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Linke in der Krise: Protestpartei a.D.

dapdDer Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829550,00.html
  1. #80

    Da hat die Linke aber was falsch verstanden

    Der Erfolg der Piraten ist in erster Linie ein Frusterfolg: Der Frust über die anderen Parteien hat den Piraten zum Erfolg verholfen.
    Zitat aus dem Artikel:
    Für die Linke stehe fest: "Ein Protest ohne Inhalt ist Radau."
    Und schon wieder hat die Linke was falsch verstanden. Protest ist in erster Linie Ausdruck von Unzufriedenheit. Protest ohne Inhalt gibt es nicht, der Inhalt ergibt sich mindestens aus dem Anlass. Protestler gehen noch immer zumeist dorthin, wo ihr Protest am meisten gehört und/oder verstanden wird. Die Linke war es mal und hat sich darauf ausgeruht - big mistake. Was außerdem die Piraten so anziehend macht, ist, dass man dort der Politik auf Augenhöhe begegnen und aktiv mitmischen kann - noch


    Aber keine Angst, liebe Linke, die Piraten sind noch im Selbstfindungsprozess.

    Sie werden auch noch begreifen, dass man nicht die ganze Zeit mit (Partei-)Körperpflege zubringen kann. Da muss auch mal eingekauft werden, sonst gibt es nichts zu essen, und der Körper verhungert und stirbt. Will sagen: Wenn man die ganze Zeit nur damit verbringt, intern basisdemokratische Ideen umzusetzen und Idealzustände herzustellen, kommt man nicht mehr dazu, richtig effektive Parteipolitik zu machen und programmatische Punkte abzuarbeiten, und dann verhungert die Partei zustimmungsmäßig.

    Auch die Piraten werden noch begreifen, dass es für effektive Parteiarbeit besser ist, nicht alles und nicht jeden Schiss in quälend langen Debatten und Endlosforen auszudiskutieren und darüber abzustimmen, sondern intern eine gewisse repräsentative Demokratie einzusetzen.

    Die Piraten werden auch noch dahin kommen, dass eine dauerhafte Identifikationsfigur in der Parteiführung und damit ein gewisser Personenkult für das Überleben und das Ernstnehmen der Piraten unerlässlich ist. Das liegt in der Natur des Menschen/Deutschen: Er will geführt werden, er wil sich an etwas Konkretem orientieren können, er braucht Zuverlässigkeit, Beständigkeit. Wenn allerdings die Attraktivität einer Partei nur noch an der Identifikationsfigur hängt und Themen nicht (mehr) breit und ernsthaft aufgestellt und dynamisch behandelt werden, ist was schiefgelaufen - wie eben bei der Linke.

    Und, liebe Linke (aber auch alle Anderen), noch ein Ratschlag zum Schluss: Wenn man Anderen zeigt, wie man sich gibt, sollte man sich nicht beschweren, wenn die Anderen sich dafür bedanken, gezeigt zu bekommen, wie man es eben nicht machen sollte. Aber keine Angst, niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
  2. #81

    Kanzlerkandidaten

    Zitat von olaf_b. Beitrag anzeigen
    Was genau soll ich einsehen? Haben Sie über Rabulistik hinaus auch Argumente zu bieten?

    Die "Linke" hat getan, was sie tun konnte? Das genau ist es doch, was mich verzweifeln lässt. Mehr als Aschermittwochs-Reden und ein paar lächerliche Anträge im Bundestag sind offenbar nicht drin. Mit Neid blicke ich auf Frankreich. Dort schafft es ein Sozialist, die Massen zu mobilisieren.

    SPD/Grüne sind nicht Gegenstand des Artikels, auf den ich mich bezog. Bleiben Sie beim Thema.

    Zusammenfassend: Sie sind den Strickmustern der "einzig wahren" Linken verhaftet: Jeder, der nicht exakt Ihren "Denkmustern" folgt und der Partei huldigt, ist ein Pseudo-Linker. So werden Sie im Sektierertum verharren müssen.
    Was die Argumente angeht, die hab ich. Leider gehen viele meiner Beiträge hier in diesem Forum "verloren". Und weiter: Man muss nicht meinen Denkmustern folgen, das verlange ich nicht und kann ich auch nicht verlangen! Aber ein wenig Logik sollte man schon verlangen können.
    Auf der einen Seite sprechen Sie der "Linken" jenseits aller Ursachen jeden Einfluss ab, auf der anderen fordern Sie einen Politiker wie den französischen Sozialisten Hollande. Erwarten Sie, dass die "Linke" einen massenwirksamen Vorsitzenden aus dem Hut zaubert, der innerhalb kurzer Zeit zum Kanzler werden soll? Wär ja schön, aber ist das nicht wirklich (zur Zeit) völlig irreal?
  3. #82

    Medien gegen LINKE

    Seit einigen Wochen beglücken uns TV-Talks täglich in mehreren Sendern mit Themen, die mit den Piraten zu tun haben. Auch bei anderen Themen sitzen immer Piraten-Mitglieder in den Talkrunden.

    Anders bei den LINKEN. Selten werden LINKE in Talkrunden eingeladen - in den letzten Wochen eigentlich gar nicht mehr. Im NRW-Wahlkampf bei RTL kommt die LINKE gar nicht vor, die Piraten aber dürfen auf diesem Sender werben:

    NRW-Wahlkampf bei RTL ohne die Linken | DerWesten

    Die Medien, ob nun TV oder Papier, veröffentlichen nur Meldungen über die LINKE, wenn sie darüber negativ berichten können. Nur ein Beispiel ist SPON und Spiegel-TV. Berichte über die Piraten jedoch sind meist positiv oder relativieren Missstände wie Rechtsradikale bei den Piraten.

    Vielleicht sind den vielen Piratenanhängern und -wählern auch Rechtsradikale bei den Piraten lieber als ein Geburtstagsglückwunsch an Castro von Frau Lötzsch. Oder liegts eher daran, dass diese Anhänger ökonomisch zufriedene Mittelstandsbürger oder Beamte sind?

    Auf jeden Fall scheint den Piraten die derzeitige Verelendung der Massen kein Problem zu sein - den LINKEN aber schon!
  4. #83

    #77

    Zitat von Xircusmaximus Beitrag anzeigen
    .
    ...Die LINKE ist die einzige Partei in diesem Land, die die Interessen der Mehrheit vertritt.

    Wahlverlierer Steinmeier, Siggi Pop und der Herr Steinbruch sind ja auch ne echte Alternative. Das weiß man was man hat und wählt die erst gar nicht.
    Ja, die Erfolge der "Linkspartei" in S-H (2%), in den alten Bundesländern (4%) und in der gesamten Republik (6%) unterstützen Ihren Standpunkt nachhaltig. :-)
  5. #84

    Ein Vergleich

    Unsere Nachbarn halten eine Katze.
    Diese Katze bekam eines Tages Junge.
    Och, wie niiieeedlich!
    Plötzlich waren die Jungen verschwunden.
    Große Panik!!!
    Die Nachbars-"Kinder" (so um die zwanzig Jahre alt) stellten die ganze Nachbarschaft auf den Kopf. Durchsuchten Keller und Scheunen nach den niedlichen kleinen Kätzchen.
    Dann waren die Kätzchen wieder da.
    Himmlisches Glück!
    Heute - nach etwa einem Jahr - kümmert sich keine S** mehr um die Katzen. Sie werden kaum noch gefüttert.
    Die "Kinder" sind weg.
    Haben keine Zeit und keine Lust, sich um die - nun älter gewordenen und nicht mehr ganz so niedlichen - Katzen zu kümmern. ---
    Das genau ist der "Zeitgeist".
    Sentimentale, kitschige Betroffenheit - aber nur ganz kurzfristig - keinerlei Bereitschaft, sich längerfristig zu binden und zu engagieren und schon gar nicht, auf irgend einen SPASS zu verzichten.
    Deshalb wird es auch nix mit den Linken.
    Und die Piraten werden auch bald wieder verschwinden.
    Wie die Kätzchen-Liebhaber.
  6. #85

    Zitat von Joachim Baum Beitrag anzeigen
    Dann dürften sich die Linken doch überhaupt keine Sorgen machen - zustimmungsgemäß - die nächsten Wahlen sind schon so gut wie gewonnen! Oder?
    Ist doch zum einen egal, ob die Linke gewinnt oder nicht, das Problem haben wir, nicht die.

    Und wäre es so einfach, dass die Menschen der Vernunft folgen würden, wir hätten nicht einen einzigen Krieg in der Menschheitsgeschichte, keinerlei Rassismus und letztlich auch keinerlei Gewalt.

    Nein, natürlich wird die Linke nicht gewählt und auch niemals irgend eine andere Partei, die sich gegen das momentane System stellt, das mit aller Gewalt verteidigt wird, bis es detoniert. Das war schon immer so und es wird wohl auch immer bleiben, wenn die Mehrheit der Menschen sich einen Dreck selbst für das eigene Leben interessiert und es von außen diktieren lässt.

    Wenn es erst zu spät ist und Meinungen sowieso nichts mehr zählen, weil die Realität sie einfach zerquetscht, klar, dann versteht es jeder. Spätestens wennm man sterbend am Boden liegt, merkt natürlich der Letzte, dass das alles eine mieserable Idee war. Es vorher zu erkennen, daran scheitert es immer.
  7. #86

    Zitat von Krittler Beitrag anzeigen
    Vielleicht sind den vielen Piratenanhängern und -wählern auch Rechtsradikale bei den Piraten lieber als ein Geburtstagsglückwunsch an Castro von Frau Lötzsch.
    Das ist überhaupt gar keine Frage. Die paar rechten Hanseln bei den Piraten sind zahlenmäßig wie inhaltlich bedeutungslos und ihre Ansichten nichtmal einen Rauswurf wert, geschweige denn in irgendeiner Hinsicht mehrheitsfähig. Frau Lötzsch hingegen stand an der Spitze ihrer Partei.
  8. #87

    Was fehlt, das ist eine sozialistische Grundgesetzpartei

    Zitat von berns Beitrag anzeigen
    (...) Es sollte eine Regelung eingeführt werden, wie die Genossinnen und Genossen der KPÖ in der Steiermark es seit Jahren vormachen. Ernest Kaltenegger hat es begonnen. Mehr als 2.000 Euro darf ein Abgeordneter nicht für sich behalten, der Rest wird an arme und bedürftige Menschen gespendet – einmal im Jahr legen die Spender ihre Konten offen, damit jede/r überprüfen kann, ob das so ist und wohin das Geld geflossen ist. (...)
    @berns hat recht: eine Partei, die keine Kampfkompetenz entwickelt und professionalisiert, darf sich nicht als "links" bezeichnen, stellt sie doch nichts anderes als die SPD dar, die sich seit 1914 als Pfleger am Krankenbett des Geldkreditsystems profiliert.

    Als einer der Gründe für die Erfolglosigkeit der DL ist ihr Verständnis von "Politik" zu sehen, das sich ebenfalls im Trade-Unionismus, also im Sedieren der brutalsten Wunden erschöpft, die die Herrschenden den Beherrschten mit ihrer Generallinie "Sozialisierung der Verluste" zufügen.

    Was der DL fehlt, das ist die Festlegung auf eine revolutionäre Politik, die das spezifisch sozialistische Erbe der Verfassungseltern Wirklichkeit werden lässt:

    1. Erkämpfung - auf der Basis der Art. 26 GG und 87a GG - die Demilitarisierung Deutschlands
    2. Zerschlagung der Großbanken in Geschäftsbanken und Investmentbanken und
    3. Erkämpfung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums an den Produktions- und Distributionsmitteln (Art. 14 GG)

    Erst wenn die DL an diese drei Herkulesaufgaben herangeht, dann verdient sie die Auszeichnung, eine wirklich wichtige, nämlich Grundgesetzpartei zu sein.

    Verharrt sie dagegen im Elfenbeinturm des per Diäten alimentierten, also trade-unionistisch-bürokratisch kastrierten Politikverständnisses, in dem es sich die "systemrelevanten" - weil das Geldkredit-System stabilisierenden - Grundgesetzparteien wohnlich eingerichtet haben, dann wird sie in der Tat verschwinden (müssen), denn der Platz "in der Mitte" - ob "neu" (SPD, Grüne) oder "alt" (der Rest) - wird von den Systemparteien als Hedgefonds hart umkämpft und von den Leitmedien tagtäglich per brainwash von allen Zweifeln gesäubert.

    Worauf Bernd Irmler mit seiner Info richtig hinweist, braucht es in den bevorstehenden brutalen Verteilungskämpfen auf Seiten der wirklich (!) Arbeitenden und ihrer Angehörigen - ich spreche hier nicht von Propagandisten des Geldkreditsystems, die es allerdings ebenfalls hart treffen wird - einer oder mehrer Parteien, die bereits heute gelernt haben, für ihre ÜBERZEUGUNG (wer hat noch eine?!) zu kämpfen und eben auch OPFER zu bringen.

    Was da so ver****end als "Arbeitskampf", als "Wahlkampf", als "Tarifkampf" daherkommt, was aber in Wirklichkeit nichts anderes als ein abgekartetes Spiel zwischen den Herrschenden und ihren quasi verbeamteten Sprachrohren ist, das muss von der DL und von der PP durchbrochen werden, und zwar mit dem von mir oben skizzierten grundgesetzlichen sprich: grundsätzlichen Politikverständnis, das ohne die Kampfkompetenz der sozialistischen Organisationen als Verfassungsauftrag weiterhin im Kyffhäuser ruhen wird.

    Eine "sozialistische" Partei, deren Funktionäre und Mitglieder den Wahlkampf weiterhin so brutal als persönliche Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme missbrauchen, wie es die Systemparteien tun (und nach Auffassung der Herrschenden und ihrer Leitmedien auch unbedingt tun sollen!), kann noch nicht einmal auf Mitleid der Abgezockten hoffen, sondern wird deren Schicksal vorwegnehmen.
  9. #88

    Ewig das gleiche Geschreibsel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.

    Linke in der Krise: Protestpartei a.D. - SPIEGEL ONLINE
    Was mich extrem belustigt, ist die Meinung, dass die Linken nur soziale Themen vertreten. NUR? Nichts ist wichtiger als das in diesen Zeiten, wo es den anderen Parteien scheissegal ist. Statistisch arm in Deutschland ist ein Mensch, der nicht mehr als 900 Euro im Monat zum Leben hat! Weiß hier eigentlich keiner, wieviele dieser Menschen es in Deutschland gibt? Stimmt, wird ja auch verschwiegen. Stattdessen wird eben die mediale Keule gegen die geschwungen, die sich gerade für eine soziale Gerechtigkeit einsetzen. Dann wird bemängelt, dass die verschiedenen Strömungen innerhalb der Linken der Partei in Umfragewerten nicht gut tun. Bei den Piraten schreibt man wiederum über Basisdemokratie und Transparenz - eigentlich bei allen Parteien gibt es verschiedene Strömungen. Nur bei den Linken ist es ja immer wieder erwähnenswert genau wie ewig alten Stichwörter. Nur wer ist hier eher ewig gestrig, die Kommentatoren, die sich noch nicht einmal die Mühe machen, das Programm der Linken zu lesen, oder die Linken selber, die sich ständig mit immer neuen Themen auseinandersetzen. Nur sind die Linken eben unbestechlich im Gegensatz zu all den Lobbyparteien und genau deswegen lohnt es sich, diese Partei zu wählen. Basta!
  10. #89

    Spätestens dann

    Zitat von Izmi Beitrag anzeigen
    D e r Linken ist schon so oft der Untergang prophezeit worden, es gibt sie immer noch und wird es geben, solange die sozialen Probleme nicht einmal ansatzweise gelöst sind.
    ...wenn die Garantien für die diversen "Rettungsschirme" fällig werden und große Teile der Bevölkerung infolge des Euro-Wahnes der Blockparteien völlig verarmt sind, wird die Linke gewaltigen Zulauf erhalten.
    Dieser Tag wird kommen, die Tatsachen sprechen eine eindeutige Sprache.

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