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Linke-Führungsduo Riexinger und Kipping: Die Unscharfen

DPASie sind angetreten, um den Aufbruch zu organisieren, aber bislang ist es um das neue Spitzenduo der Linken auffällig still geblieben. Jetzt starten Katja Kipping und Bernd Riexinger zu ihrer Sommertour durch die Republik - sie müssen spürbare Akzente für die angeschlagene Partei setzen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...845149,00.html
  1. #1

    Nochmals Dank...

    ..an die sogenannten Reformer dort.
    Es ist ihr Vermächtnis, daß sich diese links nennende Wankeltruppe nicht traut, politisch wirklich anders zu sein.

    Stattdessen will sie irgendwie dazugehören - will "ankommen" in einem System, daß darauf sch**ßt!
    Und das selbst seine asoziale Fratze mit jedem Tag mehr entblößt.

    Noch mal zum mitschreiben:
    wir brauchen keine weitere SPD, die sich im zickzack zwischendurch laviert!

    Solange der zurecht vorhandene Frust in der Bevölkerung durch diese Partei/ Bewegung nicht aufgefangen und kanalisiert wird, kommt da auch nicht wirklich etwas zurück - und es bleibt bei einigen Mitleidsbekundungen sich links empfindender Zeitgenossen.
    ...und natürlich gewissen Statements à la:
    'bislang hatte ich konservativ gewählt, aber wenn die so weiter machen, könnte ich mir die glatt auf meinem Wahlzettel vorstellen'...
  2. #2

    Die Clique dahinter

    Zunächst ist festzustellen, dass die - häufig gescholtenen - Kritiker des früheren Führungsduos recht hatten : Es waren Nullen.
    Das stellen nun auch die Nachfolger glasklar fest.
    Alle Verteidiger der vergangenen Führung müssen sich gekniffen fühlen.
    Weiterhin bleibt der Eindruck : Der Vorstand interessiert nicht , entscheidend ist die Clique der fast schon angebeteten Wagenknecht und Lafontaine und dem zumindest anerkannten Gysi.
    Es sollen jetzt vom neuen Vorstand programmatische Schwerpunkte geestzt werden.
    Kipping hat bereits damit angefangen : Sie fordert den politikfreien Sonntag.
    Das hatte zuvor Nahles angeregt - was das Niveau dieses Vorschlags andeutet .
    Mal im Ernst : Wer soll die Überzeugungsarbeit leisten, damit sich diese Partei von ihrem selbst diagnostizierten Negativimage befreit und für ernsthaft links denkende Wähler ( also ohne das Gewäsch von "Wer hat uns verraten....; Wagenkecht forever....; Lafontaine for President or Emperor etc) attraktiv wird ?
  3. #3

    keine 100 Tage für die Linke?

    Sonnst gewährt man neuen Führungspersonal gerne mal 100 Tage bevor man die Arbeit bewertet.
    Aber solange will der Spiegel wohl nicht warten um gleich wieder alles madig zu reden.

    Ein 120 Tage Programm und das nicht erwähnte Projekt B reichen wohl nicht für die ersten 2 Monate?
  4. #4

    gewählt ist nicht gefühlt

    "Wer sitzt im Vorstand der Linken?" – Ich behaupte mal, 90% der Bundesbürger und selbst 50% der Parteimitglieder würden antworten "Lafontaine, Wagenknecht, Gysi".

    Wenn einer der drei niest, schaut die Nation hin, wenn der gewählte Vorstand inhaltlich was zum besten gibt, interessiert das keine Sau.
    Ist ähnlich wie mit dem Bundespräsidenten: Indirekt gewählt ist zwar Gauck, aber wenn Helmut Schmidt ein Interview gibt, ist das gleich was ganz anderes.

    Kipping, die einen verdammt guten sozialpolitischen Job macht aber dafür leider in der falschen Partei ist, der vorzustehen sie jetzt auch noch das Pech hat, wird auf ihren neuen Posten verschlissen und ist damit dort fehlbesetzt. Statt sie zur "roten Zora" des kleinen Mannes und Hartz4-Empfängers medienwirksam zu stilisieren wird sie im Kleinklein von Strategiepapieren, Flügelkämpfen der Partei, end- und ergebnislosen Gremiensitzungen und Parteiverwaltungskleckerkram zerrieben und verpulvert. Schade drum.
  5. #5

    wie lange ist egal

    Ich stimme überwiegend nicht mehr mit der Linken überein, Gründe sind die Eurobonds und die Umsetzung der Frauenquote. In den Ortsverbänden waren sogar Strafen vorgesehen wenn der Kreisvorstand die Frauenquote nicht erfüllt, nur gibt es dort kaum Frauen und der Rest "naja". Es sollte nach Befähigung gehen und nicht nach Geschlecht , leider haben die Kampf-Emmas hier das sagen und haben sich durchgesetzt. Deshalb auch die Doppelspitze aus Mann und Frau. Solche Quoten Heirat kann nicht gut gehen, warum nicht ein eingespieltes Team nehmen?. Die Linke ist zu pluralistisch und alle wollen was zu melden haben, schade eigentlich. Über die anderen Parteien brauchen wir nicht reden, ich werde das nächste mal die Piraten wählen, eine Chance sollte jeder bekommen.
  6. #6

    Visionen

    sind jetzt gefragt. Die Menschen warten auf Zukunftsvisionen
    bei der Energie-, Finanz-, Gesundheits-, Renten-, Bildungs-, Arbeitsmarkt-,
    Sicherheits-, Friedens- und Wirtschaftspolitik. Zur Zeit kann man die großen Parteien mit guten Arrgumenten aushebeln nach allen Regeln der Kunst. Das Geeiere von Herrn Schäuble glaubt doch niemant mehr und das Gefasel der FDP von Wirtschaftswachstum lässt die Menschen kalt. Eine langfristige Konsolidierung der Wirtschaft mit Ideen die jedem Bürger zuGute kommen um den soz. Frieden zu erhalten, sind gefragt. Die Hoffnung an Euch bleibt und die die nicht mitziehen wollen überzeugen.
  7. #7

    Alles richtig!

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    "Wer sitzt im Vorstand der Linken?" – Ich behaupte mal, 90% der Bundesbürger und selbst 50% der Parteimitglieder würden antworten "Lafontaine, Wagenknecht, Gysi".

    Wenn einer der drei niest, schaut die Nation hin, wenn der gewählte Vorstand inhaltlich was zum besten gibt, interessiert das keine Sau.
    Ist ähnlich wie mit dem Bundespräsidenten: Indirekt gewählt ist zwar Gauck, aber wenn Helmut Schmidt ein Interview gibt, ist das gleich was ganz anderes.

    Kipping, die einen verdammt guten sozialpolitischen Job macht aber dafür leider in der falschen Partei ist, der vorzustehen sie jetzt auch noch das Pech hat, wird auf ihren neuen Posten verschlissen und ist damit dort fehlbesetzt. Statt sie zur "roten Zora" des kleinen Mannes und Hartz4-Empfängers medienwirksam zu stilisieren wird sie im Kleinklein von Strategiepapieren, Flügelkämpfen der Partei, end- und ergebnislosen Gremiensitzungen und Parteiverwaltungskleckerkram zerrieben und verpulvert. Schade drum.
    Aaaber; so muß es nicht laufen!
    Sollten Gysi und Lafo etwas mehr in den Hintergrund treten, und die augenscheinlich aus der zweiten Reihe in den Vorsitz Gewählten einen ruhigen, soliden Kurs einschlagen, dann hab´ ich echt Hoffnung!
    Die Wahrnehmung, wie sie es ja schildern, ist derart auf Gysi (brillianter Redner, rhetorisch wie logisch, leider verbrannt durch SED-Vergangenheit und angedichtete IM-Geschichten) und Lafo (ehem. Logiker, mittlerweile aber an seinem eigenen Größenwahn gescheitert), und, man muß es so sagen, darum auch Wagengnecht (im Rededuell kaum zu schlagen, aber wie glaubwürdig ist ihr Wandel von eiserner Kommunistin zur kühlen Sozialsemokratin?), mit der Nummer hat´s ein Päärchen aus der Linken in den Boulevard geschafft, das ging ja bisher nur mit Porsches ;-)
    Wenn die also mal ruhiger würden, dann ist der Weg in den nächsten BT definitiv machbar. Dem Programm der Partei können Inhaltlich mittlerweile weit mehr als 5% der Bundesbürger zustimmen, aber der bäh-Faktor...
    Und Mutti macht schließlich vor, daß ein wenig Unschärfe in Programm und Wortwahl durchaus zum Erfolg führen kann ;-)
    Von daher; ich hab Hoffnung!
  8. #8

    Zitat von Sharoun Beitrag anzeigen
    Nochmals Dank...an die sogenannten Reformer dort.
    Es ist ihr Vermächtnis, daß sich diese links nennende Wankeltruppe nicht traut, politisch wirklich anders zu sein.
    Stattdessen will sie irgendwie dazugehören - will "ankommen" in einem System, daß darauf sch**ßt!
    Und das selbst seine asoziale Fratze mit jedem Tag mehr entblößt.
    Korrekt. Und jetzt schreibt doch noch allen Ernstes einer aus der LINKEn selbst, dass die LINKE "ihre Rolle unter den etablierten Parteien auf neue Weise definieren" müsse. "Unter den etablierten Parteien" - ich glaub's ja nicht! Ich wähle die Partei ja gerade deswegen, weil sie sich in ihrer Programmatik von den Etablierten so wohltuend abhebt. Denn etabliert ist für mich nicht eine Frage der Zeitdauer, sondern der politischen Standpunkte. Und genau deswegen haben Sie ja mit folgendem so recht:
    Zitat von Sharoun Beitrag anzeigen
    Noch mal zum mitschreiben:
    wir brauchen keine weitere SPD, die sich im zickzack zwischendurch laviert!
    Eine weitere "etablierte Partei" wäre das Letzte, was ich mir wünschen würde.
  9. #9

    Hä?

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    [...] Wenn einer der drei niest, schaut die Nation hin, wenn der gewählte Vorstand inhaltlich was zum besten gibt, interessiert das keine Sau. [...]
    Kipping, die einen verdammt guten sozialpolitischen Job macht aber dafür leider in der falschen Partei ist, der vorzustehen sie jetzt auch noch das Pech hat, wird auf ihren neuen Posten verschlissen und ist damit dort fehlbesetzt. Statt sie zur "roten Zora" des kleinen Mannes und Hartz4-Empfängers medienwirksam zu stilisieren wird sie im Kleinklein von Strategiepapieren, Flügelkämpfen der Partei, end- und ergebnislosen Gremiensitzungen und Parteiverwaltungskleckerkram zerrieben und verpulvert. Schade drum.
    Also eigentlich hat die Nation schon auf den alten Vorstand geschaut z.B. wenn Lötzsch das schlimme "K-Wort" benutzt hat, oder Klaus Ernst mit seinem Porsche angedüst kam. Ich würde auch nicht sagen der alte Vorstand war völlig inkompetent, höchstens etwas tollpatschig und nicht charismatisch genug. Eine Linke Führungsspitze sollte sich natürlich bewusst sein welche ihrer Worte und Taten von den Medien selektiv ausgeschlachtet werde, hier waren Ernst und Lötzsch höchst ungeschickt. Als Politiker muss man heutzutage verschlagen und verlogen sein um Erfolg zu haben, so funktioniert doch auch der Rest der Gesellschaft. Ein hoher Grad an Idealismus ist dem Wähler suspekt. Wenn man diese Gesellschaft ändern will muss man ihr Wesen verstanden haben und sich dieses Wissen zu nutzen machen, ohne dabei korumpiert zu werden.
    Der einzige Haken an diesem System ist, dass ein nicht unbedeutender teil der Wähler von diesen Umständen vergrault wird.

    Und warum zum Teufel soll jemand der einen "verdammt guten sozialpolitischen Job" macht, mit der Linken in der Falschen Partei sein. Sie erfüllt damit doch genau die Erwartungen die man an diese Partei haben sollte.
    Ränkespiele und Intrigen gibt es in jeder Partei. So verstehe ich nicht warum der Röttgen in der CDU abgesägt wurde. Oder was war mit Andrea Ypsilanti? Die anderen Parteien lassen immer wieder Leute fallen die mir eigentlich sympathisch sind. Und die unsympathischsten und assozialsten kommen an ihre Spitze und sind sogar bei den Wählern beliebt. Merkel, Mappus, Guttenberg, Schröder, Fischer, Westerwelle usw.. Die Liste dieser widerlichen Gestalten ließe sich von mir beliebig erweitern.

    Es ist natürlich auch eine schweres politisches Erbe was die Linke antreten muss. Andere Parteien profitieren noch von Ereignissen wie dem Wirtschaftswunder und der Wiedervereinigung aus der sie als Sieger heraus gehen konnten. Aber diese Argumentation zieht eher bei den älteren Wählern. Bei jüngeren Wählern wirkt die Linke eben personell und idelogisch angestaubt, als wäre es ein Teil der Vergangenheit und ohne Zukunft. Hier könne man für ein "moderneres" Image sorgen.

    Es gibt aber auch eine massive Wahrnehmungsverzerrung in unserer Gesellschaft bezüglich der Natur des Menschen. Idealismus gilt as schwäche, uneigennütziges Handeln als unnatürlich. Wer arm ist war zu faul, wer Reich ist gilt als Leistungsträger. Individualismus hat einen weitaus höheren Stellenwert während Kollektivismus teilweise sogar abgelehnt wird. "Jeder ist seines glückes Schmied" ist unser täglich mantra.

    Ich denke mit der Zeit wird die Wahrheit uns hier allerdings einholen. Für mich ist die Linke derzeit die einzige Alternative, außer bei den anderen Parteien passiert personell wie inhaltlich so etwas wie ein Wunder.








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