Linke in der Krise: Protestpartei a.D.

dapdDer Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829550,00.html
  1. #40

    Der Kapitalismus zeigt seine hässliche Fratze. Das Vermögen der mächtigsten Volkswirtschaften wird geplündert, Finanzjongleure überführen mit der entfesselten Kraft akkumulierten Kapitals die schöpferische Kraft mehrerer Generationen in die Zinsknechtschaft.

    Karl Marx hätte sich kein besseres Szenario ausdenken können, um seine Thesen zu belegen.

    Welche Signale hören die Völker von der LINKEN? Okay, es hat ein paar beachtenswerte Reden im Bundestag gegeben. Was aber blieb haften? Streit um Vorstandsposten, Gratulationen zu Diktatoren-Geburtstagen, Verherrlichung des Mauerbaus, Lob des DDR-Spitzelwesens, späte Brunft eines alternden Politik-Platzhirsches.

    Die LINKE hat die - dem blindwütigen Gebaren des Kapitalismus ausgelieferten - Bürger im Stich gelassen. Die LINKE hat die politische Linke – einmal mehr - desavouiert. Die LINKE hat historisch versagt.

    Das war für diese Fusion ehemaliger SED-Kader und unbelehrbarer Stasi-Seilschaften mit enttäuschten Sozialdemokraten und Gewerkschaftern nicht anders zu erwarten.
  2. #41

    Zitat von horsteldorf Beitrag anzeigen
    Dafür, daß die Linke von den Piraten mehr als alle anderen Parteien erschüttert wird hält sie sich aber mit öffentlichen Diffamierungen eben jener erstaunlich zurück. Da kommt von der FDP oder auch der SPD doch sehr viel mehr Gegenwind.
    Weil die Linke Anstand hat. Weils der um Themen geht und wenn die Piratene dabei helfen, ist das auch okay.

    Obwohl die Linke in Thüringen z.B: Stärker als die SPD waren, haben sie freiwillig auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichtet, einfach um die Politik zu ändern. Hat Matschie natürlich nicht mitgemacht, das läuft wie im Saarland, der Maas hat sich jeglichen Anstand der SPD ja schön versilbern lassen mit gleich drei Ministerämtern auf einmal.

    Das regt sich kein Schwein auf, über eine derartig abstruse, anrüchtige Koalition.
  3. #42

    Schade, diese unsere Linke

    Schade, dasses die Linke nicht bringt. Eine Partei dort draußen in der eindeutig roten Zone benötigt unser politisches Spektrum. Die Piraten schwirren farblos durch die Dimension der politischen Farben wie ein Schwarm Neutrinos: Kaum bis gar keine Wechselwirkung mit harten politischen Themen - bisher jedenfalls.
    Da würde ich mir eine solide, wenigstens einigermaßen intelligente, halbwegs junge und kalkfreie Linkspartei wünschen, von der man weiß was man hat. Aber eine, die in der Lage ist sich an Regierungen zu beteiligen.
  4. #43

    Das größte Problem der LINKE

    Solche Wähler, die immer noch in den 50ern stecken geblieben sind, sterben biologisch aus. Und das sind recht viele.



    Zitat von jolip Beitrag anzeigen
    Konnte man denn die gute, alte BRD als Rechtsstaat bezeichnen?

    Bei uns hatten immerhin ein Kanzler, zwei Bundespräsidenten und 25 Minister eine NSDAP Vergangenheit.

    Im Märzn 1955 waren 77,4% aller Beamten im Verteidigungsministerium, 71,6% im Vertriebenenministerium und 68,3% im Wirtschaftsministerium ehemalige NSDAP MItglieder.

    Ohne Berücksichtigung der NS Militärrichter wurden am Bundesgerichtshof 1956 beim 79% der Richter NS-Belastung festgestellt, bei den Strafsenaten waren es 1962 80%.

    Zwei Drittel aller leitenden Positionen beim BKA hatten zeitweise ehemalige SWS Angehörige inne.

    Schöner Rechtsstaat.
    MFG
    jolip
  5. #44

    [QUOTE=fridericus1;10099947]... Argumente gegen die Linken:

    1. [...] SED - Muff,[...]
    2. Oskar Lafontaine ist [...]
    3. [...] Landesverbände [...]
    4. [...]geringsten Wahlbeteiligung.[...]
    5. [...]Nostalgiewähler,[...]QUOTE]
    zu 1.
    Wenn Sie den Leuten kein Vergehen oder Verbrechen vorwerfen können, außer eine Plakette, dann kann man mit Ihnen nicht diskutieren. Das ist so, als würde ich alles entwerten und als unwahr bezeichnen, indem ich sie mit irgend einem Unrecht in Verbindung breche, das sie selbst nie begangen haben. Sippenhaft, nicht umsonst verboten in Deutschland.

    2. Zeigt nur unsere Dummheit, denn ob man Lafontain mag oder nicht, ich will mit dem auch net zusammenleben, aber der Mann hat recht, daran ändert jegliche Antipathie nichts.

    3. Sie meinen das Bild, das von den Medien gezeigt wird. Schauen Sie sich lieber mal alle Parteien an, was darin läuft ist weitaus schlimmer, darüber berichtet nur niemand. Da können die übelsten Rassisten drin setzen, Leute, die bei der NSDAP aufgeblüht wären wie sonst niemand und manche Meinung dieser Art sticht ja sogar nach außen durch, wird aber als liberal oder halt marktaffin u.ä. bezeichnet, eben nicht als widerliche Sozialrassisten, die in der Politik eines Landes mit Werten wie unseren nichts zu suchen haben.

    Sagt dabei ein Linke etwas gegen die Politk Israels, gegen die es wirklich verdammt viel zu sagen gibt, sind es gleich Antisemiten, ein Vorwurf, der nichtmal frech, sondern einfach nur dumm ist.

    4. Das ist wohl richtig, es gibt ja auch keinen wirklichen Grund zu glauben, dass dieses Land noch zu retten wäre bei den Wahlergebnissen, die eine derartig Korruptionsverliebte Partei wie die CDU einfährt, die selbst die Schaffung eines Gesetzes gegen Korruption schon auf die Barrikaden geht. Man stelle sich vor, die Linke würde gegen ein Korruptionsgesetz stimmen, was da los wäre...
    Großteil der Bürger ist politisch eben völlig ungebildet und glaubt jeden Dreck, der in parteigebundenen Blättern steht, allen vorran der Springerpresse. Damit begeht er im Kern dasselbe Prinzip wie die Deutschen der 30er Jahre, die haben sich auch manipulieren und verführen lassen und es ist blankes Glück, dass es noch nicht so weit ginge, denn natürlich ist das möglich, es baut sich ja längst wieder auf, die Entwertung von Menschenleben.

    5. Ich bezweifle sehr stark, dass irgend jemand die PDS aus Nostalgie wählte. Viele Menschen der DDR waren einfach vom Sozialismus durchaus überzeugt und wussten aber gleichzeitig, dass das, in was sie lebten, keiner war. Die PDS ist ja nicht einfach nur eine umbenannten SED gewesen, sondern das war ein Bruchteil der SED Leute, die ihre Chance nutzten, sich nun wirklich für ihr Ziel einzusetzen. In der PDS gingen doch in erster Linie die Leute, wie es bei SPD->WASG der Fall war. Die Machthungrigen blieben nicht in der PDS, sondern wechselten in die anderen Parteien, alles andere wäre auch einfach nur dumm gewesen, denn in der CDU und Co bekam und bekommt man Macht und Geld, doch nicht in der PDS, die bekommen ja nichtmal Spenden aus der Industrie, wie sie die anderen immer schön einkassieren.
  6. #45

    Gysi hat was gesagt?

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen

    (...) Hätte man allein 1998 auf Gysi gehört, hätten wir heute KEINE Euro Krise. (...)
    Ich muss zugeben, ich weiß nicht was Gysi 1998 gesagt hat. Können Sie es vielleicht kurz wiederholen für Unkundige? Das interessiert mich echt.
  7. #46

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    Dazu ein sehr interessanter Redebeitrag im Bundestag, der einige doch wichtige zukünftige Entwicklungen für Deutschland sehr deutlich anspricht, leider nur im Internet abrufbar:

    Gregor Gysi: 1 Billion - Fiskalvertrag/ESM, Zustimmung zum Vertrag ist grundgesetzwidrig! - YouTube
    Gefangen in der Euro-Rettung - Wo liegt die Grenze der Belastbarkeit? - Unter den Linden - YouTube
    Und Gysi bringt ständig derart prägnante Reden. Aber hört man was davon?

    Über die CDU wird so gut wie nichts schlechtes berichtet, dabei gibt es da so viel, dazu reicht die Verfolgung des Bundestages.

    Das ist Meinungsdiktatur, die Leute werden dumm gehalten, damit sie die "richtige Wahl" treffen. Für eine funktionierende Demokratie ist eine freie, faire Berichterstattung über alle Parteien zwingend notwendig. Ansonstn ist die Demokratie tot, bevor es zu irgend einer Wahl kommt.
  8. #47

    Wie einfach muss doch die Welt für einen SPIEGEL-Redakteur manchmal aussehen.

    Das ist nun der x-te Artikel, den ich auf SPIEGELonline bzw. im Blatt lese, der sich mit der Gefahr der Piraten für die angeblich ewigen Protestparteien Grüne sowie LINKE auseinandersetzt. Und der dabei völlig außer Acht lässt, dass vor allem die LINKE eine historisch gewachsene Größe ist (und damit meine ich NICHT die SED) und dass auch die GRÜNE einer sozialen Bewegung entstammt, die ihre politische Beständigkeit sowie Notwendigkeit mittlerweile seit Jahrzehnten unter Beweis stellt.
    Den Piraten, die ja durchaus auch internationales Potenzial anbieten, ist das bislang absolut nicht gelungen. Nach diversen Fernsehauftritten einiger derer "Führungs"kräfte wundert mich das wenig. Da springt dem Zuhörer nicht nur ein gar zu großes Unwissen auf allen Politikfeldern, die sich ausnahmsweise nicht mit Internet- und Urheberrechtspolitik befassen, ins Ohr, man hört geradezu den Unwillen heraus, in diesen Bereichen mal so etwas wie Kompetenz zu entwickeln, um sich ernsthaft als Oppositions- und irgendwann einmal als Regierungspartei anzubieten.
    Lieber SPIEGEL, don't believe the hype! Aber wem sag' ich das...
  9. #48

    50ziger

    Zitat von fridayn Beitrag anzeigen
    Solche Wähler, die immer noch in den 50ern stecken geblieben sind, sterben biologisch aus. Und das sind recht viele.
    Wieso in den 50zigern stecken geblieben.

    Der Mitforist hatte behauptet, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei.

    Finden Sie es im Vergleich dazu, rechtsstaatlich, wenn Richter, die andere Menschen wegen solch irrwitziger Delikte wie Rassenschande, Witze erzählen oder englische Rundfunksender hören, zum Tode verurteilt haben, nach Ende des Dritten Reiches, einfach so, als ob nichts geschehen wäre, weiter Richter über andere Menschen sein dürfen?
    MFG
    jolip
  10. #49

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Das ist Wunschdenken von Kaltkriegern.

    Mit dem Thema DDR wird immer wieder versucht die Linke von der Arbeit abzuhalten und außer Gysi und Lafontaine gibt es bisher keinen, der die Demagogen aus den anderen Parteien in ihrem Gebrabbel unterbrechen kann.

    Daran ist allerdings die deutsche Mehrheitspresse ala Springer nicht unschuldig, auch nicht daran das es immer wieder zu "Nebelkerzen" wie "Wulff","Guttenberg""Grass" oder "Kommunismusdebatten" kommt.

    Ciao
    DerDemokrator
    Völlig richtig. Ebenfalls fast die einzige Partei, die ab und an mal Begriffe wie "Einkommensgerechtigkeit" und "Verteilungsproblem" in den Mund nimmt. Bei Abgeordnetenwatch les ich oft, wie Hr. Gysi zu manchen Dingen steht:

    abgeordnetenwatch.de: Dr. Gregor Gysi

    Vieles ist absolut nachvollziebar und auch nicht annährend so radikal, wie es so oft dargestellt wird. Ich glaube, ich habe noch nie einen SPON-Artikel gelesen, in welchem inhaltlich auf die Forderungen der LINKE eingeangen wurde. Dabei wäre eine öffentliche Diskussion zu manchen Themen so notwendig! Selbst Frankreich hat kapiert, dass man nicht mehr wegsehen kann. Es läuft hier etwas gewaltig falsch! Doch wo woanders langsam nach links geschaut wird, läuft hier in D eifrig noch die alte Kaltekriegsdebatte - mit fleißiger Unterstützung von Springer & Co. Ein Quatsch! Ich hoffe sehr, dass jetzt wenigstens die Piraten mal etwas für Einkommensgerechtigkeit tun werden. Man muss kein Kommunist sein, um zu sehen, dass uns langsam der Mittelstand wegbricht. Der Mindestlohn ist da absolut der richtige Schritt. Kann doch nicht sein, dass jemand 40 h arbeiten geht und dann noch nebenbei die zeitraubenden und demütigenden Wege zum Sozialamt vornehmen muss, weils trotz Vollzeit vorne und hinten nicht reicht! Ob LINKE, Piraten vielleicht sogar eine "neue" SPD - irgendwer muss da unbedingt mal was tun. Mal ein Blick über den Ozean zeigt, wo uns der Liberalismus so langsam hintreibt...