Forum


 

Linke in der Krise: Protestpartei a.D.

dapdDer Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829550,00.html
  1. #20

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.
    Jede Partei, die die 5%-Hürde überspringt und echte Sitze in Parlamenten erhält, schwächt die Sitz-Anzahl aller anderen Parteien, nicht nur der Linken. Im Kapitalismus hat die Linke schon vom Prinzip her eine Oppositionsrolle (zeitweilige Ausnahmen), weil ihre Grundvorstellungen mit dem kap. System nicht in Einklang zu bringen sind. "Niedergang" einer Oppositionspartei ist sicherlich nur Wunschdenken ihrer Gegner. - Dasselbe schreibe ich den Piraten zu; also bleiben beide überwiegend in den Oppositionsrolle, während sich die stärksten Parteien in den Parlamenten zur Regierungskoalition finden müssen - hierzulande genannt Große Koalition, wobei diese gar nicht mehr so "Groß" ausfallen dürfte.
  2. #21

    Meiner Meinung nach haben Sie die Situation der Linken und die Einschätzung der Wähler richtig wiedergegeben. Außerdem finde ich, dass die Partei in ihren "Spitzen" einfach zu viel taktiert und "versteckt". Das erinnert zu sehr an die anderen "Systemparteien".
  3. #22

    Zitat von badbeardxb Beitrag anzeigen
    Die Linke war nie mehr als das Frustprojekt von Lafontaine, der sich dafuer raechen wollte, dass er selbst bei der SPD so grotesk gescheitert ist. (...)
    Des Wählers Erinnerungsvermögen ist kurz:
    Die SPD hat ihre Ideale verraten unter Schröder. Genosse der Bosse, Kriegspartei, Entfesselung der Finanzindustrie durch Deregulierung der Banken, Sozialabbau, Cochiba im Brioni-Mantel nur für wenige.

    Mit einem Satz, die SPD ist an sich selbst gescheitert. Ich halte Lafontaine sehr zugute, dass er die Konsequenzen aus diesem Verhalten seiner Partei gezogen hat und zurück getreten ist. Wem die Ausbeutung des deutschen Steuerzahlers durch die Finanzindustrie nicht passt, der sollte eigentlich LINKE-Wähler sein.

    Zum Thema "Rache": Rache übet die SPD selbst bis zur Aufgabe ihrer Identität. Lafontaine hat oft genug die Durchsetzung linker Positionen in einer Koalition mit der SPD angeboten, auch mit dem Angebot, selbst nur aus der zweiten Reihe heraus zu agieren. Der SPD geht es aber um Bestrafung Lafontaines auch um den Preis der Aufgabe der eigenen politischen Ziele in einer Koalition mit der CDU.
  4. #23

    Zitat von zroone Beitrag anzeigen
    Was die Piraten betrifft, so kann man an deren Aufschwung IMHO lediglich erkennen, wie sehr apolitisch die heutige Jugend in weiten Teilen ist. Wieso sonst wählen sie eine Partei, die absolut keinerlei Richtung hat und auch nur annähernd zu einem wichtigen Thema (wie bspw. sozialer Gerechtigkeit) was zu sagen hat? Diese Partei ist das Symbol für eine immer weiter oberflächlich und hedonistisch verkommende Jugend, in der das Interesse an echter Politik zunehmend schwindend. Was man angesichts der unfähigen politschen Führung dieses Landes und der gleichgeschalteten Propagnada der Kapitalisten-Medien allerdings niemanden verübeln kann.
    Dem ersten Teil ihres Post stimme ich zu, es kann nicht sein, dass eine Partei so abgekanzelt wird nach dem Motto:"Mit denen spielen wir nicht". Das ist Kindergarten.

    Zum letzten Teil mal ein Zitat:

    "Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos.
    Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern.
    Das Ende der Welt ist nahe."
    (Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)

    Weiter erheiternde Aussagen habe ich hier gefunden:
    Diese Jugend heutzutage...
  5. #24

    Pirates vs. Left

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.

    Linke in der Krise: Protestpartei a.D. - SPIEGEL ONLINE
    Schicken wir zweierlei voraus: Auch meine Sympathie haben die Piraten, trotzdem werde ich die „Linke“ wählen. Mitglied bin ich weder in der einen, noch in der anderen Partei.
    Und ich meine, dass dieser "Spagat" möglich und nötig ist.
    Für die Linke gilt, entweder, sie ist als soziales Korrektiv in der BRD erforderlich, oder sie ist es nicht. Für den letzteren Fall erübrigt sich jede Diskussion. Ist sie aber nötig – und ich meine, die „Linke“ wird unbedingt gebraucht – muss man über die Zukunft dieser Partei nicht spekulieren. Selbst verlorene Wahlen oder schwindende Mitgliederzahlen sind mit einer richtigen und guten Politik schnell wieder aufgeholt.
    Drollig ist die Argumentation von Herrn Hengst, (Zitat) „...Kompromisse? Keine. Schon lange nicht mehr wird bei SPD und Grünen über eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene gesprochen, die Linke steckt isoliert im strategischen Niemandsland...“ dass die Isolation der „Linken“ von ihr selbst ausgeht. Es sind doch im Gegenteil gerade die Grünen und die SPD, die entweder die Linken am Katzentisch platzieren (NRW) oder aber sich gar nicht erst mit ihr befassen! Die Argumente und Vorstellungen einer anderen Sozialpolitik sind für diese Alt-Parteien überhaupt nicht diskutabel. Und leider machen die Medien dieses Ausschließen mit! Möglichst totschweigen oder auf völlig nebensächlichen Themen herumreiten. Diese Kombination macht es der „Linken“ schwer – und nicht sie selbst es sich!
    Aber natürlich gibt es auch hausgemachte Defizite. Und hier kommt meine Schwäche für die „Piraten“ ins Spiel. Zugegeben, vieles in ihren Vorstellungen ist noch unausgegoren. Trotzdem sehe ich das Potential in diesen zum großen Teil doch sehr jungen Leuten, das Parteienspektrum insgesamt aufzumischen, es durcheinander zuwirbeln, um endlich neue Ideen und Gedanken in Diskussionen und Parlamente zu bringen. Genau davon werden – bei klugem Verhalten – beide Parteien profitieren, Linke wie Piraten.
    D e r Linken ist schon so oft der Untergang prophezeit worden, es gibt sie immer noch und wird es geben, solange die sozialen Probleme nicht einmal ansatzweise gelöst sind.
  6. #25

    danke....

    Zitat von fridericus1 Beitrag anzeigen
    ... Argumente gegen die Linken:

    1. Viele Menschen - darunter auch ich - verorten bei den Linken immer noch einen SED - Muff, der sie für sie unwählbar macht.

    2. Oskar Lafontaine ist - außer vielleicht im Saarland - für viele Menschen ein rotes Tuch, gilt als Champagnersozialist und Feigling, der sich aus der Verantwortung stiehlt, wenn es ernst wird.

    3. Das Bild, das einige Landesverbände abgeben, taugt eher für eine Komödie denn für eine ernstzunehmende Veranstaltung.

    4. Diejenigen Menschen, um deren Interessen sich die Linken glauben kümmern zu müssen, gehören wohl zu den Bevölkerungsschichten mit der geringsten Wahlbeteiligung. Der Weckruf an die unterdrückten Massen verhallt unbeachtet.

    5. Jahrelang haben die ostdeutschen Nostalgiewähler, die die Linken in die Landesparlamente und letzten Endes auch in den Bundestag gebracht haben, das Bild über die tatsächliche Bedeutung der Linken verzerrt. Niemand braucht den zerrissenen Haufen, der sich aktuell auf das Spiel "Beleidigte Leberwurst ist gegen alles" reduzieren lässt.
    .... für diese Ergänzung!

    Sie sprechen/schreiben mir aus der Seele!
  7. #26

    die Linken eine Protestpartei? Geht es darum Protest zu diffamieren oder die Linke zu diffamieren? Der Spon ein Diffamierungsblättchen?
  8. #27

    Thematische Einengung

    Zitat von zroone Beitrag anzeigen
    Was die Piraten betrifft, so kann man an deren Aufschwung IMHO lediglich erkennen, wie sehr apolitisch die heutige Jugend in weiten Teilen ist. Wieso sonst wählen sie eine Partei, die absolut keinerlei Richtung hat und auch nur annähernd zu einem wichtigen Thema (wie bspw. sozialer Gerechtigkeit) was zu sagen hat? Diese Partei ist das Symbol für eine immer weiter oberflächlich und hedonistisch verkommende Jugend, in der das Interesse an echter Politik zunehmend schwindend.
    Ganz unrecht haben Sie nicht, auch wenn Ihr letzter Satz starker Tobak ist. Das ändert aber nichts daran, dass dieser SPON-Artikel in seiner analytischen Schärfe sämtliche Schwächen der Linken gnadenlos aufdeckt. Und was nun ? Aus dieser Krise kommt die Partei so schnell nicht raus, und daran sind nicht nur die angeblich gleichgeschalteten Medien Schuld.

    Das größte Problem unter all den aufgezählten ist meiner Meinung nach die thematische Einengung der Linken als der Partei gegen Hartz IV und für die Rechte von Migranten und diversen anderen Randgruppen. Letztere dürfen größtenteils noch nicht mal wählen, und die Hartz-IV-Bezieher bringen sie auch nicht an die Urne. Bleiben als Garanten für einen Wiedereinzug der Linken in den Bundestag hauptsächlich die DDR-Nostalgiker unter den ostdeutschen Rentnern.

    Mit solcher Themensetzung wird die Linke nie über die 10 % hinauskommen. Und ewiger Protest macht mit der Zeit müde und unattraktiv. Eine Partei, die nicht wenigstens einen Teil der progressiven Eliten einer Gesellschaft für sich einnehmen kann, muss erfolglos bleiben.
  9. #28

    meinung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Aufstieg der Piraten erschüttert keine Partei so sehr wie die Linke. Denn die Newcomer laufen den Genossen bei den Protestwählern den Rang ab. Die Linke sieht inzwischen reichlich alt aus - ihr droht der Niedergang.

    Linke in der Krise: Protestpartei a.D. - SPIEGEL ONLINE
    tja leider ist es so.
    aber wer sich assimilieren lässt, dem ergeht es eben so. sie werden mehr und mehr zur einheitssülze. reagieren nicht mehr auf mails, oder heben ab, oder zerfleischen sich in eigenen flügel und postenkämpfe. und das obwohl der nährboden für links ideal wäre. was weltweite ökonomen feststellten, sind die linken die einzigen, die die wahren ausmasse der wirtschaftskrise und deren ursachen und wirkungen erkannt haben. aber sie nutzen es nicht. sie schaffen es nicht die themen zu manifestieren. sie sind zu schnell still und zufrieden.
    es fehlt wohl die gallionsfigur oskar, der dinge anspricht, sie vertritt und informiert.
  10. #29

    Rechtsstaat?

    Zitat von turu1880 Beitrag anzeigen
    Die Linke hat es verpasst ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und endlich den ehemaligen Staat DDR als das zu bezeichnen, was er auch war, nämlich einen Unrechtsstaat!!! Der Vorabkredit der Linken, besonders im Westen, ist nun aufgebraucht! Viele Stimmen hat auch das Verhalten der Linken bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen gekostet!
    Konnte man denn die gute, alte BRD als Rechtsstaat bezeichnen?

    Bei uns hatten immerhin ein Kanzler, zwei Bundespräsidenten und 25 Minister eine NSDAP Vergangenheit.

    Im Märzn 1955 waren 77,4% aller Beamten im Verteidigungsministerium, 71,6% im Vertriebenenministerium und 68,3% im Wirtschaftsministerium ehemalige NSDAP MItglieder.

    Ohne Berücksichtigung der NS Militärrichter wurden am Bundesgerichtshof 1956 beim 79% der Richter NS-Belastung festgestellt, bei den Strafsenaten waren es 1962 80%.

    Zwei Drittel aller leitenden Positionen beim BKA hatten zeitweise ehemalige SWS Angehörige inne.

    Schöner Rechtsstaat.
    MFG
    jolip








TOP



TOP