Der Erfolg der Piraten ist in erster Linie ein Frusterfolg: Der Frust über die anderen Parteien hat den Piraten zum Erfolg verholfen.
Zitat aus dem Artikel:
Und schon wieder hat die Linke was falsch verstanden. Protest ist in erster Linie Ausdruck von Unzufriedenheit. Protest ohne Inhalt gibt es nicht, der Inhalt ergibt sich mindestens aus dem Anlass. Protestler gehen noch immer zumeist dorthin, wo ihr Protest am meisten gehört und/oder verstanden wird. Die Linke war es mal und hat sich darauf ausgeruht - big mistake. Was außerdem die Piraten so anziehend macht, ist, dass man dort der Politik auf Augenhöhe begegnen und aktiv mitmischen kann - nochFür die Linke stehe fest: "Ein Protest ohne Inhalt ist Radau."
Aber keine Angst, liebe Linke, die Piraten sind noch im Selbstfindungsprozess.
Sie werden auch noch begreifen, dass man nicht die ganze Zeit mit (Partei-)Körperpflege zubringen kann. Da muss auch mal eingekauft werden, sonst gibt es nichts zu essen, und der Körper verhungert und stirbt. Will sagen: Wenn man die ganze Zeit nur damit verbringt, intern basisdemokratische Ideen umzusetzen und Idealzustände herzustellen, kommt man nicht mehr dazu, richtig effektive Parteipolitik zu machen und programmatische Punkte abzuarbeiten, und dann verhungert die Partei zustimmungsmäßig.
Auch die Piraten werden noch begreifen, dass es für effektive Parteiarbeit besser ist, nicht alles und nicht jeden Schiss in quälend langen Debatten und Endlosforen auszudiskutieren und darüber abzustimmen, sondern intern eine gewisse repräsentative Demokratie einzusetzen.
Die Piraten werden auch noch dahin kommen, dass eine dauerhafte Identifikationsfigur in der Parteiführung und damit ein gewisser Personenkult für das Überleben und das Ernstnehmen der Piraten unerlässlich ist. Das liegt in der Natur des Menschen/Deutschen: Er will geführt werden, er wil sich an etwas Konkretem orientieren können, er braucht Zuverlässigkeit, Beständigkeit. Wenn allerdings die Attraktivität einer Partei nur noch an der Identifikationsfigur hängt und Themen nicht (mehr) breit und ernsthaft aufgestellt und dynamisch behandelt werden, ist was schiefgelaufen - wie eben bei der Linke.
Und, liebe Linke (aber auch alle Anderen), noch ein Ratschlag zum Schluss: Wenn man Anderen zeigt, wie man sich gibt, sollte man sich nicht beschweren, wenn die Anderen sich dafür bedanken, gezeigt zu bekommen, wie man es eben nicht machen sollte. Aber keine Angst, niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
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