dapdSie gilt als eine Hoffnungsträgerin der Linken und stemmt sich gegen die seit Monaten währende Krise ihrer Partei: Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt Sahra Wagenknecht, warum die Linke ihrer Meinung nach nicht am Ende ist - und spricht über ihr Leben mit Oskar Lafontaine.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830269,00.html
weil ihre Analysehilfe (Marx) damals nicht wußte, was heute offenkundig ist:
1. Der sozialistische Mensch ist gewaltfrei nicht "produzierbar"
2. Eine "gerechtere" Verteilung funktioniert sozialistisch nicht, weil im Sozialismus nur Mangel zu verteilen ist.
3. Wir können auf die (egoistische) Motivation des Einzelnen nicht verzichten, um einen Zusatznutzen (Steuern) zu generieren, der dann umverteilt werden kann.
4. Hartz IV / Sozialhilfe ist kein Skandal, sondern der Versuch einer einvernehmlichen Balance zwischen Leistungserbringern und Empfängern.
5. Wir haben bei uns keine entmündigten Arbeitermassen, sondern Wähler, die demokratisch entscheiden, wieviel Staat (Umverteilung) wir haben wollen.
Mit altbackenen Sprüchen von sozialer Gerechtigkeit und dem archaischen Weltbild Malocher- und Arbeitslosenheer gegen Bosse und Spekulanten hat die Linke bewiesen wie weltfremd diese Partei gegenüber der heutigen Weltlage geworden ist. Es ist nicht mehr das einfache Klassenkampfbild von Unten nach Oben sondern die Welt des Kapitals hat sich zu Beginn des 21ten Jahrhunderts gewaltig verändert mit der weiten Verbreitung des Cyberspace. Wo bitte sehr waren die `Volksvertreter` und Parteigänger der Linken während der Occupy-Wallstreet Bewegung? Die Linke ist nur noch eine Karikatur einer politischen Bewegung die mich an eine Filmszene aus Monty Pythons Film `The Life of Brian` erinnert. Während Brian zu Kreuze zu seiner Hinrichtungsstätte gezwungen wurde hat seine pseudopolitische Gruppe, die PalästinaBefreiungsFront nichts besseres zu tun als Tagesordnungspunkte zur Diskussion über die gewaltsame Befreiung von Brian zusammenzufassen anstatt auf die Strasse zu gehen. Besser kann man die Linke in ihrem heutigen Zustand nicht beschreiben, zumal die Piraten immer mehr Themenfelder für sich beanspruchen und Anklang in der Wählergunst finden!
Jetzt werden sich hier ja wohl die "üblichen Verdächtigen" austoben, was sich bei Nachläufern des gerade im Strassengraben der Zeitgeschichte verröchelnden kleineren berliner Koalitionspartners ganz besonders putzig ausnimmt: jedes Wort der Erwiderung wäre da viel zu viel der Ehre.
Aber eine ernsthafte Bemerkung: ich halte Wagenknecht für viel zu klug, um nicht zu bemerken, dass die Hängepartie in den Personalfragen die Wahlkämpfe in den Ländern ernsthaft behindert, und da sollten spätestens nach der Wahl in S.-H. mindestens Vorklärungen erfolgen. S.-H. ist ja strukturell nicht gerade das ideale Territorium für die LINKE, ein Ausscheiden aus dem Landtag dort wäre deshalb verkraftbar, aber in NRW sollte es denn doch schon reichen.
Natürlich kann Lafontaine bestimmen, welche Position er haben will: er wird gewählt werden - und eine Partei, die den stärksten lebenden politischen Kopf des deutschen Sprachraums in ihren Reihen hat, wäre ja auch von allen guten Geistern verlassen, würde sie das anders handhaben. Ich hielte es aber wirklich für hilfreich, wenn er nicht bis nach den NRW-Wahlen wartete, um mit seinen Plänen herauszurücken.
Meine persönliche Wunschkonstellation wäre übrigens: Lafontaine/Gysi als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, und WagenKnecht + ein ostdeutscher "Reformer" (meinetwegen auch Bartsch, obwohl mir Ramelow oder Matthias Höhn lieber wären) als Parteivorsitzende.
Welche Krise? Die Krise hat doch das Land. Wir reiten alternativlos in den Abgrund, schön und gut. Das trifft die Linke, da es ja genauso deutsche Bürger sind, natürlich ebenso, aber halt genauso wie uns alle.
Oder wer hat sonst noch eine Alternative? Ich sehe keine Partei, die ernsthaft dort die Schrauben ansetzt, wo es auch was zu schrauben geht.
Können uns den Sozialstaat nimmer leisten.
Klar, über 7 Billionen ungebundenes Privatvermögen, wovon 66% bei den 10% Reichsten sind, aber wir können uns nichts leisten.
Klar, wenn man von den 66% nicht nur nichts haben will, sonden denen sogar noch mehr die Taschen vollstopft, bleibt für den Rest nicht mehr viel.
Die große Koalition kommt vermutlich deshalb, weil die SPD viel zu verknöchert ist für eine Koalition mit den Grünen, Den Linken und den Piraten. Würde doch reichen, falls die SPD auf Hinterzimmerkungeleien verzichten würde?
Weshalb wurde Frau Wagenknecht eigentlich nicht zu ihrer Haltung zu den Piraten befragt?
Überlässt das DER SPIEGEL lieber einer TV-Talkshow in den ÖR?
Bei der sich die hochbezahlten (wie üblich nicht nachfragenden und auf keine konkrete Antwort bestehenden) GEZ-Talkmaster mit ein paar Blablablubb-Wischiwaschi-Sprechblasen abfertigen lassen?
@charlybird: guter Kommentar, auch der Hinweis zu stephan87.
Ansonsten nur mal der Hinweis auf die unverhältnismäßige Unterstützung der Medien für die "Splitterpartei FDP" in NRW. Wer braucht diese FDP noch?
Auch hier liegen die Gründe für die mediale "Unterbelichtung" der Linkspartei. Aber um konkrete Gründe geht es bei einigen in diesem Forum ja auch nicht. Warum bin ich wohl darüber nicht verwundert?
Stimmt schon, in einem Land, das dermaßen die Warheit und Fakten hasst, tut man schlecht daran, beides zu äußern.
Zeigt ja auch der Hass gegen Lafontain und Gysi, ständig nennen die Leute die Fakten und behalten recht mit den Prognosen. Und umso mehr werden sie dafür gehasst.
Rechthaber kann der Deutsche halt mal so gar nicht leiden.
Wie Pispers so schön sagt: "Ja, wie oft will der denn noch recht haben!"
Mit einer solchen Konstellation würde sich die LINKE den Todesstoß versetzen. Eine Partei ist doch kein "Familienunternehmen". Ich hoffe sie sind klug genug, es nicht zu tun. Ich meine wir brauchen die LINKE. Woher sollten denn die anderen Parteien ihre sozialen Themen nehmen?
Das ist der gute alte Kapitalismus, wo sowas zählte, selbst wenn er mancherorts der Tarnung halber Kommunismus genannt worde.
Da Kommunismus die klassenlose Gesellschaft ist, gibt es natürlich auch keine Art Aristokratie, keinen Führerkult, usw.
Man kann Kommunismus an sich ziemlich einfach erkennen, natürlich schlecht in der Realität, denn wo hatten wir jemals eine klassenlose Gesellschaft (und das bedeutet nicht, dass alle Sklaven gleich sein, sondern wirklich ALLE Bürger, wie es halt auch in den Menschenrechten vorgesehen ist).