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Livestream für Medizinstudenten: Darmspiegelung im Heimkino

Bert Bostelmann / BildfolioLuftröhrenschnitt, ganz nah: In einem Sektions-Web-Stream können Medizinstudenten sich live und in Farbe ansehen, wie an Leichen operiert wird. Wo ungeübte Zuseher erschaudern, bleiben angehenden Mediziner gelassen - und lassen sich blutigen Bildern das gemeinsam Abendessen nicht verderben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...844003,00.html
  1. #1

    Na wow. Das ist ja mal ganz neu. Das kann man schon seit Jahren auf Youtube gucken.
    Außerdem, wer so schlau ist Medizin zu studieren, dem könnte ja auch mal einfallen, beim Pflegepraktikum mal ne Woche in den OP zu wechseln ;)
    Tv gucken ist ja schön. Aber Live is das ganze nochmal um einiges besser.
  2. #2

    ...

    Ich weiß nicht, warum man solche Dinge zensieren muß bzw. den Zugang restriktiv einschränken? Als ob so viele Menschen sich das zum Spaß anschauen würden. Und selbst wenn. Ist es schlecht, wenn mehr Menschen mehr über ihren Körper wüssten? Ich bin jedenfalls kein Mediziner, sondern nur Naturwissenschaftler, und wäre trotzdem interessiert.

    Das Ganze ist ein bißchen zu elitär konzipiert, um wirklich aufklärerisch zu sein. Begründet wird das mit der Würde der Toten. Man hat sich deshalb auch selbst dazu verpflichtet, das Ganze nicht aktiv zu bewerben. Aber an einer anderen Stelle der Homepage sucht man dann die Medizinstudenten-WG zwecks Homestory. Alles ein bißchen verlogen.

    Solche Dinge sollten kein Herrschaftswissen sein. Aber vielleicht haben die Herren Mediziner auch Angst, sich unvorteilhaft darzustellen. Den Status als Halbgötter-in-Weiß zu entzaubern.

    Es gab jedenfalls zu früheren Zeiten, als die Medizin noch nicht so eine selbstverliebte Wissenschaft war, öffentliche Sektionen. Aber wenn Menschen zuviel wissen könnten, wirkt das ja gesellschaftszersetzend. Man wird bewusst dumm gehalten.

    Man kann nur hoffen, daß es irgendwann Angebote gibt, die dieses Angebot überflüssig machen.
  3. #3

    Gut so

    Ich habe an dieser Veranstaltung vor einiger Zeit auch schon teilgenommen. Sie ist für Medizinstudenten lehrreich und interessant.

    Dass Vorlesungen (theoretisch) und auch die Sectio chirurgica nicht öffentlich zugänglich sind, ist für mich selbstverständlich.

    Die Körperspender haben (aus welchen Gründen auch immer) ihren Körper zu wissenschaftlichen Zwecken und ausserdem der Lehre gespendet.
    Es ist nur zu verständlich wenn sie vor der Sensationsgeilheit diverser Mitbürger geschützt werden. Mehr ist es nämlich nicht. Ist ja bestimmt "cool" mal ne echte Leiche zu sehen und noch eine OP dazu.Prima!

    Nein. Würde man den Zugang öffentlich machen, wäre der Tatort bald ohne Zuschauer.
    Nichts da mit elitärem Gehabe. Solche Argumente kommen immer von denen die keine Ahnung haben, aber davon reichlich.

    Warum sie sich benachteiligt fühlen, verstehe ich nicht. Wenn Sie wirklich an der Medizin und nicht an der Sensation interessiert sind, können Sie jederzeit ein Praktikum absolvieren und sich OPs live anschauen.
    Aber das ist natürlich weniger bequem als das vom heimischen PC aus zu verfolgen.
  4. #4

    optional

    Sehr gute Idee mit der Sendung, diese kann der Qualität der medizinischen Ausbildung nur zuträglich sein.
    @schenky79: Ihre Sorge bzgl. Sensationsgeilheit erscheint absolut unbegründet. Was ist denn heutzutage cool daran eine Leiche zu sehen oder eine OP ? Woher kommt diese Sorge ? Leichen kann sich heuzutage jeder im Netz ansehen soviel er will, sowas ist keine Sensation. Wenn Sie sagen newspeak hätte keine Ahnung müssen Sie auch sagen wovon er denn keine Ahnung hat, ansonsten ist es überflüssig und die Unterstellung der Sensationsgeilheit bleibt so unbegründet wie vor diesem Satz. Ich habe etwas technisches studiert und wäre auch durchaus an mehr medizinischem Wissen interessiert, einfach weil ich ein vielseitig interessierter Mensch bin und gerne lerne, gerade im medizinischen Bereich. Insofern sehe ich nichts schlechtes daran, wenn dieses Wissen mehr Leuten zugänglich wird, es gibt keinen Nachteil dadurch. Vielleicht könnte man doch einfach die Menschen entscheiden lassen, die Ihren Körper zur Verfügung stellen. Eine Abfrage, ob sie einverstanden sind, dass das gewonnene Wissen auch einer breiteren Masse zur Verfügung gestellt wird sollte von heute auf morgen ralisierbar sein. Ich wäre auf das Ergebnis gespannt, ich denke viele würden das befürworten und zulassen. und mal ehrlich, ein Praktikum als Berufstätiger, warum kommen Sie hier mit dem Argument der Bequemlichkeit ? Was ist denn schlecht daran das Lernen in diesem Fall anstelle von unmöglich (ein Praktikum als Berufstätiger halte ich für selten möglich, wenn man Verpflichtungen hat) sehr einfach zu machen ? Sagen Sie nicht Sie machen sich das Leben gerne schwer. Insofern widersprechen Sie sich irgendwie selbst und ich habe beim Lesen Ihres Postings den Verdacht, dass in der Ausführung von Newspeak doch mehr Wahrheit steckt....
  5. #5

    Ich studiere Medizin in Tübingen und bei uns wird diese Veranstaltung separat zum Präparierkurs angeboten.
    Ich finde es von den Veranstaltern sehr nett, dass sie durch die online-Übertragung auch Medizinstudenten anderer Unis die Möglichkeit geben daran teilzuhaben. Das ist nicht selbstverständlich.
    Und zu ganta, Newspeak und Co: Diese Veranstaltung dient dazu Medizinstudierenden die Anatomie näher zu bringen. Das ist keine "Live-OP" wie man sie sich aus Grey's-Anatomy oder sonstwas vorstellen würde. Besonders schön ist, wie in dem Artikel schon beschrieben, der Anblick der konservierten Leichen nicht. Es hat auch nichts mit einer normalen OP zu tun, in der man irgendwo in dritter Reihe auf den Zehenspitzen versucht irgendwas zu sehen. Es ist einfach nur Studentenunterricht. Und das am Studentenunterricht nur Studenten teilnehmen finde ich weder elitär, noch sonstwas. Zusätzlich sollten Sie noch wissen, dass es eine Schweigepflicht für Mediziner gibt. Alle Medizinstudenten haben so eine Schweigeplfichtserklärung unterschrieben. Und die Schweigepflicht ist eines der höchsten Güter in der Medizin. Sie kann nicht einfach ausgehebelt werden, weil irgendjemand interessiertes auch gerne mal da reinschnuppern würde. Denn dann säßen Herr Hirt und Co ganz schnell hinter Gittern und es gäbe für niemanden mehr eine Sectio Chirurgica.
  6. #6

    Zitat von ganta Beitrag anzeigen
    Na wow. Das ist ja mal ganz neu. Das kann man schon seit Jahren auf Youtube gucken.
    Außerdem, wer so schlau ist Medizin zu studieren, dem könnte ja auch mal einfallen, beim Pflegepraktikum mal ne Woche in den OP zu wechseln ;)
    Tv gucken ist ja schön. Aber Live is das ganze nochmal um einiges besser.
    Beim Pflegepraktikum sollte man tunlichst und darf offiziell auch garnicht in den OP wechseln. Das soll ein PFLEGE-Praktikum sein. Wenn sie im OP zuschauen wollen, dann machen sie das doch in ihrer Freizeit.
  7. #7

    Zitat von miruwa Beitrag anzeigen
    Beim Pflegepraktikum sollte man tunlichst und darf offiziell auch garnicht in den OP wechseln. Das soll ein PFLEGE-Praktikum sein. Wenn sie im OP zuschauen wollen, dann machen sie das doch in ihrer Freizeit.
    Ich hab ein halbes Jahr unentgeltlich Praktikum im OP gemacht. Das war nicht für Medizin direkt. Ich wollte nur wissen wie es dort zugeht.
    Wenn man nun aber für Medizin sein Pflichtpraktikum (mir fällts grad net ein wie mans genau nennt) macht, kann man sicherlich mal ein paar Tage in den OP reinschnuppern. Glaube kaum das das große Probleme bereitet und dann hat man erst nen kompletten Überblick alles andere ist nur wieder halb gemacht. Aber wenn ich mir die Ärzte heute so angucke, wundert mich das dann auch nicht mehr das man es "offiziell" nicht darf.
  8. #8

    Ins Blaue hinein..

    Zitat von ganta Beitrag anzeigen
    Ich hab ein halbes Jahr unentgeltlich Praktikum im OP gemacht. Das war nicht für Medizin direkt. Ich wollte nur wissen wie es dort zugeht.
    Wenn man nun aber für Medizin sein Pflichtpraktikum (mir fällts grad net ein wie mans genau nennt) macht, kann man sicherlich mal ein paar Tage in den OP reinschnuppern. Glaube kaum das das große Probleme bereitet und dann hat man erst nen kompletten Überblick alles andere ist nur wieder halb gemacht. Aber wenn ich mir die Ärzte heute so angucke, wundert mich das dann auch nicht mehr das man es "offiziell" nicht darf.
    "Glaube kaum [..]" - na dann lassen Sie sich´s doch sagen von Leuten, die es nicht glauben müssen, weil sie es genauer wissen (s.o.): ein Pflegepraktikum ist ein ebensolches, keine Sightseeing-Tour durch das Krankenhaus. Zu mehr oder weniger aufschlussreichen Besuchen im OP kommt ein Student dann später, während chirurgischer Blockpraktika oder im Chirurgietertial des Praktischen Jahres. Dann macht das auch mehr Sinn, kann er doch das dort Gesehene aufgrund steigenden Ausbildungsniveaus besser einordnen. Mit einem "kompletten Überblick", auch wenn Sie Sich das so schön vorstellen, ist es vorher nämlich nicht weit her.

    Zum Thema "die Ärzte heute" aus Ihrem letzten Satz: was ist mit denen denn? Oder anders gefragt: wären Sie so begeistert wenn Sie im OP nackt, frierend, verängstigt und später narkotisiert und aufgeschnitten auf dem Tisch liegen und jeder Hans und Franz läuft da rum weil er mal wissen will "wie es da zugeht"? Ein OP ist aus diesem und anderen Gründen ein zu Recht geschützter Arbeitsplatz, ebenso wie z.B. ein Kernkraftwerk. Da käme auch keiner auf die Idee, da einfach mal zu klingeln weil´s ihn interessiert.
  9. #9

    ...

    Zitat von schenky79 Beitrag anzeigen
    Dass Vorlesungen (theoretisch) und auch die Sectio chirurgica nicht öffentlich zugänglich sind, ist für mich selbstverständlich.
    Aus welchem Grund ist das für Sie selbstverständlich?

    Zitat von schenky79 Beitrag anzeigen
    Die Körperspender haben (aus welchen Gründen auch immer) ihren Körper zu wissenschaftlichen Zwecken und ausserdem der Lehre gespendet.
    Und das erlaubt nun den Lehrenden die absolute Kontrolle darüber, was mit diesen Körpern geschieht. Na, super.

    Zitat von schenky79 Beitrag anzeigen
    Es ist nur zu verständlich wenn sie vor der Sensationsgeilheit diverser Mitbürger geschützt werden. Mehr ist es nämlich nicht. Ist ja bestimmt "cool" mal ne echte Leiche zu sehen und noch eine OP dazu.Prima!

    Nein. Würde man den Zugang öffentlich machen, wäre der Tatort bald ohne Zuschauer.
    Das sind doch alles nur Behauptungen. Wie steht es denn um die Sensationsgeilheit der Mediziner? Das sind natürlich die besseren Menschen, die alles nur um der hehren Forschung willen tun. Ich glaube, es gibt unter Nichtmedizinern im Schnitt genauso viele Menschen, die sensationsgeil oder respektlos sind, wie unter Medizinern.

    Zitat von schenky79 Beitrag anzeigen
    Warum sie sich benachteiligt fühlen, verstehe ich nicht. Wenn Sie wirklich an der Medizin und nicht an der Sensation interessiert sind, können Sie jederzeit ein Praktikum absolvieren und sich OPs live anschauen.
    Aber das ist natürlich weniger bequem als das vom heimischen PC aus zu verfolgen.
    Es geht nicht darum, ob ich soviel Interesse daran habe, daß ich ein Praktikum machen will oder selbst Medizin studieren. Und ja, natürlich ist es bequemer vom heimischen PC aus. Das ist es doch wohl für die Medizinstudenten auch. Werfen Sie denen das denn auch vor? Und kontrolliert die denn jemand, ob die auch immer respektvoll, der Würde der Toten angemessen, reagieren? Die im Bericht genannte WG hat sich jedenfalls einen schönen Abend gemacht. Das finde ich auch völlig in Ordnung. Gemessen an Ihren Maßstäben, sind nebenbei Essen und scherzen aber wohl nicht vereinbar damit. Kurios, daß es dann Mediziner sind, die es trotzdem tun.

    Nein, das Ganze ist zutiefst elitär. Es geht darum, daß man kurioserweise Wissen verbreiten will, aber immer die Kontrolle über jedes Detail behalten möchte (wobei das ja selbst eine Illusion ist, oder glaubt jemand, nur weil ich prüfe, ob jemand an der Uni als Medizinstudent eingeschrieben ist, wäre "würdevolles Verhalten" automatisch sichergestellt?). Das heißt aber nichts anderes, als daß man sich selbst als besser ansieht, besser geeignet nämlich, zu entscheiden, was jemand wissen darf und was nicht. Anstatt, daß man es jedem Menschen freistellt, das für sich selbst zu entscheiden. Nichts anderes als Bevormundung also. Und eben nicht aufklärerisch.

    Solche Ansätze sind aber, selbst wenn sie die modernsten technischen Möglichkeiten benutzen, im Kern nicht mehr zeitgemäß.

    Davon abgesehen wird das Material sowieso irgendwann auf Youtube auftauchen. Wie will man das denn verhindern?








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