Der Nobelpreisträger Günter Grass über seine Verehrung für die Brüder Grimm, seine Heimat in der deutschen Sprache und seine Unzufriedenheit mit jungen Kollegen.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,711869,00.html
Ich erinnere mich noch an die Spätbeichte dieses angeblichen Gutmenschen und ewigen mit dem Finger auf andere Zeiger (also wie alle typischen Gutmenschen). Pure Heuchelei
selten so gelacht, was mir von Grass in Erinnerung bleiben wird: Versuche den politisch Andersdenkenden bzw. mit vermeintlicher Vergangenheit gesellschaftlich "auszuschalten" und dann nach Jahren mit eigener verschwiegener SS-Vergangenheit den kommerziellen Eigenerfolg befeuern. Ja solche moralische Instanzen würde man vermissen...
Es gibt definitiv noch eine Person auf der Welt, die Günter Grass' Anmerkungen zur Literatur und zum Weltgeschehen für relevant hält: nämlich Günter Grass. Aber warum darf er das alle paar Jahre in ellenlangen Interviews demonstrieren?
Günter Grass ist alt, ETWAS müde und auch weise und leise geworden. Er hat seinen Lebenstraum noch nicht ausgeträumt und arbeitet fleissig an der Gestaltung seiner Hinterlassenschaft. Wo ist darin ein Fehler?
Wenn er das Wort "Labsal" so schätzt, schließe ich mich mit "Rhabarber" an, füge "Ananas" dazu, die beide ausgesprochen vokalbetont sind, gut klingen, vielleicht "fruchtiger?" als Labsal. Veraltete Wörter, deren Bedeutung kaum noch jemand kennt, sterben aus, weil sie nicht mehr gesprochen werden, weil sie nicht mehr... leben....
Man kann überlegen, wen man mehr nicht mag, den Grass oder den anderen, den Walser. Hauptsache, sie mögen sich selbst und ein bisschen gegenseitig. Der Butt ist aber gut, da kann man rein gar nichts sagen. Von dem anderen habe ich noch nichts gelesen, das kan ja nicht kommen. Olivetti ist auch ein schönes, vielleicht italienisches Wort.
Herr Grass hat rechtzeitig auf die richtige Partei gesetzt. Nein, nicht in der Jugend da war er Mitglied der SS.
Ich meine in der BRD das hat ihm die Partei, für die er Reklame tat, es nie vergessen.
In Lübeck hat die Partei sein eigenes Museum gesponsert.
Das mit dem "Oralverkehr mit den Vokalen" ist mal wieder sooo typisch... Erinnert mich an Karasek, Reich-Ranicki & Co. Die lassen auch grundsätzlich keine Gelegenheit aus, um die Allgemeinheit mit schrägen sexualisierten Deutungen zu erheitern und sie so an ihren schmuddeligen Altherrenfantasien teilhaben zu lassen. Irgendwie beruhigend: Auch in alten, verstaubten Intellektuellen regt sich noch ein bisschen Lust... :-)
SPIEGEL: Fallen Ihnen andere Irrtümer ein, Lebensirrtümer womöglich?
Grass: Bei mir gibt es die bekannte Verführbarkeit zur Hitlerjugend in jungen Jahren.
Das sollte wohl eher heissen:
Bei mir gibt es die jahrzehntelange Lüge über meine Kriegsdienstzeit insbesondere die verschwiegene Mitgliedschaft bei der Waffen SS. Immerhin hat mir das ganze den Nobelpreis eingebracht, den ich ohne Lüge nie erhalten hätte. Insofern hat sich das ganze zumindest gelohnt.
Weiterhin wäre sonst meine Eigeninszenierung als "moralisches Gewissen" und Berufsempörer natürlich nicht möglich gewesen. Außerdem hätten meine immer wieder vorgebrachten Appelle, die Vergangenheit rückhaltlos und ohne Lügen aufzuarbeiten sicherlich etwas deplatziert gewirkt.
Glücklicherweise spielt das bei meinen linken Freunden alles keine Rolle. Die tun so, als wäre nichts gewesen.
Tja, das wäre natürlich etwas zu ehrlich gewesen, und damit hat es Günter Grass ja nun nicht so sehr...