjahr bei vielen Kindern sieht, ob sie z.B. gymnasialtauglich sind. Und ganz klar zeigen sich bereits in den ersten Jahren deutliche Leistungunterschiede. Würde man den Unterricht wie in der Grundschule auf mittlerem Niveau länger weiter führen, würden sich die weiter fürchterlich langweilen, die es in der Grundschule schon tun und die, die trotz Anstrengung über 3er und 4er Noten nicht hinauskommen, werden weiter gefrustet hinterherhängen.

    Und warum begreifen soviele eigentlich nicht, dass die Grundschulempfehlung nur eine Aussage darüber ist, was für die NÄCHSTEN Jahre sinnvoll ist. Sie macht keine Aussage darüber, ob nicht ein Spätentwickler es später doch zum Abi bringt, obwohl er zunächst "nur" eine Hauptschulempfehlung hatte. Lehrer irren bezüglich der Empfehlung übrigens selterner als Eltern es tun, die ihren Nachwuschs tendenziell überbewerten.


    Nicht, dass finnische auf deutsche Verhältnisse übertragbar wären, aber das bei rot-grünen Ideologen so beliebte Finnland hat ab Klasse 3!!!! Begabtenklassen, in die die Kinder aufgrund der Leistungen in den ersten 2 Jahre hinein kommen können.

    Innerdeutsche Vergleiche sprechen eine ganz eindeutige Sprache für das gegliederte System.
  9. #28

    Nein...

    Zitat von Tatsache Beitrag anzeigen

    Churchill hat immer noch recht: "Man traue keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat"
    Inhaltlich stimme ich Ihnen zu, das Zitat am Ende stammt allerdings nicht von Churchill...

    Vielleicht also besser: "Man traue keiner Aussage, die man nicht selbst getätigt hat." Und am besten nicht mal der...
  10. #29

    Abitur für alle!

    Zitat von mrmartin19 Beitrag anzeigen
    "In der Schulstruktur setze sich ein Zweisäulenmodell durch"
    Wo soll der Vorteil liegen wenn die Realschule auf Hauptschulniveau runter gezogen wird.
    ...
    Nach den OECD-Vorgaben soll das Abitur der Regelabschluss für möglichst alle Schüler werden. Da kann das "Zweisäulenmodell" nur ein Zwischenschritt sein.