Live Documents: Kostenlos-Konkurrenz für Microsofts Goldesel
Web-basierte Office-Programme werden seit 1996 immer wieder als Patentlösung präsentiert - mit mäßigem Erfolg. Doch was das indische Projekt Live Documents aus dem Hut zaubert, hat das Zeug, Microsoft ernsthaft unter Druck zu setzen: Das Programm kopiert MS Office.
Wenn Gates/Microsoft schlau wären, hätten sie beizeiten erkannt, dass der Weg vom Monopol nur bergab gehen kann. Sie haben über Jahrzehnte technisch minderwertige Software zu künstlich überhöhten Preisen trotz allem überaus erfolgreich an die Kundschaft gebracht, aber dass sich dies nicht auf ewig fortsetzen wird, sollte klar sein.
Also sollte Microsoft statt zu brüllen und zu versuchen sein Monopol zu verteidigen die Herausforderung annehmen und sich einem echten Wettbewerb stellen, oder aber die Klappe halten, die bisher ergaunerten Milliarden froh einstecken, und leise von der Bildfläche verschwinden.
Ob reverse engineering eine legitime Konkurrenzpraxis ist, darüber lässt sich allerdings auch streiten. Ein bekanntes Interface zu kopieren ist eine Sache, aber schlechte Software zu duplizieren und als eigene anbieten eine andere. Aber genau davon hat Microsoft ja lange gut und fett gelebt.
so schnell steigen Firmen wengen weniger als hundert Euro pro Arbeitsplatz und Jahr nicht um.
Ein Herausforderer muss auch erst einmal zeigen, dass er über viele Jahre hinweg stetig am Markt erfolgreich operieren kann. Wie das konkret bei einem kostenlosem Produkt überhaupt seriös funktionieren soll, ist völlig unklar.
Offline, Sicherheit, Trägheit - die Konkurrenz hat es schwer
Ich finde es gut, richtig und lange überfällig, dass MS Konkurrenz im Office-Markt bekommt. Aber alle Online-Konkurrenten haben bislang 2 Mankos: 1: Sie sind offline nicht nutzbar - und gerade Privatnutzer sind nicht immer online (oder wollen es aus Kostengründen nicht sein). 2. Unternehmen werden ihre Bedenken dagegen haben, dass ihre Dokumente online auf einem externen Server lagern (und auch die Mitarbeiter können z.B. auf Reisen nicht immer online sein, wenn sie gerade mal wieder arbeiten wollen). Und was passiert, wenn mal gerade die Internet-Verbindung down oder gar kein Online-Zugang verfügbar ist?
Ausserdem: Diese Klientel ist so dermaßen träge. Trotz guter (kostenloser!) Alternativen wie OpenOffice resp. StarOffice hält MS seine Marktanteile. Ein wichtiger Grund ist sicher die Integration aller Office-Komponenten incl. insb. Outlook oder anderer MS-Programme wie OneNote (solange Office-Konkurrenten hier keine Alternativen bieten, werden sie auch zumindest im Unternehmensmarkt nicht erfolgreich sein). Aber die größte Hürde für den Erfolg der Konkurrenz ist mit Sicherheit die Trägheit der Anwender.
Schöne Grüße
RG
(nach 15 Jahren MS-Office auf StarOffice 8 umgestiegen)
Hallo,
alles schön und gut, da versucht sich jemand mal wieder daran, MS in der Office-Welt die Stirn zu bieten.
Für mich als Anwender ist es allerdings weniger von Bedeutung, ob ich es (privat) kostenlos einsetzen kann, sondern, ob es offene Standards unterstützt und ich daher sicher sein kann, meine Daten auch in 10 Jahren noch (ohne dieses Tool) bearbeiten zu können - wenn es diese Firma vielleicht gar nicht mehr gibt, sie von Microsoft vielleicht aufgekauft wurde oder ich meine Daten vielleicht mit einer ganz anderen (web-) Anwendung weiter verwenden möchte.
Und das ganze natürlich unter der Maßgabe, dass ich (überprüfbar) stets der alleinige Besitzer meiner Daten bin und bleibe.
Um es ganz offen zu sagen: Falls das ganze eine neue "closed shop"-Insel werden soll, dann räume ich dem Projekt nicht den Hauch einer Chance ein, auf dem Markt erfolgreich zu sein. Von daher hätten mich Informationen zur Offenheit und der Einhaltung von internationalen Standards viel mehr interessiert, als die IMO entbehrliche Information, dass es für den Privatnutzer "umsonst" sei.
Cripple- und Freeware gibt es schon genug am Markt und der überwiegende Teil davon ist schlicht Schrott und Bauernfängerei. Um sich von diesem Moloch abzusetzen wäre es dann wichtig, ob es quelloffene Software sein soll bzw. welches Lizenzmodell der Hersteller anstrebt. Leider schweigt sich der Text auch hierzu aus.
Als einfache Kopien können sie noch nicht erfolgreich sein..
ZoHo und Google sind als Spitze der Browser-Office-Entwicklungen wirklich gut, aber wer täglich Office-Programme braucht und meist alleine an einem Dokument arbeitet, wird sich kaum auf die Stabilität seiner Breitbandleitung verlassen wollen. Immerhin kostet ein Office-Paket auf Grund der großen verbreitung auch nicht wirklich viel.
Ein Browser-Office-Programm ist interessant wenn..
1. man es nur selten braucht und es online günstiger und einfacher ist.
2. externe Leute/Mitarbeiter auf einzelne Dokumente oder Daten Zugriff haben müssen.
3. man viel unterwegs oder an verschiedenen Orten bzw. Rechnern arbeitet.
Daher sind gute Zugriffskontrollen, intuitive Bedienung und eine zusätzliche PDS-Oberfläche pflicht.
Die zwei gut funktionierenden Abteilungen sind gefordert
tja, da können wir mal gespannt sein!
Man sollte M$ aber nicht unterschätzen, auch wenn die Ursprünge in der Produktion von Spielen lagen. Zwei Abteilungen des Konzern funktionieren besser(?) als der Rest: Marketing und Rechtsabteilung. Und wenn die nichts ausrichten, dann wird vielleicht die Portokasse bemüht (gefüllt durch den Verkauf von Office-Lizenzen) und die Firma wird geschluckt.
Ich hoffe nur, dass die beim Reverse-Engineering nicht auch die Bugs und Schnüffelsoftware 1:1 mit kopiert haben.
Mich würde dann noch interessieren, ob die fleissigen Inder auch M$-Produkte für den Reverse-Engineeringprozess verwendet haben oder vielleicht Open-Source-Produkte.
Ich hab mir vor einigen Jahren ein MS Office 2003 Basic geholt mit Word, Excel und Outlook. Hat knapp 100€ gekostet und ist mein persönliches Rundumglücklichpaket für das, wofür man zu Hause ein Office braucht.
Heutzutage würde mir wahrscheinlich auch das OpenOffice reichen, aber mein MS Office läuft und läuft und läuft.
Und ich kenne auch genug Leute, die noch Office 95, 97 oder 2000 am laufen haben und für die das völlig hinreichend ist.
Wieviel Geld bekommt der Redakteur für jede Übertreibung, die er einbaut?
Adobe hat den Markt der Officeprogramme im Visier? Seit wann denn das? Die Inder haben Reverseengineering betrieben? Um das Programm dann mit Flash nachzubauen? Selten so gelacht. 4 Jahre? Die haben ein 4 Jahre altes Office geklont? Das strotzte ja nur so vor Innovationen fürs verteilte Arbeiten im Netz. Ach nee, die rüsten sie ja mit ihrer Officetoolbar schwuppdiwupp nach. Und dafür mussten sie bestimmt auch den Originalquellcode 4 Jahre lang knacken.
Nach so einem informativen Artikel bin ich ja mal richtig gespannt, was mir die Zukunft aus Indien bringen wird...